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Art Zoyd

Eyecatcher

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Moderne Klassik; RIO / Avant
Label: in-possible records / Orkhestra
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Laurent Dailleau Theremin, Synthesizer, Computer
Yukari Hamada-Bertocchi Keyboards, Sampler
Gérard Hourbette Pads, Sampler, Electronics
Nadia Ratsimandresy Ondes Martenot
Iantha Rimper Stroh Violin, Electric Violin, Violin
Jérome Soudan Pads, Percussion
Carol Robinson Clarinets
Ulrich Krieger Sax
Erik Baron Bass

Tracklist

Disc 1
1. Red / Lanterne magique / Rumeur   (Eyecatcher 2) 2:16
2. Theatre 0:42
3. Lemime [2] 1:40
4. Lemime [2] / Orchestre 0:20
5. Lanterne magique / Nuit, locomotive, essieux 2:00
6. Klein 0:28
7. Trumpet 1 2:01
8. Station 1 / Lanterne magique / Vitesse 1:06
9. Soutine & fanfare / Lanterne magique / Eaux, ruissellements 1:37
10. Lanterne magique / Eaux, ruissellements - suite

1. Ondetech
2. Sation 2
3. Batterias 1

5:24
11. A l´époque, les instruments anciens etaient... 0:11
12. Metal-moe 0:59
13. Metal-moe - suite

1. Lanterne magique / Eau, cordes, roues
2. Thereminstar 2
3. Station 3

2:17
14. Lanterne magique / Reve de locomotive / Troika 1:08
15. silence 0:08
16. Lanterne magique / La monteuse / Chambre noire 2:24
17. Chambre noire - suite

1. Synthform
2. Lanterne magique / L´Oeil-camera
3. Station 4
4. Insects

7:27
18. Percussion-clavier, orgues, clavecin

1. Lanterne magique / Autres synthes, chevaux
2. Synthform
3. Natterias 2
4. Lemime [2]

4:20
19. Forges / Eaux tourbillonnantes 1 / Chambre rouge / Station 5 5:24
20. Lanterne magique / Jeux de synthe 0:10
21. Rage_marxiste 0:37
22. Rage_marxiste - suite

1. Lanterne magique / Hymne
2. Chambre rouge - suite
3. Station 6
4. Batterias 3

3:25
23. Calme 0:40
24. Troika 2 0:36
25. Organoscope / Fanfares-troika 1:36
26. Lanterne magique / Ragtime / Fanfares-troika - suite / 2e Bal de Zoydglub 2:05
27. Rage_marxiste / Lanterne magique / Le magicien / 2e Bal de Zoydglub - suite 1:23
28. Rage_marxiste - suite / Lanterne magique / Derives / Vents & marees 2:35
29. Trumpet 2 3:06
30. silence 0:08
31. Theatre de la vie / Lemime [2] 6:50
Gesamtlaufzeit65:03
Disc 2
1. Sex-fanfare   (Eyecatcher 1 - Tracks 1-12) 0:58
2. Blind_date / En ce temps-la / les instruments anciens... 2:34
3. Ebouissement

1. Lanterne magique / Tourniquets
2. Lanterne magique / Resonnances
3. Lanterne magique / Preorchestre

2:28
4. Chambre noire 3 / Lanterne magique / Rumeur 0:51
5. Ahab 0:57
6. Hysteria 3:16
7. Thereminstar 1 2:40
8. Loin 2:00
9. 1er Bal de Zoydglub 0:40
10. Suspens 1:25
11. Rage_marxiste / Suspense - suite 0:49
12. Fannia canicularis, percussion, fanfare et calme 2:39
13. Le Turc mecanique   (Petit collection de reves etranges et pieces plaisantes - Tracks 13-15) 8:47
14. La Puce opiniatre 9:10
15. Terminal II 5:54
16. Electric_noise   (Eyecatcher 3) 4:43
Gesamtlaufzeit49:51


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


"Eycatcher" ist ein optisch-elektro-akustisches Werk von Art Zoyd und der Videokünstlerin Cecile Babiole, welches erstmals am 27. November 2007 in Valenciennes (im Théatre Le Phenix) aufgeführt wurde. "Eyecatcher" besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil befinden sich drei Bildschirme über und hinter den Musikern, auf denen Bildkreationen Cecile Babioles zu sehen sind, die sich mit den Klängen von Hourbette und Kollegen vermengen. Nach knapp 25 Minuten senkt sich dann eine große Leinwand herab, auf der der 1929 erschienene, schwarzweiße russische Stummfilm "Der Mann mit der Kamera" von Dsiga Wertow zu sehen ist. Art Zoyd liefern nun den Soundtrack zu diesem Werk. Dies ist der zweite Teil. Für Teil drei verlassen die Musiker die Bühne, abstrakte Videobilder sind auf Leinwand und Bildschirmen zu sehen, die von Cecile Babiole, die alleine auf der Bühne zurückbleibt, dirigiert werden. Dazu erklingt elektronischer Lärm.

Im April 2009 spielten Art Zoyd das Material auch im eigenen Studio ein und nachdem das Ganze Ende Juni bis Anfang Juli 2010 abgemischt worden war, ist nun im Sommer 2011 "Eycatcher" auch auf CD erhältlich. Eilig haben es Art Zoyd zumindest nicht. "Eyecatcher" kommt als opulente Doppel-CD in Rot, die auf CD1 den zweiten, umfangreichsten Teil des Werkes (den Soundtrack) enthält und auf CD2 die beiden anderen Teile bietet. Zudem sind auf dem zweiten Silberling, zwischen Teil 1 und Teil 3 von "Eyecatcher" noch 3 Stücke eines unvollendeten Projekts namens "Petite collection de rêves étranges et pièces plaisantes" zu finden.

