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Hamadryad

Intrusion

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Unicorn Digital
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

J-Phil Major lead & backing vocals
J-F Desilets bass, lead & backing vocals, keyboards, acoustic guitar
Denis Jalbert electric & acoustic guitar, mandolin, National metal body guitar
Sebastien Cloutier C3 hammond organ, Fender rhodes, synthesizer
Nicolas Turcotte drums, percussion

Gastmusiker

Yves Jalbert drums (1,2)
Benoit David second lead vocals (6)
Greg Bouchard narration (6,9)

Tracklist

Disc 1
1. Funk-A-Trunk 8:56
2. Pray To My God 11:15
3. Lap Of Love 6:34
4. Sentenced 6:12
5. Here And Now 6:56
6. In My Country 5:33
7. Torture Zone 5:38
8. Lost 5:01
9. He Was Recalling Memories But You Know I Didn't Believe A Single Word Because, No Matter How Much Emphasis He Was Putting In It... Still Smelled Like Bull Sh*t (a.k.a. Liar) 5:44
Gesamtlaufzeit61:49
Disc 2
1. When They Were Four - Live in France 2006 - Crescendo Festival   (Bonus-DVD "special edition") 78:00
Gesamtlaufzeit78:00


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


Die Kanadier Hamadryad sind - mal wieder nach längerer Pause - zurück. Warum es wieder fünf Jahre bis zu einem neuen Studioalbum dauerte, mag vor allem in dieser lapidaren Mitteilung auf der Homepage liegen: "Our drummer and younger brother of Denis, Yves Jalbert, who had been with us from the very beginning of Hamadryad back in 1998, has officially left the band." Jo, also wieder ein Wechsel an entscheidender Position, aber immerhin hat man mit Nicolas Turcotte einen guten Nachfolger gefunden. Noch besser ist möglicherweise für viele, dass Hamadryad nun auch wieder als Quintett agieren, sprich, es gibt wieder einen hauptamtlichen Sänger. Jean-Philippe Major hat zuvor in einer Dream Theater-Coverband gesungen und klingt auch dementsprechend ein klein bisschen nach James LaBrie (aber wirklich nur ein klein bisschen). Major prägt denn auch mit variablem Gesang durchaus den Sound der 'neuen' Hamadryad.

So legt "Intrusion" los wie die sprichwörtliche Feuerwehr und der Titel des Openers "Funk-A-Trunk" darf durchaus wörtlich genommen werden. Funky Läufe von Bass und Keys durchziehen den veritablen Rocker, ein ungewöhnliches Hörerlebnis, wenn man die bisherigen Alben der Kanadier zum Vergleich heranzieht. Leider wird es mit dem anschließenden "Pray To My God" gleich wieder ruhiger und die sanft gezupfte akustische Gitarre beherrscht das Feld. Aber dann schwingen sich Hamadryad auch hier wieder zu verzwirbeltem Sympho-Rock auf und lassen es wieder krachen. Das ist überhaupt die rote Linie des Albums, wenn man so will. Immer wieder wiegen die Kanadier den Hörer in Sicherheit, spielen geradezu ins kitschige und schmalzige abgleitende Passagen, nur um dann wieder Gas zu geben und zu heftigen instrumentalen Wildwasserfahrten aufzubrechen. Der Höhepunkt ist hier sicherlich die abschließende 'Suite', wenn das Instrumental "Torture Zone" (hier drehen die Jungs mal richtig am Rad), der Kracher "Lost" und das erneut funky-rockende "Liar" (den ausführlichen Titel spare ich mir mal) ineinander übergehen.

Teils hardrockigen, teils jazzrockigen, teils symphonisch angehauchten Retroprog bieten uns Hamadryad auf "Intrusion" an. Dabei steht "Retro" nur dafür, dass hier klassische Motive des Progressive Rock, wie wirbelige Keyboards, flirrende Synthie-Solos, kraftvolles Gitarrenriffing, farbige, vertrackte Arrangements, bollernder Bass und vitales Drumming, verarbeitet werden. Instrumental sind Hamadryad immer noch eine Klasse für sich, wenn sie erstmal die Fesseln abstreifen und ordentlich loslegen. Die Kanadier klingen allerdings viel zu modern, als um in die übliche Retro-Schiene gedrängt zu werden, es gibt halt nur noch keine passendere Schublade dafür. Man mag die jüngere Entwicklung von Echolyn als Vergleich heranziehen, ohne das beide Bands stilistisch vergleichbar wären, es geht mehr um die Atmosphäre des Ganzen.

