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Tim Blake

Blake's New Jerusalem

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978 (CD-Reissues 1992 (Mantra), 2000 (Voiceprint) und 2017 (Esoteric Recordings))
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Klassischer Prog; sonstiges
Label: Egg
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tim Blake EMS Custom Synthesizers, Roland 100 System, Minimoog, Ovation & Glissandoz Guitars, ARP Omni, Korg Polyphonic Ensemble, Vocals

Gastmusiker

Jean-Philippe Rykiel Minimoog (Track 4 und 5)

Tracklist

Disc 1
1. Song For A New Age 5:13
2. Lighthouse 6:46
3. Generator (Laserbeam) 3:34
4. Passage Sur La Cite De La Revelation 7:43
5. Blake's New Jerusalem 16:18
6. The Woodland Voice (single B-side)   (Bonustrack Esoteric CD) 3:39
7. From Outta Space (von "Waterfalls In Space '79")   (Bonustrack Esoteric CD) 19:09
8. Jupiter To Jerusalem (von "Waterfalls In Space '79")   (Bonustrack Esoteric CD) 16:07
Gesamtlaufzeit78:29


Rezensionen


Von: Jürgen Gallitz-Duckar @ (Rezension 1 von 2)


"New Jerusalem" ist das zweite Werk und erste echte Studio-Soloalbum von Tim Blake. Überraschend für jeden, der Tim Blake nur als Keyboardspezialisten kennt, sind hier gleich mal die Klänge der akustischen Gitarre, gespielt von Blake. Der prophetische Titel "Song for a New Age" macht deutlich, in welcher Richtung sich Tim Blake wohlfühlt: Eine Ballade zwischen Keyboardgezwitscher und Gitarrenklängen. Wieder singt Tim Blake hier, und nun wirkt seine Stimme etwas kräftiger, als ob er mit mehr Selbstbewußtsein ran gegangen ist als noch auf der Vorgängerscheibe.

Stück 2 ist dann einer der beiden unverzichtbaren Klassiker von Tim Blake. Die meisten Hörer, die ihn überhaupt kennen, die schon mal Musik von ihm gehört haben, dürften das hier kennen, ja ihn vielleicht sogar - wie ich - dadurch erst kennengelernt haben. 1979 nahm Tim Blake das Angebot von HAWKWIND an und stieg als Keyboarder bei den Spacerockern ein. Bedingung war aber ein ausgedehnter Soloteil für ihn in den Konzerten. Dieser Soloteil bestand eigentlich immer aus zwei Stücken, wovon "Lighthouse", das bekanntere ist, weil es auf Hawkwind-Livealben immer draufgepackt wurde. Für mich DAS Science-Fiction Stück schlechthin. Wenn ich an Weltraumszenarien vertont in Musik denke, denke ich an "Lighthouse". Die Geschichte des Leuchtturms im Weltall, der der Menschheit einen neuen Weg zeigen soll, präsentiert genau das, was ich mit Science-Fiction verbinde. Neue hoffnungsvolle Ideen und Wege und nicht strunzdummes Landser-im-Weltall-Gehabe wie es heutzutage Usus in Büchern und Filmen ist. Blakes weicher Gesang unterstreicht die pulsierenden Klänge, und vor meinem geistigen Auge entsteht die Leuchtturm-Raumstation, wie sie sich ganz langsam um sich selber dreht.

Sagte ich bei der Rezi zu "Crystal Machine" noch, dass Blake sich praktisch nie auf Rhythmus konzentriert, muß ich nun gleich die Ausnahme davon machen. "Generator" ist ein halbgarer Versuch, mit einem recht kommerziell wirkenden "Fast-Discostück" in die Single-Charts zu kommen. Was nicht funktionierte. So schlecht, wie ich das Stück beim ersten Hören damals empfand, empfinde ich es zwar nicht mehr, habe es mir praktisch schön gehört. Jedoch kann man es getrost als Ausfall auf dem Album betrachten, da es nicht wirklich irgendeinen Mehrwert zur Atmosphäre beiträgt. Ganz anders das sequencer-getriebene "Passage sur la cite de la revelation": Hier hat es wieder Tim Blakes Soundflüge vom Schönsten.

