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Renaissance

Kings & Queens

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (Aufnahmen von Januar und September 1970)
Besonderheiten/Stil: live; DVD; Folk; Klassischer Prog
Label: Voiceprint
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Keith Relf Guitar, Vocals (1, 2)
Jim McCarty Guitar, Vocals (1, 2)
John Hawken Keyboards (1, 2)
Louis Cennamo Bass (1, 2)
Jane Relf Vocals (1, 2)
Binky Cullom Vocals (3 - 7)
John Tout Keyboards (3 - 7)
Terry Crowe Vocals (3 - 7)
Terry Slade Drums (3 - 7)
Michael Dunford Guitar (3 - 7)
Neil Korner Bass (3 - 7)

Tracklist

Disc 1
1. Island   (German TV, January 31st 1970)
2. Kings & Queens   (German TV, January 31st 1970)
3. Kings & Queens   (Belgian TV, November 1970)
4. Golden Thread   (Belgian TV, November 1970)
5. Mr. Pine   (Belgian TV, November 1970)
6. Face of Yesterday   (Belgian TV, November 1970)
7. Widdicombe Fair   (Belgian TV, November 1970)


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Ratespiel für Progkenner: Wie hießen die vier Sängerinnen der Band Renaissance? a) Annie Haslam, b) Jane Relf, c) Binky Cullom, d) Judy Dyble, e) Stephanie Adlington. Vier Sängerinnen?!? Das waren doch nur drei!

Weit gefehlt! Renaissance wurde 1969 von den Yardbirds-Überbleiblingen Keith Relf (Gesang, Gitarre, Harmonika) und Jim McCarty (Schlagzeug, Gesang) zusammen mit John Hawken (Keyboards), Louis Cennamo (Bass) und Jane Relf (Gesang) gegründet. Dieses Lineup veröffentlichte "Renaissance" (1969) und spielte den Löwenanteil des Nachfolgers "Illusion" ein (erst 1971 veröffentlicht). Das zweite Album wurde damals nur in Deutschland veröffentlicht – passend zu der großen Unsicherheit in der Band: In dieser Zeit wurde mehrfach das gesamte Personal der Band ausgewechselt. Zunächst stieß im Sommer 1970 der Sänger Terry Crowe zu den Gründungsmitgliedern, Terry Slade (Schlagzeug) ersetzte McCarty, Neil Korner (Bass) Cennamo und Michael Dunford (Gitarre) Keith Relf. Dieses Lineup (Hawken/Relf/Dunford/Crowe/Korner/Slade) nahm den Song "Mr. Pine" für "Illusion" auf. Für "Past Orbits Of Dust" wurden dann Mitglieder der Originalbesetzung noch einmal zusammengerufen (mit Gastkeyboarder Don Shin an Stelle von Hawken), um den unvollständig hinterlassenen Song fertigzustellen. Im Herbst 1970 ersetzte dann die Sängerin Binky (eigentlich Marie-Louise) Cullom Jane Relf und John Tout (Keyboards) John Hawken. Cullom blieb jedoch nicht lange: Anfang 1971 ersetzte mit Annie Haslam eine der Hauptfiguren der Bandgeschichte Cullom. Damit aber nicht genug: Im Laufe des Jahres drehte sich das Besetzungskarusell weiter, und von der Besetzung im Januar 1970 blieben am Ende nur Tout, Dunford und Haslam übrig. Die allerdings starteten dann mit Renaissance in eine erfolgreiche Karriere.

Warum diese Geschichtsstunde? Nun, für Renaissance-Kenner ist diese DVD so etwas wie der heilige Gral, war doch die Zeit der radikalen Umbesetzungen der Band bislang ein reichlich undurchschaubares Dickicht stammbäumlicher Verflechtungen. Insbesondere die geheimnisvolle Binky Cullom, die keiner je gesehen und noch weniger Leute gehört hatten, war eine Art Mythos. Hat es sie wirklich geben?

