SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
23.8.2017
Zoppo Trump - Zoppo Trump
Anathema - The Optimist
Anathema - Hindsight
Evergrey - In Search of Truth
22.8.2017
Kungens Män - Dag & Natt
Oiseaux-Tempête - AL​-​'AN ! الآن (And your night is your shadow - a fairy​-​tale piece of land to make our dreams)
ZET - Comandante Beat
Can - The Singles
Steven Wilson - To the Bone
21.8.2017
Steven Wilson - To the Bone
20.8.2017
Bardo Pond - Peri / Game Five And A Half
Dante Roberto - The Circle
19.8.2017
N-1 - macht ihr mal, ich hab schon
Deer Park Ranger - Moderation
Christian Fiesel - Signal For Fire
Force Of Progress - Calculated Risk
18.8.2017
The Tangent - The Slow Rust Of Forgotten Machinery
Amplifier - Trippin' with Dr. Faustus
ARCHIV
STATISTIK
23788 Rezensionen zu 16255 Alben von 6316 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Emerson, Lake & Palmer

Live High Voltage

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010 (Aufnahmen vom 25.07.2010)
Besonderheiten/Stil: live; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Concertlive
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Keith Emerson keyboards
Greg Lake bass, acoustic guitar
Carl Palmer percussion

Tracklist

Disc 1
1. Karn Evil 9: 1st Impression - Part 2 5:57
2. The Barbarian 5:17
3. Bitches Crystal 4:16
4. Knife-Edge 5:55
5. From The Beginning 5:10
6. Touch And Go 3:20
7. Take A Pebble/Tarkus

1. Take A Pebble
2. Eruption
3. Stones of years
4. Iconoclast
5. Mass
6. Battlefield

15:38
8. Aquatarkus 2:51
Gesamtlaufzeit48:24
Disc 2
1. Farewell To Arms 6:02
2. Lucky Man 6:31
3. Pictures At An Exhibition Medley

1. Promenade
2. The Gnome
3. The Sage
4. The Hut Of Baba Yaga
5. The Great Gates of Kiev

16:22
4. Fanfare For The Common Man/Drum Solo/Rondo 12:33
Gesamtlaufzeit41:28


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Nachdem seit ihrer Trennung 1998 immer wieder mal Gerüchte hochkochten, die legendären Emerson, Lake & Palmer würden sich wiedervereinigen, war es im Sommer 2010 endlich so weit: Anlässlich des "High Voltage" Festivals in England kamen die drei zu einem einzigen Konzert noch mal zusammen, um zu sehen, ob man als Band noch funktionieren könne. Von den Fans sehnlichst erwartet, ging das Konzert schließlich am 25. Juli über die Bühne.

Im Vorfeld wurde bereits geunkt: Würde der am Karpaltunnelsyndrom leidende Emerson spielen können? Würde Greg Lake das Konzert durchstehen? Immerhin mussten einige der Emerson/Lake-Konzerte im Frühjahr abgesagt werden. Einzig um den fitten und agilen Carl Palmer musste man sich keine Sorgen machen. Doch die Band ging auf's Ganze: gleich nach dem Konzert konnten die Besucher eine CD mit dem Liveauftritt mit nach Hause nehmen. Keine Chance auf Overdubs oder sonstige Polierarbeiten.

Dieser Mut ist zu bewundern, ist doch dieses Konzert das schlechteste, das ich von ELP kenne. Das ist auch, angesichts der (und relativiert durch die) angesprochenen gesundheitlichen Probleme der Band, kein Wunder. So scheitert gleich der Einstieg, die berühmt gewordene Passage aus "Karn Evil 9" mit den Zeilen "Welcome back my friends/ to the show that never ends" an Lakes nicht vorhandenem Taktgefühl und nur mit Glück muss man nicht neu ansetzen. Auch spielt Emerson praktisch nie fehlerfrei, und vor allem sein flüssiges, manchmal zu flüssiges Legato scheint er an die Krankheit verloren zu haben, was in abgehacktem oder gar allzu langsamem Spiel (z. B. in dem Barockteil von "Knife Edge") resultiert. Ins Gegenteil gewendet wird allerdings auch ein Schuh draus: Emersons Spiel, das sich früher wegen seines Geschwindigkeitswahns öfters verhaspelte, kann an den entsprechenden Stellen nun erstmals Note für Note entschlüsselt werden. Und wenn man liest, dass ihm die Schmerzen beim Spielen anzusehen war, dann ringt einem das, was er hier bietet, angesichts seiner Krankheit größten Respekt ab. Denn ELP hätten auf Nummer sicher gehen, Lakeballaden spielen, einfachere Stücke aussuchen können. - Manch einer mag die ewig gleiche Setliste kritisieren (Lake: "my life is ten songs"), mittlerweile muss man aber den Hut davor ziehen, dass Emerson sich auch heute noch durch "Tarkus" kämpft und dabei auf sich selbst am wenigsten Rücksicht nimmt.

