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Elbow

Build a Rocket Boys!

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: Fiction Records
Durchschnittswertung: 11.5/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Guy Garvey Gesang
Craig Potter Keyboards
Mark Potter Gitarre
Pete Turner Bass
Richard Jupp Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. The Birds 8:04
2. Lippy Kids 6:06
3. With Love 4:12
4. Neat Little Rows 5:40
5. Jesus is a Rochdale Girl 3:18
6. The Night Will Always Win 4:25
7. High Ideals 5:39
8. The River 2:51
9. Open Arms 4:54
10. The Birds (Reprise) 1:32
11. Dear Friends 5:01
Gesamtlaufzeit51:42


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 4)


Eigentlich, so las ich vor kurzem, hatten Elbow geplant, sich nach ihrem vierten Studioalbum The Seldom Seen Kid aufzulösen. Dann wurde dieses ein überraschender Erfolg - in den britischen Charts erreichte es Platz 5 - und man beschloss weiterzumachen. Drei Jahre später liegt nun das neue Album Build a Rocket Boys! vor.

Kommerzieller Erfolg bewegt eine Band zum weitermachen, das hat mich zunächst skeptisch gestimmt. Immerhin war mir der Vorgänger bereits etwas zu glatt geraten, und der Gedanke lag nahe, dass eine Band, nachdem sie Hitparadenblut geleckt hat, verzweifelt versucht, auf der Kommerzwelle zu reiten. So wie Yes seit fast dreißig Jahren.

Nun, die Befürchtungen waren nach kurzem Reinhören schnell zu den Akten gelegt. Das neue Album zeigt sich wieder spröder, melancholischer und introvertierter. Die Songs sind echte Perlen artifizieller Rockmusik (wobei sie meist gar nicht besonders rockig sind). Die Arrangements sind eher karg, da reicht schon mal ein minimalistisches E-Piano-Motiv (Lippy Kids, The Night Will Always Win), das genau genommen die meiste Zeit aus dem ständig wiederholten, gleichen Ton besteht. Nur gelegentlich darf dezent gerockt werden (Neat Little Rows, High Ideals), aber auch in diesen Momenten bleibt das Tempo eher verhalten. Dazu singt Guy Garvey gewohnt zwischen verschlafen und weltschmerzdurchtränkt.

Klar, das ist nicht die Musik, die vor Komplexität und krummen Takten strotzt. Aber die scheinbar eingängigen Songs überraschen doch immer wieder mit kleinen Schrulligkeiten und sind oft mit seltsamen Widerhaken durchsetzt. Schöne Scheibe!

Anspieltipp(s): The Birds, High Ideals, The Night Will Always Win
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.4.2011
Letzte Änderung: 14.8.2011
Wertung: 10/15

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Von: Sebastian Hauck @ (Rezension 2 von 4)


Über Elbow hört man viel Gutes. Von einer Riesenentdeckung ist da die Rede, Meilenstein des ArtRock, und nicht nur die Fachpresse ist voll des Lobes, sondern Auftritte in amerikanischen LateNight-Shows und in ähnlich großem Umfeld zeugen von Massentauglichkeit. Da meine Affinität zu von IndieRock beeinflusster Musik eher halbherziger Natur ist, war nicht zuletzt die Empfehlung eines Kollegen ausschlaggebend dafür, das aktuelle Album 'Build a Rocket Boys!' von Elbow einmal unter die Lupe zu nehmen.

