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Kraftwerk

Der Katalog

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: EMI
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Tracklist

Disc 1
1. Autobahn (Original 1974)
Disc 2
1. Radio-Aktivität (Original 1975)
Disc 3
1. Trans-Europa Express (Original 1977)
Disc 4
1. Die Mensch-Maschine (Original 1978)
Disc 5
1. Computer Welt (Original 1981)
Disc 6
1. Techno Pop (Original 1986 als "Electric Café")
Disc 7
1. The Mix (Original 1991)
Disc 8
1. Tour de France Soundtracks (Original 2003)


Rezensionen


Von: Günter Schote @ (Rezension 1 von 2)


Es wird immer weiter geh'n, Musik als Träger von Ideen...

Um mein Verhältnis zu den 70ern & Musik wiederzugeben, benötige ich lediglich zwei Worte: Genesis & Kraftwerk. In den 80ern dann, im vollen Progressive Rock-Rausch befindlich, fand ich in der Schulbücherei ein Musiklexikon, in welchem die verschiedenen Spielarten der Rockmusik skizziert wurden. In einem ovalen Fenster mit der Überschrift „Progressive Rock“ standen zwei Namen: Genesis & Kraftwerk. Schule bildet!

Kling Klang

Es wird immer weiter geh'n, Musik als Träger von Ideen...so stand es in der Anzeigenkampagne für das Kraftwerkalbum, das der 1983er Single „Tour de France“ folgen sollte: „Techno Pop“. Doch es kam und kam kein Album! Kraftwerk verloren somit – was bei ihren Leistungen in den 70ern nun wahrlich keine Schande war – Mitte der 80er langsam aber sicher ihren Pionierstatus.

Nun, weitere 25 Jahre später erscheinen – von den Fans seit der Ankündigung 2003 durch Ralf Hütter sehnsüchtig erwartet – die Alben von „Autobahn“ bis „Tour de France Soundtracks“ in überarbeiteter Forum, will heißen „remastered“. Ich war nicht der einzige Kraftwerk-Liebhaber, der auf den Kauf der diversen CDs der alten Meisterwerke zuvor verzichtete: man las von dünnem Sound und das lieblose Artwork konnte man beim Händler selbst unter die Lupe nehmen. Ich nannte weder „Trans Europa Express“ noch „Radio-Aktivität“ noch ein anderes prä-1986 Werk auf CD mein Eigen. Statt dessen griff ich lieber zu den bewährten Schallplatten im Regal...Radio-Aktivität ohne das obligatorische Knistern während der Geigerzähler zunehmende Aktivität misst, nein, das durfte nicht sein...

...und nun doch? Natürlich durfte es sein. Aber eben richtig! Und um dies vorab zu sagen: die Jahre des Wartens von der Ankündigung des Kataloges bis zur Veröffentlichung Ende November 2009 haben sich wahrlich gelohnt: der Katalog fasst als Box die acht Alben zusammen, die im Handel selbstverständlich auch einzeln käuflich zu erwerben sind. Die Spannung vor der ersten Inbetriebnahme war ausgesprochen hoch.

Verpackung

Da ist zunächst das Design der Box: stilsicheres Weiß umgibt die vier grobpixligen Protagonisten. Man öffnet die Box und blickt auf die Booklets im LP-Format, die die einzelnen Tonträger begleiten. Hochauflösend findet man hier nun allerlei Bildmaterial und Artwork, dem Stellenwert dieser Box voll und ganz angemessen. Allein, und dies ist einer von zwei Punkten, die ich an dieser Box bemängele, fehlt mir ein wenig Infomaterial, Entstehungsgeschichten, Rückblicke und Gedanken der Herren Hütter, Schneider, Bartos, Flür...aber, mag sein, dass da auch nur der Genesisfan mit mir durchgeht, während sich Kraftwerk wie seit 40 Jahren schlicht und ergreifend auf das Wesentliche konzentrieren...die Musik. Diese liegt auf acht CDs hübsch verpackt in Mini-LP-Sleeves paarweise unter den Booklets. Die Cover sind neu und doch vertraut. „Radio-Aktivität“ z.B. steckt im neongelben Cover mit dem roten Symbol für Radioaktivität darauf, welches auf meiner LP (bzw. der meines großen Bruders) lediglich als Promo-Aufkleber auf dem Cover prangte. Das vertraute Cover (also das s/w Radio) ist dann jedoch auf der Innenhülle der CD zu finden. Die Discs selbst sind selbstredend auch individuell gestaltet. So ziert die „Mensch-Maschine“-CD das Label der Original-LP: schien das darauf befindliche Muster stillzustehen, spielte man die Schallplatte mit der korrekten Geschwindigkeit ab: 33 1/3 Umdrehungen pro Minuten.

