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The Strawbs

Hero and Heroine

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974 (wurde 1998 remastered)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: A&M Records
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dave Cousins vocals, acoustic & electric guitars
Dave Lambert vocals, acoustic & electric guitars
John Hawken piano, electric piano, organ, mellotron, synthesizer
Chas. Cronk bass, synthesizer, vocals
Rod Coombes drums, percussion, vocals

Tracklist

Disc 1
1. Autumn

1. Heroine's Theme
2. Deep Summer's Sleep
3. The Winter Long

8:26
2. Sad Young Man 4:08
3. Just Love 3:40
4. Shine On Silver Sun 2:48
5. Hero And Heroine 3:21
6. Midnight Sun 3:12
7. Out In The Cold 3:18
8. Round And Round 4:43
9. Lay A Little Light On Me 3:27
10. Hero's Theme 2:26
11. Still Small Voice   (hitherto unreleased) 2:28
12. Lay A Little Light On Me   (early version) 2:22
Gesamtlaufzeit44:19


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 1 von 2)


Nach dem Weggang von Richard Hudson und John Ford baute Dave Cousins eine fast komplett neue Strawbs-Formation um sich herum auf. Als einziger war Dave Lambert in der Band verblieben, hinzu kamen mit Rod Coombes und Chas Cronk ein neuer Schlagzeuger und Bassist sowie - als prominentester Neuzugang - John Hawken, der auf den ersten beiden Renaissance-Alben die Tasten bediente. Dieses Line-up sollte erst einmal (halbwegs) stabil bleiben.

Wie auch schon auf dem Vorgänger bekommt der Hörer eine Mischung aus mehr oder weniger progressiven Songs und solchen, die eher in die Rock/Pop-Ecke passen. So beginnt das Album mit der "Autumn"-Suite. Zuerst ein Mellotron-Intro, dann kommt ein wunderbar verträumter, zweiter Teil mit Gesang. Bis hier hin ist alles wunderbar, noch nichts falsch gemacht. Der dritte Teil ist dann aber so melodieselig und harmoniesüchtig, dass einem das Schmalz zu den Ohren hinaus laufen möchte. Die Strawbs sind auf dem Album einfach zu häufig auf Wohlklang bedacht. Auch wenn es immer wieder mit E-Gitarren lauter zur Sache geht, so ändert das wenig daran, dass wir es hier mit einer härteren Version der Moody Blues oder Barclay James Harvest oder auch Procol Harum zu tun haben (eine Parallele zu letzteren und ihrem kurz zuvor erschienenen Album "Grand Hotel" stellt auch das Album-Cover, ganz in weiß und mit der Band in schmucken Anzügen, dar). Herausstellen sollte man aber das Titelstück "Hero and heroine", das sehr bombastisch daher kommt und tatsächlich zu den besten Strawbs-Songs zählt.

Wie auch schon auf dem Vorgänger "Bursting At The Seams" zeigen die Strawbs, dass sie eine der aufregendsten Progbands hätten sein können. Doch leider können sie das Niveau, auf dem einzelne Songs liegen, nicht durchgehend halten. Und so wurden sie das, als was man sie heute ansehen muss: eine fast vergessene Progband der zweiten Reihe.

Anspieltipp(s): Hero and heroine, Autumn Teil 1+2
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.8.2006
Letzte Änderung: 15.8.2006
Wertung: 8/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Vor ein paar Jahren habe ich mich auf diesen Seiten mal mit "Deep Cuts" und "Burning For You" beschäftigt und dabei diese beiden eher poppigen Scheiben gegen die früheren Werke der Strawbs abzugrenzen versucht. Vielleicht sollte ich das auch noch mal von der anderen Seite betrachten - ein guter Grund also, sich "Hero And Heroine" genauer anzuhören und bei dieser Gelegenheit noch mal abzugleichen, wie sich bei David Cousins & Co. Prog und Pop jeweils miteinander verschränkt haben.

Hierzu zunächst einmal das Folgende: Die stärksten Prog-Momente gibt's am Anfang und am Ende des Albums. In der dreiteiligen "Autumn"-Suite gibt's zunächst mal ein schönes Intro mit Mellotron, Gitarre und Synthesizer, das durchaus ein Vorbild für Lifts "Meeresfahrt"-Titeltrack gewesen sein könnte. Im Mittelteil namens "Heroine's Theme" wird wiederum eine nette Melodie zweistimmig auf E- und A-Gitarre aufgeteilt (diese Melodie nimmt wiederum Genesis' "Blood On The Rooftops" vorweg), dem sich der hinzukommende Gesang erst unterordnet, dann aber zu einem Chor-Arrangement führt, indem die Begleitung kompetent durch Hinzunahme des Mellotrons ausgebaut wird. Den hymnischen Schlussteil beschreibt Thomas weiter oben als schmalzig, was zumindest insofern nachvollziehbar ist, dass die Begleitung teils doch sehr simpel geraten ist, sodass der Hörer quasi nur an Chor und Keyboards hängt. Anzumerken wäre aber, dass die zu Beginn dieses Teils nur mit Klavier und Flöte vorgestellte Melodie einige Ähnlichkeiten zu Camels "The Snow Goose"-Album aufweist und dieser Abschnitt überdies bis zum Ende qua Steigerung spannender wird.

