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Big Big Train

Goodbye to the Age of Steam

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1994
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: GEP / SPV; Neuauflage 2011: English Electric Recordings
Durchschnittswertung: 8/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Andy Poole Keyboards, Bass
Greg Spawton Keyboards, Guitars
Ian Cooper Keyboards
Steve Hughes Drums, Percussion
Martin Read Lead Vocals

Gastmusiker

Steve Christey Windchimes
Rob Aubrey Bass Pedals, Backing Vocals
Ken Bundy, Gary Chandler, Sally French, Stuart Nicholson, Martin Orford, Mandy Taylor Backing Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Wind distorted pioneers 3:21
2. Head hit the pillow 5:48
3. Edge of the known world 4:47
4. Landfall 4:18
5. Dragon Bone Hill 3:52
6. Blow the house down 9:20
7. Expecting snow 2:36
8. Blue Silver Red 10:03
9. Losing your way 7:28
10. Two poets meet 4:30
Gesamtlaufzeit56:03


Rezensionen


Von: Dirk Reuter @ (Rezension 1 von 4)


Das Erstlingswerk - nach den Demos "From the River to the Sea" und "The Infant Hercules" - von Big Big Train präsentiert eine Band auf der Suche nach ihrem Stil. Noch sind nur wenig Gemeinsamkeiten mit späteren Werken wie "The Difference Machine" oder "The Underfall Yard" erkennbar. Zwar sind auch hier schon einige Anspielungen auf musikalische Vorbilder vorhanden, diese geraten allerdings in Übertreibung des Eklektizismus eher etwas wirr und eben nicht wie auf den Alben des 21. Jahrhunderts klar herausgearbeitet.

Fast bin ich versucht, mich der Rezension von Kristian zum Nachfolger "English Boy Wonders" anzuschließen. Ganz klar geht auch das Debüt in Richtung Neo-Prog-Veteranen wie eben Jadis, auch wenn man bei "Dragon Bone Hill" und "Expecting Snow" eine deutliche Verbeugung vor der Hackett´schen Akustikgitarre ausmachen kann und auch ansonsten Genesis nicht völlig fern sind.

Ein wenig erinnert mich das Ganze an eine Horde kleiner Kinder, die im Schlaraffenland der Progbauklötze spielen, aber noch nicht so recht wissen, wie man aus all den bunten Steinchen etwas anderes zusammensetzen kann als einen hohen Turm, der irgendwann zusammenbricht. Gut, dass Big Big Train, das inzwischen bis zur Perfektion beherrschen.

Ebenfalls negativ fällt die Stimme des Sängers Martin Read ins Gewicht, der meist so klingt, als wolle er einen progressiven Nik Kershaw kreieren. Zum Glück haben BBT ja inzwischen David Longdon in ihren Reihen.

Insgesamt merkt man, dass die beteiligten Musiker etwas von dem verstehen, was sie hier tun. Nur die Umsetzung ist bei weitem noch nicht so gelungen wie etwa 10 Jahre später auf "Gathering Speed".

"Goodbye to the Age of Steam" ist kein schlechtes Album, aber eben noch kein Glanzlicht in der Diskografie einer der besten Prog-Bands der Gegenwart.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Jadis, IQ mit Paul Menel, Tony Banks "Still"
Veröffentlicht am: 17.11.2010
Letzte Änderung: 29.6.2011
Wertung: 8/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 4)


Es lässt sich diskutieren, ob Big Big Train auf ihrem Erstwerk unentschlossen agierten, oder ob sie vielleicht glaubten ihren eigenen Stil im Rahmen des Neoprog gefunden zu haben. Die ersten vier Songs präsentieren einen überdurchschnittlich vertrackten aber nicht kompositorisch überladenen, erstklassig gespielten, mit einer leichten Fusion-Schlagseite ausgestatteten Neoprog, der seit 1994 kaum Staub angesetzt hat. Mit "Dragon bone hill" wird der Neoprog unerwartet um eine Retroprog-Komponente in Gestalt einer exponierten akustischen Gitarre erweitert. Ob man aus dieser stilistischen Eigenheit einen Kritikpunkt ableiten sollte, sei dahingestellt. Greg Spawton zeigte sich damals in seinen ausgezeichneten Solos gleichermaßen von Steve Hackett, wie von Allan Holdsworth inspiriert.

