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Various Artists

Romantic Warriors - A progressive music saga

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: live; DVD
Label: Zeitgeist Media
Durchschnittswertung: 10.17/15 (6 Rezensionen)

Besetzung

Cabezas De Cera
Cheer-Accident
Deluge Grander
D.F.A.
Gary Green of Gentle Giant
Karmakanic
La Maschera Di Cera
Oblivion Sun
Paul Sears of The Muffins
Phideaux
Qui
Rob Martino
Roine Stolt
Gentle Giant

Tracklist

Disc 1
1. Rosfest & Prog World Map
2. Orion Sound Studio
3. Gentle Giant
4. Progday
5. Nearfest


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 6)


Die Aufgabe, die sich die in Rockville ansässige Produktionsfirma Zeitgeist Media für die DVD "Romantic Warriors" gestellt hat, war eine Dokumentation über die Progressive Rock-Szene der US-Ostküste zu machen. Wie ist die Aufgabe nun gelungen? Mein Eindruck ist ein wenig zwiespältig. Die 95-minütige DVD macht dem Zuschauer bewusst, wie unrentabel es doch ist, sich mit Progressive Rock zu beschäftigen. Egal, ob als Plattenfirma (dazu sagt Steve Feigenbaum von Cuneiform Records einiges) oder als Musiker (dazu sagen u.a. die Musiker von Cheer Accident einiges), reich wird man auf die Art nicht. Daher ist zunächst einmal das blosse Erscheinen der vorliegenden DVD zu begrüßen, die eine Menge an Informationen beinhaltet. Für Neulinge gibt es sogar eine kurze Geschichte des Progressive Rock. Neben kurzen Konzertausschnitten sehen und hören wir zahlreiche Progrock-Musiker (dazu siehe die DVD-Beschreibung) in den meisten Fällen sehr kurze Interviews geben. Auch etliche Konzertbesucher dürfen sich äußern. Erwartungsgemäß spricht fast jeder befragte Fan oder Musiker die Themen "wie kam ich zur Musik" und "die Situation der Progszene und ihr Verhältnis zur Kommerz" an. Wir erfahren einiges über die US-Prog-Festivals wie Nearfest, Progday und Rosfest sowie über Progrock-Sender und ein sehr wichtiges Progrock-Aufnahmestudio namens Orion Sound Studio.

Sehr viel Zeit widmet die Dokumentation Cabezas de Cera, einer zweifellos innovativen und interessanten Band aus Mexico City. Gleich danach kommen - was die Dauer ihrer Interviews und Konzerfragmente anbelangt - die nicht minder empfehlenswerten Italiener von D.F.A. Bei aller Achtung für die Leistung dieser Bands wären die Gewichtungen auf der DVD für mich doch etwas nachvollziehbarer, wenn statt der beiden genannten Bands einige andere mehr Zeit bekommen hätten. Wie beispielsweise Tempano, die nur wenige Sekunden sprechen durften. An dritter und vierter Stelle kommen Deluge Grander und Cheer Accident mit ihrer DVD-Präsenz, was ich wiederum aus subjektiven Gründen richtig finde. Ähnlich viel Zeit haben auch der Chef von Orion Sound Studio und Roine Stolt zugeteilt bekommen, der 2009 mit Karmakanic unterwegs war.

Die DVD-Kapitel habe ich übrigens vom Bildschirm abgeschrieben, auf der Hülle sind die nicht zu finden. Wenn es schon eine Dokumentation über die Progszene an der Ostküste sein soll, mutet doch das "Gentle Giant" genannte dritte Kapitel nicht ganz themengerecht an. Dazu sehen wir einige Minuten von allen Fans bekannten Archivaufnahmen von Gentle Giant. Ex-Gentle Giant Gary Green wurde auch kurz befragt.

Ungewollte Komik lag für mich in der Erkenntnis, dass Progday genannte Veranstaltung äußerlich eher einem Picknick mit geschätzten 30-40 Zuschauern ähnelt. Die Erkenntnis, was solche Zustände über kulturelle Gewandtheit der Bevölkerung aussagen ist schon weit weniger lustig.