Der Höhepunkt des Albums, Höhepunkt in Tim Blakes Soloschaffen bis heute, folgt zuletzt. "Blake's New Jerusalem", natürlich bezugnehmend auf das bekannte Poem selbigen Namens des Naturmystikers, Malers und Dichters William Blake (von dessen Gedicht "The Doors of Perception" wohl Aldous Huxley beeinflußt wurde und nach dessen gleichnamigen Buches sich übrigens THE DOORS benannt hatten). In etwas über einer Viertelstunde malt Tim Blake hier einen der perfektesten epischen Electronic-Songs, die ich kenne. Richtig, das ist trotz seiner enormen Länge ein Song. Der Text von William Blake ist Tim Blake wichtig und ein zentraler Bestandteil des Stückes, den er aber selbstverständlich ständig umspielt mit seinen typisch blubbernd pulsierend treibenden, weichen Soundspielen. Ein einschmeichelnder Ohrwurm, nicht zuletzt durch den etwas seltsamen und zweifellos ideal passenden Gesang Tim Blakes. Ein Song ohne Gleichen im Electronic-Bereich für mich. Ein Stück, das ich mir auch dreimal hintereinander programmiere, weil ich nicht genug davon bekomme. Das hier war das zweite Stück in Tim Blakes Soloset während seiner damaligen Hawkwind-Zeit und ist als Liveversion nur auf dem offiziellen Bootleg "Complete 79 Collector Series Vol. 1" zu finden.

Leider ist auch diese CD mehr als vergriffen. Sie ist aber auf Blakes Website als MP3 download zu haben.

"Lighthouse" und "New Jerusalem" würden locker die Note 15 bekommen von mir. Der Rest hinkt etwas durch, läuft nicht so harmonisch rund wie noch "Crystal Machine". Dennoch finden sich hierauf aber die beiden besten Stücke Tim Blakes. Gefühlt dadurch das bessere Album, gesamt gesehen ein wenig schlechter.

Anspieltipp(s): "Lighthouse" und "New Jerusalem"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.1.2009
Letzte Änderung: 30.7.2013
Wertung: 10/15
enthält aber die beiden besten Tim Blake Stücke überhaupt

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Nachdem sich Tim Blake an den Sessions zu Nik Turners "Xitintoday" beteiligt hatte, machte er sich Anfang 1978 daran sein zweites Soloalbum einzuspielen, welches diesmal ganz im Studio aufgenommen werden sollte. Trotz des relativen Erfolgs von "Crystal Machine" und der Laser-Elektronik-Konzerte beschloss er etwas irdischere Musik zu machen, zu singen und auch Gitarren einzusetzen. Bei einer der Sessions schaute ein alter Freund von Blake im Studio vorbei - Jean Philippe Rykiel - und wurde in das Projekt involviert. Er ist auf "Passage Sur La Cité" und dem Titeltrack zu hören.

Eine recht sanften und runden Elektroprog hat Blake auf "Blake's New Jerusalem" im Angebot, der an die Produktionen von Steve Hillage aus der zweiten Hälfte der 70er erinnert, aber elektronischer und schwebender aus den Boxen kommt. Es wird nun (im Vergleich um Vorgänger) recht viel Gesungen, und Blakes Gesang, der an den von Steve Hillage oder Daevid Allen erinnert, sorgt, zusammen mit dem elektronischen Wabern, Fiepen und Blubbern für eine fluffige Space-Hippie-Atmosphäre, die sich klar in Richtung New-Age-Wohlklang bewegt, was von Blake auch durchaus beabsichtigt war (man achte auf seine Texte - gleich im einleitenden "Song For A New Age" z.B.).

"Lighthouse" - als Blake dort um die Jahrzehntwende spielte auch im Repertoire von Hawkwind zu finden - erinnert als einziges Stück noch deutlich an "Crystal Machine" und ist nach Meinung des Rezensenten die beste Nummer des Albums. Das kurze "Generation (Laserbeam)" ist dagegen fast Elektro-Pop, ganz im Stil der "Surf"-Single der Saratoga Space Messengers (als Bonustrack auf dem Esoteric-Reissue von "Crystal Machine" zu finden).