So wie sich Big Big Train bis heute nicht entscheiden konnten oder wollten, ob sie ihr eigenes Retroprog-Ding durchziehen (wie z.B. auf "The difference machine") oder doch lieber zu mindestens 80% nach Genesis klingen wollen (wie z.B. auf "The underfall yard"), so fliessend sind bei ihnen auch ab "Blow the house down" die Grenzen zwischen Neo- und Retroprog.

2011 wurde "Goodbye to the age of steam" von der Band selbst klanglich aufgepeppt, um zwei Songs erweitert und mit einem neuen Cover veröffentlicht. Da das alte Coverbild nicht mehr als Original zur Verfügung stand, hat man ein neues in Auftrag gegeben. Der erste Bonus Track "Far distant thing" (Dauer 4:35) entstammt einem Demotape "The infant Hercules" von 1993, der Zeit also, als man noch zusammen mit Jadis tourte. "Far distant thing" geizt zwar nicht mit Rock-Klischees, am Ende ist es dann doch ein akzeptabler Neoprog-Song mit einigen Retroprog-Akzenten. Das zweite zusätzliche Stück, "Expecting dragons" (7:16), ist eine aktuelle Aufnahme, die einige Themen des Albums aufgreift. "Expecting dragons" präsentiert zerbrechlichen und sanften Progressive Rock, irgendwo zwischen Focus (Flötenparts), Steve Hackett (akustische Gitarre) und Camel. Darüber hinaus gibt es eine ausgedehnte, ungeschnittene Version von "Losing your way" (10:01) fürs Geld. Das oben aufgelistete "Two poets meet" war übrigens nur auf der japanischen Ausgabe erhältlich und ist inzwischen auch auf der Neuauflage von "English boy wonders" zu finden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.5.2011
Letzte Änderung: 7.5.2011
Wertung: 9/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 3 von 4)


Auch der Große Große Zug hat mal klein angefangen. Auf ihrem Albumdebüt "Goodbye To The Age Of Steam" befinden sich die heutigen Retro-Prog-Helden Big Big Train noch voll in ihrer Neoprog-Phase. Obwohl die Bandchefs Poole und Spawton 1994 schon froh waren, dass sie überhaupt ein Label gefunden hatten und welches ihnen die Aufnahme des Albums ermöglichte, so waren sie doch mit dem Ergebnis nicht hundertprozent zufrieden. Also nutzten sie die Chance das Album zu remixen, ein bisschen zu renovieren und mit Bonustracks zu versehen und erneut zu veröffentlichen, voila, wir sind in 2011.

Die musikalische Substanz ändert sich durch die sanfte Renovierung des Albums natürlich nicht. Ob sich der Klang und die Klarheit der Instrumentierung verbessert hat, kann ich mangels Kenntnis der Original-Version nicht beurteilen. Gut klingt es jetzt auf jeden Fall. Big Big Train spielen kompetenten, unterhaltsamen Neoprog, der in manchen Instrumental-Passagen sogar moderatem Gefrickel aufwarten kann. Irgendwie klingt man wie eine IQ-Variante mit mehr Pop-Appeal. Der neue Track "Far Distant Thing" - ursprünglich auf einem Cassetten-Demo veröffentlicht - fügt sich gut ein. Was später noch möglich sein sollte, deutet der Bonustrack "Expecting Dragons" an, der mit der aktuellen Besetzung also mit David Longdon und vor allem Nick D'Virgilio eingespielt wurde.