Trotz der genannten Schwächen, die sich vor allem in der etwas beliebig wirkenden Zusammenstellung äußern, bietet die über www.progdocs.com erhältliche DVD interessante Einblicke in die kleine und ungewollt elitäre Welt des Progressive Rock.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.7.2010
Letzte Änderung: 17.7.2010
Wertung: 8/15

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Von: Heiko Westhagen @ (Rezension 2 von 6)


"Romantic Warriors" ist eine Dokumentation über die Prog Live Szene der amerikanischen Ostküste.

Über die Orion Studios in Baltimore zum Rosfest, über das Nearfest zum Progday werden hier die die wichtigsten Festivals und Venues beleuchtet.

Gleichzeitig gibt es reichlich Interviews und Proben und Konzertauschnitte diverser mehr oder weniger bekannten Progbands. Von den oben aufgeführten Bands stehen hier Cabezas De Cera, DFA, Cheer-Accident und Deluge Grander eindeutig im Vordergrund.

Bands wie Gentle Giant scheinen hier allerdings nur aufzutauchen um das Ganze besser verkaufen zu können, denn dieser Teil der DVD ist komplet überflüssig.

Insgesamt ist die Dokumentation recht informativ und durchaus ansprechend und profesionell gemacht. Persönlich hätte ich gerne wenigstens ein paar der Liveauftritte komplett gesehen und nicht nur für wenige Sekunden angespielt, allerdings ist dies ja auch nicht das Anliegen dieser Dokumentation.

Fraglich ist für mich auch, ob man sich diesen Film wirklich mehr als einmal ansieht. Allerdings habe ich das Ganze durchaus mit Genuss betrachtet.

Immerhin fühlte ich mich nach diesem Film "genötigt", mir das ein oder andere Produkt der beteiligten Bands zu bestellen ;-).

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.7.2010
Letzte Änderung: 18.7.2010
Wertung: 10/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 6)


Ganz so schwach finde ich "Romantic Warriors" gar nicht. Die Dokumentation ist allerdings weitaus interessanter wegen dem, was sie nicht sagt, als wegen dem, was sie sagt.

Wer zwischen den Zeilen liest, kuckt, und das muss man, merkt vor allem eins: Es gibt auch in den USA, selbst an deren Intellektuellenküste, nicht im Entferntesten so etwas wie eine Progszene. Ein paar Menschen, die einer Band zuhören, die aus mehr Musikern besteht als im Zuschauerraum Zuschauer vorhanden sind, bilden keinesfalls eine Szene, vor allem dann nicht, wenn sie als Nerds, denen man ihr Außenseitertum ebenso an der Nasenspitze ansehen kann wie ihre Intelligenz, zur Gruppenbildung nicht nur ungeeignet, sondern schlicht unfähig sind. Jemand überrascht?

"Romantic Warriors" dokumentiert vor allem eins (und es mag der Doku als Schwäche ausgelegt werden, dass sie das nicht explizit macht): Progressive Rock ist eine Musik ohne Szene (ja sogar ohne Publikum!) geworden (keine Szene ohne Ideologie, keine Szene ohne Menschen...), die vom Engagement einiger weniger höchst umtriebiger Individualisten lebt, die, wenn sie nicht selbst Musiker sind, mit der Herstellung oder dem Vertrieb dieser Musikrichtung zu tun haben, oder solche Musik gerne und mit großer Hingabe hören. In den meisten Fällen trifft gleich mehreres davon zu. Dass wir uns gegenseitig einreden, wir wären eine Szene, dass Bands wie Tool (definitiv eine Progband) dreißig Millionen Platten verkaufen, Bands wie Porcupine Tree (definitiv - naja), wenn sie Glück haben, immerhin hunderttausend (Gruß an Marcus Wicker) und dass eine handvoll Leute vom Status eines Neal Morse (der hier, und das spricht Bände, nicht zu Wort kommt), von dem leben können, was sie tun, ändert daran nicht die Bohne. Steve Feigenbaum von Cuneiform Records ist, wie er sagt, froh, wenn er tausend Einheiten von einem Album verkauft kriegt. Illusionen hat so einer keine mehr, aber dafür umso mehr Erfahrung - das ist einer, dem man, wenn man ihm schon keine Platten abkauft (was ziemlicher Leichtsinn sein dürfte), aufmerksam zuhören sollte.

