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David Bowie

Low

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1977
Besonderheiten/Stil: ArtPop
Label: RCA
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

David Bowie Gesang, Keyboards, Saxofon, Gitarre
Brian Eno Keyboards
Carlos Alomar Gitarre
Dennis Davis Percussion
George Murray Bass
Roy Young Klavier, Orgel
Ricky Gardener Gitarre
Iggy Pop Gesang
Mary Visconti Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Speed of life 2'42
2. Breaking glass 1'42
3. What in the world 2'20
4. Sound and vision 3'00
5. Always crashing in the same car 3'26
6. Be my wife 2'55
7. A new career in a new town 2'50
8. Warszawa 6'17
9. Art decade 3'43
10. Weeping wall 3'25
11. Subterraneans 5'37
Gesamtlaufzeit37:57


Rezensionen


Von: Holger Grützner @ (Rezension 1 von 2)


Once upon a time....als Bowie noch eine große Nummer war, wurde ich in der eingemauerten Volksrepublik Preußen stolzer Besitzer von „LOW". Die Platte war nicht so bekannt wie „stationtostation" oder „Heroes", enthielt nur einen „einigermaßen Hit" mit „sound & vision", aber es war BOWIE. Es gab durchaus Leute, die Genesis, Yes oder Lindenberg besaßen, aber niemand hatte einen BOWIE! Yeahr.

Nur hat die Platte einen Haken: Die A-Seite will nicht so recht zur B-Seite passen. Hier harte Popsongs wie aus einem Guss, die das Phil Collins Schlagzeug vorwegnehmen - dort ambient-Geräuschversuche, leise, lang- und ganz schön -weilig.

Die menschliche Psyche kennt keinen Zustand, der dich beide Seiten am Stück genießen läßt. Bist du gefrustet? Verspürst du Lust darauf, der Welt deine Genialität vor die Füße zu kotzen? A-Seite!

Rumms-bummbumm-rumms bringen dich die drums auf Trab... „always crashing in the same car..." - scheißegal, das liegt am Auto!

Was aber passiert, wenn du dich dann sogleich auf die B-Seite verirrst?

Dudeldudelmmmmhmmmhhhaaaa....iiiiieeeeechoooo.....6 Minuten „Warzawa" als opener und in der Stimmungslage bleibt das dann auch. Schlechter Koks? Zuviel Backpulver im „H"? Bowie war kein Junkie, er war ein wandelndes Hallunzinogen himself. Nur Kumpel Iggy soll NOCH mehr vertragen haben. Aber muß man in dieser Verfassung gleich ausgerechnet „Neu!" und Kraftwerk (Prä-Autobahnphase „ruckzuck", „vom Himmel hoch") konsumieren und selber genauso klingen wollen??? Die Stücke fuhren Kritikerlob ein. Mit zeitlicher Verspätung von 5/6 Jahren sprang dieser Virus dann auf's Publikum über. Ich aber kann mich des Verdachtes nicht erwehren, dass sich hier der „Kaisers neue Kleidereffekt" auswirkt. Der besondere Anspruch wird vorgegaukelr:„Wer nichts sieht/hört, ist fehl am Platze..." Also fröhliches Massenheucheln: Das sind ja ssssoooo anspruchsvolle Klänge!

Ich stelle mir die Enstehungssituation dieser B-Seite eher so vor:

Visconti on the phone: „David! Biste aufnahmefähig? Komm ins Studio, wir müssen die B-Seite endlich aufnehmen! Wie, du hast keine Songs? Laß dir ja was einfallen! Ich hab gerad' den Eno hier, der kann dir auf die Sprünge helfen, aber komm wenigstens her!!! Komm her Mann oder fick dich selber!" ...und so trug nach einer kleinen Ewigkeit ein noch ganz ansprechbarer Iggy einen nicht ganz so munteren David ins Studio und 100 Kaffeebecher später waren dann „weeping wall" und „subterraneans" usw. im Kasten. „ Davy, willst du noch was drauf singen?" „Nööö, Määän."