Die Platte beginnt mit 'The Birds', einem Stück mit mehrstimmigem Gesang vor minimalistischen Gitarren und filigranen Synthie-Klängen, das später in ausschweifende Streicherteppiche übergeht, immer noch von Guy Garveys hymnischen Gesang dominiert. Nachdem das über 7 Minuten lange Stück leise ausgeklungen ist, übernimmt in 'Lippy Kids' das Klavier die Kontrolle. Der fast etwas zerbrechlich wirkenden Strophe folgt wieder ein vor Sehnsucht tropfender Refrain, der optimal zu einer Filmszene mit Sonnenuntergang passen würde. 'With Love' überzeugt durch einen groovenden Rhythmus, und während das Klavier mit einer eingängigen Melodie von der Lead-Gitarre ergänzt wird, gönnt man sich den Luxus, nur für die Worte 'With Love' einen ganzen Chor zu bemühen. 'Neat Little Rows' wird wieder von der Gitarre dominiert. Das Schlagzeug kommt komplett ohne die Snare aus, und im Refrain ergänzt eine Marimba die Gesangsmelodie. Mit 'Jesus is a Rochdale Girl' und 'The Night Will Always Win' folgen zwei ruhige Stücke, die ohne pompöse Refrains auskommen, sondern ihre Qualitäten in traumhaft schönen Melodien zeigen. 'High Ideals' wiederum beginnt mit groovenden Beats, die bald von synthetischen Bläsern und der Lead-Gitarre ergänzt werden. 'The River' ist ein sehr minimalistisches und mit zweieinhalb Minuten auch sehr kurzes Stück, in dem die herrliche Stimme von Guy Garvey nur Klavier und Hintergrundchor als Rahmen braucht. Es folgt ein weiteres Highlight mit 'Open Arms'. Das zeitweise wie ein Kirmeswalzer anmutende Stück mit dem wieder durch einen Chor unterstützten hymnischen Gesang baut einen Spannungsbogen auf, der nicht nur gehalten, sondern bis zum Ende des Songs noch gesteigert werden kann. Nach einer kurzen Reprise des Eröffnungssongs, die das Zeug für einen 'Herr der Ringe' - Soundtracks hat, endet das Album mit dem bescheidenen 'Dear Friends', wo Gitarren und Klavier in harmonischer Eintracht den Teppich für Guy Garveys getragenen Gesang bilden.

Spätestens nach dem zweiten Hören merkt man, dass hier etwas wirklich Großartiges geschaffen worden ist. Die Platte besticht von vorn bis hinten durch eine schlichte, und dennoch raffinierte Schönheit. Zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl, dass etwas zu viel, zu wenig, zu schwülstig, zu laut oder zu leise ist, alles ist perfekt dosiert und verbindet sich zu einer Harmonie, die fast schon wehtut. Wenn diese Band ihren Weg fortsetzt, den sie begonnen hat, kann Radiohead einpacken und nach Hause fahren. Fazit: Unbedingt empfehlenswert!

Anspieltipp(s): 'Open Arms', 'With Love'
Vergleichbar mit: Doves
Veröffentlicht am: 19.7.2012
Letzte Änderung: 18.7.2012
Wertung: 13/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 4)


Der Minimalismus steht ein wenig im Vordergrund auf dem fünften Studioalbum von Elbow aus dem Jahr 2011 mit dem Titel „Build A Rocket Boys!“. Minimalismus mit einem Hang zur Monotonie. Monotonie, die fast schon ein wenig hypnotisierend wirkt, wenn ein Ton oder aber ein Lauf immer und immer wiederholt beziehungsweise nur ganz zart variiert wird. Und dieser Minimalismus, diese Monotonie ist wahrlich perfekt gesetzt ohne, dass dies auch nur im Mindesten negativ gemeint wäre. Diese Wiederholungen einzelner Parts sind so perfekt gesetzt, sodass hier nie auch nur der Hauch von Langeweile entstehen kann. Im Gegenteil, es entwickelt sich Spannung. Dazu gesellt sich die Stimme Guy Garveys, die immer im Vordergrund steht und die dieser wieder trefflich verzweifelt und melancholisch einzusetzen weiß.

Sehr schön beginnt das Album mit dem achtminütigen “The Birds“, welches sich langsam, ganz langsam steigert. Ab etwa Minute 3:30 erinnert das Lied dann ein wenig an Kompositionen Peter Gabriels auf dessen dritter und vierter Platte. Hier wird allerdings nichts kopiert, hier werden nur Erinnerungen musikalischer Art erzeugt. Schön und ein wenig elegisch ist anschließend „Lippy Kids“, welches als Textzeile auch den Titel des Albums „Build A Rocket Boys!“ enthält. Dazu gesellt sich ein summender Hintergrundchor und obwohl in diesem Stück ein Piano-Ton immer und immer wiederholt wird, klingt hier alles wunderschön eingängig und melodiös.

