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Sankt Otten

Gottes Synthesizer

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011 (VÖ 29.07.)
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik
Label: Denovali Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Stephan Otten drums,programming,synthesizers
Oliver Klemm guitars,bass guitar,synthesizers

Tracklist

Disc 1
1. 480 Pixel, die ich an Dir liebe 6.51
2. Eine wartet immer 7.08
3. Diesseits vom Jenseits 3.25
4. Ich verlasse mich selbst 4.08
5. Fast Neu ist auch gebraucht 8.30
6. Halleluja, german Angst 2.18
7. Wir sind deine Propheten 3.47
8. Gottes Synthesizer 13.20
9. Der Schatten kann trügen 4.50
10. Die Welt ist ja nicht zum aushalten 3.50
11. Sternstunden der Resignation 3.18
12. Thom Yorkes letzte grosse Liebe 4.59
13. Das Ende vom Lied 4.50
Gesamtlaufzeit71:14


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Zum Titel "Gottes Synthesizer" wird wohl jeder Hörer seine eigenen Erwartungen aufbauen, je nachdem, was für einen der musikalischen Göttlichkeit am nächsten liegt. Als dann in "480 Pixel, die ich an Dir Liebe" der Musik der 80er Jahre, mit ihrem elektronischen, alles andere als klanglich subtilem Schlagzeugkit (die gab es damals u.a. von der Fa. Simmons) Tribut gezollt wird, bin ich etwas enttäuscht. Bei diesen Schlagzeugklängen, die nicht mein Ding sind und die mich schon bei Tangerine Dream der 80er genervt haben, gerate ich in Gefahr die darüber von dem Duo gelegten entspannenden Synthesizer- und Gitarrenwolken zu überhören. "Eine wartet immer" ist mit klassischen Sequencer und Synthesizern etwas atmosphärischer ausgefallen, wenn da bloss Stephan Otten nicht darauf bestanden hätte, das elektronische Schlageugkit zu spielen... Glücklicherweise entlockt Otten seinem Instrument ziemlich anspruchsvolle Rhythmen und Herr Klemm greift bei seinen Gitarrensolos auf die Klänge zurück, die viele an Robert Fripp erinnern werden.

In "Diesseits vom Jenseits" werden dann weniger aufdringliche elektronische (möglicherweise virtuelle) Rhythmusmaschinen zu den sphärischen Klängen benutzt. Das Stück hat eine gewisse Nähe zu aktuelleren elektronischen Musik, wie z.B. solcher von The Future Sound of London. In dem vergleichsweise dramatischen "Ich verlasse mich selbst" wird das elektronische Schlagzeug mit Sequencer- und Mellotronklängen kombiniert. Später kommen noch bedächtige Gitarrenlinien hinzu. "Fast neu ist auch gebraucht" darf als eine zugleich rhytmische und melancholische Hommage an die Krautrock-Elektroniker von Neu! verstanden werden.

In "Halleluja, german angst" mutiert das Duo plötzlich zu einer Progformation, die mit traditionellem Schlagzeug sowie geschmacksvollem Einsatz von Mellotron und Synthesizern überzeugt. "Wir sind deine Propheten" hat eine grosse Ähnlichkeit mit Soundscapes von Robert Fripp, nicht zuletzt weil auch die von ihm bevorzugten Gitarrenklänge bei den schwebenden Tönen verwendet werden. In dem Titeltrack wird zwischen Sequencermotiven und langgezogenen Melodielinien der schneidenden Gitarren eine gewisse Spannung aufgebaut, dieses leider mit Hilfe vom elektronischen Schlagzeug. In "Der Schatten kann trügen" ähnelt das Duo durch die Verwendung vom herkömmlichen Schlagzeug wieder mal einer Progressive Rock-Combo, bei der Keyboarder und der Gitarrist ihre Vorliebe für langgezogene Melodielinien ausleben. "Die Welt ist ja nicht zum aushalten" würde als eine eher weltbejahende Kombination von Keyboardwölkchen, elektronischem Schlagzeug und bedächtigen Gittarentönen als ein Filmabspann in den 80ern nicht weiter auffallen. "Sternstunden der Resignation" erzeugt mal wieder Melancholie, die sich zwischen E-Piano und der elektrischen Gitarre abspielt. "Thom Yorkes letzte grosse Liebe" ist laut Sankt Otten eine Synthese aus elektronischen Trends der 70er und der 90er Jahre. "Das Ende vom Lied" ist melancholisch-düster und ambientartig ausgefallen.

In manchen Passagen von "Gottes Synthesizer" hätte ich weniger elektronisches Schlagzeug un mehr Spannung erwartet. Unterm Strich - von persönlichen Vorlieben mal abgesehen - stellt die fünfte Scheibe von Sankt Otten aber eine facettenreiche und hörenswerte musikalische Reise dar, die sich zwar in erster Linie elektronischer Musik widmet, aber auch gerne über diese hinausgeht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.7.2011
Letzte Änderung: 17.7.2011
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sankt Otten

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2000 Eine kleine Traurigkeit 8.00 1
2006 Wir können ja Freunde bleiben 11.00 1
2007 Wunden gibt es immer wieder 10.00 1
2010 Morgen wieder lustig 7.00 1
2012 Sequencer Liebe 10.00 1
2013 Messias Maschine 10.00 1
2015 Engtanz Depression 12.00 1
2016 Männerfreundschaften und Metaphysik 11.00 1
2018 Zwischen Demut und Disco 11.00 1

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