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STATISTIK
24730 Rezensionen zu 16926 Alben von 6591 Bands.
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Reinhard Lakomy

Der Traum von Asgard

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983 (CD-Reissue 2008, Buschfunk)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: AMIGA
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Reinhard Lakomy Elektronische Instrumente

Tracklist

Disc 1
1. Der Traum von Asgard 10:51
2. Die gotischen Narren 09:30
3. Möglichkeit einer Ouvertüre 03:27
4. Orakel 06:05
5. Sodom 11:36
Gesamtlaufzeit41:29


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Ende der 70er Jahre beschloss Reinhard Lakomy, der bis dahin vornehmlich als Schlagersänger sehr erfolgreich gewesen war (er hatte da zumindest schon 5 LPs und eine handvoll Singles veröffentlicht - da konnten in der DDR nur die Puhdys mithalten), etwas anderes zu machen. Er heiratete, begann Kinderlieder und Hörspiele zu produzieren, komponierte Filmmusiken (z.B. für die Krimiserie "Polizeiruf 110") und beschäftigte sich mit elektronischen Tonerzeugern. So war er offenbar auch an der Entwicklung des ersten digitalen DDR-Synthesizers der Firma Vermona beteiligt, der 1983 in Serie ging (es wurden wohl bis 1991 rund 1000 Stück davon gebaut).

Drei reine Elektronikalben hat Lakomy in den 80er Jahren eingespielt, die alle drei auf dem DDR-Staatslabel Amiga erschienen sind: "Das Geheime Leben" (1982), "Der Traum von Asgard" (1983) und - zusammen mit Reiner Oleak - "Zeiten" (1985). Erste Elektronikklänge gab es aber schon auf Lakomys 1976 erschienener LP "Dass kein Reif" zu hören, insbesondere zu Beginn des über 18 Minuten langen Titelstücks, ein ausladendes Seichtklassik-Tastenflächen-Rock-Schlager-Gemenge, versehen mit den damals DDR-typischen poetisch-direkten Texten (zu finden ist das Stück z.B. auf der hochinteressanten Buschfunk-Kompilation "Die Extralangen XXL Rock Klassiker"). Gesang gibt es auf Lakomys Elektronikalben zum Glück keinen mehr.

Drei lange und zwei kürzere elektronische Klangbilder sind auf "Der Traum von Asgard" zu finden, die sich jetzt nicht unbedingt extrem von denen unterscheiden, die z.B. ein Klaus Schulze zur selben Zeit auf Tonträger gebannt hat. Vornehmlich diverse Synthesizerklänge, vermutlich vom oben erwähnten Vermona Synthesizer (allerdings hat Lakomy Ende der 70er auch einige Geräte - zumindest einen Moog - von Edgar Froese erworben), bestimmen das musikalische Geschehen, ab und zu ergänzt um rhythmische Sequenzermuster und durchaus qualitätvolle elektronische Perkussion. Das Ergebnis ist eine ziemlich abwechslungsreiche und farbige Synthesizermusik, die zwischen düster-geheimnisvollen Klanglandschaften, flächig-symphonischen Tongemälden, rhythmischer Computermusik und munter pulsierenden Elektronikmustern hin und her schwankt. Fast wirkt Lakomys Musik wie das Bindeglied zwischen den oft schwermütigen und ausladend-monotonen Klangkonstrukten der Berliner Elektroniker (Schulze, Tangerine Dream) und den eher heiteren Klangspielereien der Düsseldorfer und Weserbergland Schulen (Kraftwerk, Cluster).

2008 erschienen die beiden Soloelektronikscheiben von Lakomy beim Buschfunk auf einer Doppel-CD. Erstaunlicherweise trugen beide LPs schon in der Amiga-Version den Untertitel "Electronics" auf dem Cover. In den 80er Jahren war die Anglophobie der DDR-Oberen wohl nicht mehr so stark ausgeprägt wie noch einige Jahre zuvor. Wer klangvolle, nie seichte und immer ziemlich abwechslungsreiche, klassische Elektronik schätzt, der sollte sich Lakomys Musik nicht entgehen lassen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.7.2010
Letzte Änderung: 18.11.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Reinhard Lakomy

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 Das Geheime Leben 10.00 1

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