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Höstsonaten

Summereve

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Folk; RetroProg
Label: AMS
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fabio Zuffanti bass, moog taurus bass pedals, acoustic guitar, tambourine, rainstick, tubular bells
Luca Scherani mellotron, hammond organ, church organ, minimoog, grand piano, fender rhodes, clavinet, synthesizers, RMI keyboard, farfisa organ, string ensemble, sequencers, e-piano
Maurizio di Tollo drums, congas, tambourine
Matteo Nahum acoustic / electric / 12 string / classical guitars, nose
Sylvia Trabucco violin
Fausto Sidri didjeridoo, zills, darbouka, dumdum, kajon, djembe
Joanne Roan flute
Luca Tarantino oboe
Formus String Quartet violin / violin / viola / cello

Tracklist

Disc 1
1. Season's ouverture 10:51
2. Glares of light 7:25
3. Evening dance 4:13
4. On the sea 4:20
5. Under stars 3:17
6. Blackmountains 4:07
7. Prelude of an elegy 4:07
8. Edge of summer 5:40
Gesamtlaufzeit44:00


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß @ (Rezension 1 von 2)


Mit ?Summereve? legt Fabio Zuffanti als Letztes den Beginn seines Jahreszeiten-Zyklus vor. Unter dem Namen des Projekts Höstsonaten hat er wieder sozusagen die üblichen Verdächtigen versammelt und mit ihnen ein weiteres wirklich wunderschönes Album eingespielt. Neu ist vielleicht, dass Zuffanti diesmal nicht alles selbst komponiert hat, sondern sein in letzter Zeit besonders enger Spezl Luca Scherani ganz intensiv beteiligt war (wie zuletzt ja auch schon beim zweiten Album von Aries).

?Summereve? ist ein ausgesprochener würdiger 'abschließender Beginn' des musikalischen Zyklus geworden, dessen Veröffentlichungsreigen 2002 mit ?Springsong? begann. ?Summereve? ist relativ keyboard-lastig, die allgegenwärtigen Tastenklänge von Scherani ? überwiegend auch noch mit klassischen ?Prog?-Keyboards erzeugt ? rücken das Album deutlicher als die bisherigen Höstsonaten-Werke in die Nähe des Retroprog. Aber im Kern bleibt auch ?Summereve? ein stilvolles Werk des mediterranen Folk-Progs.

Die Musiker zelebrieren ein ums andere Mal pastorale, gewaltige, langsam dahinschreitende Klangkathedralen, die zwischen sinfonischem Prog und folkig-verspielten Parts wechseln. Zu Beginn überrascht Scherani mit Flower Kings-Gedächtnis-Keyboards (später zum Abschluss packt er dann die Tony Banks-Variante aus). Aber gerade die Streicherfraktion, aber auch Gitarrist Nahum, der einige Male schon nahezu leicht aggressiv den Tasten in die Parade fährt, und der multiinstrumentale Percussionist sorgen für genügend Abwechslung im Klangbild. Auch wenn Matteo ?Ich kann beide Steves des Prog? Nahum die Gitarre überwiegend elegisch jubilieren lässt.

So entfalten sich wunderschöne (ich wiederhole mich hier, aber es ist halt so) symphonische Klangbilder, die zu Beginn (die ersten vier Tracks) zu einer Suite verschmelzen. Hin und wieder wünscht man sich etwas mehr ?Dampf?, aber Fahrt wird erst in der zweiten Hälfte des Albums aufgenommen und dann auch nur moderat. Aber letztlich ist das eben der Charakter nicht nur dieses Höstsonaten-Albums.

Wer also bei einem Wohlklang-Overkill, der aber niemals in Langeweile abgleitet, nicht gleich Ausschlag bekommt, sondern sich auch einfach nur mal musikalisch verwöhnen lassen kann, der ist hier absolut richtig. Zuffanti und Scherani gelingt wieder ein Album der Kategorie ?einfach schön?, dessen Charme man sich nur schwer entziehen kann.

Wie beim AMS-Label nicht anders zu erwarten, entspricht auch die optische Aufmachung dem musikalischen Inhalt und so kommt ?Summereve? im Klapp-Digipak mit passendem Artwork und hübschem Booklet daher. Die CD steckt in einem separaten Papiereinleger.

