SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
20.7.2017
Mouth - Vortex
Michael's Statement - Silent Creatures
The Ryszard Kramarski Project - The Little Prince
19.7.2017
Soul Secret - Babel
18.7.2017
Turbine Stollprona - Effekthascherei
RPWL - A New Dawn (DVD)
17.7.2017
Hidden Orchestra - Dawn Chorus
The Flower Kings - Banks Of Eden
16.7.2017
North Sea Radio Orchestra - Dronne
Martin Barre - Back to Steel
15.7.2017
Stone from the Sky - Fuck the Sun
14.7.2017
Burning Ghosts - Reclamation
Sh'lonk - Child of Music
13.7.2017
Discipline. - Captives of the Wine Dark Sea
12.7.2017
The Strawbs - Hero and Heroine
Ulan Bator - Stereolith
Donella del Monaco & Paolo Troncon, Opus Avantra ensemble - Venetia & anima
Bardo Pond - Lapsed
ARCHIV
STATISTIK
23665 Rezensionen zu 16177 Alben von 6287 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Mike Oldfield

Tubular Bells

(Siehe auch: Leitfaden "Britischer symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1973
Besonderheiten/Stil: instrumental; Konzeptalbum; Klassischer Prog; sonstiges
Label:
Durchschnittswertung: 13/15 (7 Rezensionen)

Besetzung

Mike Oldfield grand piano,glockenspiel,organ,bass guitar,electric guitar,percussion,flageolet,tubular bells,concert tympani

Gastmusiker

Jon Field flutes
Lindsay Cooper string basses
Sally Oldfield,Mundy Ellis girlie chorus
Viv Stanshall Master of ceremonies
Steve Broughton drums
Manor Choir

Tracklist

Disc 1
1. Part One 25:30
2. Part Two (inkl. Sailors' Hornpipe (trad.)) 23:20
Gesamtlaufzeit48:50


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 7)


Gleich mit dieser, seiner ersten Platte katapultierte Mike Oldfield sich zum Starruhm und etablierte das junge Virgin-Label. Quasi im Alleingang hat er auch diese Platte eingespielt; unterstützt von nur wenigen Gastmusikern bedient er in monströser Overdubs-Orgie Piano, Gitarren, Bass, Orgeln, Glockenspiel, Mandoline, Percussion und die titelgebenden Tubular Bells. Trotz, oder vielleicht gerade wegen vieler Ungenauigkeiten in Rhythmus und Intonation baut "Tubular Bells" im ersten Teil eine unglaubliche Spannung auf, in den ruhigen pastoralen Stellen genauso wie in den schrägen, lauteren Stellen. Und diese Spannung wird genial aufgelöst in der legendären "Vorstellung der Instrumente" mit ihrem Bombast-Finish.

Demgegenüber fällt m.E. der am Anfang ziemlich daherplätschernde zweite Teil etwas ab; lediglich der amüsante Teil mit den bellenden Vocals, der sogenannte "Caveman Song" (übrigens die einzige Stelle, an der ein komplettes Drumset zum Einsatz kommt), lockert die Angelegenheit auf. Und auf die Hornpipe am Ende hätte der Meister auch verzichten können...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.5.2002
Letzte Änderung: 3.8.2002
Wertung: 13/15

Zum Seitenanfang

Von: Oliver Mensing (Rezension 2 von 7)


Um diesem Album gerecht zu werden, reichen 2-3 Internet-Seiten gar nicht aus. Allein die Vorgeschichte zu diesem bahnbrechenden Meisterwerk ist schon interessant genug, um daraus eine abendfüllende Geschichte zu machen. Ich versuche mich auf das Wesentliche zu beschränken. Schon früh erkannte der 1953 in Reading/England geborene Mike Oldfield sein musikalisches Talent und verdiente seine ersten musikalischen Lorbeeren im Teenager-Alter mit seiner Schwester Sally und dem gemeinsamen Folkduo Sallyangie. Nach dessen Auflösung gründete Oldfield seine wenig erfolgreiche Band Barefeet. Nach kurzer Existenz wurde diese wieder aufgelöst und MO stieß 1969 als Bassist zu Kevin Ayers and The Whole World. Dort arbeitete er sich bis zur Leadgitarre hoch. Ab 1970 (im Alter von 17!) begann Oldfield seine Arbeiten zu Tubular Bells. Nachdem sich Kevin Ayers and T.W.W. aufgelöst hatten, verdiente sich Mike seine Brötchen als Studiomusiker und versuchte sein Werk bei einer Plattenfirma unterzukriegen. Er erhielt eine Absage nach der anderen, da niemand bereit war, sein fast reines Instrumentalwerk von knapp 50 Minuten Laufzeit zu veröffentlichen. Ende 1972 trifft MO auf die neuen Manor Studios und auf die Produzenten Tom Newman und Simon Haywarth. Über diese lernt Mike den Gründer des Labels Vigin Richard Branson kennen und man beschließt, Tubular Bells mit der Virgin-Nummer V2001 herauszubringen. Ein weiser Entschluß, denn die CD wird zum Megaseller und somit zum Start einer einzigartigen Musikerkarriere sowie zum Grundstein des Firmenimperiums Virgin.

