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Gazpacho

Missa Atropos

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; ArtPop; New Artrock
Label: Happy Thoughts Products
Durchschnittswertung: 9.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Jan Henrik Ohme Vocals
Thomas Andersen Keyboards
Jon-Arne Vilbo Guitars
Mikael Kromer Violins, Mandolin
Kristian Olav Torp Bass
Lars Erik Asp Drums

Tracklist

Disc 1
1. Mass For Atropos I 1:43
2. Defense Mechanism 6:29
3. I Was Never Here 3:12
4. Snail 3:39
5. River 6:07
6. Mass For Atropos II - You're Going To Die Up Here 2:06
7. Missa Atropos 8:25
8. She´s Awake 3:41
9. Vera 7:26
10. Will to Live 3:07
11. Mass For Atropos III 1:39
12. Splendid Isolation 8:33
13. An Audience 2:52
Gesamtlaufzeit58:59


Rezensionen


Von: Günter Schote @ (Rezension 1 von 4)


Mit der Türe ins Haus fallend beginne ich diesen Text mit meinem abschließenden Urteil über "Missa Atropos": ein hörenswertes Album, das jedoch nicht an die Klasse der beiden Vorgänger heranreicht.

Aber der Reihe nach: nachdem mir die ersten drei Gazpacho-Alben nicht nachhaltig im Ohr kleben blieben, wurde ich nach dem Wandel hin zu epischen Strukturen auf Night und Tick Tock zu einem großen Bewunderer der Norweger. Dass die Jungs um Sänger Jan-Henrik Ohme das Niveau dieser zwei Konzeptalben wiederholen könnten, habe ich nicht ernsthaft erwartet. Was mich nun allerdings vielleicht etwas enttäuscht, ist die Rückkehr der Band zu "kürzeren Stücken".

Der an Hogarth/Marillion angelehnte Artrock, dem die Band in der Vergangenheit frönte, wird hier mit etwas mehr Power dargeboten (teilweise ähnlich griffig wie der Tick Tock-Opener "Desert Flight"), ohne dass der Sound dadurch an Pathos verliert. Große Gesten und eine ordentliche Portion Atmosphäre sind nach wie vor die Essenz der Musik von Gazpacho.

Auch "Missa Atropos" ist wieder ein Konzeptalbum: Ein Mann zieht sich in einen Leuchtturm zurück um eine Messe für Atropos zu schreiben. It's a Prog-World! Atropos war eine der drei Schicksalsgöttinnen der griechischen Mythologie und hatte die Aufgabe, den Lebensfaden mit ihrer Schere zu zerschneiden. Drei verschiedene Ansätze nimmt der Protagonist auf - die drei thematisch verbundenen Teile sind jedoch musikalisch nicht miteinander verknüpft, so dass kein Fluss entsteht, der die Vorgänger so glänzen ließ. Immerhin glänzt der Song "Vera" mit der lustigsten Textzeile des Jahres 2010: "So you tell me, does a robot feel at all?"

Songs wie "Defense Mechanism" werden trotzdem für kein verwundertes Augenreiben unter den Fans sorgen - Gazpacho bleiben eben Gazpacho. Qualitative Schwankungen sind im Verlauf des Albums nicht auszumachen, der Hörer bekommt das, was er erwartet.

Doch trotz dieser Worte gefällt mir das Album von Mal zu Mal besser, mal sehen wo das noch endet. Massenkompatibel ist "Missa Atropos" wieder nicht und es ist klar, dass es von vielen Hörern geliebt werden wird, während andere sich einmal mehr zu einem fröhlichen Mittagsschläfchen animiert fühlen werden.

Letztendlich bleibt ein nettes Album, das Gazpacho für kommende Taten aber wieder Luft nach oben lässt - doch ich wiederhole mich...

