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District 97

Hybrid Child

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2010
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; Progmetal; RetroProg
Label: The Laser's Edge
Durchschnittswertung: 11.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Patrick Mulcahy bass
Jonathan Schang drums
Katinka Kleijn cello
Bob Clearfield keyboards
Jim Tashjian guitar
Leslie Hunt vocals

Tracklist

Disc 1
1. I Don't Wanna Wait Another Day 7:18
2. I Can't Take You With Me 5:37
3. The Man Who Knows Your Name 8:49
4. Termites 5:54
5. Mindscan I: Arrival 1:31
6. Mindscan II: Entrance 3:07
7. Mindscan III: Realization 2:46
8. Mindscan IV: Welcome 2:48
9. Mindscan V: Examination 2:54
10. Mindscan VI: Hybrid Child 3:31
11. Mindscan VII: Exploration 2:20
12. Mindscan VIII: What Do They Want 2:42
13. Mindscan IX: When I Awake 3:12
14. Mindscan X: Returning Home 2:43
Gesamtlaufzeit55:12


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


Ein Album von dem ein Großteil der Songs durchaus im "normalen" Radio laufen könnte? Ein Album auf dem eine American Idol-Finalistin singt? Entsetzen macht sich breit ... ah, eine Cellistin ist im LineUp, ein Hoffnungsschimmer.

Man könnte tatsächlich einiges bekritteln am Erstling der Band District 97, aber ich mag nicht. Ich bin nämlich hingerissen von dem Album, es macht mir unendlich Spaß. Ich will trotzdem versuchen noch ein paar "neutrale" Infos loszuwerden.

District 97 starteten 2006 als Instrumental-Prog-Combo, die sich eher im Verzwickt-Prog-Umfeld a la Liquid Tension Experiment bewegte. Das war dem Quartett auf Dauer aber nicht genug und man suchte nach einem passenden Sänger / Sängerin, um das Klangspektrum zu erweitern. Man fand Leslie Hunt, die es 2007 bis in die Top10 bei "American Idol" (der amerikanischen Variante von "Deutschland sucht den Superstar") gebracht hat. Eine sehr gute Wahl, denn Leslie Hunt hat eine klare, schöne Stimme in angenehmer Lage, die nicht selten an die junge Ann Wilson (Heart) erinnert. Damit prägt sie das Erscheinungsbild der Band auf "Hybrid Child" ganz ordentlich und vor allem sehr positiv. Scheinbar endlos wiederholte Refrains - vor allem gleich im Opener - übernehmen eher die Rolle eines weiteren Instruments und stellen vielleicht gar eine versteckte Hommage an Yes dar (vergleiche "I've seen all good people").

Musikalisch jagen District 97 durch allerlei progrelevante Stile. Da gibt es griffigen Retroprog, ganz im amerikanischen Stil angelehnt an Spock's Beard, da wird metallisch geklotzt und gerifft, es gibt floydige New Artrock-Passagen und so weiter. Das Album ist arrangementtechnisch ungeheuer farbig und bunt. Die Melodien sind federleicht und verdecken damit so manche instrumentale Eskapade, die die Ohren der Progger kitzelt. Während die ersten vier Songs für sich stehen und vor allem in "Termites" die Post ziemlich heftig abgeht, so bildet der Songzyklus "Mindscan" - unterteilt in 1 ½ bis 3 ½-minütige "Stückchen" - einen Proggertraum (oder Albtraum, je nachdem, wie man zu solchen konstruierten Großtaten steht). In furiosen Miniaturen durchlebt die Band nochmals nahezu alle Progvarianten, die sich so vorstellen lassen (außer Jazzrock und Canterbury), allerdings schon mit einem Schwerpunkt auf den melodisch-heftigeren Varianten. Da gibt es wieder kreative Riffs, fette Soli, Keyboards aller Arten bis hin zu extrem zahnfüllungsgefährdenden Quietschattacken und sehr abwechslungsreiches Drumming und Bassspiel. Sogar die Avantgarde-Freaks werden mit einer kuriosen Stimm-Collage - "Examination" - bedient.

Der Höhepunkt am Schluss: Zur Band gehört wie gesagt auch die Cellistin Katinka Kleijn, die sonst ihre Brötchen beim Chicagoer Symphonie-Orchester verdient. Und die schreddert und schrubbt sich immer wieder in heftigster Manier durch die Songs (spätestens hier würden den Format-Radio-Hörern, vergleiche anfangs der Rezi, allerdings doch die Ohren abfallen) oder spielt rhythmisch vertrackte Unisono-Läufe mit dem Bass. Genial gemacht!

Mit "Hybrid Child" legen District 97 ein hervorragendes Debüt vor. Fast muss man mit der Band etwas Mitleid haben, denn wie wollen die das denn noch toppen? Egal, genießen wir das Werk im hier und jetzt.

