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David Bowie

Hunky Dory

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: RCA
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

David Bowie Gesang, Gitarre, Saxofon, Klavier

Gastmusiker

Michael Ronson Gitarre
Woody Woodmansey Schlagzeug
Trevor Bolder Trompete, Bass
Rick Wakeman Klavier

Tracklist

Disc 1
1. changes 3'33
2. oh!you pretty things 3'12
3. eight line poem 2'53
4. life on mars 3'48
5. kooks 2'49
6. quicksand 5'03
7. fill your heart 3'07
8. Andy Warhol 3'58
9. song for Bob Dylan 4'12
10. queen bitch 3'13
11. the bewlay brothers 5'21
Gesamtlaufzeit41:09


Rezensionen


Von: Holger Grützner @ (Rezension 1 von 2)


Bowies Vielseitigste. Bowie der Hippie, Bowie die Zicke, Bowie der Provokateur .... Bowie der Münchhausen, der sich mittels dieser Platte hier zum ersten Mal an den eigenen Haaren aus der Scheiße zieht. Nach dem (schwachen) Vorgänger „The man who sold the world" kam hier nun wirklich was Großes.

Hatte es eben bei Mercury noch geheißen: Mit dem kann man nichts zustande bringen. Der hängt bloß rum, mehr oder weniger stoned, kennt keine Uhrzeiten und haut mal schnell eben ein paar schlampige Songskizzen hin....klang es nach Anhörung der Demoversionen von „Hunky Dory" bei der RCA vollkommen anders: Den machen wir groß!

Die Ziggy Stardust Karriere war die Folge. Die war zwar kommerziell erfolgreich, aber gemessen an „HD" künstlerisch 2.Wahl. Meiner Meinung nach können nur „Heroes" und „Scary Monsters" wirklich mithalten.

Doch zurück zum Album selbst:

Die Songinhalte schaffen den Spagat zwischen Dylan einerseits und Mark Bolans phantasievollem Nonsens andererseits unter Zuhilfenahme schockierender Androgynität. (von Bi- oder gar Homosexualität zu sprechen verbot sich damals noch; Bowie ist seit jeher ein Meister des Ungefähren).

Ist „Changes" nur ein Antwortsong zu „the times they are a changing" oder eine zickig-ironische Verarschung? Auf der 2.Plattenseite wird noch eins draufgesetzt. Im „Song for Bob Dylan" (der damals gerade Medienabstinenz pflegte) wird der große Meister respektlos im Imperativ beauftragt: „Hear this, Robert Zimmermann, I wrote a song for you..."(....du hast uns die Augen geöffnet und somit unsere Probleme vergrößert, um dich nun zu verpissen? Komm zurück und gib uns unsere Gemeinschaft von einst wieder!)

Aber nicht nur Seine Nuschligkeit St.Bob bekommt sein Fett weg, sondern auch die andere Ikone der Zeit: Andy Warhol!

Isser nu' schrill und verehrungswürdig oder der langweiligste Eierbecher on earth?

In „Life on mars" so ganz nebenbei ein Tritt in Richtung Imagine-John: „...'cause Lennon's on sale again", was ganz unverbindlich den Denkanstoß vermittelt, dass die Kohle des Herrn Berufsrevoluzzers wohl stimmen wird. Mit politischen Träumereien (a la Power to the people) hat Bowie also hörbar nichts am Hut. Der Song ist in seiner Message eher vergleichbar mit „streetsfighting man". Hier wie da geht es um Resignation. Ist da wenigstens Leben auf dem Mars, läßt er ein gefallenes Mädchen fragen, wenn schon auf Erden kein wirkliches ist, und selbst die Traumfabrik/Kino beim Trostspenden versagt? Bowie als Fatalist. Aber er sorgt mit anderen Songs der Platte scheinbar für Ablenkung...oder....soll die Gesamtwirkung vielleicht den allgemeinen Menschheitsverfall noch unterstreichen?

Z.B. In „Queen Bitch" lamentiert er als Tunte, dass er seinen Traumkerl nicht abgekriegt hat, weil der dummerweise hetero ist - oder in „Quicksand" bläst er dir ein bißchen Treibsand ins Gesicht: bunte Phrasen, in denen man sogar straflos „Himmlers dreams" verwursten kann. Gefundenes Fressen für Anglistikdoktoranden. (Weisen sie den zunehmenden apolitischen Charakter der angloamerikanischen Beat-und Popmusik der frühen 70er Jahre am Beispiel David Bowies nach!) Wohl niemand ließ die Orientierungslosigkeit nach Woodstock deutlicher heraus als Bowie.

Musikalisch erwähnenswert ist zum Einen die Mitwirkung Mick Ronsons, des vermutlich unterschätztesten Rockgitarristen überhaupt. Er zeigt hier alle damals angesagten Stile: Lagerfeuergeklampfe Marke Donovan (Bewlay brothers), Riffgedonner a la T.Rex (Queen Bitch), filigrane Fingergymnastik wie CSN&Y ( Eight line poem). Andere Hörer - andere Vergleiche.

Zum anderen übernimmt Wakeman - (genau DER Wakeman!) - die Tasten, zukünftige Yes-Großtaten in „Life on Mars" und „Fill your heart" erahnen lassend.

Fazit: Zeitgeist pur. Ein historisches Dokument und immer wieder unterhaltsam.