Teilweise ist es unglaublich, wie perfekt Gazpacho den "neuen" Marillionstil imitieren können ohne dabei wie wie ein Klon zu klingen. Der Aufbau von Songs à la "Defense Mechanism" ist so marillion...die Norweger haben wirklich verdammt gut hingehört. Es mag durchschimmern, dass ich während des Schreibens der Rezi noch etwas hin und hergerissen bin. "Missa Atropos" ist kein Höhepunkt, aber ganz ordentlich. Überzeugen darf die Band dann gerne wieder auf dem nächsten Album!

Anspieltipp(s): Defense Mechanism
Vergleichbar mit: Hogarth/Marillion
Veröffentlicht am: 27.9.2010
Letzte Änderung: 1.11.2015
Wertung: 9/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 4)


Oh, neue CD von Gazpacho, reingehört, sofort erkannt, schöne stimmungsvolle Sachen dabei, alles prima. Dann einen Live–Eindruck vom neuen Material gekriegt, danach noch 5 Mal gehört, alles klar. CD in den Schrank gestellt……halt, halt, so einfach kann man es sich doch nicht machen!!!

Erst am Ende dieses vor beschriebenen „Arbeitsprozesses“ stellen sich Zweifel ein: ist hier wirklich alles nur „prima“, „alles klar“?

Gazpacho liefern mit „Missa Atropos“ einen weiteren Beweis ihrer Eigentümlichkeit. Ohmes Stimme hat einen sehr hohen Wiedererkennungswert und eigentlich machen sie mit starrer musikalischer Konsequenz schon seit ihren ersten Alben „ihr Ding“ – ja, und genau das ist der Ansatzpunkt für diese Zeilen:

Ohme und seine Mannen entwickeln sich mit „Missa Atropos“ kein bisschen weiter, es werden immer die gleichen Strickmuster der Kompositionen verwendet. Etwas böse könnte man von einem einzigen großen Konzeptwerk – verteilt auf ihr gesamtes bisheriges Schaffen – sprechen.

Nichts für ungut, Jan Henrik, ich bin Gazpacho–Fan, aber jetzt wird’s mir doch langweilig. Und ich möchte nicht eine CD nach fünfmaligem Hören für immer in den Schrank verbannen, nur weil sie mich trotz guter Qualität langweilt.

Anspieltipp(s): River
Vergleichbar mit: allen anderen Gazpacho - Outputs
Veröffentlicht am: 9.2.2011
Letzte Änderung: 9.2.2011
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 3 von 4)


Ich gebe es gerne zu: ich bin ein Fan der frühen Gazpacho-Alben. Und auf Missa Atropos finden Gazpacho wieder etwas zum Rezept der frühen Alben zurück, ohne den Anspruch ausladenden Artrocks aufzugeben.

Die Kompositionen sind im Vergleich zu den beiden vorangegangen Alben wieder kürzer geraten. Es gilt aber im Prinzip das, was ich schon zu Night bemerkte: die Musik ist in sich so schlüssig und zusammenhängend, dass man auch von einem Stück Musik sprechen könnte. Die relativ kurzen Teile haben aber den Vorteil, dass wieder mehr Abwechslung angesagt ist und die Melodien, die die frühen Alben so groß machten, wieder besser zum Zuge kommen.

Vielleicht liegt es auch an der Kürze, in der die Würze liegen kann, dass das Album insgesamt mehr Dynamik ausstrahlt als die beiden Vorgänger. Auch von der Rhythmik her scheint mir Missa Atropos wieder mehr zu bieten. Wobei... ich will die Unterschiede zu Night und Tick Tock jetzt auch nicht groß reden. Musikalisch bewegen sich Gazpacho fraglos noch im gleichen Kosmos: schwelgerischer New Artrock mit Bezügen zu Marillion und Konsorten. Aber man spürt auch wieder etwas mehr Indie-Feeling, das zuletzt etwas verloren gegangen war.