Anspieltipp(s): ...in einem durchhören!
Vergleichbar mit: Zuffanti hat sich längst seine eigene Höstsonaten-Klangwelt geschaffen...
Veröffentlicht am: 12.3.2011
Letzte Änderung: 12.3.2011
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Vor einem Jahr hat mir dieses Album noch außergewöhnlich gut gefallen, mittlerweile allerdings hat "Summereve" in meiner Wahrnehmung doch ein wenig abgebaut. Das liegt nicht mal daran, dass mit "Rites at Dawn" von Wobbler das persönliche Retroprog-Highlight des Jahres 2011 schon gefunden wurde, sondern natürlich an "Summereve" selber.

Mit der "Season's Overture" leiten Höstsonaten das Album dabei sogar noch ziemlich makellos ein. Reichlich Banks-inspirierte Keyboardarbeit sorgt dabei für gediegene Retroprog-Stimmung, die nicht zuletzt durch die dezent eingesetzten Folktupfer (Flöte, was sonst?) auch eine gelungene pastorale Komponente enthält. Nach dieser Eröffnung baut "Summereve" allerdings recht schnell ab. "Glares Of Light" schleppt sich mit einem Tempo weit unterhalb dessen von "Afterglow" oder "As Sure As Eggs Is Eggs" dahin, dass es geradezu geriatrisch wirkt, und die eher seichten jazzigen Harmonien sorgen nicht gerade für Stimmung.

"Evening Dance" ist melodisch und harmonisch zwar deutlich spannender, in der Darbietung fehlt aber der letzte Schmiss; als ob sich Höstsonaten nicht trauen würden, irgendwelche Grenzen zu überschreiten. "On The Sea" krankt am gleichen gemächlichen Tempo wie "Glares Of Light" und leistet sich zudem einige Griffe in die rührselige Kitschkiste (ungefähr so, wie das einige Leute Yes' "Onward" nachsagen). Das fragmentarische "Under Stars" ist ebenfalls ruhig und verhalten ausgefallen.

Erst mit "Blackmountains" kommt die Sache wieder halbwegs in Gang, verschläft den eigentlich überfälligen Ausbruch aber dahingehend, dass sich die Nummer immerhin zu flottem Folk entwickelt. "Prelude Of An Elegy" macht dann aber als nette Retroprog-Soundspielerei à la Simon Says halbwegs Laune, bevor "Edge Of Summer" erst nach "Glares Of Light"-Machart etwas langweilt, schließlich aber unter Aufnahme der "Overture"-Melodien "Summereve" zu einem einigermaßen versöhnlichen Abschluss führt.

"Abschluss", ein gutes Stichwort: Mein Hauptvorwurf an "Summereve" ist also, dass Teile der Platte doch etwas lahm ausgefallen sind, hat doch der stilvolle Einstieg ein effektvolles Retroprog-Werk verhießen. Hingegen sind weite Passagen in der Mitte des Albums nur wenig packend geraten und wirken geradezu beiläufig; kein Vergleich zu den geradezu bilderstürmerischen Jahrgangskollegen von Wobbler oder auch von Ignatius. Immerhin, so bieder einige Teile des Albums auch sind, so muss ich "Summereve" doch attestieren, als Gesamtwerk voll und ganz zusammenhängend und schlüssig zu wirken. Das verhindert dann auch ein Abrutschen in niedere Punkteregionen, denn als Ganzes funktioniert "Summereve" bis zu einem gewissen Grad auch.

Anspieltipp(s): Season's Overture, Evening Dance, Prelude Of An Elegy
Vergleichbar mit: diversem 70er-Mainstream, aber etwas trippiger
Veröffentlicht am: 13.9.2012
Letzte Änderung: 13.9.2012
Wertung: 8/15
Ende gut, alles gut? Nein, hier krankt es in der Mitte etwas.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Höstsonaten

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Höstsonaten 9.00 2
1998 Mirrorgames 9.00 1
2002 Springsong 11.00 3
2008 Winterthrough 10.00 1
2009 Autumnsymphony 12.00 1
2012 The Rime Of The Ancient Mariner, Chapter One 12.00 1

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