Remastering

Ich habe es oben schon vorweggenommen: das Remastering ist für meine Ohren geradezu perfekt gelungen. Hoffentlich verheddere ich mich nun nicht in sinnfreien Plattitüden, aber die Wärme der LPs ist erhalten geblieben, während alle Feinheiten der Musik freigelegt wurden. Lange Zeit galt Remastering=Lautstärke hellau! Dies ist hier nicht der Fall. Beim Wiederhören der verschiedenen Klassiker fiel mir stattdessen auf, wie fixiert die einzelnen Töne („Europa Endlos“) nun im Raum stehen, die Bässe haben Power, tolle Dynamik. Was die alten LPs nicht konnten, nämlich die einzelnen Instrumente/Töne scheinbar zu trennen, kann auch die CD nicht, doch sie kann eine gute Illusion davon erschaffen und dies ist schon recht beeindruckend gelungen. Habe ich mich nun verheddert? Glasklar kommt jeder Ton rüber und wenn ich dachte, die Stücke seit Jahrzehnten zu kennen, muss ich nun doch einräumen, dass sie mir in diesen Ausgaben ein neues Hörerlebnis bescherten, so dass ich mir erlaube, kurz die einzelnen Alben Revue passieren zu lassen:

12345678

Autobahn - tuut-tuut...das Titelstück allein wäre ein Vermächtnis. Rockfans, die Kraftwerk als Technovorreiter verachten, hören hin und knien bitte nieder! Doch die übrigen, leider zu sehr im Schatten des Epos stehenden Stücke sind ebenfalls großartig und klingen verdammt neuartig. (13/15)

Radio-Aktivität - mon Dieu! Wie oft habe ich als Kind den Tonarm auf die LP gesetzt, gelauscht, wie der der Geigerzähler in das Titelstück übergeht und den Arm wieder zurückgesetzt um das Erlebnis gleich zu wiederholen? Nun also endlich auch auf CD, also ohne Tonarm. Ein Fest. (12/15)

Trans Europa Express - in meinen Ohren Kraftwerks Beste! Seite 1 klingt nun vollkommen, die Suite auf Seite 2 fährt nun aus dem 21. Jahrhundert in die Gehörgänge ein. (13/15)

Die Mensch-Maschine - ein weiteres großes Album. „Metropolis“ oder auch „Neonlicht“ klingen nicht nur wie einst im Mai und faszinieren auch im neuen Jahrtausend, sie offenbaren vielmehr, was sie einst waren: musikalische Visionen, die Horden von Nachahmern fanden. (11/15)

Computer Welt - ist das einzige der „klassischen“ Alben, dass im Laufe der Jahre ganz leicht eingerostet ist. Trotzdem sind mir auch diese Visionen noch immer lockere 10 Punkte wert.

Techno Pop - das Album formerly known as Electric Café, das auf MTV zu großen Ehren gelangte. Jahrelang angekündigt war es bei Veröffentlichung (eine meiner ersten CDs!) eine kleine Enttäuschung = 8 Punkte.