Anspieltipp(s): I can't take you with me, Termites
Vergleichbar mit: FLUTTR EFFECT mit mehr Prog- und Rock-Power
Veröffentlicht am: 17.11.2010
Letzte Änderung: 18.8.2014
Wertung: 12/15
...wahrscheinlich um einen Punkt zu hoch, aber in meiner Euphorie kann ich nicht anders...

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Die Prog-Überraschung des Jahres 2010 war für mich das fulminante Comeback des Retro-Prog! In den letzten Jahren schien diese für den Prog insgesamt so bedeutsame Spielart auf ziemlich eingefahrenen Gleisen gelandet zu sein und begann zu langweilen. Aber gerade im Jahr 2010 weht auf einmal wieder ein frischer Wind durch dieses zentrale Prog-Genre: vom grandiosen Neu-Start der alten Kämpen von Spock's Beard über flotte Scheiben von Carptree, Toxic Smile oder Salem Hill hin zu überragenden Newcomern wie eben District 97.

Wobei... District 97? Was ist das für ein komischer Name für eine Retro-Combo? Was mich persönlich nicht gar so vom Hocker haut ist die Stimme von Leslie Hunt. Ich kann mir jetzt zwar vorstellen, wie eine American Idol-Finalistin klingen muss, aber für meinen Geschmack ist der Gesang - bei aller handwerklichen Fertigkeit wohlgemerkt! - zu belanglos. Aber das ist - siehe Besprechung des Kollegen weiter oben - natürlich Geschmacksache.

Egal, denn was District 97 auf ihrem Debüt Hybrid Child bieten, ist ein ganz klasse gemachter Hybrid aus Retro gemischt mit Melodic Rock (für's Gemüt) und Progmetal (für den nötigen Drive). Schon wenn man dem Opener I don't wanna wait another day lauscht, staunt man, mit welcher Leichtigkeit es die Band schafft, den ollen Retroprog wieder jung und modern klingen zu lassen. Die Band erfindet das Rad gewiss nicht neu, aber sie gibt ihm wieder einen kräftigen Schwung!

Anspieltipp(s): I don't wanna wait another day, The Man who knows your name
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 12.1.2011
Letzte Änderung: 23.3.2012
Wertung: 11/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Christian hat recht - wie immer - der Retroprog ist back und zwar, wie man so schön sagt, mit einem Bang. Er hat das unter anderem Bands wie District 97 zu verdanken, die nicht nur locker und frischwindig daheragieren, sondern auch intelligent - und neben schlechtluftigen Winden war es die erschlaffte Intelligenz, die das Subgenre zuletzt siech darniederliegen ließ. Spart man sich aber, wie auf "Hybrid Child", die Angst vor harten Gitarren, vor fusionischen Unisonoläufen und vor allem die vor Dissonanzen und ersetzt sie durch kompositorische Fähigkeiten, erhebt sich der Retroprog sofort wieder aus den seichten Gefilden platter Dur/Moll-Harmoniken, genau so, wie es auf diesem Album ein paar bebrillte Nachwuchsbubis den arrivierten Hütern des orthodoxen Retroprogs vorführen - und diese selbst dabei gleich mit. Mit Scheiben wie dieser oder unserem gegenwärtigen Tipp des Monats (Ciccada) kann man sich als Retroprogfan glatt wieder unter die Leute trauen - und das ist gut so, denn das Genre hat seine miesen Ausformulierungen der letzten Jahre nicht verdient.

Was mir an District 97 dabei besonders gefällt, ist, dass ich sie mir sowohl in Würzburg als auch in Aschaffenburg oder auf der Loreley vorstellen kann (und da will ich sie demnächst auch sehen!), das kriegen wenige hin und das ist grandios - zumal für eine Band, die gerade mal ein Album veröffentlicht hat. Wenn das so weiter geht, kaufe ich mir nur noch Debüts...

Jetzt müssen sie nur noch lernen, Longtracks zu komponieren und nicht nur aus vorgefertigten Versatzstücken, die nichts miteinander zu tun haben, zusammenzusetzen. Aber das wird schon. Mein Geheimtipp einstweilen: Die Messiaen-Adaption "Quartet for the End of Time", kostenlos von der Bandwebsite zu laden: http://district97.bandcamp.com/track/quartet-for-the-end-of-time-dance-of-fury-for-the-seven-trumpets

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Beardfish, Dream Theater
Veröffentlicht am: 13.1.2011
Letzte Änderung: 22.1.2011
Wertung: 11/15
Leute, hört Retroprog! Vielleicht begegnet Ihr auf diese Weise ja auch Esra, Pascaline, KayKay und Angel-Ann wieder!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von District 97

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Live at CalProg 11.00 1
2012 Trouble With Machines 11.50 4
2012 Live from WFPK 11.00 1
2014 One More Red Night - Live in Chicago with John Wetton 11.00 3
2015 In Vaults 12.00 4

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