Nein, ELP gehen sogar noch einen Schritt weiter: Bisher kaum live gehörte Songs werden gespielt, "Farewell to arms" zum Beispiel, mit viel Pathos vorgetragen, sowie das selten gehörte "The Sage", das Teil der "Pictures at an Exhibition" ist. Lake singt es begleitet von warmen Keyboardstreichern. Andere Songs werden ebenfalls umarrangiert, "Tarkus" zum Beispiel spielt Emerson über weite Strecken ausschließlich auf dem Klavier, vielleicht gezwungenermaßen, in jedem Fall aber gewinnt er dem Stück dadurch eine neue Seite ab. Manch ein Stück leidet zwar etwas unter dieser Herangehensweise, "From the Beginning" etwa, bei dem die Drums zu laut sind und das am Ende von einem schrecklichen Keyboardsound angegriffen wird. Auch "Touch and Go" mag in dieser Version nicht jedermanns Sache sein. In diesem Fall ist das Carl Palmers stumpfem 4/4-Takt zuzuschreiben. Im Großen und Ganzen aber sind diese unterschiedlich weit gehenden Umarrangements ein Gewinn für die Songs.

Lakes Stimme ist immer noch da, voll und präsent, etwas dunkler vielleicht, und auch wenn er nicht alle Töne auf Anhieb trifft, bietet er doch gerade in den pathetischen Momenten ("Farewell to arms") eine nach wie vor eindrucksvolle Leistung. Palmer spielt etwas straighter als früher, das tut den Songs meistens gut, letztlich ist er, angesichts seiner Fitness, seiner Power und seines in keiner Weise verblassten technischen Könnens, wie in seinen beiden anderen Bands der eigentlich herausragende Musiker – wofür er sich natürlich pflichtschuldigst mit einem virtuosen Schlagzeugsolo bedankt, das, wie immer, Teil von "Fanfare for the common man" ist.

Der eigentliche Star des Abend ist jedoch die Band - auch wenn sie bis zum Ende kaum eine Passage synchron hinbekommt und man so erst versteht, dass der beliebte Vorwurf der Perfektion nie ein wirklicher Vorwurf sein konnte. Sie ist der Star, weil sie sich noch einmal zusammengerauft hat, weil sie sich das trotz aller Häme der letzten 20, ja 30 Jahre noch einmal antut, und weil sie bei allen Schwierigkeiten die Bühne trotzdem erhobenen Hauptes verlassen kann.

Am Ende sitzt man ein wenig wehmütig vor seiner Anlage. Wenn man Emerson, Lake und Palmer glauben darf, ist dies das letzte Konzert der Band gewesen. Sie haben zwar weitere Aktivitäten nicht ausgeschlossen, allerdings eher im Sinne von "man kann nie wissen" als im Sinne von "Ihr könnt euch drauf verlassen". Sollte es tatsächlich so kommen, ist dieses Album sicherlich nicht das schlechteste denkbare Schlusskapitel ihrer Geschichte – allerdings mag sich manch einer wünschen, die ganze Geschichte wäre von einem begabteren Autor verfasst worden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 22.10.2010
Letzte Änderung: 1.12.2010
Wertung: 10/15
Ganz schwer zu bewerten.

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Emerson, Lake & Palmer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1970 Emerson, Lake & Palmer 11.60 6
1971 Pictures at an Exhibition 12.00 5
1971 Tarkus 11.00 6
1972 Trilogy 12.40 5
1973 Brain Salad Surgery 12.50 5
1974 Welcome Back My Friends To The Show That Never Ends 12.50 2
1977 Works, Volume 2 5.11 9
1977 Works, Volume 1 8.00 5
1978 Love Beach 6.43 7
1979 In Concert 6.00 1
1992 Black moon 4.50 4
1992 The Atlantic Years 12.00 1
1993 Live At The Royal Albert Hall 10.50 2
1993 Works Live 10.00 1
1993 The Return of the Manticore 12.00 3
1994 In The Hot Seat 1.60 5
1997 Live in Poland 8.00 1
1999 Pictures at an Exhibition. Collectors Edition (DVD) 12.67 3
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Two 12.00 1
2001 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.One 11.00 1
2002 Re-Works 7.00 1
2002 Best of the Bootlegs 9.00 1
2002 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Three 8.00 1
2002 Works Orchestral Tour, Olympic Stadium, Montreal 1977 / The Manticore Special (DVD) 10.00 1
2002 Live at the Isle Of Wight Festival 1970 7.00 2
2004 Inside Emerson Lake & Palmer. 1970 - 1995. An independent critical review (DVD) 10.00 1
2004 Welcome Back (DVD) 9.00 1
2004 Masters From The Vaults (DVD) 10.00 1
2005 Beyond The Beginning (DVD) - 1
2005 Live at Montreux 1997 (DVD) 6.00 1
2006 The Birth Of A Band - Isle of Wight Festival Sat August 29th 1970 (DVD) 10.00 1
2006 The Original Bootleg Series From The Manticore Vaults Vol.Four 5.00 1
2007 From the Beginning - 1
2009 Works Deluxe Edition - 1
2010 High Voltage - 1
2011 Live At Nassau Coliseum '78 11.00 1
2011 ...welcome back my friends High Voltage Festival 2010 40th Anniversary 9.00 1
2011 Live At The Mar Y Sol Festival '72 12.00 1
2013 Live in Montreal 1977 8.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum