Video Vault
|
|
Informationen
Allgemeine Angaben
|
|
| Label: |
Voiceprint |
| Durchschnittswertung: |
7/15 (1 Rezension) |
|
Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Free Song
|
|
| 2. |
The Battle
|
|
| 3. |
Catherine Howard
|
|
| 4. |
Anne Boleyn
|
|
| 5. |
Lamorak's March
|
|
| 6. |
Rick's Charleston
|
|
| 7. |
Arthur
|
|
| 8. |
Lady of the Lake
|
|
| 9. |
Guinevere
|
|
| 10. |
Sir Lancelot and the Black Knight
|
|
| 11. |
Sir Galahad
|
|
| 12. |
The Last Battle
|
|
|
| Disc 2 |
| 1. |
Journey Medley
1. Journey Overture 2. The Journey 3. The Hansbach
|
|
| 2. |
The Realisation
|
|
| 3. |
Sir Lancelot and the Black Knight
|
|
| 4. |
The Spaceman
|
|
| 5. |
Catherine Parr
|
|
| 6. |
The Prisoner
|
|
| 7. |
Merlin The Magician
|
|
|
| Disc 3 |
| 1. |
Catherine Parr
|
|
| 2. |
No Earthly Connection Medley
1. The Warning 2. The Prisoner
|
|
| 3. |
Anne Boleyn
|
|
| 4. |
Happy Birthday Karls Krona
|
|
| 5. |
King Arthur Medley
1. Arthur 2. Galahad 3. The last Battle 4. Merlin the Magician
|
|
| 6. |
Journey to the Centre of the Earth Medley
1. Journey Overture 2. The Journey 3. The Hansbach 4. The Battle 5. The Forest
|
|
|
| Disc 4 |
| 1. |
1984 The Overture
1. Incl. Wargames
|
|
| 2. |
King Arthur Medley
1. The Last Battle 2. Arthur 3. Sir Lancelot and the black Knight
|
|
| 3. |
Sea Horses
|
|
| 4. |
Julia
|
|
| 5. |
Henry Medley
1. Catherine of Aragon 2. Anne of Cleves 3. Catherine Howard
|
|
| 6. |
The Proles
|
|
| 7. |
Journey Medley
1. The Journey Overture 2. The Journey 3. The Recollection
|
|
|
| Disc 5 |
| 1. |
Sea Horses
|
|
| 2. |
Merlin The Magician
|
|
| 3. |
Elgin Mansions
|
|
| 4. |
Bedtime Stories
|
|
| 5. |
Gone But Not Forgotten
|
|
| 6. |
G'ole and Black Pearls
|
|
| 7. |
Catherine Howard
|
|
| 8. |
Gray's Elegy
|
|
| 9. |
After The Ball
|
|
|
| Disc 6 |
| 1. |
RW Video Vault Interview
|
|
| 2. |
The Overture from 1984
|
|
| 3. |
The Barry Norman Interview with Elgin Mansions
|
|
|
Rezensionen

Das mittlerweile aufgegebene (und durch die Marke Gonzo ersetzte) Label Voiceprint hatte es sich in den Jahren seiner Existenz zur Aufgabe gemacht, die Hinterlassenschaft noch (zumindest halbwegs) lebendiger, aber nicht mehr ganz so frischer Proghelden zu verwalten. Im Falle von Rick Wakeman geschah das in erster Linie in Form einer Box namens "Treasure Chest", die zahlreiche Raritäten enthielt und eine der wenigen Boxen gewesen sein dürfte, die die Sammler auch tatsächlich zufrieden stellen konnten. Etwas später wurde dann auch noch eine 6-DVD-Box nachgereicht, jenes Video Vault, das es nun zu besprechen gilt.
Unumstreitbares Highlight ist die erste DVD, "Live at the Empire Pool - King Arthur on Ice" von 1975. Kenner der Proggeschichte und Wakeman-Fans wissen: Hier wurde ein echter Schatz gehoben. Die "King Arthur"-Show, zu Wakemans damals aktuellem Album "Myths & Legends of King Arthur & the Knights of the Round Table" wurde nur wegen eines hinterfotzigen Tricks Wakemans und nur drei Mal im Empire-Pool aufgeführt: Mit Band, Orchster, Chor - und Eiskunstläufern...
Die Musiker befanden sich dabei in der Mitte der Eisfläche, in einer Art Burg, eigentlich nur ein schnell bepinselter Papp-Ring aus niedrigen Zinnen, drumherum schlittschuhten ein paar Eisläufer in mittelalterlichen Kostümen, mit umgehängten Pferden und Holzschwertern, die eigentlich abgesehen davon gar wenig taten. Von einer Choreographie (für die jüngeren unter Euch: Choreo) keine Spur, für eine Planung war auch gar keine Zeit gewesen.
Das Ganze ist in seinem Trashwert und in seiner Käsigkeit in der klassischen Prog-Epoche sicherlich absolut unübertroffen - es schlägt jeden Helge-Schneider-Film ebenso wie Episode I und sogar Wakemans eigene "Journey"-Tour (die mit den aufblasbaren Dinosauriern) und ist damit nicht nur ein Meilenstein des Progressive Rock und letztlich pure Rockgeschichte, sondern auch filmhistorisch gesehen irgendwo ganz da oben, zusammen mit "Star Crash". Wer heute lebt, sich Progfan nennt und das hier nicht kennt, hat ab sofort Mitredeverbot, kann sich einmotten lassen, und danach nach Hause gehen. Und kriegt die Lederhosen ausgezogen.