Missa Atropos ist eine facettenreiche Sammlung kunstvoller Lieder, die zusammen ein gelungenes Konzept abgeben. Gazpacho vereinigen hier einfach stilsicher die Vorzüge ihrer bisherigen Entwicklungsphasen.

Anspieltipp(s): Snail, Splendid Isolation
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.11.2011
Letzte Änderung: 15.5.2015
Wertung: 12/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Wie kann man jemandem Gazpacho beschreiben, der noch nie etwas von dieser Band gehört hat? Wie fühlt sich die Musik an? Was sind die Stärken, wo liegen die Schwächen?

Nun, grob gesagt ist die größte Stärke gleichzeitig ihre größte Schwäche. Die Homogenität. Eigentlich klingen Gazpacho auf jedem Album homogen. Alles fließt, meist ruhig, dahin. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass es nie richtig kracht oder mal schneller wird. Und das kann über eine ganze CD hin ziemlich langweilen.

Ich möchte dieses Album jetzt aber keinesfalls als langweilig dahin stellen, das ist es sicher nicht. In der richtigen Stimmung genossen, erschließt es sich dem Hörer wunderbar mit seinen meist melancholischen und traurigen Melodien. Es schafft dabei eine sehr intensive Atmosphäre, der man sich tatsächlich nur schwer entziehen kann. Natürlich sind 8-Minutensongs wie MISSA ATROPOS für manchen Hörer schwer verdauliche Kost. Die zwar sehr einprägsame, aber auf Dauer manchmal auch ermüdende Stimme von Sänger Jan Henrik Ohme, legt den Grundstein des Sounds von Gazpacho. Die Keyboards legen immer wieder großflächige Sounds über die Musik, der Rhythmusmaschine Bass und Schlagzeug kommen meist eher ruhige und bedächtige Aufgaben zu. Und die Gitarre spielt bei Gazpacho sowieso eine eher untergeordnete Rolle, dominiert äußerst selten.

Und nicht zu vergessen diese Violine, die im Schaffen von Gazpacho eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Mit Jon-Arne Vilbo leistet sich die Band den Luxus eines Violinisten, der manchmal auch noch Mandoline spielt. Das alles verdient Respekt und Anerkennung. Gazpacho trauen sich was.

Nur in ihren Kompositionen, da bleiben sie konservativ. Sie entfernen sich nicht wirklich von ihren vorherigen Werken, bleiben eher in ihrer Komfortzone. Stagnation nennt sich so was. Das muss nicht schlecht sein, denn wenn der Stil den Fans gefällt weiß man, was einen erwartet. Und nicht jeder Mensch sucht dauernd einen neuen Kick. Da ist Altbewährtes das richtige Mittel um geerdet zu bleiben.

Persönlich wäre ein Album wie dieses hier als Debutalbum gut bis sehr gut, da es interessante und niveauvolle Kompositionen enthält. Es ist aber das bereits 6. Album der Band und somit hat es seinen Bonus des Neuen verbraucht. Es besitzt auch keine Songs die herausstechen und das gewisse Aha hervorrufen. Wie hab ich am Anfang geschrieben: alles fließt, meist ruhig, dahin.

Trotzdem macht der Fan keinen Fehler beim Kauf, sofern er auf Vertrautes steht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: den ersten 5 Alben der Band
Veröffentlicht am: 3.5.2016
Letzte Änderung: 20.6.2016
Wertung: 9/15
solide, aber irgendwie auch zu sehr auf Nummer Sicher

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Gazpacho

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 Bravo 11.00 2
2004 When earth lets go 10.00 1
2005 Firebird 11.00 3
2007 Night 10.67 6
2009 Tick Tock 9.40 5
2010 A Night At Loreley (DVD/CD-Box) 12.00 1
2011 London 12.00 1
2012 March of Ghosts 11.00 4
2014 Demon 12.60 5
2015 Night of the Demon 12.00 1
2015 Molok 10.75 4
2018 Soyuz 10.67 3

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