Der Markstein auf der anderen Seite des Albums besteht aus dem Doppel aus "Lay A Little Light On Me" und dem nahtlos daran anknüpfenden "Hero's Theme". Ersteres beginnt dabei als eher kitschig wirkende Popballade, Schlagzeug und dramatische Schläge auf dem Klavier beleben die Nummer allerdings nach gut einer Minute. Später gibt's noch eine gelungene Passage mit schweren Klavierbeats in veritablen 3+3+5er-Takten und anschließender Steigerung, wenn auch der rührselige Refrain à la "The Long And Winding Road" zwar weiterhin irritiert, am Ende aber ganz manierlich arrangiert wird. "Hero's Theme" greift dann vorwiegend das Motiv dieser markanten 3+3+5-Passage mit dem Klavier auf, wobei einige Parallelen zu "Hymn 43" auffallen und es in der Mitte noch nette Choreinsätze gibt. Doch, hier machen die Strawbs schon ziemlich spannende Musik.

Und dazwischen? Ja, die Nummern sind kürzer und nicht durchgehend von hohem Niveau, aber eben immer mit einem "Aber". So stellt sich "Just Love" als Wishbone-Ash-artige Rocknummer heraus, die gegen Ende den Refrain bzw. Phrasen daraus etwas zwar zu oft wiederholt, dafür aber einen ganz simplen Boogie-Rhythmus bis auf ein paar Takte im Refrain stets vermeidet und in der Mitte zudem eine B-Passage mit Klavier, Streichern und abwärts geführtere Harmonik bietet, die an die zeitgenössischen Queen ("The Fairy Feller's Master Stroke") erinnert. Auch das balladeske, mit einem Country-Einschlag à la "Heart Of Gold" versehene "Shine On Silver Sun" lahmt zwar mit seinem tranigen Refrain, verzichtet aber keinsfalls auf anspruchsvolle Elemente in Rhythmik und Arrangement, wie beispielsweise einem kurzen Kippen der Stimmung in der zweiten Strophe durch das hinzugenommene Klavier. "Out In The Cold" schließlich ist dann zwar wieder eine kurze, eingängige Nummer im Akustik-Arrangement mit Anklängen an "Don't Say Go" von Gryphon oder ein paar spätere Beatles-Sachen, lässt aber ebenfalls im Laufe des Songs das Klavier an Gewicht gewinnen.

Zwei echte Schwergewichte leisten sich The Strawbs zwischen den beiden Klammern allerdings auch noch. Das eine ist der schnelle, um ein ausladendes Fanfaren-Hauptmotiv mit ganz eigenwilligen Betonungen herum aufgebaute Titelsong, der zwischen seinen Stabreim-Strophen immer wieder spaßige Variationen und Erweiterungen dieses Motivs platziert und damit immer wieder mitreißt (und am Ende in die "The Battle Of Evermore"-artige Ballade "Midnight Sun" übergeht, für die David Cousins allerdings nicht der optimale Sänger ist). Das andere ist "Round And Round" mit seinem nervösen modernistischen Anfang (Synthies und ein Ostinato), der ebenfalls zu Camel zu "Moonmadness"-Zeiten ("Another Night") passen würde. Danach geht's überraschend in mittlerem Tempo rockig und geradlinig weiter, was mit schweren Klavierbeats ein bisschen an Bands wie Free oder Mountain erinnert, sich dabei aber auf eine schöne Melodie einschießt. Das Ende ist ebenfalls kurios: Der Rhythmus wird zunehmend stampfiger und der Gesang teilwese verzerrt - Spacerock lässt grüßen.

Nein, Hardcore-Prog spielen die Strawbs auf "Hero And Heroine" somit unterm Strich nicht - zumindest nicht über die volle Spielzeit des Albums. Dafür gibt es aber eben mehr als nur ein paar Momente, die genau in dieses Schema reinpassen, und auch die restliche Musik ist anspruchsvoll genug formuliert. Einfachste Pop-Momente, wie es sie auf den eingangs genannten, zwei bis drei Jahre darauf veröffentlichten Alben gab, finden sich hier kaum, allenfalls diverse hymnisch-melodische Momente passen dazu. Da allerdings ist das Drumherum aber alles andere als platt. Fazit also: "Hero And Heroine" demonstriert, welche Qualitäten The Strawbs in den mythischen Früh-70ern hatten. Ein durchaus beachtliches Album aus der zweiten Reihe also.

Anspieltipp(s): Hero And Heroine, Lay A Little Light On Me/Hero's Theme, Round And Round
Vergleichbar mit: wie üblich bei solche Bands: von allem etwas
Veröffentlicht am: 12.7.2017
Letzte Änderung: 12.7.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Strawbs

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Just a collection of Antiques and curios 10.00 1
1971 From The Witchwood 10.50 2
1973 Bursting At The Seams 8.00 1
1975 Ghosts 9.00 1
1976 Deep Cuts 6.00 1
1977 Burning For You 5.00 1

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