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24189 Rezensionen zu 16534 Alben von 6441 Bands.
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Eloy

Visionary

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog
Label: Artist Station Records
Durchschnittswertung: 8.25/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Frank Bornemann lead and backing vocals, acoustic & electric guitars
Klaus-Peter Matziol bass
Michael Gerlach keyboards
Bodo Schopf drums, percussion
Hannes Folberth additional keyboards (2, 3, 4, 6)

Gastmusiker

Anke Renner vocals (2, 4, 5, 6)
Tina Lux vocals (2, 4, 6)
Volker Kuinke renaissance flute (1, 2)
Christoph Littmann keyboards, orchestra sounds (5)
Stephan Emig additional percussion (4, 6)

Tracklist

Disc 1
1. The Refuge 4:54
2. The Secret 7:45
3. Age of Insanity 7:56
4. The Challenge (Time to Turn, Part 2) 6:44
5. Summernight Symphony 4:22
6. Mystery (The Secret, Part 2) 9:00
7. Thoughts 1:22
Gesamtlaufzeit42:03


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 4)


Elf Jahre nach der Rückkehr ins verlorene Paradies machen Eloy da weiter, wo sie aufgehört haben. Zur Vorgeschichte schreibt Frank Bornemann im Begleitblättchen zum Album: "Als wir 1998 'Ocean 2 The Answer' veröffentlichten, sollte das eigentlich unsere letzte Aktivität sein, mit der wir die Band dann offiziell auflösten. (?) Angefacht durch den unermüdlichen Zuspruch vieler ELOY-Fans in aller Welt, die unserer Musik einen ganz besonderen Stellenwert, vor allem im Genre des Progressive-Rock zuweisen, ist eine neue Situation entstanden."

Den besonders treuen Eloy-Fans ist es also zu danken, dass Frank Bornemann nach elf Jahren die Mannschaft von Ocean 2 wieder komplett um sich geschart hat - plus Hannes Folberth, der bereits bei den Alben von Colours (1980) bis Metromania (1984) an den Keyboards saß und diesmal bei einigen Stücken seinen Teil - neben einigen Gastmusikern - zum Gelingen des Projektes beitragen durfte.

So wie auf Ocean Silent Cries & Mighty Echoes folgte, folgt auf Ocean 2 Visionary. Besonders inhaltlich gibt es Übereinstimmungen zwischen Silent Cries und Visionary. Der romantische Gedanke der Sehnsucht nach geistiger Erlösung in der Abfolge von Einheit, Trennung und erneuter, reflektierter Einheit liegt beiden Alben zugrunde. Eloy legen sich dabei nicht auf irgendeine Religion, sei es Christentum oder Buddhismus fest, sondern setzen wieder auf allumfassenden Mystizismus.

Die Vorstellungswelt, die auf Visionary propagiert wird, lese ich etwa so: Wir leben in einer kalten, technischen Welt mit dem Hang zur Selbstzerstörung (Age of Insanity) voller Sehnsucht nach Liebe und nach der Wiederherstellung eines vergangenen Paradieses. Dies ist die Herausforderung an die Zukunft. Der Schlüssel zur Rettung liegt aber in uns selbst. Durch Selbsterkenntnis sollten wir uns auf die wahren, ewigen Werte besinnen und so eins werden mit dem Ganzen der Welt (oder Gottes?): Feel freedom within (...) I'm a part of the one."

Und: "From afar in the Distance//Someone's calling my Name// and I'm asking myself//who I really am." (Thoughts). Diese letzten Zeilen des Album sind Eloy auch eine mehrfache Wiederholung im Booklet wert. Sie dürfen also durchaus als Summe und Schlüssel des Albums gelten.

Zur Musik habe ich eigentlich schon das Wesentliche gesagt: sie schließt nahtlos an Ocean 2 an. Bemerkenswert ist gleich der Opener The Refuge, der recht frisch im Midtempo losrockt, veredelt durch die irgendwie psychedelisch-folkige Renaissanceflöte von Volker Kuinke. Insgesamt ist das Album - auch im Vergleich zum Vorgänger - durch noch mehr Altersweisheit und Reife gekennzeichnet. Lediglich bei Age of Sanity gibt es ab und an einige schwere Gitarrenriffs zu hören, aber der Song selbst schwebt eloytypisch mehr durch Raum und Zeit. Die Melodien gehen gut ins Ohr, ohne kitschig zu wirken (was bei spirituellen Alben ja keine Seltenheit ist). Der Synthie jubelt wie einst im Mai. Bei einigen Stücken werden auch wieder die gewohnten weiblichen Chöre zur atmosphärischen Verstärkung eingesetzt.

