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The Soft Machine Legacy

Steam

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007 (VÖ 05.10.2007)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Canterbury; Jazz; Jazzrock / Fusion; Psychedelic
Label: Moonjune Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

John Etheridge guitar
Hugh Hopper bass, loops
John Marshall drums, percussion
Theo Travis tenor & soprano sax, flute, loops

Tracklist

Disc 1
1. Footloose 8:47
2. The Steamer 4:38
3. The Big Man 5:10
4. Chloe & The Pirates 7:27
5. In The Black Room 7:11
6. The Last Day 5:20
7. Firefly 6:42
8. So English 8:30
9. Dave Acto 6:26
10. Anything To Anywhere 5:18
Gesamtlaufzeit65:29


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Die Erbeverwalter der Canterbury-Legende Soft Machine melden sich wieder mit einem Album zu Wort. Mit ?Steam? legt das Soft Machine Legacy genannte Unternehmen sein drittes Album vor, das erste, welches mir zu Ohren kommt. Auch von der weitläufigen Diskographie der Ur-Band besitze ich nur einzelne Stücke, aber darunter ist z.B. ein Jahrhundert-Werk wie ?Third?, was in keiner vernünftigen (Rock-)Musiksammlung fehlen sollte. Und das sind halt auch die Maßstäbe an denen sich die Nachfolger messen lassen müssen, was anscheinend bisher nicht so toll geklappt hat, wenn man den Kollegen Rezensionen glauben darf (was man unbedingt sollte). Auf ?Steam? ersetzt Theo Travis, den man sicherlich von seinen diversen Aktivitäten bei The Tangent, Gong, Porcupine Tree oder solo kennt, den leider verstorbenen Elton Dean.

Mit ?Footloose? und "The Steamer" legt der Vierer gleich flott jazz-rockig los. Das geht direkt in den Bauch und fast auch ein bisschen in die Beine, was vielleicht schon für den ersten Überraschungsmoment sorgt. Langweilig, getragen, zurückhaltend, gediegen, 'altersweise' klingt hier eigentlich nichts. Eher schon geht es flott und frisch zur Sache. Allerdings täuscht dieser Beginn den Hörer auch ein wenig. Soft Machine Legacy haben sich klar der Jazz-Tradition der eher späteren Soft Machine verschrieben. So wird das Album schrittweise immer jazziger, verschrobener, kauziger. Das Saxofon, von Travis in bewährter Weise bedient, nimmt breiten Raum ein. Auch wenn Etheridge mit flotter Gitarrenarbeit gut dagegen hält und den jazz-rockigen Charakter ein Stück weit wahren kann. Als ich schon sagen will: ?Theo! Du hast auch eine Flöte!?, kommt die tatsächlich in ?The Last Day? endlich auch zum Vorschein. Travis gibt mit seinem ?System Of Ambitronics? ein paar Kabinettstückchen zum Besten.

Erste Sahne ist auch, was die Rhythmus-Jungs Marshall und Hopper leisten. Hopper spielt einen profunden, manchmal krachigen, Bass und Marshall lässt die Stöcke nur so über die Felle fliegen. Einen Höhepunkt steuern die Beiden mit ?The Big Man? bei, in dem Hopper und Marshall einen Bass-Schlagzeug-Groove entfachen, wie man ihn seit ?Radar Love? nicht mehr gehört hat.

Überhaupt hält ?Steam? ein paar Überraschungen bereit, da fällt ein sehr ruhiges, balladeskes Stück wie "Chloe & The Pirates" fast schon aus dem Rahmen. So ist ?Firefly? fast ein Schlagzeug-Solo, in das die Band immer wieder mit messerscharfen Einwürfen einsteigt. Mit der Soundkollage ?So English? bewegen sich Soft Machine Legacy dann gar irgendwo zwischen Psychedelic- und Avant-Klängen. ?Freiformatiges Gedudel? würde ich normalerweise sagen, aber einmal pro Album lasse ich mir sowas gefallen und hier finde ich es gar richtig spannend. ?Dave Acto? schlägt sogar nochmals in eine ähnliche Kerbe. ?In The Black Room? wartet mit düsteren, dunklen Tönen auf, die fast ein bisschen an eine Jazz-Variante von Van der Graaf Generator denken lassen.

Also, es scheint so, als hätten sich Soft Machine Legacy mit ihrem dritten Album freigeschwommen und wieder zu alter Form zurückgefunden. Neben kompetent gespielten lebendigem Jazz und Jazz-Rock gibt es einige Überraschungen und Highlights, die man so hier vielleicht nicht erwartet hätte. Mich hat das Album auf jeden Fall im Sturm genommen und daher sage ich mal: Tipp!

Anspieltipp(s): Footloose, The Big Man, Firefly
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.9.2007
Letzte Änderung: 30.9.2007
Wertung: 11/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Steam ist das beste Soft Machine-Album seit den 70er Jahren. O.K., es ist eigentlich kein Soft Machine-Album, weil es ein Soft Machine Legacy-Album ist. Aber das ist nur die Nomenklatur. Denn es spielen hier ehemalige Soft Machine-Musiker, vortrefflich ergänzt durch Theo Travis.

Im Gegensatz zu früheren Nachfolgealben der Soft Machine wie Soft Works oder Soft Machine Legacy wirkt Steam deutlich stringenter und lebendiger. Es erinnert mich am ehesten noch an das Soft Machine-Referenz-Werk Six, von dem auch der schöne, ruhige Song Chloe & The Pirates gecovert wird. Gegenüber dem Original wirkt die kürzere Legacy-Version auch gestraffter und „spritziger“, ganz im Stil des Albums. Damit will ich keineswegs die alte Version abwerten, aber die Neueinspielung entspricht einfach mehr dem Charakter von Steam.

Ein klarer Pluspunkt ist - und dies ist sehr Soft Machine-typisch - die Integration eines neuen Instrumentes in den Bandsound: die Flöte von Theo Travis. Durch das neue Instrument werden einfach einige frische Akzente gesetzt, die dem Gesamteindruck des Albums sehr bekommen.

Jazzrock ist nun nicht mehr das neue, heiße Ding, das es noch in den 70ern war. Die Qualität eines Albums dieses Stils misst sich daher einfach daran, wie gut die Umsetzung der musikalischen Ideen gelingt. Und da ist den „alten Herren“ wirklich aller Respekt zu zollen! Sie revolutionieren zwar weder den Kosmos des Prog und noch nicht einmal den von Soft Machine, aber sie entwickeln eine mittlerweile quasi zeitlose Musik äußerst gekonnt und vielschichtig - bis hin zu Ausflügen in die Freiform - weiter. Damit ist Steam Retro im allerbesten Sinne. Und nicht nur das: Dieses hochwertige Album macht dem Jazzrock-Fan auch einfach Spaß!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Soft Machine...
Veröffentlicht am: 26.4.2012
Letzte Änderung: 24.4.2012
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Soft Machine Legacy

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Live In Zaandam 7.00 2
2006 Soft Machine Legacy 8.50 2
2010 Live Adventures 9.00 1

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