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The Flaming Lips

The Flaming Lips and Stardeath and White Dwarfs with Henry Rollins and Peaches Doing The Dark Side of the Moon

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009 (Dezember; Erstveröffentlichung auf iTunes)
Besonderheiten/Stil: Psychedelic
Label: Warner Bros.
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Wayne Coyne (Flaming Lips) vocals, guitar, keyboards
Michael Ivins (Flaming Lips) bass, keyboards, backing vocals
Steven Drozd (Flaming Lips) vocals, guitar, keyboards, bass, drums
Kliph Schurlock (Flaming Lips) drums, percussion
Dennis Coyne (Stardeath & White Dwarfs) vocals, guitar, keyboards
James Young (Stardeath & White Dwarfs) guitar
Casey Joseph (Stardeath & White Dwarfs) bass, keyboards
Matt Duckworth (Stardeath & White Dwarfs) drums, percussion
Henry Rollins vocals
Peaches vocals

Tracklist

Disc 1
1. Speak to Me/Breathe 5:19
2. On the Run 3:55
3. Time/Breathe (Reprise) 4:57
4. The Great Gig in the Sky 3:58
5. Money 5:32
6. Us and Them 7:46
7. Any Colour You Like 2:43
8. Brain Damage 4:43
9. Eclipse 2:12
Gesamtlaufzeit41:05


Rezensionen


Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 1 von 3)


Man muss Pink Floyds "Dark Side of the Moon" nicht lieben, aber wer es nicht kennt, wird schwerlich behaupten können, allzu viel über Rockmusik zu wissen. Das Album hat eine konstante Spur durch die Musikgeschichte der letzten fast 40 Jahre gezogen. Und wie es sich für ein richtiges "Werk" gehört, mangelt es auch nicht an Wiederaufführungen - bzw. in diesem Falle besser: an Neueinspielungen durch andere Künstler.

Bei solchen Neueinspielungen kann man unterschiedliche Wege gehen. Das Vitamin String Quartet beispielsweise schaut rückwärts, indem es die Musik von Pink Floyd für ein traditionelles Streichquartett umarrangiert. Dadurch entsteht zwar keine Klassik, aber immerhin bemerkenswerte Musik für ein klassisches Instrumentarium. Die Flaming Lips hingegen "modernisieren" die finstere Seite des Mondes. Oberflächlichstes Beispiel: Registrierkassen klingeln heutzutage nicht mehr wie Anno dazumal. Und so wird das berühmte "Money" in der neuen Version stattdessen mit allerlei Fieps- und Piepstönen eröffnet.

Das ist natürlich nicht der einzige Eingriff in das Original-Material. In Kooperation mit der amerikanischen Experimentalgruppe Stardeath and White Dwarfs - sowie gesanglich unterstützt von Henry Rollins und der Vokalistin Peaches - wird die pinkfloydische Psychedelic vielmehr konsequent in neue Formen gegossen. Das sanft rockende Dahinfließen von einst verwandelt sich dabei in ein eher zickiges Soundpuzzle, das sich teilweise ziemlich parodistisch anhört, obwohl ich bezweifle, dass es hier primär um eine Parodie geht.

Im Vergleich mit der warm-lebendigen Streichquartett-Version des Vitamin String Quartets wirkt die Musik bei den Flaming Lips und Co. merkwürdig steifgefroren und wie ich finde manchmal auch ein bisschen lendenlahm - trotz allen Aufwands an Musikern, Instrumenten und Studiotechnik. Die nicht zu leugnenden Löcher in den Pink Floyd-Kompositionen fallen in der Streichquartett-Version jedenfalls weniger deutlich auf als hier, wo zum Beispiel "Money" ganz schön langweilig aus den Boxen schleicht. Das Klangbild erinnert mehr an einen Flipperautomaten als an eine Rockband.

Nun sind die Flaming Lips bekanntlich keine explodierenden Jung-Genies mehr. Der Experimentalstil auf diesem Album wirkt auf mich denn auch ein bisschen altbacken. Man hat manchmal das Gefühl in einem Residents-Album aus den 80er Jahren festzustecken. Neue Seiten an Pink Floyds Musik lassen sich dabei kaum entdecken.

Trotzdem will ich diese Veröffentlichung nicht über Gebühr kritisieren: Sie lädt anhand altbekannten Materials zu Vergleichen ein, was man mit Musik so alles machen kann. Sie kommt manchmal auch ganz witzig und unterhaltsam daher. Und an ein paar Stellen nimmt sie sogar ein bisschen Fahrt auf. Das sind immerhin schon drei Aspekte, die es rechtfertigen, hier mal reinzuhören - nicht nur für Floydisten. Wer allerdings wissen will, wie man eine Prog-Ikone wirklich mit neuem Leben füllt, sollte sich lieber die Ruinzhatova-Version von Close to the Edge besorgen.