Musikalisch sprengt Tubular Bells alles bisher Dagewesene. Ist es Klassik, ist es Rock, beides oder etwas völlig Neues? Eines ist es auf jeden Fall: GENIAL und Progressive (in der eigentlichen Bedeutung des Wortes)! Über 20 Instrumente spielte der zu diesem Zeitpunkt 20jährige Oldfield im Alleingang ein. Der Album-Titel entstammte den verwendeten riesigen Röhrenglocken, die am Schluß des ersten Teils für ein furioses und bombastisches Ende sorgen. Tubular Bells wird zum Meilenstein der Musikgeschichte, der die Entwicklung vieler Musiker geprägt und beinflußt hat. Das Eröffnungsthema von Tubular Bells wird zum Markenzeichen und Erkennungsmerkmal und wird im Film "Der Exorzist" verwendet. Eigentlich verdient dieses Werk für seine Qualität und Einzigartigkeit die Höchsnote 15. Da ich diese Note aber für Oldfield's Zweitwerk Hergest Ridge benötige, gibt es eine 14!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 29.8.2002
Wertung: 14/15

Zum Seitenanfang

Von: Ralf J. Günther @ (Rezension 3 von 7)


Dieses Album hat einen besonderen Stellenwert, nicht nur wegen der engen Verknüpfung mit der Geschichte des Labels Virgin, sondern auch weil es vielen jugendlichen Rock-Hörern die erste Begegnung mit Musik jenseits des Songformats bescherte. Diejenigen, die es schafften, bereits vor Erreichen des FSK-Alters im Kino den "Exorzist" zu sehen, fanden zudem noch den Soundtrack zur persönlichen Mutprobe. In beiden Fällen war die begeisterte Aufnahme der Platte mit einem gehörigen Schuß Naivität versetzt. Hört man sich heutzutage "Tubular Bells" nach langer Pause noch einmal an, dann sind - siehe auch Udos Rezension - die Unsicherheiten des bisweilen doch etwas überforderten jugendlichen Multi-Instrumentalisten ebenso stark spürbar wie gewisse Längen in der Komposition.

"Tubular Bells" hat zweifellos historischen Rang. Es war beispielgebend für die Idee, daß auch Rockmusik ein legitimes Betätigungsfeld für "Genies" sein könne. In dieser Hinsicht dürfte allerdings der Sprachgebrauch mittlerweile für eine erhebliche Relativierung gesorgt haben. Die Hyperinflation des Ausdrucks "genial" hat diesen unvermeidlicherweise fast völlig entwertet. Zwischen "geil" und "genial" liegen genau zwei Buchstaben, und das ist im Zeitalter geiler Boy- und genialer Girlgroups (bzw. umgekehrt) wohl auch der letzte noch erkennbare Unterschied.

So bleibt für "Tubular Bells" die Feststellung, daß sich Rockgeschichte nicht schreiben läßt, ohne diese Platte zu erwähnen. Diese Stellung kommt ihr mit ihren Schwächen zu, die man daher durchaus nicht verschweigen muß.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.8.2002
Letzte Änderung: 3.8.2002
Wertung: keine

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 4 von 7)


Ja, es gibt vereinzelt falsche Intonationen und manchmal klingt es da und dort ein wenig holprig. Mit etwas goodwill könnte man aber auch sagen, "das muss so sein". Udo hat es auf den Punkt gebracht: gerade durch diese Ungenauigkeiten erfährt die Musik eine Spannung, die einen festhält. Daraus aber ein "derart unprofessionelles" Album zu machen, finde ich doch stark übertrieben. Gnadenlos enttäuscht war ich beim Hören dieser Platte auch nie und Stümperhaftigkeit will ich Herrn Oldfield ebenfalls nicht andichten. Und last but not least finde ich Tubular Bells keine Sekunde zu lang.