Was damals keiner ahnte: Dies war die Generalprobe für „Heroes" - das wirkliche Meisterwerk!

(April 2001)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.5.2002
Letzte Änderung: 24.5.2002
Wertung: 8/15

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Von: Thomas Thielen @ (Rezension 2 von 2)


Was Bowie und Eno hier abliefern (ok, da sind auch ein paar Mittaeter dabei, ohne dass sie wirklich auffielen...), ist schlicht brilliantester Pop mit schraegem Einschlag. Immer wieder durchziehen instrumentale Fragmente die von... sagen wir... auf der Legalitaetsskala nicht so weit oben angesiedelten Nebelschwaden dissonanter Harmoniegesaenge, Saxophonkreischer und Blueso perverso-Einlagen.

Carlos Alomar macht das, was er hinter Fripp auf "Heroes" machen sollte, hier noch konsequenter, naemlich strikt rhythm spielen, waehrend Ricky gardener ab und zu mal richtig die Sau raus laesst. Eno selbst sorgt fuer einen selbst fuer heutige Verhaeltnisse noch aeusserst seltsamen Sound, der immer zwischen Chaos und Mainstream pendelt.

Dadurch steigert sich die Atmosphaere der Platte in dauerndem Understatement zu einem kaum noch zu ertragenden Nicht-Hoehepunkt, der dafuer sorgt, dass man einfach nicht loslassen kann: Die Erwartung, dass aus dem brodelnden Vulkan doch endlich einmal Lava spritzen muesse, wird immer wieder gleichsam vertagt, endlose Differaenz, wie Bowie es wohl von seinem in philosophischen Kreisen ebenso geschaetzten wie gehassten Diskussionspartner Derrida gelernt haben muss.

Darin liegt die Tugend von "Low": Aehnlich wie Cure 3 Jahre spaeter schafft es die Platte, ohne Hoehepunkt auszukommen, ohne grosse Veraenderungen in Sound, Stimmung oder Kompositorik; hier gibt es einfach nur Bowie, nervoes, aber nicht gewalttaetig.

Fazit: Nicht beim Installieren neuer Hardware, vor einem Fussballspiel, vor dem Besuch der Schwiegereltern oder einer Diskussion mit Vorgesetzten einlegen - akute Explosionsgefahr -, aber sonst einfach ein Treffer, wenn auch nur knapp 40 min lang, aber wer koennte diese Spannung auch laenger aushalten...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 10.6.2002
Letzte Änderung: 10.6.2002
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von David Bowie

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1969 Space Oddity 11.00 1
1971 The Man Who Sold The World 9.00 1
1971 Hunky Dory 13.00 2
1972 The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars 12.00 1
1973 Aladdin Sane 9.50 2
1974 Diamond Dogs 8.33 3
1974 David Live 11.00 1
1976 Station to Station 11.50 2
1977 Heroes 13.00 1
1978 Stage 10.50 2
1979 Lodger 9.00 1
1980 Scary Monsters 10.00 2
1983 Let's dance 6.00 2
1984 Tonight 4.00 1
1986 Labyrinth 1.00 1
1987 Never let me down 3.00 3
1993 The Buddha Of Suburbia 12.00 1
1993 Black Tie White Noise 5.00 1
1996 Outside: The Nathan Adler Diaries 13.00 2
1997 Earthling 10.00 1
1997 The singles collection - 1
1999 Hours 9.33 3
2002 Slow Burn 11.00 1
2002 Heathen 11.50 2
2003 Reality 9.25 4
2008 Live Santa Monica '72 11.00 1
2008 David Bowie Box - 1
2010 A Reality Tour 11.00 1
2013 The Next Day 10.00 2
2014 Nothing Has Changed. - 1
2016 Blackstar 13.00 3
2018 Welcome to the Blackout (Live London '78) 10.00 1

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