Kurzum: Dieses Album ist musikalisch keine Überraschung, sondern einfach eine gelungene Hommage an die Musik der Band selbst wie an ihre Fans. Wenn Eloy mit 'Ocean 2 The Answer' musikalisch bereits das verlorene Paradies erreicht hatten, wissen wir nun, wie es sich dort lebt... Vielleicht wünscht sich der eine mehr Action, der andere mehr Experimente, aber das ist Eloy und so sollten sie heute klingen: wie eine gereifte Version ihres besten Selbst.

Die Enhanced-Version enthält noch ein 12-minütiges Making of. Dies sollte allerdings nur für echte Eloy-Fans ein Kaufanreiz sein. Gleiches gilt für die handsignierte Ausgabe, die zusätzlich noch einen Aufkleber mit dem Visionary-Motiv enthält.

Anspieltipp(s): The Refuge, The Challenge (Time to Turn, Part 2)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.11.2009
Letzte Änderung: 16.5.2014
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 4)


Ich bin kein Eloy-Experte, ich bin auch kein Eloy-Fan - aber auch kein Eloy-Hasser (dachte ich bis jetzt immer). Aus Interesse habe ich mir vor einiger Zeit die Remaster-Ausgaben von "Ocean", "Planets" und "Live" besorgt, gehört und für - nun ja - nett, aber nicht mein Ding befunden. Obwohl gerade die gesprochenen Einlagen auf "Live" und "Ocean", sowie der doch etwas unbeholfene Gesang von Bornemann, doch einen gewissen morbiden Unterhaltungswert haben und die musikalische Darbietung teils gar nicht schlecht ist, denn einen gewissen Sinn für Sympho-Prog habe ich ja schon.

Nun gibt es also nach etlichen Jahren eine Art Comeback-Album, welches von den Fans heiß ersehnt und gefordert wurde und jetzt auch entsprechend abgefeiert wird. Das kann man ja auch bei den Kollegen nachlesen.

Sei es den Leuten gegönnt. Verstehen kann ich es nicht. "Visionary" erscheint mir deutlich schwächer als die anderen Eloy-Werke, die ich kenne (siehe oben). Nach einem noch einigermaßen gelungenen Auftakt mit "The Refuge", welches vor allem von einem gewissen Spieltempo und der abgedrehten, psychedelischen Flöte lebt, wird das Album immer getragener und getragener. Lediglich die "harten" (immer im Verhältnis zum restlichen Spiel auf dem Album) Riffs in "Age of Insanity" lassen nochmals aufhorchen. Ansonsten dudelt die Musik so vor sich hin und man verliert unwillkürlich irgendwie den Faden (beim ersten Hören während der morgendlichen U-Bahn-Fahrt bin ich glatt ein bisserl eingenickt). Soviel Schwunglosigkeit und Mangel an Dynamik ist nun wirklich selten (und so gesehen auch wieder eine besondere Leistung, wenn man so will). Die gelegentlich eingeflochtenen Damen-Chöre sind ganz schlimm.

Wer sich allerdings über die Jahre verbessert hat, ist interessanterweise Bornemann selbst. Nicht das er jetzt ein großer Sänger wäre, aber er zeigt sich zumindest verbessert. Und vor allem kann er inzwischen Englisch. Man achte vor allem auf das Schlüsselwort "Earth" und vergleich das mit einer Aufnahme aus den 70ern.

Aber - wie gesagt - Fans brauchen sich von diesem miesepetrigen Gerede nicht beeindrucken zu lassen. Offensichtlich ist "Visionary" wirklich für sie gemacht. Ich würde aber Interessierten, die sich denken "nun, jetzt wäre es aber endlich mal Zeit sich auch mal mit Eloy zu beschäftigen", raten, nicht gerade mit diesem Album in die Welt der deutschen Prog-Legende einzusteigen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.12.2009
Letzte Änderung: 19.1.2014
Wertung: 6/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 3 von 4)


Eloy-Fans müssen zu den treuesten gehören, werden ihre Lieblinge doch immer wieder gerne mal angefeindet. Gerührt ob ihrer Treue hat sich Frank Bornemann dazu durchgerungen, doch noch einmal ein neues Eloy-Album zu schreiben, "ganz im Spirit früherer Jahre", wie es auf der Homepage heißt. Der Bezug zu "Time to Turn" wurde weiter oben bereits angesprochen.