Vielmehr muss man doch sehen, dass dieses Album bis dahin einzigartig und zudem musikalisches Neuland war. Ein Mann von gerade mal 20 Jahren komponiert eine grosse Instrumentalsymphonie, spielt alle Instrumente selber ein und produziert das ganze auch noch mit.

Zu keinem Zeitpunkt finde ich die Musik langweilig, belanglos oder banal. Wie Oldfield immer wieder mehrere Melodie nebeneinander laufen lässt, eine beendet und die nächste in das Klangbild integriert, ist schlicht und ergreifend beeindruckend.

Im übrigen finde ich, dass der Girlie Chorus nach den Tubular Bells den Zuhörer in die Unwirklichkeit entrückt, der Anfang der zweiten Seite wegen seiner lieblichen Schlichtheit besonders gelungen ist, einem eine Textzeile wie "Slobowachtowannowau" erst einmal einfallen muss und schliesslich die Hornpipe am Schluss als Kontrapunkt zum Rest der Platte wie die Faust aufs Auge passt: "seht her, jetzt habe ich 45 Minuten lang mit Komplexität, Vielfalt und Anspruch geglänzt, jetzt lasse ich nochmal 2 Minuten die Sau raus."

Ich habe dieses Album beim ersten Hören geliebt und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Anspieltipp(s): ?
Vergleichbar mit: nichts zuvor!
Veröffentlicht am: 31.7.2003
Letzte Änderung: 31.7.2003
Wertung: 14/15

Zum Seitenanfang

Von: Andreas Pläschke @ (Rezension 5 von 7)


Zu dem Werk haben meine Vorschreiber alles Notwendige gesagt. Was jedoch der Vollständigkeit halber noch fehlt, ist der Verweis auf die originale Quadrophonie-Version, die VIRGIN im SACD-Format als Konkurrenz zur Neueinspielung im Jahr 2004 veröffentlicht hat.

Nachdem Oldfield OMMADAWN aufgenommen und in einer Quadrophonieversion abgemischt hatte, durfte der damalige Toningenieur auch den Erstling in diesem Verfahren mischen. Veröffentlicht wurden beide Versionen ursprünglich in der 4er LP BOXED (auch HERGEST RIDGE sowie Aufnahmen zusammen mit David Bedford wurden dort in SQ-Quadrophonie beigelegt).

Heraus kam die inzwischen für mich ultimative Version. Keine "Geschichtsklitterung" wie die gelungene 2003-Neueinspielung, sondern eine gut hörbare (nur minimales Rauschen) Aufnahme, die durch den 4-Kanal-Effekt sehr viel räumlicher und transparenter wirkt. Einige Instrumente, die im damaligen Stereomix nicht genutzt wurden, sind hier zu hören, was sie für fanatische Sammler natürlich interessant macht.

Die Stereospur der SACD enthält eine remasterte Version der Originalversion.

Ich wünschte, VIRGIN würde auch OMMADAWN und HERGEST RIDGE als SACD in diesen 4-Kanal-Mixen herausbringen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.5.2008
Letzte Änderung: 18.5.2008
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 6 von 7)


Am 6. 6. 2009, um 6 Uhr (eigentlich 18 Uhr) ertönte weltweit (in Mailand, Berlin, Brüssel, Paris, Sydney, Narita und London) ein altbekanntes Geräusch: Eine Röhrenglocke. Sie verkündete die Veröffentlichung der von Röhrenglöckner Mike Oldfield nun zum zweiten Mal in ihrer Geschichte überarbeiteten Originalversion seines epochalen Debüts "Tubular Bells" - Startpunkt einer Remix-Reihe, die, soweit abzusehen ist, seinen gesamten Back-Katalog umfassen könnte. Nun werden wir alle nicht jünger - dafür aber offenbar reicher. Hat man sich vor Jahren noch aufgeregt, dass Michael Jackson (Gott hab' ihn selig) ein Album mit vier verschiedenen Covern herausgebracht hat, so präsentiert uns Oldfield gleich sechs Versionen dieses Remixes. Es gibt eine normale, eine deluxe, eine ultimate und was weiß ich nicht noch für Editions. Aber ich wollte ja sachlich bleiben und mich auf den Sound beschränken.