Positiv ist sicherlich, dass Hamadryad sich weder all zu sehr an die progmetallischen Ausflüge, noch an die Genesis-Avancen ihrer beiden vorigen Alben anlehnen, sondern sich quasi evolutionär weiterentwickeln. Schade, dass sie sich dabei soviele Pausen und eher, sagen wir, 'sanfte' Passagen gönnen. Wer so tolle, abgedrehte Instrumentalpassagen spielen kann, der sollte vielmehr Gebrauch davon machen. Sänger Major ist vielleicht kein Gesangsgott, aber natürlich allemal ein Fortschritt gegenüber den eher schwachen Versuchen von Bassist Desilets am Mikro. Der Gastauftritt von Mystery-Frontmann (und derzeitigem Yes-Sänger) Benoit David ist nicht mehr als ein netter Gag.

"Intrusion" ist durchaus ein gutes und unterhaltsames Album geworden. Irgendwie erwarte ich allerdings von Hamadryad immer das Besondere und da habe ich das Gefühl, da hätte noch mehr drin sein können. Aber das ist schon wieder meckern auf hohem Niveau.

Das Album erscheint im übrigen in einer 'Special Edition', der eine DVD mit dem kompletten Live-Mitschnitt vom Crescendo-Festival 2006 (Anmerkungen zur seinerzeit erschienenen Live-CD hier) in sehr guter Bild- und Tonqualität beiliegt. Sehr gelungene Beigabe für Fans und es ist wirklich witzig die Band in voller Fahrt auf dieser etwas seltsam anscheinend mitten im Ort platzierten Bühne (im Hintergrund ist eine belebte Durchgangs-Straße zu sehen) zu erleben.

Anspieltipp(s): Funk-A-Trunk, Torture Zone
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.4.2010
Letzte Änderung: 16.4.2014
Wertung: 10/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 2)


Mit und durch den neuen Sänger wird beim Opener gleich der unselige Genesis-Klon-Eindruck des letzten Studioalbums weggewischt. D.h. nicht, dass auf Intrusion keinerlei Genesis-Anleihen mehr spürbar wären, aber sie werden eben doch in wesentlich reduzierter Form gehalten.

Funk-a-trunk strotzt dabei vor Ideen, die insgesamt einen leicht psychedelischen bis hardrock-funkigen Retroprog hervorzaubern. Vielleicht etwas viel des Guten, aber es ist auch eine deutliche Ansage, dass die Band sich wieder freispielen will!

Pray to my God erinnert im ersten Teil an Yes, im Mittelteil übernimmt Desilets und es wechselt in die Genesis-Richtung, um am Schluss wieder zu Yes zurückzukehren. In die gleiche Richtung - nur diesmal folkig - geht Desilets bei In my Country mit Yes-Mann (!) Benoit im Duett.

Der ganze Rest aber ist dynamischer Retroprog relativ eigener Prägung, mal rasant (Lap of Love), mal locker (Sentenced), mal artpoppig (Here and now). Die abschließende dreiteilige Suite bietet - ähnlich wie der Opener nochmal das volle Programm.

Zum Glück erliegen Hamadryad nicht der - bei ihren instrumentalen Fähigkeiten durchaus naheliegenden - Versuchung der Tasten- bzw. Griffbrettdauerwichserei. Die Kanadier haben nämlich immer noch ein gutes Gespür für Melodie und kompositorische Dynamik, die es verbietet, den Fuß dauernd auf dem Gaspedal zu haben.

Retroproggies dürfen sich über neues Futter freuen, das gut hörbaren, unterhaltsamen und dabei keinesfalls besonders modernen oder gar fordernden Charakter besitzt. Hamadryad ist wieder da!

Anspieltipp(s): Funk-a-trunk, In my Country
Vergleichbar mit: natürlich hier und da immer wieder Yes und Genesis...
Veröffentlicht am: 12.5.2010
Letzte Änderung: 16.4.2014
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hamadryad

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Conservation Of Mass 12.25 4
2005 Safe In Conformity 9.00 3
2007 Live in France 2006 9.25 4
2017 The Black Hole 11.67 3

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