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RPWL

The Gentle Art of Music

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: Gentle Art of Music
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Yogi Lang Vocals, Keyboards
Kalle Wallner Guitars
Chris Postl Bass
Phil Paul Risettio Drums
Markus Jehle Keyboards
Marc Turiaux Drums
Manfred Müller Drums
Andreas Wernthaler Keyboards
Stephan Ebner Bass

Gastmusiker

Manasvee Mezz Indian Instruments
Tom Norris Violin, Viola
Conny Kreitmeier Vocals
Bine Heller Vocals
Mehmet Bayrakcoglu Saz
Julia Schröter Vocals
Ferdinand Settele Saxophone
Jost Hecker Cello
Manu Delago Hang
Ray Wilson Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Hole in The Sky 7:29
2. Crazy Lane 4:41
3. I don´t know 4:02
4. Home Again 9:04
5. The gentle Art of Swimming 10:18
6. Sun in the Sky 4:21
7. Roses 6:36
8. Wasted Land 4:50
9. 3 Lights 8:18
10. Silenced 9:52
11. Choose what you want to look at 5:04
Gesamtlaufzeit74:35
Disc 2
1. Sleep 6:40
2. Trying to kiss the Sun 5:48
3. Moonflower 3:55
4. Watching the World 3:59
5. Start the Fire 4:19
6. Farewell 5:05
7. World through my Eyes 7:47
8. Cake 4:17
9. Fool 5:07
10. Breathe in, Breathe out 3:50
11. Bound to Reach the End 6:26
Gesamtlaufzeit57:13


Rezensionen


Von: Dirk Reuter @ (Rezension 1 von 2)


Zehn Jahre ist es tatsächlich schon her, dass RPWL ihr erstes Album veröffentlichten und überall von den deutschen "Pink Floyd" die Rede war. So gut gemeint dieser Vergleich damals war, so sehr hat er sich im Laufe der Bandgeschichte auch zum Fluch gewandelt.

Von "Pink-Floyd-Klon" sprach man völlig unsinnig, kritisierte jeden Ton, der nicht an die großen Vorbilder erinnerte, warf der Band sogar vor, keinen Prog mehr zu machen. Na und? Ist denn jeder Gitarrist, der Gilmour mag, sein Leben lang verpflichtet, den Erwartungen der Prog-Gemeinde zu entsprechen? Sind andere Taktformen als schräge Achtel gar die Definition von schlechter Musik?

Blödsinn! Und genau das hat in den letzten zehn Jahren keine Band so eindrucksvoll bewiesen wie RPWL. Ihnen gelang ein leichter Popsong wie "Roses" genau so gut wie ausgefeiltere Stücke in der Art von "The gentle Art of Swimming", das floydige "Hole in the Sky" oder der ironische Schlag ins Gesicht der Prog-Puristen "This is not a Prog Song", am besten in der aktuellen Live-Version mit unzähligen Zitaten aus bekannten Prog-Werken. Schade, ausgerechnet letzterer fehlt auf dieser Geburtstags-Zusammenstellung. Trotzdem gibt es genug erstklassige Songs um die Ohren.

CD 1 bietet jede Menge Highlights der bisherigen Studioalben, also genau das richtige Material für alle, die RPWL bisher nicht kennen und sich einen gelungenen Überblick über die Veröffentlichungen der letzten zehn Jahre verschaffen wollen. Und dabei merkt man, dass nicht irgendein Plattenfirmenfuzzy die Compilation zusammengestellt hat, sondern die Musiker selbst. Lauscht man dem ersten und letzten Titel, glaubt man, nicht die gleiche Band zu hören. Alle Titel nacheinander ergeben aber einen genauen Einblick in die musikalische Entwicklung der Freisinger.

Für die RPWL-Kenner ist dann natürlich CD 2 besonders interessant, mit zwei neuen Songs und bereits Bekanntem in allerdings völlig überarbeiteten Versionen.

Als regelmäßiger RPWL-Konzertbesucher kannte ich ja schon einige "Light"-Versionen, aber die auf dieser CD vertretenen Gäste verleihen den Songs nochmal eine völlig unerwartete Dimension, wie z.B. das indische Arrangement bei "Sleep", die unglaublichen Streicher bei "Trying to kiss the Sun" oder auch der Einsatz eines Saxophons z.B. bei "Moonflower", dem Hidden Track von "Stock", der hier wie ein Bossa Nova aus der Feder von Astrud Gilberto klingt. Das ist mal definitiv kein Prog und das ist auch gut so.

Ach ja, und der in einigen Rezensionen außerhalb der BBS schon erwähnte "Hang-Spieler von Weltruhm" Manu Delago, gibt "World through my Eyes" einen besonderen musikalischen Tupfer.

Hang? Ach klar, weiß doch jeder, irgend so ein uraltes asiatisches Teil, das "Pling" und "Plong" macht. Pustekuchen! "Wer hat´s erfunden? - Die Schweizer". Ich hatte nämlich keine Ahnung, was für ein Instrument das ist und hab mich einfach mal im Netz schlau gemacht. Ein Hang besteht aus zwei Schalen aus gehärtetem Stahlblech, schaut aus wie ein UFO und gehört zu den Auf- und Gegenschlagidiophonen. Ist auch nicht wirklich altehrwürdig, sondern ein Perkussionsinstrument des aktuellen Jahrtausends, entwickelt von der Schweizer Firma PANArt. Aber wem erzähl ich das - hat ja eh jeder schon gewusst, oder? Und einen schönen Klang hat es auch noch.

