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Radio Noisz Ensemble

Odiszée-Parck

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1983 (CD-Reissue 2010, Garden of Delights)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazz; Moderne Klassik; RIO / Avant; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Ubu Muziek
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Topsi Tkacz Bass, Violine
Biber Gullatz Oboe, Flöten, Sax, Englischhorn, Stimme
Michel Meyer Gitarren, Zither, Stimme
Sigi Siegler Tabla, Perkussion

Tracklist

Disc 1
1. Odiszée-Parck 11:18
2. Circkus Minor 3:58
3. Rara 8:30
4. IllOrno 1:02
5. Why art we so hungry? 5:30
6. A ta tendresse 0:52
7. Green bananas   (7-13 Bonustracks CD-Reissue) 6:44
8. Der chybrische Printz (live) 8:37
9. Serenade central (live) 3:47
10. Circkus Minor (live) 3:47
11. Bizarreville (live) 5:18
12. Alina (live) 4:45
13. Apparti (live) 8:13
Gesamtlaufzeit72:21


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im Juni und August 1983 spielte das Radio Noisz Ensemble im Weinheimer Probenraum das Material für ein zweites Album ein. Mit Sigi Siegler war schon im Sommer 1982 ein neuer Perkussionist zur Band gestoßen. Auch in klanglicher Hinsicht hatte man sich verändert. Biber Gullatz bediente nun häufiger ein Altsaxofon und Michel Meyer bezupfte meist eine E-Gitarre. Alles in allem war das Radio Noisz Ensemble in Jahre 1983 deutlich experimenteller und schräger unterwegs als noch ein Jahr zuvor. Also doch "Noisz"?

Die finanziellen Mittel der Band erlaubten es damals allerdings nicht die neuen Stücke wieder im Eigenverlag auf Platte pressen zu lassen (wie bei "Yniverze" geschehen). "Odiszée-Parck" erschien daher im Herbst 1983 als Tonbandkassette auf dem bandeigenen Minilabel Ubu Muziek, die man bei Konzerten der Gruppe für 8 D-Mark erstehen konnte. Das 2010 erschienen CD-Reissue von Garden of Delights fügt den 6 ursprünglichen Stücken, die es auf ungefähr 26 Minuten Spielzeit gebracht hatten, noch einiges an Bonusmaterial bei, das meistenteils bei Konzerten in den Jahren 1983 und 1984 aufgenommen wurden. Der Klang des Ganzen ist nicht perfekt, doch sind zumindest die Probenraumaufnahmen (die Tracks 1-7) sehr gut hörbar (trotz oder gerade wegen deren etwas rohen, unproduzierten Charmes). Immerhin wurden die Nummern mit einer Vierspurmaschine aufgenommen und von der Band selbst gemixt. Die Livenummern (die Tracks 8-13) klingen dann doch ziemlich dosig, wenn auch alle Instrumente gut vernehmbar sind.

Im Vergleich zum Debütalbum hat sich der Stil der Band kaum verändert. Verändert hat sich dagegen - wie oben schon angedeutet - der Sound, da das Instrumentarium ein etwas anderes ist. Auch auf "Odiszée-Parck" gibt es daher eine leicht jazzige Ensemblemusik zu hören, die von den Blasinstrumenten Biber Gullatz' dominiert wird, die sich solistisch über dem von Perkussion, Bass (gestrichen und gezupft) und Gitarre erzeugten, dichten, sehr rhythmischen Grundgerüst erheben. Die Zahl dieser Blasinstrumente hat nun allerdings leicht zugenommen, Meyer bedient eine E-Gitarre (meist jazzig pickend) und es erklingen ab und zu menschliche Lautäußerungen). Vergleiche mit der Musik von Between und der Third Ear Band sind immer noch passend, doch bewegt sich das Radio Noisz Ensemble nun ab und an auch in recht freiformatige Gefilde (man höre das wilde Durcheinander von Stimme, Geige, Sax und Perkussion, welches sich hinter dem Titel "Why art we so hungry?" verbirgt!) und kommt die Musik nun alles in allem kantiger und schroffer aus den Boxen als auf dem Debüt. Gewisse medieval-folkige Züge sind noch vorhanden, doch nicht mehr so deutlich wie auf "Yniverze".

Alles in allem ist "Odiszée-Parck" ein interessantes Album mit einem folkig-schrägen Kammerrjazzrock mit worldmusikalischen und experimentellen Tendenzen, der wohl mit zum Eigenwilligsten gehört, was in Deutschen Landen in den 80er Jahren in progressiver Hinsicht (in der wahren Bedeutung des Wortes) produziert wurde. Das Titelstück ist sicher mit das Beste, was die Band aus Weinheim zu Stande gebracht hat. Die paar klanglichen Unzulänglichkeiten (der Probenraumaufnahmen) lassen sich da leicht verschmerzen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.12.2010
Letzte Änderung: 6.12.2010
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Radio Noisz Ensemble

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1982 Yniverze 10.00 1

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