Gerade der kurze Auftritt D'Virgilios entlarvt das doch eher statische Getrommel von Steve Hughes, der damals allerdings erst 18jährig wohl noch am Anfang seiner musikalischen Entwicklung stand. Zweiter Schwachpunkt von "Goodbye To The Age Of Steam" ist sicherlich der Gesang von Martin Read. Nicht das Read nicht singen könnte, aber er klingt doch recht gleichförmig und etwas dünn. Vom Stil her ist er eher eine Art Popsänger, angenehme Stimme, aber wenig Volumen und Charisma. Aber zum Neoprog gehören halt die emotionalen Geschichtenerzähler, sonst wird das nichts.

"Goodbye To The Age Of Steam" ist geschmackvoll (was ja bei Neoprog schon mal ein Wert an sich ist), nicht zu seicht, aber auch nicht besonders aufregend. Wer Big Big Train erst durch ihre modernen Klassiker wie "The Difference Machine" oder "The Underfall Yard" kennengelernt hat, kann hier also den Wurzeln und noch etwas ungelenken Anfängen der Band nachspüren, muss man aber nicht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.11.2011
Letzte Änderung: 8.3.2012
Wertung: 8/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 4)


Als ich mich, das Interesse durch IQ und Jadis geweckt, in der ersten Hälfte der 90er Jahre mit zeitgenössischem Prog zu befassen begann (die Klassiker der 70er Jahre kannte ich bereits), stieß ich über GEP auf verschiedene Bands. Da gab es Niadem`s Ghost, Threshold, Different Trains, dann natürlich Spock's Beard und irgendwann landete ich auch beim Verglas-Label und Bands wie Arena, Shadowland und Strangers on a train. Alles wurde sich nach und nach einverleibt.

Und auch wenn ich einiges davon heute mit der etwas abgedroschenen Floskel "Jugendsünde" versehen würde, so sind diese Bands doch lieb gewonnene Durchgangsstationen in meiner Progwerdung, die in mich graviert haben und die ich nicht missen möche. Doch nun zum Kerngeschäft. Big Big Train habe ich damals einfach links liegen lassen; keine Ahnung warum. Mein erster Kontakt mit der Band war das starke The Difference Machine. Unterdessen kenne ich sämtliche Werke danach und wollte auch die Anfänge kennenlernen.

Über vorliegendes Debütalbum haben meine Vorredner schon das Wesentlichste gesagt. Auch für mich sind die späteren BBT der Alben nach "The Difference Machine" hier praktisch noch nicht auszumachen. Vielmehr hört sich die Band hier nach Jadis an, mitunter mit einer leicht an die frühen It Bites erinnernden Leichtigkeit und Poprockigkeit. Jadis sind aber irgendwie etwas breiter und soundmässig fetter (v.a. die Drums) angelegt als BBT. Auch den Gesang Martin Reads finde ich demjenigen Gary Chandlers gar nicht so unähnlich, letzterer ist aber etwas pathetischer.

Die Kompositionen sind alle recht gefällig, mitunter zwar etwas seicht, dann aber auch wieder durch rare Krummtakte, auflockernde Intrumentalpassagen und schöne Soli angefrischt.

Wer mit Neoprog oben erwähnter Prägung etwas anfangen kann, der dürfte mit den ersten Gehversuchen des übergroßen Zuges wie ich durchaus seinen Spaß haben. Wer Musik im Stile der letzten Alben der Band sucht, dem möchte ich eher von "Goodbye to the Age of Steam" abraten, denn das sind doch zwei paar Stiefel.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: siehe Text
Veröffentlicht am: 17.9.2012
Letzte Änderung: 17.9.2012
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Big Big Train

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 English boy wonders 7.50 2
2002 Bard 9.00 2
2004 Gathering Speed 9.00 1
2007 The Difference Machine 12.50 2
2009 The Underfall Yard 12.00 4
2010 Far Skies Deep Time (EP) 11.67 3
2012 English Electric Part One 9.17 6
2013 English Electric: Full Power 13.00 1
2013 English Electric Part Two 8.75 4
2015 Wassail EP 8.50 2
2016 Stone & Steel 11.00 1
2016 Folklore 10.00 3
2016 A Stone's Throw From The Line 12.00 1
2017 Grimspound 10.00 4
2017 The Second Brightest Star 9.00 1

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