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Frequency Drift

Personal Effects (part two)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Neoprog; New Artrock
Label: Cyclops
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Nicole Scharnagl Gesang
Christine Mettner Gesang
Kerstin Leidner Gesang
Steve Hohenberger Gitarre
Christian Hack Gitarre, Blasinstrumente
Sebastian Koch Gitarre
Jürgen Rennecke Bass, Stick
Andreas Hack Keyboards
Wolfgang Ostermann Schlagzeug
Barbara Jöris Violine
Nerissa Schwarz Harfe

Gastmusiker

Jacob Holm-Lupo Gitarre

Tracklist

Disc 1
1. 6.13 a.m. Message 2:24
2. 6.16 a.m. Deceit 11:40
3. 7.42 a.m. Conflict 6:56
4. 8.33 a.m. Inside 8:59
5. 11.41 a.m. Awakening 7:57
6. 11.51 a.m. Flight 5:41
7. 1.17 p.m. Put It Down 5:23
8. 2.33 p.m. Essence 6:43
9. 5.48 a.m. Lasting Effect 8:42
Gesamtlaufzeit64:25


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Zwei Jahre nach ihrem Debüt setzen die Oberfranken Frequency Drift ihr Konzeptalbum „Personal Effects“ fort, folgerichtig heißt das Ganze nun „Personal Effects (part two)“. Das Schicksal der Schwestern River und Romance entscheidet sich nun in einem dramatischen Geschehen, welches sich am Tag nach der Nacht, die im ersten Teil des Konzepts beschrieben wurde, abspielt. Daher ist diesmal das wieder schwarz-weiße Artwork deutlich von weiß geprägt. Auf einen Abdruck der Texte im Booklet wurde bewusst verzichtet, dafür gibt es zu jedem Titel ein Bild. Der Hörer soll sich seine persönliche Version des Geschehens selber erfinden.

Folgerichtig ist auch die Musik auf „Personal Effects (part two)“ offener, heller, in Teilen auch rockiger als bei Teil 1. Aber eine grundsätzliche Neuausrichtung erfolgt natürlich nicht. Frequency Drift – bei denen Bandchef Alexander Hack neben den Keyboards auch sonst alles fest im Griff hat – präsentieren wieder eine stimmige Mischung aus flirrenden Keyboardläufen, orchestralen Flächen, klaren Pianolinien, elegischen Gitarren mit gelegentlichen heftigen Ausbrüchen, umrahmt von profunder Bass- und Schlagzeugarbeit. Die Songs bauen eine absolut stimmige Atmosphäre mit einer lichten Mischung aus New Artrock und Neoprog mit dramatischen und bedrohlichen Momenten auf. Das ist quasi Art Rock in Vollendung, nicht nur, weil es eben eine Art Rock ist (schönen Gruß an den Kollegen RJG an dieser Stelle), sondern weil es kunstvoll verschlungener, melodischer Rock ist, der hier zelebriert wird. Die Musik hat viel Raum sich zu entwickeln. Große Spannungsbögen entfalten sich über den Songs, klein-klein wäre völlig fehl am Platz.

Insgesamt zeigt der zweite Teil von „Personal Effects“ eine deutliche Weiterentwicklung der Band und ihrer Musik. Die Erweiterung um weitere bzw. Gastmusiker sorgt für zusätzliche Klangfarben in den Arrangements, wobei hier ganz besonders Barbara Jöris mit ihrer Violine brillieren kann. Nicht zu vergessen auch der Gastauftritt von White Willow-Gitarrist Jacob Holm-Lupo, der ein gelungenes Solo beisteuert. Die Musik wirkt selbstbewusster, man geht mehr aus sich heraus, es wird druckvoller musiziert. Wenn nun die Produktion insgesamt noch etwas rotziger, erdiger daherkäme, wäre es perfekt. Aber andrerseits steht dem Album dieser etwas kühle, leicht sterile Klang angesichts der Zukunftsthematik durchaus.

Neu besetzt wurde der Gesangsbereich. An Stelle von Katja Hübner, die in Teil 1 noch alle River- und Romance-Parts alleine stemmen musste, treten nun mit Nicole Scharnagl („River“) und Christine Mettner („Romance“) zwei Sängerinnen. Dazu kommt mit Kerstin Leidner noch eine Gastsängerin für die Rolle der Chefin der „Bösen“ (Diomedeidae will get you...!). Die Mädels singen alle ton- und stilsicher ihre Rollen, wobei sich am doch recht hohen Gesang unter Umständen schon die Geister scheiden könnten.