"Passage Sur La Cité" und "Blake's New Jerusalem" bieten dann wieder New-Age-Space-Elektroprog, sind durchaus einfallsreich instrumentiert, mit munteren Sequenzermustern angereichert und schweben klangvoll aus den Boxen ("Passage Sur La Cité" klingt dabei fast nach Jarre), sind aber alles in allem etwas zu rund, gefällig und luftig ausgefallen. Es war auch nicht unbedingt eine gute Idee nun so ausgiebig zu singen. Gerade im langen Titelstück verwässert das die Musik und verleiht ihr eine harmlos-drollige, leicht weggetretene Eso-Atmosphäre.

Wie "Crystal Machine" wurde "Blake's New Jerusalem", nachdem das Album lange Jahre nicht (oder nur gebraucht zu Liebhaberpreisen) auf CD zu haben war, von Esoteric Recordings neu aufgelegt. Wieder hat man der Neuausgabe drei Bonusnummern hinzugefügt. Das ist einmal die B-Seite des damals als Single ausgekoppelten "Generator (Laserbeam)" namens "The Woodland Voice", welches etwas geruhsamer als die A-Seite, melodisch-entspannt dahin gleitet, und leichten Kinderliedcharme verbreitet.

Dann gibt es noch zwei umfangreiche Stücke, bei denen es sich um Demoaufnahmen oder Studiolivesessions von Blake und Rykiel (der zum festen Bestandteil der Crystal Machine geworden war) handelt, die irgendwann im Jahre 1979 entstanden sind, offenbar bei Proben zur "New-Jerusalem"-Tour. Das Material wurde schon einige Male (mit oder ohne Beachtung der Urheberrechte) auf Tonträger veröffentlicht, zuerst wohl Ende 1979 (andere Quellen geben 1982 an) auf einer Tonbandkassette mit dem Titel "Waterfalls In Space '79" und der Interpretenangabe Tim Blake - Jean Philippe (und den Tracks "Lighthouse - New Jerusalem", "New Jerusalem - Crystal Island", "unknown", "Indian Tracks", "Improvisation", "Lighthouse"). Die Kassette hatte zwei knapp halbstündige Seiten.

Später gab es davon weitere Versionen auf LP (?) und CD (zuletzt wohl 2007), die nun nur noch "Waterfalls In Space" hießen, auf knapp 45 Minuten gekürzt waren und zwei etwas mehr als 20-minütige Nummern beinhalteten, die die auch auf der Esoteric-CD zu findenden Titel hatten. Um das Ganze zusammen mit dem regulären Album auf eine CD zu bekommen hat man nun aber offenbar nochmal gekürzt (beide Tracks werden ein- bzw. ausgeblendet).

"From Outta Space" und "Jupiter To Jerusalem" bieten Material von "Blake’s New Jerusalem", ergänzt um allerlei Improvisationen und Duotasten-Elektronikexkurse. In "From Outta Space" tauchen zudem Fragmente aus Steve Hillages "Aftaglid" (siehe "Fish Rising") auf. Alles in allem sind die beiden Bonustrack sehr unterhaltsame Quasi-Livenummern, die eigentlich mehr Spaß machen als der Großteil des eigentlichen Albums. Da wäre es fast interessanter gewesen, das ursprüngliche "Waterfalls In Space '79" in seiner Gesamtheit neu aufzulegen, was nun wohl eher nicht mehr geschehen wird.

"Blake's New Jerusalem" bietet immer noch leidlich interessante Spät-70er-Spaceelektronik, mit der Liebhaber solcherlei Klänge ihre Sammlung ergänzen können, so sie denn gegen einen deutlich zu vernehmenden, etwas angestaubten New-Age-Geruch nichts einzuwenden haben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2017
Letzte Änderung: 16.4.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tim Blake

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1977 Crystal Machine 11.50 2

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