Für Leute, die sich bezüglich ihrer, unserer Lieblingsmusik noch irgendwelche Illusionen machen und die zwischen den Zeilen lesen können, eine hochinteressante und verdienstvolle Dokumentation über etwas, das einfach nicht existiert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: - schön wär's!
Veröffentlicht am: 23.7.2010
Letzte Änderung: 4.9.2012
Wertung: 11/15

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Von: Achim Breiling @ (Rezension 4 von 6)


"Romantic Warriors - a progressive music saga". Mit Return To Forever hat diese Dokumentation nichts zu tun, doch sehen die Macher dieses Films ihre Protagonisten wohl als eine Art von romantischen Kriegern an ... "our music is our weapon, join the battle", steht da noch hinten auf der DVD-Hülle. Um progressive Musik geht es also, insbesondere solche, die an der amerikanischen Ostküste, genauer in und um Baltimore gemacht wird, oder zumindest dort aufgeführt wurde.

Dementsprechend stehen die Orion Sound Studios in Baltimore im Zentrum der Dokumentation, wo nicht nur "unkommerzielle" (der wohl kleinste gemeinsame Nenner dessen, was hier als progressive angesehen wird) Bands auftreten können, sondern wo auch Übungsräume und Aufnahmemöglichkeiten für solche Bands zur Verfügung stehen. Dazu erfährt man noch einiges über die großen (?) ostamerikanischen Progfestivals - Nearfest (North East Art Rock Festival), Progday und Rosfest - und über das Label Cuneiform Records (aus Silver Springs, was - für amerikanische Verhältnisse - nicht weit weg von Baltimore ist). Und man erfährt noch so einiges über (besser von) die (den) oben aufgeführten Bands und Musikern.

Das Ganze ist als Halbinterview-Doku gehalten. Man sieht und hört die diversen befragten Personen, die aus den Nähkästchen plaudern, ohne dass man die gestellten Fragen hört oder den Interviewer sieht. Dazwischen eingestreut sind kürzere Musikfragmente, meist von Konzertauftritten der oben aufgeführten Bands und Musiker, darunter auch ein Ausschnitt aus dem schon von der "Giant-on-the-Box"-DVD bekannten Auftritts von Gentle Giant beim ZDF. Ein erklärenden Sprecher gibt es nur einmal, wenn in wenigen Minuten 40 Jahre Proghistorie (von 1969 bis 2009) mehr oder weniger korrekt ausgebreitet werden (zumindest ein paar Bands werden falschen Ländern zugeordnet).

Das was die Herren Musiker, Konzertveranstalter, Labeleigner, Fans und Musikkonsumenten da von sich geben dreht sich meist um (wie gesagt nie offen gestellte) Fragen wie: "Was ist progressive Rock?", "Wie würden Sie die Musik die Sie machen definieren?", "Wie kamen Sie zum Musik machen?", "Was unterscheidet ihre Musik von der "normalen" Radiomucke?", "Wie beurteilen Sie die Progszene?" - doch geben die Cabezas und vor allem Dan Britton und seine Mitstreiter auch ein paar Einblicke in Kompositionsprozesse. Zudem erfährt man von Steve Feigenbaum einiges über die Gewinnspanne von Progproduktionen.