Dem Konzept geschuldet sind auch einige Einlagen mit hörspielartigem Charakter und Computerstimmen. Diese fügen sich stimmig in das Geschehen ein, stören aber natürlich den Musikfluss etwas. Auch hier könnte der eine oder andere Hörer Anstoß nehmen. Ich empfinde es allerdings als eben sehr konsequente Umsetzung des Konzepts und von daher eher bereichernd, auch wenn es einen dadurch fast zwingt, das Album immer von vorne bis hinten komplett zu hören.

Mit „Personal Effects (part two)“ setzen Frequency Drift ihre Entwicklung in der Tradition moderner Konzeptalben wie „Brave“, „Subterranea“ oder „Posthumous Silence“ sehr positiv fort. Musikalisch am vergleichbarsten sind vielleicht allerdings die Italiener Moongarden, deren Musik seit „Round Midnight“ mit einem ganz ähnlichen Stilmix wie die Bayreuther aufwartet.

Anspieltipp(s): "7.42 a.m. Conflict", "8.33 a.m. Inside" ...aber eigentlich sollte man es gleich ganz hören
Vergleichbar mit: siehe Rezi-Text...
Veröffentlicht am: 1.4.2010
Letzte Änderung: 1.4.2010
Wertung: 10/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Der erste Teil der hier erzählten Geschichte ist damals an mir vorbei gegangen. Dazu kommt, dass ich im Laufe meiner musikalischen Entwicklung mir eine gewisse Skepsis gegenüber solchen ambitionierten Konzepten angeeignet habe, vor allem gegen musikalisierte Science-Fiction-Geschichten; da sind musikalische Klischees oft nicht weit.

Erfreulicherweise ist das bei der Formation aus Oberfranken nicht der Fall. Trotz einiger Neo-Prog-typischer Gitarrensoli ist die Musik doch mehr im "New Artrock" angesiedelt. Teilweise erinnert das dann auch an die neueren Sachen von The Gathering, auch wenn der Musik von Frequency Drift der "trippige" Charakter der Niederländer fehlt. Dafür, dass das Album komplett von einem Keyboarder ersonnen wurde, spielen die Tasten gar keine so große Rolle und beschränken sich hauptsächlich auf atmosphärische Klangflächen. Dazu überwiegend auf Elegie gestimmte Gitarren, eine souveräne, wenn auch nicht sonderlich auffällige Rhythmussektion und als Farbtupfer ein bisschen klassische Instrumentierung hie und da (Violine, Harfe). Auch die drei Sängerinnen überzeugen auf ganzer Linie. Perfekter Wohlklang.

Das ist dann auch mein Kritikpunkt, es ist mir an dieser Musik etwas zu viel permanenter Wohlklang,es bleibt mir alles zu brav im Melodischen. Ein paar Ecken und Kanten hätten dem Album gut getan. Auch die "Hörspieleinlagen" sind nicht so ganz nach meinem Geschmack, gerade die "Computerstimmen" wirken dann doch etwas klischeehaft.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.4.2010
Letzte Änderung: 1.4.2010
Wertung: 9/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 3 von 3)


Teilweise recht eigensinniger, zum Teil mehrstimmiger Frauengesang zu sphärischer elektronischer Untermalung, die schon mal mit akzentstarker Rhythmik unterlegt wird, sich anschließend kurz dem Prog-Metal nähern kann, um danach überraschend mit World Music-Elementen zu Pianobegleitung aufzuwarten...mit derartigen originellen Zusammensetzungen schaffen Frequency Drift wohl ihr ganz eigenes Ding. Die funkigen Rhythmen und der ausdruckstarke Gesang von "11.51 a.m. Flight" sorgen für zusätzliche Abwechslung. Der harmonische Neoprog von "1.17 p.m. Put It Down" wird jäh von aggressiver Perkussion unterbrochen. In "2.33 p.m. Essence" versucht uns eine Sängerin in der Art von The Cranberries-Sängerin einiges vorzujodeln. Es trifft sich also gut, dass ich auch schrägen Damengesang sehr mag. Im abschliessenden "5.48 a.m. Lasting Effect" möchten die Musiker mit Streichinstrumenten, Harfe und Flöte plötzlich unter "keltisch" laufende Musik machen.

An dieser Stelle kommt mir die Vorstellung, musikalische Vergleiche anzustellen, oder Stilbezeichnungen im Bezug auf "Personal Effects (part two)" bemühen zu müssen, ziemlich ungerecht vor. Wenn das kein Kompliment ist...Nur soviel dazu: Fans der späteren The Gathering (bis zum Weggang von Anneke van Giersbergen) werden einige Stücke wahrscheinlich mögen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2010
Letzte Änderung: 24.4.2010
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frequency Drift

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Personal Effects (part one) 9.50 2
2011 Ghosts... 11.00 4
2012 ...laid to rest 10.33 3
2014 Over 12.00 2
2014 Summer 9.50 2
2016 Last 11.33 3
2018 Letters To Maro 10.33 3

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