Dabei muss man über Band, Chor und Orchester sogar positiv erstaunt sein: Die musikalische Leistung ist nämlich ebenso herausragend wie die Tonqualität und steht damit in schrägem Gegensatz zu der "Show", die man geboten bekommt. Dass das funktioniert (oder zumindest nicht stört), beweist das Publikum, das am Ende hingerissen auf den Stühlen steht.
"Live at the Maltings (1976)" auf DVD 2 ist ein Mitschnitt aus der erfolgreichen BBC-Musiksendung "The Old Grey Whistle Test". Das Rückgrat der Show bilden die Klassiker aus "King Arthur", "Six Wives" und "Journey to the Center of the Earth", aber das Ganze ist ein Auftritt des English Rock Ensembles, weshalb immer wieder Stücke des damals aktuellen Albums "No earthly connection" gespielt werden. Für mich eine kleine Wiederentdeckung eines lang nicht gehörten Lieblingsalbums aus Wakemans Frühzeit.
"Live at the Maltings" zeigt Wakemans Band in hervorragender Form. Auch wenn Wakeman meist die alkoholische Seite der Musiker hervorhebt, hier steht eine großartige Truppe auf der Bühne, die die Musik kraftvoll herüberbringt und dabei auch noch ordentlich Spaß hat: Ein Höhepunkt der Show ist die Johnny-Cash-Imitation des (leider namenlosen) Gitarristen.
Die damals noch vorhandene musikalische Vitalität Wakemans zeigt sich auch im sich stetig wandelnden Zugriff auf sein Material: Hier wie auf den folgenden DVDs ist zu sehen wie er umarrangiert, die Reihenfolge der Songs seiner Konzeptalben ändert, hier und da lange Improvisationen und teils sogar neukomponierte Passagen einbaut. Wenn man weiß, dass seine Konzerte seither nie wieder ohne die Klassiker "King Arthur", "Six Wives" und "Journey to the Center of the Earth" auskamen, ist das bemerkenswert weitsichtig.
"Live at the Maltings" ist dann aber auch das letzte Mal, dass Wakemans Band sich als Rockband präsentiert. Von hier an wird es immer käsiger und man kann von Scheibe zu Scheibe einen Abstieg in seichte, poppige Sounds verfolgen, die letztlich mit "Night Music" in einer Art Clayderman-Déja-vu endet. Dies liegt weniger an Wakemans Spiel, das (für einen Rock-Keyboarder) technisch gewohnt brillant bleibt, sondern eher an seinen zunehmend plastinierten Sounds, dem zweitklassigen Saitenspiel und dem geradeausen, uninspirierten Schlagzeugspiel von Tony Fernandez. Auch bleibt neues Material qualitativ zum Teil weit hinter den Klassikern zurück: Warum sein Musical "1984", das auf "Live at the Hammersmith Odeon" vorgestellt wird, gescheitert ist, dürfte jedem Hörer schon nach wenigen Takten klar sein, die platte, fröhliche Popmusik hat mit der Düsternis der literarischen Vorlage rein gar nichts zu tun und das Happy End, das Texter Tim Rice (immerhin!) der Story verliehen hat, dürfte ein Übriges getan haben. Die Band agiert hier zudem gelangweilt und ohne jede Dynymik - was der Musik allerdings durchaus angemessen ist. Großartige Sänger hatte Wakeman ja nie in der Band, Ashley Holt hatte seine guten und schlechten Tage, oder besser: seine guten und schlechten 5 Minuten, aber die (leider namenlose) Dame, die sich hier einen abquält, ist schon schwer zu ertragen. Ein paar Trümpfe hat Wakeman dann allerdings doch noch in der Hand, wenn er hier in einer Art Medley "Catherine of Aragon" und "Anne of Cleves" zum allerersten Mal live spielt.
Mit "Night Music" ist dann der Tiefpunkt auf dem Abstieg in Claydermansche Gefilde erreicht: Wakeman, bislang noch schräger Ansager seiner Selbst, gibt sich in der TV-Show als harmlos plaudernder Conferencier, der dann in weißem Show-Anzug auf weißem Piano harmlose Harmonien herunterperlt. Der Prog verkommt hier gänzlich zur familientauglichen Belanglosigkeit. Immerhin: Über Wakemans Spiel kann man sich nicht beschweren und auch einige der Arrangements sind interessant, weil hier endlich wieder klassische Instrumente zu hören sind. Aber wenn zu seichten Eso-Akkorden ein Gedicht vorgetragen wird und zu einem Stückchen namens "Bedtime Stories" kleine Kinder auf ein Bett klettern und mitsingen, dann kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Nein, auch einen Trashwert hat das nicht.
Die "Video Vault"-Box ist mit zwei hervorragenden Scheiben und mittelmäßigen bis ärgerlichen Zugaben überteuert. Gonzo täte gut daran, die DVDs einzeln zu verkaufen. In diesem Fall wären die King-Arthur-Show und das '76er-Konzert sicher Renner. So aber wird man wohl noch einige Zeit auf den Boxen sitzenbleiben - umso mehr als kein Mensch zu wissen scheint, dass es die überhaupt gibt. Und das ist gut so, denn es gibt keine Booklets und Voiceprint sind sich mal wieder zu schade, Songlaufzeiten oder Bandmitglieder auch nur im Netz aufzulisten. Das ist dann auch der Grund dafür, dass davon nichts in den Tracklisten oben steht.
| Anspieltipp(s): |
|
| Vergleichbar mit: |
|
|
| Veröffentlicht am: |
28.2.2011 |
| Letzte Änderung: |
8.3.2011 |
|
|
|
Zum Seitenanfang
Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Rick Wakeman
Zum Seitenanfang
|