(April 2001)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2002
Letzte Änderung: 24.5.2002
Wertung: 13/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 2)


In den 70er Jahren schaffte es David Bowie regelmäßig sich selbst neu zu erfinden. Sollte er eine Platte später schon Ziggy Stardust sein, so war er auf Hunky Dory noch das androgyne Wesen, welches sich auf dem Frontcover ähnlich wie Greta Garbo darstellen ließ.

Und genau so abwechslungsreich wie sein Auftreten ist auch seine Musik. Und dies nicht nur auf den verschiedenen Alben dieser Dekade, sondern auch auf Hunky Dory selbst.

Es beginnt mit "Changes" einem ruhigen Lied, welches nur beim Refrain mehr Fahrt aufnimmt. Ein schöner Track, der aber noch Luft nach oben hat. Diese wird allerdings schon bei der nächsten Nummer sehr dünn, denn "Oh! You Pretty Things" ist ein klasse Song mit einem traurigen Text. Als Instrumentierung wurde hier fast nur auf das Piano gesetzt, lediglich beim Refrain setzen dann noch Schlagzeug und Bass, sowie eine Art "Handgeklatsche" ein. Und dieses Vorgehen unterstreicht die Stimmung noch zusätzlich zum Gesang.

"Eight Line Poem" ist dann noch mal zwei Stufen ruhiger und auch etwas schräger. Für mich der Track auf dem Album, der einen am wenigsten packt. Da "jault" mir Bowie doch ein bisschen zu viel. Aber gleich bessert sich die Stimmung wieder, denn "Life On Mars?" ist ein tolles Lied und eines der Höhepunkte der ganzen Veröffentlichung. Zwar wieder traurig, sowohl von der Instrumentierung, wie auch vom Text her. Aber wenn er, in Gestalt des Mädchens aus dem Lied, herzzerreißend singt "Is there life on Mars?", dann kann man das musikalisch kaum schöner umsetzen.

Für bessere Stimmung sorgt anschließend wieder "Kooks", wobei mich das von Richard Wakeman gespielte Piano, immer an ein Klavier in einem Saloon des "Wilden Westens" erinnert. Auch der Text ist klasse, bei dem es um ein / sein(?) zukünftiges Kind geht. Besonders gefallen mir hier die Zeilen "And if the homework brings you down, Then we'll throw it on the fire, And take the car downtown". Eine "erzieherische Maßnahme", zu der ich meine Eltern nie hätte überreden können.

Und so geht es weiter, denn es gibt viel zu entdecken auf dieser CD. Laufend gute Songs mit tollen Texten, die sogar klare Botschaften an ihre Namensgeber enthalten (Andy Warhol, Song For Bob Dylan). Dann fröhliche Lieder wie "Fill Your Heart", was sich sowohl in dessen Instrumentierung, wie seiner Stimmung ausdrückt, die Bowie fähig ist zu transportieren. Beendet wird die Silberscheibe dann vom ruhigen "The Bewlay Brothers", bei dem zum Schluss auch ganz verzerrte Stimmen mitsingen dürfen.

Fazit: Sind die elf Stücke auf Hunky Dory alle relativ ruhig gehalten (bis auf Queen Bitch, das zum Mitwippen veranlasst), so entsteht doch niemals Langeweile, denn in viel zu unterschiedlichen Gewändern kommen die Stücke daher. Nichts wiederholt sich und es bleibt immer spannend. David Bowie hat auf Hunky Dory noch nichts mit dem David Bowie auf "Heroes" oder "Scary Monsters" zu tun, denn wie am Anfang bereits erwähnt, der Wandel ist Bowies Markenzeichen. Wer allerdings auf ruhige, gut gemachte Musik steht und auch mal in die Texte sehen möchte, dem sei Hunky Dory wärmstens empfohlen, denn sie oder er, kann hier ein klasse Album für sich entdecken.

Anspieltipp(s): Oh! You Pretty Things, Life On Mars?, Kooks, Fill Your Heart, The Bewlay Brothers (Na, habe ich sie schon alle?)
Vergleichbar mit: Nur mit dem Meister selbst...
Veröffentlicht am: 9.10.2011
Letzte Änderung: 3.3.2012
Wertung: 13/15
Musikgeschichte

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von David Bowie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Space Oddity 11.00 1
1971 The Man Who Sold The World 9.00 1
1972 The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars 12.00 1
1973 Aladdin Sane 9.50 2
1974 Diamond Dogs 8.33 3
1974 David Live 11.00 1
1976 Station to Station 11.50 2
1977 Heroes 13.00 1
1977 Low 9.50 2
1978 Stage 10.50 2
1979 Lodger 9.00 1
1980 Scary Monsters 10.00 2
1983 Let's dance 6.00 2
1984 Tonight 4.00 1
1986 Labyrinth 1.00 1
1987 Never let me down 3.00 3
1993 The Buddha Of Suburbia 12.00 1
1993 Black Tie White Noise 5.00 1
1996 Outside: The Nathan Adler Diaries 13.00 2
1997 Earthling 10.00 1
1997 The singles collection - 1
1999 Hours 9.33 3
2002 Slow Burn 11.00 1
2002 Heathen 11.50 2
2003 Reality 9.25 4
2008 Live Santa Monica '72 11.00 1
2008 David Bowie Box - 1
2010 A Reality Tour 11.00 1
2013 The Next Day 10.00 2
2014 Nothing Has Changed. - 1
2016 Blackstar 13.00 3
2018 Welcome to the Blackout (Live London '78) 10.00 1

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