Insgesamt bietet allein CD 2 auch für "Schon-alles-von-RPWL-Haber" mehr als genügend Gründe, sich auch diese Doppel-CD zuzulegen.

Fazit meines Jubiläumsjubels: Gelungene Songauswahl und -anordnung auf "Compilation" sowie unglaublich spannende Bearbeitungen bekannter Stücke und mit "Watching the World" und "Cake" zwei neue Songs, die neugierig auf das nächste reguläre Studioalbum machen, auf "Revisited".

Anspieltipp(s): Hole in the Sky, Roses, Choose what you want to look at und Moonflower hintereinander
Vergleichbar mit: Auch mit Pink Floyd, aber ebenso mit vielen anderen
Veröffentlicht am: 4.4.2010
Letzte Änderung: 11.5.2013
Wertung: 13/15
Hardcore-Progger ziehen eine Punktzahl nach freiem Ermessen ab

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 2)


Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass RPWL mit "God has failed" ihr erstes Album auf den Markt gebracht haben. Für RPWL müssen das interessante Jahre gewesen sein, in denen sie von einer Pink Floyd-Coverband, die nur im Raum Freising bekannt war, zu internationalem Erfolg gelangt sind (sofern man das in unseren bescheidenen Prog-Kreisen so nennen kann). Anlässlich dieses Jubiläums haben RPWL diese Doppel-CD herausgebracht, die zum einen Rückblick, zum anderen aber auch Ausblick sein soll. Denn sie haben das Album auf ihrem neu gegründeten "Gentle Art of Music"-Label veröffentlicht, um nunmehr den kreativen Prozess, das Marketing, Promotion sowie das Finanzielle besser in der Hand zu haben.

Die erste CD ist mit "Compilation" betitelt. In 11 Songs wird hier die RPWL-Historie aufgerollt. Dabei kann der geneigte Hörer mitverfolgen, wie sich der Stil der Band von dem noch sehr Pink Floyd-lastigen "Hole in the sky" immer weiter wandelt, neue Stilmittel eingesetzt werden, bis am Ende ein recht eigenständiger Stilmix gefunden ist. Dankenswerterweise sind die Songs dabei chronologisch sortiert. Diese erste CD ist als Best of für den Fan wohl eher uninteressant, da er eh schon alle Platten haben wird. Der Neuling bekommt aber einen guten Überblick über das Schaffen der Band.

Sehr viel interessanter ist hingegen die zweite CD, die mit "Revisited" überschrieben ist. Es handelt sich hierbei um komplett umarrangierte Songs aus der RPWL-Geschichte, die in akustischem Gewand mit einigen Gastmusikern vorgetragen werden. Zusätzlich sind zwei neue Songs zu hören.

Und hier muss klar gesagt werden: je stärker die Songs umarrangiert sind, desto besser sind sie! Insbesondere die Ethno-Elemente fügen den Songs eine ganz neue Dimension hinzu. Seien es die indischen Elemente, die von Manasvee Mezz kongenial eingebracht werden (Sleep, World through my eyes) oder aber die arabischen durch die Streicherarrangements von Tom Norris (Trying to kiss the sun, Start the fire). Aber auch die lediglich für traditionelle Streicher umarrangierten Songs Farewell und Bound to reach the end haben eine neue Tiefe. Ein Kuriosum ist das ganz auf "Girl from Ipanema"-Bossa Nova gemachte Moonflower. Dieser Song wird vermutlich einzigartig in der RPWL-Historie bleiben.

Die beiden neuen Lieder Watching the world und Cake sind jedoch ziemlich simpel und eher im traditionellen RPWL-Stil gehalten, sie fallen gegen die restlichen Songs ab.

Der RPWL-Neuling wird sich sicherlich über die Best of-CD freuen, die einen guten Überblick über das Schaffen der Band bietet. Er bekommt mit der Zusatz-CD noch einen erfreulichen Bonus. Aber auch der Fan, der bereits alle Alben besitzt, sollte allein schon wegen dieser Revisited-CD zuschlagen, da er hier eine Facette der Band kennenlernt, die er so vermutlich vorher noch nicht kannte. Es wäre wünschenswert, wenn RPWL in Zukunft einige dieser Ethno-Elemente auch auf ihren regulären Alben einsetzen würden.

Anspieltipp(s): Sleep, Start the fire
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.4.2010
Letzte Änderung: 17.4.2010
Wertung: 9/15
die Note bezieht sich auf CD 2; CD 1 ohne Wertung, da Best of

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von RPWL

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 God has failed 10.00 3
2002 Trying to kiss the sun 8.33 3
2003 Stock 9.00 2
2005 World Through My Eyes 11.33 3
2005 Start the Fire - Live 10.50 2
2007 9 9.00 1
2008 The RPWL Experience 9.00 3
2009 The RPWL Experience (DVD) 10.50 2
2012 Beyond Man And Time 11.00 2

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