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Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg I & II

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (21.04.2009)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; HardRock; RetroProg
Label: Spartakus Musique
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Marie-Catherine chant
JB basse, chant
Minou guitares, claviers, chant
Pipo guitares, chant
Laurent batterie

Gastmusiker

Louise Vignes Flute sur L'architecte

Tracklist

Disc 1
1. Ouverture 1871   (Chapitre I: Révolutions) 2.41
2. Rosa   (Chapitre I: Révolutions) 2.53
3. Barricade   (Chapitre I: Révolutions) 3.08
4. Le Frisson Des Anges   (Chapitre I: Révolutions) 2.58
5. Spartakus   (Chapitre I: Révolutions) 2.44
6. La Commune De Berlin   (Chapitre I: Révolutions) 2.10
7. Dans Tey Yeux   (Chapitre I: Révolutions) 3.47
8. J'etais, Je Suis, Je Serai   (Chapitre I: Révolutions) 3.39
9. L'attente hâtive   (Chapitre II: Avancer Vers Demain) 4.19
10. L'architecte   (Chapitre II: Avancer Vers Demain) 8.57
11. Nos âmes perdues   (Chapitre II: Avancer Vers Demain) 3.19
12. Le Changement   (Chapitre II: Avancer Vers Demain) 9.51
Gesamtlaufzeit50:26


Rezensionen


Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 2)


Die Band heisst Rosa Luxemburg und auf ihrem Debut-Album geht es um Rosa Luxemburg, vermutlich handelt es sich bei den Parisern um ein marxistisches Kollektiv. Dies soll bei weiterer Betrachtung des Albums keine Rolle spielen, zumal ich lediglich die gesampleten (Original-???)Zitate der Luxemburg verstehe.

Die Band gibt sich betont konzeptionell. Ein schlichteres, aber informatives Front-Cover habe ich noch nie gesehen. Band- und Album-Name, Erscheinungsdatum, Kennzeichnung als erstes Album und Musiktitel. Auf der Rückseite gibt es dann ein hübsch fotografiertes Bandfoto, fast schon zu "hipp" um ins Konzept zu passen.

Zur Musik; die Franzosen geben selber als Einflüsse Dream Theater, Spock's Beard, U2, Porcupine Tree, The Beatles an. Wie schön, dass Einflüsse nicht automatisch auf die Musik schliessen lassen. Die Faszination des Albums ergibt sich nämlich aus einem leicht anarchischen Hardrock-Sound, der gut und gerne in die 70er Jahre passen würde, dennoch aber auch in gewisser Weise Modernität ausstrahlen. Dazu die "handelsübliche", französische Leichtigkeit mit eleganten Chanson- und Folk-Elementen, ein paar retroproggige Kniffe und fertig ist das gelungene Album. Hinzu kommen die unterschiedlichen Singstimmen der Protagonisten, die angesprochenen Samples, die richtig was her machen, denn die Stimme der Luxemburg ist beeindruckend und mitreissend. Besonders gefällt mir der karge Sound. Symphonische Keyboard-Eskapaden gibt es weitgehend keine, lieber ein paar Piano-Läufe und hier und da elegische Gitarren-Läufe.

So recht einordnen lässt sich das Gehörte nicht, was durch und durch als positiv zu bewerten ist. Klar, das sind französische Proggster, und da klingt man fast automatisch auch schon mal nach Ange (hier: troisieme generation). Natürlich sind ein paar Gitarren-Läufe mit Flitzefingern a la John Petrucci zu vergleichen... Ach ne, dann doch lieber mit Ritchie Blackmore. Tendenziell sind die Prog-Elemente vergleichbarer mit Genesis als mit Crimso, nur um mal den Komplexitäts-Grad eingeordnet zu haben und ganz selten klingt das Ganze auch mal nach Pink Floyd... Aber mit all den Vergleichen entführe ich Euch auf die falsche Fährte. Hört bei Möglichkeit mal rein und unterstützt die Band mit dem Kauf des Albums, das ist nämlich richtig gut und eigenartig geworden.

Anspieltipp(s): L'architecte
Vergleichbar mit: am ehesten mit Ange troisieme generation, aber das haut auch nicht wirklich hin...
Veröffentlicht am: 23.8.2009
Letzte Änderung: 31.8.2009
Wertung: 11/15
Karge HardProg-Hommage eine historische Politikerin der Deutschen Geschichte, musikalisch glaubwürdig umgesetzt

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Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 2 von 2)


Alben wie diese laufen Gefahr in der Masse der Hypes einfach übersehen zu werden. Zu liebevoll, zu nett, zu hübsch ist das alles hier gemacht, als dass man es marktschreierisch anpreisen möchte.

Rosa Luxemburg bezeichnen sich selbst immerhin als Band, also könnte es schon ein dauerhaftes Projekt sein. Ob die jungen Musiker marxistisch-sozialistisch begeistert sind, kann man nur vermuten, aber würden sie, wenn nicht, ausgerechnet eine Hommage an ein große, bekannte Politikerin dieser politischen Richtung machen? Rosa Luxemburgs Leben, 1871 in Polen geboren, 1919 in Deutschland ermordet, Mitbegründerin des Spartakusbundes, der zunächst als extrem linke Fraktion die schon ziemlich linke USPD, die "unabhängige" Sozialdemokratie aufmischte, und dann in der KPD aufging, wird hier sozusagen szenisch in zwei Songzyklen nachgezeichnet.

Aber auch, wenn man mit der Politik nichts am Hut hat, sollte man sich das Album zu Gemüte führen, mindestens dann wenn man auf solide dargebotene, abwechslungsreiche, moderne Rockmusik, sozusagen schubladenlosen Prog an sich, steht. Rosa Luxemburg bieten hardrockige Gitarren mit teils wunderschönen Soloeinlagen, folkig-chansonhafte Passagen, eingängige, aber unblöde Melodien, sehr gute Gesangspassagen im Wechsel männlich / weiblich. Die Mischung macht's, das Album wirkt zugleich wohlig „retro“ wie auch modern, einfach sympathisch. Ich würde ja einen vagen Vergleich mit Nemo anstellen, die einen ähnlichen Mix auf ihren Alben präsentieren, aber Rosa Luxemburg wirken irgendwie leichter (weniger sinfonisch, "karger Sound", siehe Kollege Fix), fröhlicher (trotz der eigentlich ernsten Thematik).

Also: Fühlt Euch angesprochen und gebt dem Album eine Chance. Ich hoffe für meinen Teil, dass hier wirklich eine neue Band erschienen ist, die uns noch viel schöne Musik bescheren wird.

Anspieltipp(s): durchhören!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.10.2009
Letzte Änderung: 4.10.2009
Wertung: 11/15

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