The Mix - seinerzeit gekauft, gehört und für schlecht befunden. Ein für mich unnötiges Album. Zu sehr lassen sich Kraftwerk bei der Digitalisierung ihrer Klassiker in die Stampf-Ecke drängen. (6/15)

Tour de France Soundtracks - Klar, wir schreiben das 21. Jahrhundert und die Düsseldorfer können die Musik nicht alle 15 Jahre neu erfinden. Von daher kann man ihnen dieses Album nicht vorwerfen: zum einen hat es sicher seine Fans (halt in anderen Musikzirkeln) und zum anderen ist es so schlecht auch nicht (meint der Prog-Rezensent, der in den Tiefen der 90er seinen verschwitzten Körper in diversen Clubs rhythmisch bewegte, auf den Hin- & Rückfahrten jedoch stets Jethro Tull oder Citizen Cain hörte!) (7/15)

Dies bringt mich nun zum zweiten mahnenden Wort: wo ist die Single-Version von „Tour de France“? Wo das eine oder andere Obskure? Geht auch hier der verwöhnte Genesisfan durch mit mir? Bleibt doch glatt zu guter Letzt noch die Frage nach den ersten drei Kraftwerken: Kraftwerk 1, Kraftwerk 2 und Ralf & Florian. Laut Ralf Hütter wird dieses Jahr an einem neuen Kraftwerkalbum gearbeitet. Ist dies im Kasten sollen die drei ersten Platten ebenfalls remastered und in „angemessener Form“ veröffentlicht werden. Es darf sich also weiter gefreut werden.

Der langen Rede kurzer Sinn: Du Kraftwerk mögen? Du kaufen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.1.2010
Letzte Änderung: 26.1.2010
Wertung: 13/15
...für das gelungene Ganze

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Zu Günters ausführlicher Beschreibung der Box noch eine kurze Anmerkung. Der Kollege fragt, wo das eine oder andere Obskure bleibt. Nun, eine Obskurität gibt es tatsächlich: auf Techno Pop, vormals Electric Café, wurde die lange Version des Stücks Telefongespräch durch eine deutlich kürzere Fassung von etwa vier Minuten ersetzt. Danach folgt ein auf dem Originalalbum nicht vorhandenes Stück mit dem Titel House Phone. Im Aufbau ist es Telefongespräch ähnlich, abgesehen von einigen Sprachsamples ist es allerdings instrumental. Letzten Endes ist es wohl eine weitere Version dieses Stücks. In anderen Quellen ist zu lesen, dass es sich bei dieser Fassung von Telefongespräch um die Singleversion handelt, deren B-Seite das folgende House Phone war. Auf die lange Originalversion muss man nun leider verzichten, bei einer Albumlänge von 36 Minuten eine schwer verständliche Entscheidung.

Noch eine persönliche Erinnerung am Rande: im Beiheft zu Trans Europa Express findet sich ein wunderbares Bild, auf dem die Herren Hütter, Schneider, Bartos und Flür in ordentlichen Anzügen um ein viereckiges Tischchen versammelt sitzen. Das Tischchen ist mit einem karierten Deckchen mit Blümchenmuster gedeckt, im Hintergrund sieht man eine idyllisch-kitschige Landschaft. Man könnte meinen, die vier würden da gerade gemeinsam eine Volksmusik-Sendung moderieren, so spießig wirkt die ganze Szenerie. Ebendieses Bild lag der Erstausgabe von Trans Europa Express als Poster bei und zierte einst mein Kinderzimmer. Der krasse Gegensatz zwischen dem technischen Image der Band und dieser kitschigen Szenerie ist mir damals natürlich nicht aufgefallen, da fand ich es einfach nur toll, ein Poster von Kraftwerk zu besitzen. Leider ist es irgendwann verloren gegangen. War schon ein kultiges Teil.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.4.2010
Letzte Änderung: 11.4.2010
Wertung: keine

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kraftwerk

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Kraftwerk 1 11.67 3
1972 Kraftwerk 2 9.00 3
1973 Ralf & Florian 10.50 4
1974 Autobahn 12.00 3
1975 Radio-Aktivität 12.00 2
1977 Trans Europa Express 12.00 2
1978 The Man-Machine 12.00 1
1981 Computer World 11.00 1
1986 Electric Cafe 8.00 2
1991 The Mix 8.50 2
1999 Expo 2000 (Single) 7.00 1
1999 Tour de France (Single) 11.00 1
2003 Tour de France Soundtracks 8.00 1
2004 Aerodynamik (Single) - 1
2005 Minimum-Maximum 9.67 3
2005 Minimum - Maximum (DVD) 11.50 2
2017 3-D Der Katalog 13.00 1
2017 3-D Der Katalog (BluRay-Boxset) 14.00 1

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