Im weiteren Verlauf des Albums gibt es noch jede Menge zu entdecken. Und dabei sind ausdrücklich Texte wie Melodien gemeint. Die Stücke sind meist ruhig gehalten und bestechen immer wieder durch diese wunderbare Klarheit und Einfachheit, durch die Redundanz an Text und Musik, die dann doch mit Monotonie so gar nichts mehr gemeinsam hat. Das, was man zu hören bekommt ist gerade deswegen beeindruckend, weil es auf den ersten Blick (aber nur auf den ersten!) so schlicht wirkt.

„Build A Rocket Boys!“ ist perfekt arrangiert und genauso gut abgemischt. Die Qualität der Lieder kann allerdings gegen Ende des Albums nicht ganz gehalten werden. Hier wird es dann nicht mehr ganz so einprägsam, auch wenn noch die ein oder andere Überraschung auf den Hörer wartet (The Birds (Reprise), Open Arms).

Fazit: Ein schönes und eindrucksvolles Album ist Elbow da gelungen. Ein Album der leisen Töne, welches immer wieder durch seine Schlichtheit besticht. Alles passt wunderbar zusammen, ist perfekt aufeinander abgestimmt. „Build A Rocket Boys!“ ist eines der Höhepunkte im Schaffen von Elbow geworden.

Anspieltipp(s): The Birds, Lippy Kids, With Love, Open Arms, The Birds (Reprise)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.7.2012
Letzte Änderung: 27.7.2012
Wertung: 11/15
Sehr empfehlenswert.

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Von: Marc Colling @ (Rezension 4 von 4)


Ich muss meinen Kollegen Recht geben wenn sie den Minimalismus, die Monotonie und oftmaligen Wiederholungen von Tönen mit nur geringen Variationen beschreiben. Sie haben das treffend formuliert und jeder, der Elbow kennt dürfte beipflichten. Als Proghörer Elbow zu mögen funktioniert nur, wenn man sich von allem Ballast löst, den Prog oft besitzt. Wie immer sind die Songs aber sperrig genug, um auch nach unzähligen Durchgängen noch Feinheiten preis zu geben. Das erstaunt mich immer wieder auf ihren Alben, aber die Musik hat trotz aller Simplizität eine enorme Langlebigkeit.

So beginnt das Album intim und intensiv mit THE BIRDS. Da sitzt man am Ende fassungslos da und wundert sich, wie wenig Noten es braucht um hervorragende Musik zu schreiben. Das 8-Minuten Stück ist mit seinem ruhigen und monotonen Rhythmus, seiner sich langsam steigernden Intensität und nicht zuletzt wegen seines morbiden Charmes umwerfend. Das ist Elbow's "Kashmir" (das von den Zeppelinen natürlich).

Doch auch in den meisten anderen Songs bleibt es ruhig und gelassen wie in LIPPY KIDS mit seinem monotonen Klaviermotiv, JESUS IS A ROCHDALE GIRL mit ruhiger A-Gitarre oder im melancholisch-düsteren THE NIGHT WILL ALWAYS WIN.

Beschwingt und lebenslustig klingt WITH LOVE, das harte NEAT LITTLE ROWS hat einen schnell nach vorn treibenden Rhythmus während OPEN ARMS hymnisch mit großem Chorsample erstrahlt.

Toll finde ich außerdem noch das sperrige und fast ohne Melodie auskommende THE RIVER. Sehr reduziert und intim dann nochmal die vokale Reprise zu THE BIRDS.

„Build a rocket boys“ ist ein transparentes und luftiges Album für Menschen, die sich an (Prog)Songwriting erfreuen. Weil die Musik so „anders“ ist, klingt diese oft verkannte Band einfach interessant. Die ziehen ihr Ding durch, lassen sich nicht so leicht in eine Schublade stecken und das ist mehr als respektabel.

Dieses Album ist reduzierter und spröder als die bisherigen. Nur selten hört man füllige Chöre oder Streicher. Genau das macht es für mich besonders und deshalb ist es mein bisheriger Favorit.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Eels
Veröffentlicht am: 28.3.2017
Letzte Änderung: 28.3.2017
Wertung: 12/15
The Birds ist durch seine Schlichtheit einer der besten Songs, die ich kenne

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Elbow

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2001 Asleep in the Back 10.67 3
2003 Cast of Thousands 10.33 4
2005 Leaders of the Free World 11.00 4
2008 The Seldom Seen Kid 10.00 4
2014 The Take Off and Landing of Everything 10.00 2
2017 Little Fictions 10.50 2

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