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t

anti-matter poetry

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (VÖ: 10.08.2010)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; Moderne Electronica; New Artrock; RetroProg
Label: Progrock Records
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

t (= Thomas Thielen) all instruments, vocals, composition, lyrics

Tracklist

Disc 1
1. the wasted lands 9:37
2. hairdressers symphony 10:22
3. phantom pain scars 14:15
4. i saved the world 8:00
5. rear view mirror suite

1. the echo of the gap
2. last dance
3. the grace of boredom

14:42
6. anti-matter poetry 8:14
Gesamtlaufzeit65:10


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß


"Der deutsche Multi-Instrumentalist, Sänger, Produzent und Kontroll-Freak t ist mit seinem dritten Album zurück." So steht das sinngemäß auf der 'Artist-Page' bei progrock records. Kontrollfreak? Nun gut, ich finde ja das Wort ist nicht so positiv besetzt, aber vielleicht unterstellt man sowas gerne, wenn einer alles, wirklich alles selbst macht (bis auf ein bisschen Mastering am Schluss). Wie auch immer, die gute Nachricht ist: Thomas Thielen ist zurück. Nur der Vollständigkeithalber sei erwähnt, der Mann hat eine Vergangenheit... als Sänger und Gitarrist bei der leider kurzlebigen Progband Scythe und als Rezensentenkollege dieser Seiten.

"anti-matter poetry" ist wie gesagt das dritte Solowerk von t und man kommt nicht umhin festzustellen, dass Thielen anscheinend etwas erreicht hat, was selten geworden ist. Er hat sich eine eigene Ausdrucks- und Klangwelt geschaffen, die er nicht immer nur wiederkäut, sondern mit sanften (manchmal auch weniger sanften) Schritten evolutioniert. Sozusagen der Gegenentwurf zum stupiden "more of the same", ein musikalischer Rahmen, dessen Grenzen ebenso fließend wie beweglich sind.

Geblieben ist die eher düstere, melancholische, in mancherlei Fällen verzweifelte Grundstimmung der Musik von Thielen. Trotzdem ist das Album nicht depressiv, denn in jedem Song findet sich auch ein Schimmer am Horizont, aufbrechende Wolkendecken, die Sonnenstrahlen durchlassen, um wieder das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels zu sehen, um Hoffnung zu verbreiten. Das "Leidende" transportiert natürlich auch etwas der Gesang von Thielen, der sich allerdings auch immer weiter entwickelt und so auf "anti-matter poetry" noch stabiler und selbstbewusster daherkommt.

Aus flirrenden Gitarren- und Keyboardklängen formt Thielen voluminöse Klanggebilde, die sich komplexer und proggiger denn je entwickeln. Dramatische Songaufbauten, hochemotionale Ausbrüche, gewaltige Spannungs- und Melodiebögen beherrschen das Album. Den Songs wird auch viel Raum zur Entwicklung und für durchdachte Arrangements gelassen. Trotzdem wirkt "anti-matter poetry" zu keiner Zeit überladen oder allzu konstruiert, im Gegenteil, trotzdem, dass die Musik von Thielen näher am klassischen Progressive Rock Platz nimmt als jemals zuvor in seinen Solowerken (Paradebeispiel: phantom pain scars), ist sie eher verspielt, lebendig und teils unwirklich schwebend. Sehr faszinierende Musik mit einem elektronischen Einschlag, der vor allem von der wohl programmierten Percussion her betont wird, was aber außerordentlich gut in den Kontext passt.

Musik zum Nachspüren, zum Entdecken, zum Genießen, zum Fühlen, einfach zum Zuhören, die vor allem unter dem Kopfhörer und bei Dunkelheit zu vorgerückter Stunde eine geradezu hypnotische Wirkung verbreitet. Ob man damit ein Rockstar wird, wie t seiner jüngst geborenen Tochter im Booklet verspricht? Egal! Thomas Thielen hat längst seinen ganz eigenen Weg gefunden, der sich Vergleichen weitgehend entzieht, aber seelenverwandt sind sicherlich Künstler wie Peter Gabriel, David Bowie, Peter Hammill oder auch h-Marillion in ihren starken Momenten. Vielleicht sollte eine wahrhaft moderne Interpretation von Progressive Rock so klingen. Dem schon sehr starken Vorgänger "voices" kann Thielen mit "anti-matter poetry" noch ein Sahnehäubchen aufsetzen. Ein ebenso schönes, wie herausforderndes Werk, was kann man sich mehr wünschen?

Wiedererkennungswert hat übrigens das auch wieder ebenso irritierende wie prägnante Artwork. Nur die Texte, mit Schreibmaschinen-Typen dargestellt, dürften etwas besser lesbar sein.

Anspieltipp(s): im ganzen Hören!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 8.8.2010
Letzte Änderung: 27.1.2013
Wertung: 13/15

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2006 voices 12.00 2
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2015 fragmentropy 13.00 1
2016 epistrophobia 14.00 1

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