P.S.: Dass das Vitamin String Quartet seinerseits übrigens auch die Flaming Lips mal zu Kammermusik verarbeitet hat, das ist wieder ein anderes Kapitel.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2010
Letzte Änderung: 7.3.2012
Wertung: 9/15

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Von: Christian Rode @ (Rezension 2 von 3)


Die Flaming Lips erhöhen nicht allein die Schlagzahl, sondern verpassen dem Floyd-Klassiker insgesamt ein indie-mäßig straighteres Soundgewand nach ganz eigenem Gepräge. Das klingt zwar nicht gerade nach 21. Jahrhundert, sondern ist selbst retro im Sinne des 80er Jahre Revivals. Wer Floydiges in mehr zeitgemäßem Gewand hören möchte, greife daher vielleicht doch eher zu der Syd Barrett-Hommage Like Black Holes in the Sky aus dem Jahr 2008.

Aber auch wenn die Flaming Lips nicht unbedingt superoriginell sind, so ist dieses Remake doch wesentlich spannender und mitreißender und macht deutlich mehr Spaß als etwa die inspirationslose Umsetzung durch das Vitamin String Quartet. Insgesamt ist den Flaming Lips aber doch nur eine nette Variation des floydschen Meisterwerkes gelungen. Ob man's wirklich braucht, ist ne andere Frage. Aber wer ein offenes Ohr für Indie-Sounds hat, sollte hier jedenfalls mal ein ebensolches riskieren.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.12.2010
Letzte Änderung: 23.3.2012
Wertung: 9/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Wenn ich Gov't Mule höre, wie sie Pink Floyds „Dark side of the mule“ interpretieren frag ich mich: warum eigentlich? Eine Komposition fast originalgetreu im 1:1 zu spielen ist einfach. Aber einen millionenfach bekannten Klassiker komplett anders einzuspielen mit neuen Arrangements und Instrumentierung, das wäre doch eine echte Herausforderung. Viele Progheroen von Yes, King Crimson oder Keith Emerson haben sich schon an PF versucht. Doch fast immer mit Resultaten, die mir die Nackenhaare hochstehen ließen. Somit schon mal Daumen hoch für den Mut der Flaming Lips dieses Meisterwerk zu entrümpeln.

BREATHE wird sofort auseinandergenommen und ist hektisch. Das passt, denn schließlich geht es ja im Text auch um die Zeit und wie schnell sie verrinnt. Mit ON THE RUN geht es nervös und wild weiter. Da bleibt vom Original nicht viel übrig.

Das Uhrenticken in TIME fehlt und wird durch einen hüstelnden Mann ersetzt. Verrückte Idee, Wahnsinnseffekt. Und dass sie sogar das im Original wunderbar ruhige und mit Clare Torry's Stimme gesegnete THE GREAT GIG IN THE SKY von Rick Wright zerfleddern, das sehen viele als Gotteslästerung an. Doch es ist freie Kunst. Muss man nicht mögen, verdient aber Respekt.

Mit MONEY kommt dann der bekannteste Song des Albums. Kein Kassenklingeln mehr, dafür Geziepe aus dem Computer sowie eine stark verfremdete Stimme. Der Rhythmus des Songs wurde verlangsamt und ist nicht so hektisch wie das Original. Bei Pink Floyd war dieser Song nicht so mein Favorit, aber in dieser Version kann ich mich damit anfreunden. US AND THEM kommt dann entkernt bis auf sein Grundgerüst daher. Mit einer von Anfang bis Ende spielenden Orgel im Hintergrund und spacigen Sounds die auf- und abschwellen wie Wellen. Die im Original auf dem Klavier gespielte markante Melodie wird auf einer Gitarre mit einem kleinen Hall gezupft. Originell.

Dann knallt ANY COLOUR YOU LIKE rein. Psychedelischer als Pink Floyd. Das ist harter Stoff, der erst mit dem folgenden BRAIN DAMAGE wieder weicher wird. Sie bleiben näher am Original und verlängern den Song um rund 1 Minute. Das abschließende ECLIPSE ist dann wieder verstörend und entfernt sich weit vom Original. Mit Breaks die vorher nicht bestanden und mit mehr Kraft. Das klingt hochenergetisch und überhaupt nicht wie der ruhige Pink Floyd Ausklang. Was bei denen harmlos klingt, wird hier zur psychedelischen Falle. Zum Schluss sitzt man nur noch da und fragt sich, ob das jetzt nicht vielleicht doch ein D-Zug war der vorbei gerauscht ist.

An wen wendet sich so eine Einspielung? Pink Floyd Fans, die nicht viel anderes als DSOTM kennen werden sich mit Grauen abwenden. Also doch eher für Leute mit kindlicher Neugier, die es ganz toll finden sich sogar an den großen (unantastbaren) Vorbildern vergreifen zu dürfen. Und ehrlich gesagt tut es doch gut zu wissen, dass dieses Werk auch ganz anders hätte klingen können.

Ist das Kunst? Ja, auf jeden Fall. Es ist die Art von Kunst die uns zwingt über den Tellerrand zu blicken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.1.2016
Letzte Änderung: 20.2.2017
Wertung: 11/15
Eine sehr spannende Neueinspielung, die interessanteste die ich kenne

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von The Flaming Lips

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2002 Yoshimi Battles The Pink Robots 10.00 1
2006 At War With The Mystics 9.00 1
2009 Embryonic 11.00 1
2013 The Terror 11.00 1
2014 With A Little Help From My Fwends 12.00 2
2016 Oczy Mlody 11.00 2
2017 Onboard the International Space Station Concert for Peace 10.00 1

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