Was also hat Oldfield gemacht? Er ist mit der Haltung eines Historikers an die Aufnahme herangegangen und hat sie mehr oder weniger so gelassen wie sie ist. Will sagen: Er hat die Tatsache berücksichtigt, dass viele Parts des Originals "First Take"-Aufnahmen waren, und die dabei entstandenen Geräusche, das Quietschen, das Klappern, das beim Musikmachen nun mal entsteht, beibehalten. Auch die eine oder andere falsche Note ist weiterhin zu hören (etwa der berühmte Verspieler des Glockenspiels bei 5:11 in Part 1). Wichtiger ist aber, dass Oldfield den alten, leicht verzerrten Glockenton wieder hergestellt hat - leider, denn ich fand den klaren Klang, der in den späten 70ern durch Overdubs entstanden ist, besser. Egal, interessanter ist vielleicht, wo er den her hat: Oldfield hat sich bei einer Schallplatte bedienen müssen, weil die Originalmasters nicht mehr aufzufinden waren. Das wird unter Hardcorefans sicher für einige Diskussionen sorgen - aber die Originalklangfarbe war ihm eben das Wichtigste.

Damit ist die neue Version von "Tubular Bells" weniger ein Remix als vielmehr eine restaurierte Fassung und dürfte daher zumindest für weniger Diskussionsstoff sorgen als die ständigen sinnlosen Neufassungen.

Die Standard-Ausgabe enthält als Bonus die TB-Single, die aus dem zweiten Teil des Werks (jaja, das Album hat tatsächlich eine zweite Seite!) entnommen wurde. Klanglich aufgemotzt, hat man das Gefühl, den "Song" endlich zu hören. Ein weiteres Bonusstück ist die Originalversion von "The Sailor's Hornpipe", das so auf dem Originalalbum nicht veröffentlicht wurde. "Instrumentenaufzähler" Viv Stanshall veranstaltet eine Führung durchs Studio, während Oldfield und einer der Produzenten ihr bolleriges Seemannslied spielen - sehr strange...

Die Drei-Scheiben-Deluxe-Edition enthält auf der 5.1-Surround-Mix-DVD natürlich diesen Mix - und der (nicht der 2009er Remix) ist der eigentlich Grund zum Jubel: Noch einmal klarer ist der dreidimensionalisierte Klang des Konzeptwerks herausgearbeitet worden, und erst hier hat man das Gefühl, nun wirklich jeden einzelnen Ton zu hören. Grandios die räumliche Klangwirkung, wenn man am Höhepunkt von Teil eins von den einzelnen Instrumenten gerazu umstellt wird. Als weiterer Bonustrack befindet sich auf der DVD Videomaterial der BBC-2-Serie "2nd House", vom 3. Dezember 1973: Mit so namhaften Kollegen wie Fred Frith, Steve Hillage und anderen spielte Mike Oldfield den ersten Teil seines Werkes komplett live im Studio. Auf CD zwei findet sich der im Vergleich natürlich recht flach klingende originale Stereo-Mix von 1973.

Die Ultimate Edition (5 Scheiben, eine davon eine LP, ebenfalls mit dem originalen Stereo-Mix von 1973) enthält zusätzlich noch den ersten, verworfenen Mix von 1973, sowie als besonderes Schmankerl die berühmten Demos, die Oldfield 1971 mit einem manipulierten Kassettenrecorder aufnahm. Das umfasst natürlich den gesamten ersten Teil, daneben finden sich zwei Fassungen von "Caveman" und "Peace Demo" A und B, vier kürzere Ausschnitte aus Teil 2.

Die "The Collection" genannte Ausgabe kombiniert die Standardversion mit einer Best-of Scheibe, die die folgenden Tracks enthält:
1. In Dulci Jubilo
2. Ommadawn (excerpt)
3. Portsmouth
4. William Tell Overture
5. Incantations Part Four (excerpt)
6. Guilty (long version)
7. Blue Peter
8. Five Miles Out
9. Taurus II (excerpt)
10. Wonderful Land
11. Family Man
12. Shadow on the Wall
13. Moonlight Shadow
14. Foreign Affair

Hab ich was vergessen? Na, mehr Infos gibt's unter http://www.tubularbells2009.com/

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.7.2009
Letzte Änderung: 20.6.2012
Wertung: 11/15
Zwei Punkte drauf für die Ultimate Edition.

