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Soft Machine

Rubber Riff

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (CD-Reissue 1995, Voiceprint)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion
Label: Music De Wolfe
Durchschnittswertung: 6/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Karl Jenkins Keyboards, Sax
John Etheridge Guitar
Roy Babbington Bass
John Marshall Drums

Gastmusiker

Carol Barratt Keyboards
Ray Warleigh Flute

Tracklist

Disc 1
1. Crunsh 2:40
2. Pavan 2:43
3. Jombles 3:01
4. A little floating music 2:51
5. Hi-Power 2:58
6. Little Miss B 2:40
7. Splot 1:57
8. Rubber Riff 2:42
9. Sam´s short shuffle 2:24
10. Melina 2:52
11. City steps 3:03
12. Gentle turn 3:16
13. Porky 2:49
14. Travelogue 2:45
Gesamtlaufzeit38:41


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Die De-Wolfe-Musik-Bibliothek (Music De Wolfe) wurde 1909 als Notenarchiv für die Begleitung von Stummfilmen gegründet. Daraus entwickelte sich einer der größten Lieferanten für Hintergrundbeschallung, Filmmusik, TV- und Radiokompositionen, Pausenfüllerklänge und Unterhaltungsschowgedudel Großbritanniens. Music De Wolfe produzierte, vor allem in den 60er und 70er Jahren auch eine ganze Ladung von LPs mit Fahrstuhlmusik, gutverdaulicher Restaurantbeschallung und Ohrmassagen für diverse Kaufstätten. Einiges davon war aber gar nicht so schlecht und belanglos wie man vermuten könnte. Die Komponisten, Elektroniktüftler, Jazz- und Rockmusiker von De Wolfe bewegten sich nämlich mitunter in durchaus innovative Gefilde, schufen frühe Ambientmusik, Minimalistisches, einfallsreiche elektronische Musik oder schwebenden Jazzrock.

1978 erschien auf Music De Wolfe eine LP namens "Rubber Riff". Musikerangaben oder der Namen einer Band waren auf dem Cover nirgends zu finden. 1994 wurde das Album von Voiceprint auf CD wieder veröffentlicht. Diesmal wurden die Verantwortlichen genannt: Soft Machine. Die 14 kurzen Nummern waren im April 1976 eingespielt worden. Wie sich John Etheridge im Beiheft des CD-Reissues erinnert, war das Ganze eine Idee Karl Jenkins', der auch alle Nummern komponiert hat. Etwas an Geld wird die Band dabei auch verdient haben. Das Ganze wurde an einem Abend eingespielt. Für den kurz vorher ausgeschiedenen Mike Ratledge bediente Jenkins Frau Carol Barratt die Tasten. Als weiterer Gast war zudem der Flötist Ray Warleigh mit dabei.

In musikalischer Hinsicht unterscheidet sich "Rubber Riff" nicht allzu sehr vom zeitgleich entstandenen Album "Softs". Allerdings ist die Musik etwas vereinfacht und muss natürlich auf längere Soli verzichten. Fragmente von sehr tastenlastigem Jazzrock werden hier geboten, die nicht selten ins Seichte abgleiten, worauf die Musik aber natürlich auch ausgelegt war. Etheridge und Babbington haben nicht allzu viel zu tun und Marschalls Schlagzeug ist ziemlich nach hinten gemischt. Nach Soft Machine klingt das Gebotene stellenweise schon noch, zumindest in den etwas bewegteren Nummern wie z.B. dem Titeltrack, die meist aus Jenkins-typischen Repetitionen aufgebaut sind. Auch sonst gibt es einige ganz nette Melodien ("Pavan" oder "Little floating music"), doch auf Dauer ist der flauschige Ohrschaum, insbesondere "Little Miss B", "Melina", "Gentle Turn" oder "Porky", dann doch ziemlich grauslig.

"Rubber Riff" war eine Auftragsarbeit, für die die Band ursprünglich offenbar nicht mal ihren Namen hergeben wollte. Nicht einmal Soft-Machine-Komplettisten brauchen diese Scheibe, es sei denn sie sind Restaurantbesitzer, Filialleiter in einem Supermarkt oder planen eine Fernsehdokumentation über britische Parklandschaften.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.6.2008
Letzte Änderung: 24.4.2012
Wertung: 4/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Man mag kaum den Begriff „Jazzrock“ in den Mund nehmen, um diese CD zu klassifizieren. Und eine Soft-Machine-Scheibe ist es im eigentlichen Sinne auch nicht. Wohl aber erhält man auf diesem Album quasi die Quintessenz der musikalischen Vorstellungen von Karl Jenkins geboten, die stark in Richtung beschwingtes Ambient tendieren.

Merkte ich bereits zum Album "Softs", das unmittelbar vor den Aufnahmen zu "Rubber Riff" entstand, an, dass hier Soft Machine an das Ende ihrer Reise gekommen waren, so gehen die Musiker um Karl Jenkins hier noch einen Schritt weiter... Was immer man an Improvisationskunst mit Soft Machine in Verbindung brachte, ist hier nicht zu finden.

Die stets kurzen Kompositionen sind immer sauber und einfach strukturiert und laufen prima im Hintergrund mit. Da es sich um eine Auftragsarbeit für einen Lieferanten für (anspruchsvolle) Fahrstuhlmusik handelt, sollte es auch nicht anders sein. Ein bisschen scheint mir "Rubber Riff" musikalisch so etwas wie das Missing Link zwischen "Softs" und "Land of Cockayne" zu sein, klingt aber schon eher wie Letzteres, wirkt aber homogener.

Anspieltipp(s): Crunch, Hi-Power, Melina
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2012
Letzte Änderung: 24.4.2012
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Soft Machine

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1968 Volume 1 10.50 2
1969 Volume 2 13.00 2
1970 Third 14.50 2
1971 Fourth 10.00 2
1972 Jet Propelled Photographs 7.50 2
1972 Fifth 10.00 2
1973 Six 11.00 3
1973 Seven 10.50 2
1975 Bundles 11.00 2
1976 Softs 9.00 2
1978 Alive & Well - Recorded in Paris 8.00 3
1981 Land of Cockayne 5.50 2
1988 Live at the Proms 1970 10.00 1
1991 as if... - 1
1993 BBC In Concert 1971 12.00 1
1994 Softstage - BBC In Concert 1972 9.00 1
1995 Live At The Paradiso 1969 9.50 2
1996 Spaced 11.50 2
1998 Virtually 10.00 1
2000 Noisette 11.00 1
2001 Turns On Vol.2 6.00 1
2001 Turns On Vol.1 4.00 1
2002 Backwards 10.00 1
2003 BBC Radio 1967-1971 13.00 2
2003 BBC Radio 1971-1974 11.00 1
2004 Breda Reactor 10.00 1
2004 Live In Paris 9.50 2
2004 somewhere in Soho 7.00 1
2005 Out-Bloody-Rageous - An Anthology 1967-1973 12.00 1
2005 British Tour '75 11.00 1
2005 The Story Of Soft Machine 5.00 1
2006 Middle Earth Masters 9.00 1
2006 Grides 10.00 1
2006 Floating World Live 12.00 1
2008 Drop 12.00 1
2009 Live at Henie Onstad Art Centre 1971 13.00 1
2010 NDR Jazz Workshop 12.00 1

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