Der eine Hörer ist von diesem Projekt sehr be-, der andere eher entgeistert. Zuerst einmal muss konstatiert werden, dass sich das neue Eloy-Album wie ein Eloy-Album anhört (wer hätte anderes erwartet?). Alle Markenzeichen sind vorhanden, zuvorderst natürlich der Gesang incl. Vocodering und gesprochener Stellen. Die Musik gibt sich teilweise produkionstechnisch etwas moderner, manches hört sich aber tatsächlich so an, als würde es aus der Hochphase der Band stammen. Namentlich ist dies Age of insanity, das tatsächlich diese Illusion aufkommen lässt, sowie größtenteils noch The challenge. Die ersten beiden Stücke atmen zwar den Geist, sind aber doch etwas anders gestrickt. Interessant bei diesen beiden Stücken ist die kontrapunktisch eingesetzte Renaissance-Flöte. Summerlight symphony ist eine süßliche, mit Synthie-Streichern unterlegte Ballade. Der schwächste Song ist aber das sich träge und gleichförmig dahinschleppende Mystery. Ok, Frank Bornemanns Gesang hat sich zu einem Markenzeichen entwickelt, und es mag auch sein, dass er an seiner Aussprache gefeilt hat. Bei diesem Song aber werden die Schwächen besonders auffällig: teilweise singt er wie ein Roboter, weitgehend emotionslos, gleichförmig, fast als sei er froh für jede Zeile Liedtext, die er hinter sich gebracht hat. Markenzeichen hin oder her, ein guter Sänger hat auch was für sich...

Eloy schaffen es also tatsächlich, phasenweise an ihre besten Tage anzuknüpfen. Leider schaffen sie das nicht über die komplette Spielzeit einer CD. Insofern ist es gut, dass sie sich mit einer knappen 3/4 Stunde begnügen. Mehr wäre zuviel gewesen. So aber ist es genau die richtige Länge, um den geneigten Fan noch einmal ordentlich zu unterhalten. Dem Neuling seien aber dennoch zuerst einmal die alten Alben ans Herz gelegt.

Anspieltipp(s): Age of insanity
Vergleichbar mit: Eloy, was sonst?
Veröffentlicht am: 4.12.2009
Letzte Änderung: 27.12.2009
Wertung: 8/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 4 von 4)


Ich kann mir nicht helfen, aber obwohl ich Eloy durchaus zugetan bin, werde ich mit Visionary nicht so recht warm. Klar, eine musikalische Revolution habe ich nicht erwartet, wer tut das bei Eloy schon (und wer wollte das von dieser Band). Ja, man orientiert sich an den alten Zeiten, aber die Kollegen haben ja bereits eine wichtigen Bezugspunkt genannt: das Album Time to Turn von 1982, und das ist nicht gerade mein Eloy-Favorit, auch wenn ich es immer noch besser finde als manch folgendes Werk (Ra, Destination).

Zwar zeigt Visionary nicht die poppigen Tendenzen, die mich auf Time to Turn stören, aber die nahezu permanente Getraaaaagenheit der Musik wirkt auf Dauer etwas ermüdend. Nun ist ein typisches Eloy-Album eigentlich durchgehend von getragener Stimmung, aber auch die kann man musikalisch abwechslungsreich gestalten. Das ist hier auf Songs wie Summernight Symphony oder Mystery nicht der Fall, die ziehen sich wie Kaugummi.

Immerhin in der ersten Albumhälfte ist mehr los, und zumindest die Atmosphäre der Musik hat was von den guten alten Tagen. Insofern ein ganz zufriedenstellendes Werk, aber kein Ersatz für Ocean & Co. Ach ja, dass Frank Bornemanns Gesang hier besser klingt als früher, wie einige Kollegen meinen, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass selbiger hier etwas im Hintergrund gehalten ist. Ich persönlich hatte übrigens nie Probleme mit Frank Bornemanns Stimme und Akzent!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.12.2009
Letzte Änderung: 26.12.2009
Wertung: 8/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Eloy

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Eloy 7.50 2
1973 Inside 10.75 4
1974 Floating 9.33 3
1975 Power and the Passion 8.60 5
1976 Dawn 9.00 5
1977 Ocean 11.71 7
1978 Live 12.67 3
1979 Silent Cries & Mighty Echoes 10.60 5
1980 Colours 10.00 2
1981 Planets 10.67 3
1982 Time to Turn 10.00 3
1983 Performance 8.67 3
1984 Metromania 8.67 3
1988 Ra 6.50 4
1991 Rarities - 1
1992 Destination 6.00 2
1993 Chronicles I 11.00 1
1994 The Tides Return Forever 9.20 5
1998 Ocean 2 - The Answer 10.50 4
2003 Timeless Passages 10.50 2
2010 The Legacy Box (Doppel-DVD) - 1
2014 Reincarnation on Stage 10.50 2
2017 The Vision, The Sword and The Pyre Part 1 10.33 3

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