Zum Seitenanfang

Von: Marc Colling @ (Rezension 7 von 7)


Dieses Werk steht in meiner Allzeit Top 10 Liste. Natürlich ist diese Liste nicht in Stein gemeißelt, doch es dürfte schwer werden gerade diese LP zu verdrängen (obwohl ich „Ommadawn“ auch mag, aber dazu mehr ein anderes Mal). Warum?

Nun, „Tubular Bells“ bot 1973 etwas komplett Neues. Und alles Neue wurde damals regelrecht herbei gesehnt. Fast 50 Minuten reine Instrumentalmusik war im Rockbusiness auch nicht gerade üblich, genau wie die benutzten Instrumente. Das machte uns neugierig. Und dass dieser junge Mann (kaum älter als wir selber) auch noch alle Instrumente alleine eingespielt hatte, konnte damals fast niemand glauben. Dass er dann noch wie Jesus aussah erhöhte die Aufmerksamkeit der Medien zusätzlich. Schließlich war der Film „Jesus Christ Superstar“ eben erst in den Kinos angelaufen.

So pendelt Oldfield zwischen Folklore, Mittelalterlicher Tradition, Rock, Minimalismus und Ambient (den Begriff gab es damals aber noch nicht) hin und her. Er lässt klassische und spanische Gitarre neben Orgeln aufspielen, benutzt einen Flügel, verschiedene Bässe, Mandoline, unzählige Percussions, verschiedene elektrische Gitarren und natürlich zu guter Letzt diese unglaublich kraftvollen Röhrenglocken.

Die Musik wechselt von bedächtig (Anfang 2. LP-Seite HARMONICS) zu laut, von schnell zu absoluter Langsamkeit. Besonders auf der zweiten LP-Seite kreiert die Musik in den ersten Minuten ein fast surreales Gefühl der Ruhe und des Friedens. Geht die Musik dann in eine härtere Richtung, dann fast immer in Verbindung mit verfremdeten Sounds wie diesen undefinierbaren Gesprächsfetzen in CAVEMAN. Der stampfende, fast schon archaische Rhythmus, das hat was. Und zum Schluss die Hornpipes.......viel gescholten, aber wären sie nicht da, es würde was fehlen.

Auf TB gibt es nichts zu mäkeln. Es ist eines der seltenen zeitlosen Alben die in den 70'ern eingespielt wurden und die auch noch kommerziell erfolgreich waren. Die Jugendlichen entdeckten, dass es noch Musik abseits des Glamrock und der Singlehitparade gab. Oldfield schaffte es durch seine Musik, aber auch durch sein äußeres Erscheinungsbild als langhaariger und fast wie ein Messias wirkender junger Mann uns einen musikalischen Hafen zu bieten, den wir gerne anliefen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.5.2017
Letzte Änderung: 5.5.2017
Wertung: 14/15
Klassiker, was sonst?

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Mike Oldfield

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Hergest Ridge 12.50 6
1975 The Orchestral Tubular Bells 6.00 2
1975 Ommadawn 13.00 5
1978 Incantations 13.00 6
1979 Exposed 12.00 2
1979 Platinum 7.00 4
1980 QE2 9.33 3
1981 Music Wonderland - 2
1982 Five Miles Out 9.83 6
1983 Crises 6.17 6
1984 The Killing Fields - Soundtrack 11.00 2
1984 Discovery 6.75 4
1985 The Complete Mike Oldfield 11.00 2
1987 Islands 2.00 3
1989 Earth Moving 3.75 5
1990 Amarok 11.08 12
1991 Heaven's Open 7.25 4
1992 Tubular Bells II 10.33 3
1993 Elements - 1
1993 The Best of Mike Oldfield Elements - 1
1994 The Songs Of Distant Earth 7.25 4
1996 Voyager 9.00 3
1998 Tubular Bells III 2.00 3
1999 The Millennium Bell 1.00 4
1999 Guitars 5.67 3
2002 Tres Lunas 1.00 2
2003 Tubular Bells 2003 11.50 6
2005 Exposed (DVD) 12.50 2
2005 Light + Shade 1.50 2
2006 Live at Montreux 1981 (DVD) 11.00 1
2008 Music of the Spheres 8.33 3
2014 Man on the Rocks 6.00 3
2015 The Best of: 1992-2003 8.00 1
2017 Return to Ommadawn 11.67 3

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum