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The Enid

White Goddess

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1998
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Elektronische Musik; Klassikrock / Adaptionen
Label: Mantella
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Robert John Godfrey keyboards
Grant Jamieson guitar
Max Read guitar, bass and choir
Dave Storey drums and percussion

Tracklist

Disc 1
1. Prelude 3:21
2. Fantasy 6:15
3. Riguardon 4:49
4. Sarabande 3:28
5. Waltz 3:53
6. Ballade 3:00
7. Gavotte 1:51
8. Chaconne 7:55
9. Gigue 6:57
10. Nocturne 11:33
Gesamtlaufzeit53:02


Rezensionen


Von: Thomas Schüßler @


"It is 1997 and The Enid look back on a long and creative history. [...] The Enid moves on recognising that we cannot live in the past even if we were to try."

So steht es im Booklet, blaugrau auf dunkelgrau. Eine interessante Aussage, die Robert John Godfrey da vom Stapel lässt, denn eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Denn konnte der Vorgänger "Tripping The Light Fantastic" noch neue, neoproggige Tendenzen aufweisen (auch wenn das insgesamt nicht besonders gelungen war), so ist jetzt ein kompletter Rückfall in die 1970er und 80er Jahre zu verzeichnen, werden wieder die klassisch komponierten Stücke ausgepackt und mit dem Synthie ein Orchester simuliert. Den Fan wird es freuen, wirklich progressiv im eigentlichen Wortsinn ist das nicht!

Für dieses Album wurde wieder fast die komplette Band ausgetauscht. Besonders prägend für den Sound ist dabei die Rückkehr von Dave Storey am Schlagzeug, der bereits in den Enid-Glanzzeiten diesen Posten inne hatte und der mit seinem an einen Orchesterpercussionisten erinnernden Spiel nicht von ungefähr das alte Feeling wieder erstehen lässt.

Auch die Kompositionen haben nun nichts mehr neoproggiges an sich. Dies kann man bereits an den Titeln ablesen, die sich an klassischen Kompositionsformen, häufig alten Tänzen, orientieren. Wie das jetzt in das Konzept um die "White Goddess" (gemeint ist wohl Gaia) passen soll, verstehe ich jedoch nicht so ganz.

Gleich die ersten drei Stücke lassen den alten Enid-Fan jubilieren. Das ist die Band, wie wir sie kennen und lieben, als hätte die Zeit still gestanden und wir befänden uns immer noch Ende der 70er. Die Synthies bilden Bläserfanfaren und Streicherteppiche, die Gitarren jubilieren dazu, das ist mal dramatisch, mal liebreizend, das alte Feeling eben. Die Band knüpft direkt an das Album "Touch Me" an, in dem ebenfalls alte Tänze eine wichtige Rolle spielten.

Danach folgt ein Block aus vier Stücken, der da leider überhaupt nicht mithalten können. Nicht nur, weil die Stücke nicht so bombastisch, sondern eher leise sind. Sie sind auch leichtgewichtiger, eher flach zu nennen, was dann auch noch in einer etwas lieblosen Einspielung gipfelt. Tiefpunkt ist dabei der Walzer, das einzige Stück, bei dem Godfrey nicht zumindest Co-Autor war.

Die Chaconne weist noch am ehesten einen neoproggigen Grundcharakter auf, ist eher mittelprächtig. Die Gigue, basierend auf einem barocken Bauerntanz, stößt aber wieder in das gleiche Horn wie die ersten Stücke. Hier können The Enid noch einmal alle Register ziehen, ehe das Album mit einer Nocturne adagiohaft ausklingt.

Mit "White Goddess" lassen The Enid im Herbst ihrer Karriere noch einmal die guten, alten Zeiten aufleben. Das ist zwar nicht besonders originell, über weite Strecken aber gut umgesetzt. Daher sollte das Album für den Fanboy ein Pflichtkauf sein. Neulingen seien aber dennoch die alten Alben zuerst ans Herz gelegt.

Anspieltipp(s): Riguardon, Gigue
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.7.2009
Letzte Änderung: 25.7.2009
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Enid

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 In The Region Of The Summer Stars 10.00 2
1978 Aerie Faerie Nonsense 9.00 3
1979 Touch Me 12.00 1
1980 Six Pieces 10.00 1
1983 Live at Hammersmith 12.00 2
1983 Something Wicked This Way Comes 9.00 1
1984 The Spell 9.50 2
1985 Salome 12.00 1
1986 The Liverpool Album - 2
1988 The Seed and the Sower 6.00 1
1994 Tripping The Light Fantastic 7.00 1
1995 Sundialer 7.00 1
2010 Live At Town Hall, Birmingham 11.00 1
2010 Journey's End Orchestrations 11.00 1
2010 Journey's End 11.00 2
2012 Invicta 11.00 1
2012 Live At Loreley 11.00 1
2014 First Light 12.00 1
2015 The Bridge 13.00 2
2015 The Bridge Show - Live At Union Chapel 12.00 1
2016 Dust 11.00 1
2017 The Music Of William Arkle and Other Recordings 9.00 1

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