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Circle

Alotus

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2002
Besonderheiten/Stil: Krautrock; Postrock
Label: Klangbad
Durchschnittswertung: 10.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Teemu Elo Guitars
Jyrki Laiho Guitars
Jussi Lehtisalo Bass
Janne Pettomäki Drums
Mika Rättö Keyboards, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Työlaisten Laulu 11:45
2. Alotus 11:26
3. Northern Sky 02:37
4. Iopetus 11:10
5. Potto 10:11
Gesamtlaufzeit47:09


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 3)


"Ohne Krautrock geht heutzutage doch sowieso nichts mehr!"

So wird kein Geringerer als Hans-Joachim Irmler, seit fast 40 Jahren Tastenmann von Faust, Krautrockurgestein und Produzent des hier rezensierten Albums im dazugehörenden Beihefttext zitiert. Anfang des neuen Jahrtausends verließen die Finnen von Circle ihre Heimatstadt Pori, um in Irmlers Klangbad-Studio unter dessen Regie ein Album einzuspielen. In nur einer Woche entstand "Alotus", welches dann 2002 von Irmlers Klangbad-Label veröffentlicht wurde.

"Resultat: ein hochdichtes, paradoxisches Konzentrat aus flirrendem Prog-Rock, metallisch verzaubert, schillernd minimalistisch, durchzogen von archaisch und unwohl anmutenden Dialekt-Gesängen von irgendwo da draußen. ... Der wahre Space-Rock." So schreibt ein gewisser Rolf Jäger etwas später im selben Beiheft. Nun ja, so richtig klassischen oder retrograden Progrock kann ich hier nicht hören. Aber ansonsten kann man dem Geschreibsel zustimmen. Im Grunde bietet "Alotus" ein ganz ähnliches Gemenge an Retrokrautigem, Postrock und Spacigem, wie es auch auf den Vorgängeralben "Pori", "aNdeXelt.", "TAANTUMUS" und "Prospekt" zu hören ist. Hypnotisches Gitarrengeriffe, monotone Basslinien und wuchtig-stoisches Getrommel bestimmen das Geschehen, ergänzt um wabernde Tastenlinien vom Synthesizer, hallende auf- und abmäandernde und stark verzerrte Gitarrenmelodien und den eigenartigen Gesang Mika Rättös, der einmal mehr uralte, klagende Lieder einsamer Renntierhirten vom Polarkreis vorzutragen scheint.

Im Geiste der meist ähnlich minimalistisch dahin rockenden Krautlegenden wie Neu! und Can musizieren Circle auch hier, versehen aber mit ihrer ganz eigenen, sehr typischen Note. Eine Spur karger und repetitiver als die oben erwähnten Vorgängerscheiben ist "Alotus", reduziert Irmlers sperrige Produktion die Musik auf ihren wesentlichen Kern. Spröde und kantig kommen die Klänge aus den Boxen, schneiden sich in die Gehörgänge und arbeiten sich mantraartig ins Gehirn vor.

"Alotus" ist ein weiteres starkes Album von Circle, die sich damit auf dem Höhepunkt ihrer krautig-spacigen Phase befinden und diese damit teilweise abschließen. Schon mit "Sunrise" kam der Metal in die Musik der Finnen (der sich hier nur gegen Ende von "Potto" zaghaft nach Vorne arbeitet) und ab "Guillotine" gleicht dann sowieso kaum mehr ein Album dem anderen. Wer sich für den finnischen Kraut-Space-Postrock kennen lernen will, der macht mit "alotus" sicher keinen Fehlkauf!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.8.2010
Letzte Änderung: 8.10.2010
Wertung: 12/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 3)


Da muss ich meinem Rezensentenkollegen Achim durchaus zustimmen, progressiven Rock und Krautrock im klassischen Sinne, sowie Spacerock à la Hawkwind höre ich auf "Alotus" nur vereinzelt.

Für mich klingt das eher nach Klaus Schulze. Aber auch nicht nach Klaus Schulze, wie man ihn kennt, sondern eher nach Klaus Schulze, wenn dieser versucht hätte, mal etwas "härter" zu klingen.

Gleich das erste Lied "Työlaisten Laulu" (wenn "mein Finnisch" mich nicht ganz verlässt: "Arbeiterlied") spiegelt das sehr gut wieder. Da werden Gitarrenläufe fast schon hypnotisierend wiederholt und bei lautem Hören des fast zwölfminütigen Stücks fehlt nicht viel und man hat sich in Trance versetzt. Es kann sich dabei also nur um sehr eintönige Arbeit am Fließband handeln, der Track selbst ist allerdings überhaupt nicht langweilig oder eintönig.

"Alotus" der Titeltrack, beginnt härter, geht aber schnell in einen Drumpart mit sphärischen Gitarren über. Und je länger das Stück dauert, desto eher fühlt man sich wieder an Klaus Schulze und mit Abstrichen, an Tangerine Dream erinnert, nur wieder härter. Dann folgt ein Teil des Liedes, auf dem eine Art "Growling"-Sprechgesang zu hören ist, bis das Ganze in Töne mündet, die einen unweigerlich an einen Magen-Darm-Virus erinnern: Kurzzeitig übergibt sich da Jemand.