Wer braucht nun diese DVD? Oder, erst einmal, wer sollte sich diesen Film anschauen? Erfahrenen Proggern wird das, was man da zu sehen bekommt natürlich - zumindest inhaltlich - nicht wirklich neu sein. Dass es überall auf der Welt, auch im Osten der USA Musiker gibt, die auch heutzutage Prog machen, dass es überall auf der Welt, auch im Osten der USA, Leute gibt, die sich für solche Musik interessieren, dass man damit natürlich kein Geld machen kann, dass Progger (Hörer und Musiker) meist recht seltsame Käuze sind und dass das alles mehr oder weniger unkommerziell daherkommt, das habe ich auch schon vorher gewusst. Ein wenig verklärt wird das Ganze stellenweise dargestellt und das Klischee des ehrliche Musikers bedient, der von äußeren Einflüssen unberührt sein eigenes Ding durchzieht und heroisch den Kampf gegen den Kommerz aufnimmt. So romantische und letztlich hoffnungslose Einzelkämpfer sind Progmusiker nun auch nicht. Leute wie der Orion-Sound-Studio-Macher, Steve Feigenbaum und Roine Stolt zeigen zudem, dass man mitunter doch davon Leben kann. Gerade Stolt steht für mich doch für den Kommerz im Prog, den auf den Progkonsumenten zugeschnittenen Progmainstream, auch wenn er sich in den Interviews völlig anders darstellt.

Wie auch immer, ansehen sollte man sich als Proginteressierter "Romantic Warriors - a progressive music saga" sicher, wenn der Film denn einmal irgendwo im Fernsehen laufen sollte. Auch ist es ganz nett den diversen Musikern beim plaudern und musizieren zuzuschauen. Wie wahrscheinlich es ist, dass diese Doku vielleicht in einem der dritten Programme (spätabends natürlich) einmal gezeigt werden wird, kann ich allerdings nicht beurteilen. Neugierige können sich natürlich die DVD zulegen (siehe www.progdocs.com). Allerdings frage ich mich, was man dann mit dem Teil macht, wenn man den Film 2-3 mal gesehen hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.7.2010
Letzte Änderung: 7.1.2017
Wertung: 9/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 5 von 6)


Liest man sich durch die FAQ-Rubrik dieser Seite und die Frage "Was ist Progressive Rock?", dann wird einem die Formen-Vielfalt dieser Stilrichtung bewusst. Daher erstaunt es nicht, dass der Versuch, eine Dokumentation über diese Musikrichtung zu verfassen, zwangsläufig nicht im Entferntesten vollständig sein kann. Richtigerweise versuchen die Autoren dies auch gar nicht. Einzig in einem witzig gemachten "Stammbaum" des Progrock, der sich über die Kontinente erstreckt, wird ein lockerer Überblick über die Entwicklung und wichtige Exponenten gegeben. Ansonsten beschränkt man sich auf die aktuelle Progrock-Szene der amerikanischen Ostküste.

Dabei orientiert man sich v.a. an (oben bereits erwähnten) Plattenlabels, Konzertveranstaltungen und Festivals und lässt sowohl Macher im Hintergrund, als auch verschiedene Bands zu Wort kommen; allesamt natürlich Idealisten, denen die künstlerische Verwirklichung und die Freude an "ihrer" Musik wichtiger ist, als kommerzieller Erfolg. Die Art und Weise, wie dies dem Zuschauer präsentiert wird und die Musiker, die mit Begeisterung über ihre Leidenschaft sprechen, ist bzw. sind einfach liebenswert und lassen einen diesen Aspekt "unserer" Musik erfühlen.

