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radio massacre international

frozen north

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1995
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Centaur Discs
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Steve Dinsdale Keyboards, Percussion, Devices
Duncan Goddard Keyboards, Bass, Devices
Gary Houghton Guitars, Devices

Tracklist

Disc 1
1. wrecks 20:44
2. what´s the point of going to crete? 8:25
3. small frozen north 7:39
4. rosemary´s baby 7:24
5. drown 20:40
Gesamtlaufzeit64:52
Disc 2
1. frozen north I 28:33
2. frozen north IV 40:16
Gesamtlaufzeit68:49


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Könnte es sein, dass sich Klaus Schulze, Edgar Froese und Manuel Göttsching Mitte der 90er Jahre in London getroffen haben, um unter dem pseudonymen Bandnamen radio massacre international ein Album einzuspielen, auf dem sie noch einmal so richtig der Musik frönen, mit der sie in den 70er Jahren ihre größten Erfolge feierten? Wenn man "frozen north", das Debütalbum von radio massacre international hört, könnte man wirklich meinen, dass an obigem Szenario etwas dran ist. In Wirklichkeit sind es aber drei Briten, die hinter den hier zu hörenden Klängen stecken.

Steve Dinsdale, Duncan Goddard und Gary Houghton machen seit 1994 unter dem Namen radio massacre international Musik. Die drei kennen sich allerdings schon seit den späten 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ihr erstes gemeinsames Projekt nannten Hinsdale und Goddard "DAS" (dem sich später auch Houghton anschloss). Dinsdale, ursprünglich Schlagzeuger, "sammelt" seit Mitte der 80er Jahre Synthesizer und andere "historische" elektronische Tasteninstrumente, die dann auch den Klang von radio massacre international prägen. Der Name der Band bezieht sich offenbar darauf, dass Dinsdale und Goddard ihre Instrumente Anfang mit einem Radio verbanden, und so einen ziemlich derben Krach erzeugten.

In musikalischer Hinsicht bewegt man sich auf "frozen north" sehr eindeutig in den elektronischen Gefilden der Berliner Schule, den Klangefügen, die vor allem von den eingangs genannten Musikern in den 70er Jahren entwickelt wurden. Daher könnte man die Musik auf "frozen north" auch durchaus als Retroelektronik bezeichnen (oder Neoelektronik?), wobei das Ganze natürlich auch durchaus moderne Züge aufweißt. Insbesondere die satte und druckvolle Produktion erinnert nicht unbedingt an die 70er Jahre. Und da solch kosmisch-schwebende Klangskulpturen immer eine gewisse Zeitlosigkeit ausstrahlen, klingt diese Musik auch überhaupt nicht angestaubt oder altbacken.

Allerlei elektronische Tasteninstrumente kommen hier zum Einsatz, "historische" (wie z.B. ein Mellotron 400), als auch moderne. Dazu erklingt ein wenig Perkussives (deutlich weniger, als auf späteren Alben der Band, auf denen Dinsdale ab und an auch richtig ein Schlagzeug bearbeitet) und Gary Houghtons Fender Stratocaster (mit Effektmaschinerie). Freiformatige Klangflächen und - schichtungen wechseln sich in den langen und sehr langen Kompositionen mit rhythmischen, sequencerbestimmten Abschnitten ab, beide angereichert mit elegisch-spacigen E-Gitarreneinwürfen, gesampelten Soundkonstrukten, ambietartigen Klangwolken, repetitiven Tastenfolgen und allerlei elektronisches Flirren, Fiepen, Dröhnen, Hupen und Zischen. Eher träge und kalt kommt die Musik aus den Boxen gequollen. Glazial, wie ein gewaltiger Gletscher aus Tönen, schiebt sich "frozen north" voran. Frostige Elektronik, getragene, auf ganz eigene Art Postrock darstellende, filigran-kristalline Tongemenge, freiformatigere Experimente und klangvolle Soundmassen mischen die drei Briten zu einem beeindruckenden, natürlich an die Grossen Namen der 70er (eben vor allem Schulze und Tangerine Dream) angelehntes, aber doch sehr eigenes Ganzen, welches zudem meistenteils sehr viel abwechslungsreicher (und auch komplexer und bisweilen wüster) als die Musik der Vorbilder ausgefallen ist.

"frozen north" ist ein starkes Album, welches jedem Liebhaber der "klassischen" Elektronik der 70er sehr, sehr zusagen sollte! Leider hat Centaur Discs offenbar das Zeitliche gesegnet, so dass es heutzutage etwas schwierig, zumindest teuer ist, sich das Album zuzulegen. Es lohnt sich allerdings danach zu suchen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.2.2010
Letzte Änderung: 15.4.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von radio massacre international

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1996 republic 11.00 1
1997 organ harvest 9.00 1
1998 borrowed atoms 11.00 1
2000 the god of electricity 12.00 1
2000 zabriskie point 11.00 1
2003 people would really like space rock if they would only give it a try 11.00 1
2005 emissaries 10.00 2
2007 rain falls in gray 10.00 1
2010 time & motion 11.00 2

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