"Nothern Sky", das kürzeste Lied auf dem Album ist ganz gitarrenorientiert und erinnert so gar nicht mehr an Schulze und Co. Eine schöne sphärische Gitarre schafft eine Stimmung, wie man sie wirklich haben kann (oder sich zumindest vorstellt), wenn man sich im Winter mal in den nördlicheren Gefilden Finnlands rumtreibt. Düster und melancholisch.

"Iopetus" ist erneut ganz anders, sehr ruhig gehalten und bestimmt durch eine nicht alltägliche Gesangsspur, die mitunter sogar an die Stimme eines Klaus Nomi erinnert. Nur, das ist hier kein Pop, "Iopetus" geht jetzt wirklich in die Richtung "sphärischer Krautrock", bei dem der "Trance-Anteil" auch wieder nicht zu kurz kommt. Gegen Ende des Stücks reißen einen schließlich verzerrte Gitarren aus allen Tagträumen.

Den Abschluss bildet dann "Potto". Dieses Lied beginnt absolut minimalistisch, bis nach drei Minuten der finnische und mehrstimmige Gesang einsetzt. Dabei wird das redundante Grundthema beibehalten. Nach 6:30 wird es dann richtig metal-mäßig und laut, wobei das Grundthema weitergeführt wird und klasse, den jetzt deutlich härteren Tönen, angepasst wurde.

Fazit: Ein interessantes und dichtes Album, welches trotz seinem mantraartigen Wiederholungen nie langweilig wird, haben die fünf Finnen von Circle da vorgelegt. Und wer die Stimmung elektronischer Musik mal mehr gitarrenlastig hören möchte, kann hier wirklich nichts falsch machen.

Anspieltipp(s): Työlaisten Laulu, Potto
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.6.2011
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 9/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 3)


Ich beginne erst so allmählich, mich durch das Œuvre der Finnen durchzuarbeiten, aber was ich nach etwa eine halben Dutzend ihrer Alben (dürfte etwa einem Sechstel der gesamten Diskographie entsprechen) konstatieren kann, ist, dass doch stets ein gewisser krautrockiger Anteil in ihrer Musik zu finden ist.

Auf Alotus von 2002 ist dieser nun besonders deutlich ausgeprägt. Gut, das war schon einige Jahre zuvor auf Hissi der Fall, aber wo man dort eher elektronischem Krautrock frönte, wird hier nun ordentlich in die Saiten der elektrischen Gitarren gegriffen. Jedoch nicht in Form ausladender psychedelischer Jams; meist sind es monotone Riffs, die den Ton angeben. Gleich das einleitende Työlaisten Laulu ist eine zwölfminütige Übung in Monotonie, die gleichwohl über die gesamte Spieldauer fasziniert. In dieser Manier geht es weiter, mal mit spacig flirrenden Gitarren (Alotus, Iopetus), mal krachend (Potto), stets jedoch von eigentümlich monotoner Struktur, was der Musik einen spröden, geradezu abweisenden Charakter verleiht. Neben Can und Neu! sind dabei auch Faust als Einfluss zu vernehmen, was nicht verwundert, da mit Hans-Joachim Irmler ein Musiker dieser Formation dieses Album produzierte.

Faszinierend ist dabei auch der Gesang von Tastendrücker Mika Rättö. Dieser kommt in vielerlei Varianten von wie schamanistisch anmutenden Beschwörungen bis zu quasi-metallischen Growls, manchmal auch in Form nicht näher zu definierender Lautäußerungen, und verleiht der Musik eine zusätzliche, bizarre Note. Tipp für Krautrock-Liebhaber!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.12.2013
Letzte Änderung: 21.12.2013
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Circle

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1994 Meronia 11.00 1
1996 Zopalki 10.00 1
1996 Hissi 12.00 2
1997 Fraten 11.00 2
1998 Pori 12.00 1
1999 aNdeXelt. 11.00 1
2000 Prospekt 11.00 1
2001 TAANTUMUS 12.00 1
2002 Sunrise 10.50 2
2003 Guillotine 11.00 1
2004 Golem / Vesiliirto 10.00 1
2004 Forest 12.00 1
2005 TULIKOIRA 10.50 2
2006 Miljard 12.00 1
2006 Arkades 10.00 1
2007 Rakennus 9.00 1
2007 Katapult 11.00 1
2007 Panic 10.00 2
2007 Tyrant 11.00 1
2007 TOWER 12.00 1
2008 Hollywood 8.00 1
2008 Triumph 11.00 1
2009 Soundcheck 10.00 2
2010 Rautatie 12.00 1
2011 Infektio 12.00 1
2012 Serpent 10.00 1
2013 Manner 10.00 2
2015 Pharaoh Overlord 11.00 1
2017 Terminal 10.00 1

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