Man kann sich sicherlich trefflich darüber streiten, wann eine Szene eine Szene ist. Aber eigentlich ist mir das ziemlich egal, ob ich einer Szene zugehöre oder die Band, die ich mir gerade anschaue. Die Musik ist keine andere, egal ob da nun 50 oder 150 oder 1500 Personen zuschauen. Es gibt eine Kleinkunstszene und der Progrock gehört irgendwie wohl dazu. Wenn sich 50 Leute in ein Kellertheater drängen, sieht's halt einfach nicht so verloren aus, wie auf einer weiten Wiese irgendwo im Niemandsland. Aber auch diese Bilder machen das ganze irgendwie nur noch liebenswürdiger. Man erinnert sich an Konzerte, die man selber zusammen mit 45 anderen Gleichgesinnten in einer Konzerthalle verbracht hat; beinahe verloren. Man fühlt sich mit dieser DVD irgendwie selbst dokumentiert, selbst verstanden.

Es wurde gefragt, wer diese DVD braucht? Ich möchte eigentlich lieber eine andere Frage stellen: Was wird diese DVD bewirken bzw. was wird sie dem Progrock oder der "Szene" bringen? Kann sie den Progrock populärer machen? Ich denke nein.

Man darf wohl davon ausgehen, dass sie kaum über die Szene hinaus Leute erreichen wird, da es sich einfach um ein zu spezielles Genre handelt. Relevantes Airplay bzw. einen Platz zur besten Sendezeit in einem Massen-relevanten Fernsehkanal kann ich mir auch nicht recht vorstellen. Demjenigen aber, der sich bereits im Prog-Universum aufhält, gibt sie im Mindesten die Möglichkeit, wie Heiko schon angemerkt hat, neue Bands kennenzulernen.

Mit "Romantic Warriors" ist den Autoren eine sympathische, intime und äusserst liebenswürdige Dokumentation einer kleinen "Szene", eines musikalischen Mikrokosmos gelungen, die man sich immer wieder anschauen kann und die ihren speziellen Zauber hat und behält.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 14.9.2010
Letzte Änderung: 14.9.2010
Wertung: 12/15
dokumentarisches Kleinod!

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Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 6 von 6)


"Romantic Warriors" ist weder kritisch-hintergründig, noch bringt die Doku wirklich neue Informationen, noch gibt es darin komplette Musik-Stücke. Klingt alles negativ, trotzdem bekommt die DVD von mir eine eindeutige Empfehlung. Mit ihr lässt sich das eigene Bild vom Prog abrunden, und sie ist dabei durchaus unterhaltsam.

Das Ganze funktioniert gerade deshalb, weil mit Ausnahme von Gentle Giant keine besonders bekannte Band vorkommt, weil Festivals aus den großen USA gezeigt werden, bei denen das Publikum teilweise kleiner ist als die Anzahl der Menschen, die bei Rot an einer Großstadtampel warten. Und weil es viele unspektakulär-eindringliche Bilder gibt. Zum Beispiel den Blick in das Lager von Cuneiform-Records, wo Label-Chef Feigenbaum darüber räsoniert, dass auch die Bereitstellung von 90 Prozent der Cuneiform-Alben auf iTunes oder Amazon keinen größeren Einkommensstrom generiere - der Verkauf der CDs eh nicht.

Es gibt eine ganze Anzahl inhaltlich interessanter Statements, insbesondere von Deluge Grander-Chef Dan Britton und damit von einem Musiker, der in den letzten Jahren einige der interessantesten Prog-Neuveröffentlichungen fabriziert hat. Darüber hinaus lohnt sich der Einblick, den man in die Arbeit der Orion Studios in Baltimore bekommt. Last not least kann man sich davon überzeugen, dass sämtliche Musiker, die hier selbstironisch über ihre fehlenden Umsätze spötteln, trotzdem nicht vom Hungertod bedroht zu sein scheinen und überdies noch dauernd in der Welt umherreisen (wenn sie das auch nicht alles direkt durch ihre Musik finanzieren).

Zu beziehen ist die DVD übrigens auch ganz normal im heimischen Versandhandel - mein Exemplar kam aus Georgsmarienhütte. Allerdings gibt es weder deutsche Untertitel noch eine deutsche Audio-Spur, falls jemand so etwas überhaupt ernsthaft zu hoffen wagte.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.12.2010
Letzte Änderung: 7.3.2012
Wertung: 11/15

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