Es hat. "Kings & Queens" gewährt einen seltenen Einblick in diese dunklen Jahre der Band, indem die DVD zwei Besetzungen bei der Arbeit zeigt: Auf den ersten beiden Songs die Urbesetzung mit Relf/McCarty/Hawken/Cennamo/Relf, beim Rest eine der vielen Übergangsbesetzungen, nämlich die mit Tout/Crowe/Slade/Dunford/Korner und der bislang sagenhaften Binky Cullom - die es demnach tatsächlich gegeben hat.

Renaissance - oder besser: die beiden Renaissancen - spielen Stücke des ersten, vor allem aber des zweiten Albums. Live - was bei Fernsehaufnahmen in dieser Zeit üblicher war, als man vielleicht denkt. Insbesondere die Urbesetzung überzeugt dabei als tighte, hervorragend eingespielte (man sagte damals glaubich) Combo, einzig Jane Relf enttäuscht ein wenig, weil sie in den hohen Passagen ganz und gar nicht mehr in der Lage ist, die unterschiedlichen Vokale unterschiedlich zu artikulieren. Die zweite Besetzung ist wesentlich lässiger, rockbetonter, kürzt "Kings & Queens" mal eben um die Hälfte (was den Song prompt langweiliger macht) und kommt mit einer viel stärker hippielastigen Attitüde (man sagt heute glaubich cool "Attitude") daher als die Ur- oder gar die klassische Besetzung. Der schlechtere Soundmix trägt seinen Teil zum etwas schwächeren Eindruck der späteren Aufnahmen bei.

Nicht so Binky Cullom - die Frau ist eine echte Entdeckung. Gesanglich weitaus stärker als Jane Relf muss man es als eine Schande betrachten, dass die Geschichte sie aus der Musik herausgedrängt hat - weder über ihren Werdegang vor noch über ihre Karriere nach Renaissance ist dem gemeinhin allwissenden Netz irgend etwas bekannt. Zwar hat ihre Stimme weniger eigenen Charakter als die Annie Haslams, aber das macht Cullom mit ihrer Bühnen- bzw. Fernsehschirmpräsenz wett. Als Highlight für die Komplettisten wurde der bislang unveröffentlichte Song "Widdicombe Fair" angekündigt - er ist es weniger, als man vielleicht hoffte. "Widdicombe Fair" ist ein Trad. arr. Renaissance, keine Eigenkomposition. Die Band macht daraus einen durchaus anspruchsvollen Folkrocker (mit Betonung auf "Rocker"), an das eigenhändige Material kommt der Song jedoch nicht heran.

Trotz dieses kleinen Mankos und der etwas dürftigen Laufzeit von nur 42 Minuten ist "Kings & Queens" ein absolutes Muss für Fans der Band - und für Freunde weiblicher Folk/Rock/Prog-Sängerinnen. Und Binky Cullom ist ein Verlust für die Szene.

Anspieltipp(s): "Kings & Queens", "Mr. Pine"
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.4.2010
Letzte Änderung: 10.9.2013
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Renaissance

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Renaissance 10.50 2
1971 Illusion 9.67 3
1972 Prologue 12.00 1
1973 Ashes are burning 10.50 2
1974 Turn of the Cards 11.00 2
1975 Scheherazade And Other Stories 11.67 3
1976 Live at Carnegie Hall 11.50 2
1977 Novella 10.50 4
1978 A Song For All Seasons 10.00 1
1979 Azure d'or 7.67 3
1982 Camera Camera 3.67 3
1983 Time Line 2.33 3
1994 The Other Woman 7.00 1
1995 Da Capo - 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 1 11.00 1
1997 At The Royal Albert Hall With The Royal Philharmonic Orchestra, Part 2 11.00 1
1997 Songs from the Renaissance Days 1.00 1
2000 'Unplugged' - 'Live' at The Academy of Music, Philadelphia USA 7.00 1
2001 Tuscany 7.00 2
2002 In the land of the rising sun 9.00 1
2006 British Tour '76 11.00 1
2008 Song of Scheherezade (DVD) 11.00 1
2010 The Mystic and the Muse 11.00 2
2013 Grandine il Vento 10.33 3
2014 Symphony of Light 11.00 1
2015 DeLane Lea Studios 1973 9.00 1
2016 Live at the Union Chapel 12.00 1

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