Den Grossteil des Albums macht die Filmmusik zu Wertows Film "Der Mann mit der Kamera" (im Original "Человек с киноаппаратом") aus. Soundtrackprojekte sind seit "Nosferatu" ein wichtiger Bestandteil im Schaffen von Art Zoyd. "Der Mann mit der Kamera" ist eine Art von poetischem Dokumentarfilm, der den Tagesablauf in einer russischen Großstadt der 20er Jahre zeigt. Es gibt keine eigentliche Handlung. Der Film entstand größtenteils in Kiew, Odessa und Moskau. Das Ganze ist natürlich etwas politisch-ideologisch verklärt, sieht man doch meist, wie ideale russische Menschen den sozialistischen Fortschritt leben. Gut zehn Jahre nach der Revolution waren der Glaube in den Marxismus und der sozialistische Idealismus auch seitens der proletarischen Filmkünstler noch frisch und ungebrochen. In technischer Hinsicht, in Bezug auf die Bildkreation, die Verwendung von diversen neuartigen Aufnahmetechniken wie Doppelbelichtungen, Nahaufnahmen, Zeitraffer, Zeitlupe, Rückprojektionen und vielem mehr setzte der Film Maßstäbe und verlieh ihm zudem eine eigenartige surreale Atmosphäre.

Mit der dazu komponierten Musik haben Gerard Hourbette und Kollegen jegliche Brücken zu rockmusikalischen Strukturen abgebrochen. Solche gab es aber im Grunde auch nur auf den sehr frühen Alben von Art Zoyd zu hören. "Eyecatcher" bietet eine lange Suite (mit ziemlich unübersichtlichen Trackangaben) aus zeitgenössischer, weitestgehend elektronischer Kunstmusik, ein neoklassisch-klangvolles, eher düstere Tongeflecht, das allerdings eine sehr charakteristische, Art-Zoyd-typische, bedrohlich-monumentale Atmosphäre verströmt, wie sie eigentlich auf allen Produktionen der Formation zu finden ist.

Unzählige Sounds, Klänge, Geräusche, gesampelte Instrumentalklänge (Bläser, Streicher, Orgelartiges) und diverse Tonbandeinspielungen, dazu Tonerzeugnisse von Keyboards, Synthesizern und elektronischer und akustischer Perkussion werden hier vermengt, durcheinander gemischt und miteinander verwoben, so dass ein oft sehr gewaltiges, druckvoll aus den Boxen strömendes, bisweilen auch dezent aber bestimmt dahinschwebendes Klanggeflecht entsteht. Zusätzlich zum modernen elektronischen Instrumentarium kommen mit Ondes Martenot und Theremin auch zwei Urväter der elektronischen Musikerzeugung zum Einsatz. Ianatha Rimper bedient schließlich verschiedene Violinen, darunter auch eine Strohgeige, bei der die Schwingungen der Saiten auf eine Membran übertragen werden, die sich am Ende eines trompetenartigen Schalltrichters befindet. Das Ergebnis ist ein meist sehr dramatisches, düsteres, bizarres, sehr eigenes, klangvoll-voluminöses, surreales und im Grunde unbeschreibliches Gemenge an Klang, das sicher zum Anspruchsvollsten gehört, was ich seit langem aus dem Bereich elektronische Kammermusik (nennen wir das mal so) gehört habe.

Noch kammermusikalischer wirken die drei Stücke von "Petite collection de reves étranges et pièces plaisantes", da hier auch E-Bass, Klarinette und Saxophon zum Einsatz kommen. Hier klingen Art Zoyd fast so wie in ihren kammerprogressiven Anfangstagen gegen Ende der 70er Jahre.

Wer die Musik von Art Zoyd schätzt, der braucht natürlich auch "Eyecatcher". Hier bekommt er mehr davon, ohne das Langweile aufkäme, denn die hochkomplexen und unglaublich farbigen Kompositionen von Art Zoyd nutzen sich nicht ab. Wer die Musik der Nordfranzosen noch nicht kennt, aber im Bereich avantgardistischer Elektronik schon einige Erfahrung hat, der kann hier auch zugreifen. Ansonsten sollte man sich mit Vorsicht dieser Musik nähern. Das ist doch alles in allem recht kraftvoller Tobak!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.8.2011
Letzte Änderung: 13.1.2018
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Art Zoyd

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1976 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Originalfassung) 12.00 1
1979 Musique pour l'Odyssee 13.00 1
1980 Génération Sans Futur 13.00 1
1981 Symphonie pour le Jour où Brûleront les Cités (Neueinspielung) 14.00 2
1982 Phase IV 14.00 1
1983 Les Espaces Inquiets 14.00 1
1985 Le Marriage du Ciel et de l'Enfer 14.00 1
1987 Berlin 13.00 1
1989 Nosferatu 14.00 2
1993 Marathonnerre I & II 12.00 1
1995 Faust 12.00 1
1997 Häxan 13.00 1
2001 u.B.I.Q.U.e 11.00 2
2002 Metropolis 14.00 1
2006 Le champ des larmes 13.00 1
2008 La Chute de la Maison Usher 14.00 1
2013 Armageddon 12.00 1
2018 Phase V 13.00 1

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