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Close to the Edge. How Yes's Masterpiece defined Prog Rock (20.11.2017)
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24094 Rezensionen zu 16465 Alben von 6401 Bands.
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Glass Hammer

Cor Cordium

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011 (VÖ 11.11.2011)
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Arion Records
Durchschnittswertung: 7.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jon Davison Lead Vocals, Acoustic Guitars
Steve Babb Bass Guitar, Keyboards, Backing Vocals
Fred Schendel Keyboards, Steel and Acoustic Guitar, Backing Vocals
Alan Shikoh Acoustic, Electric and Classical Guitars, Electric Sitar

Gastmusiker

Randall Williams Drums and Percussion
Jeffrey Sick Violin
Ed Davis Viola

Tracklist

Disc 1
1. Nothing Box 10:53
2. One Heart 6:20
3. Salvation Station 5:08
4. Dear Daddy 10:30
5. To Someone 18:15
6. She, A Lonely Tower 10:57
Gesamtlaufzeit62:03


Rezensionen


Von: Michael Hirle @ (Rezension 1 von 3)


Cor Cordium - Herz der Herzen. Allumfassendes Herz, das alle Herzen in sich trägt. Und ja, Glass Hammer ist eine Band, welche die Geschichte des "klassischen" Progs in jeder Note in sich trägt. Das wird gar nicht erst versucht zu verschleiern. Genesis, Yes, Van der Graaf Generator, ELP, teilweise auch Rush liegen oben auf wie Fettaugen. Auch das Cover winkt mal zum großen Bruder Asia. Als Hommage ist das eine schöne Geste und die Vorbilder werden sich freuen, dass jemand ihrer Wurzeln gedenkt, von denen sie sich selbst schon lange entfernt haben. Aber genügt das als künstlerischer Anspruch? Das zu sein, was andere schon lange vor einem waren?

Flower Kings, Spocks Beard, Neal Morse, Transatlantic machen ja eigentlich auch nichts anderes. Aber sie versuchen wenigstens mit den Farben der Meister ein neues Bild zu malen. Wer der Vergangenheit nachhängt, auch die neue Wohnung mit alten Bildern zustopft, damit ja etwas von der guten alten Zeit erhalten bleibt, der greife ungehört zu.

Sechs Songs, davon 4 Longtracks jeweils und mit einer Ausnahme, knapp über 10 Minuten. Die erwähnten Bands sind allgegenwärtig und man schwelgt in pastoralen Stimmungen die niemanden wehtun, sondern einfach nur schön sind und wahrscheinlich auch nur schön sein wollen. Doch Schönheit um der Schönheit Willen langweilt. Entkernt von allen Ecken und Kanten segelt man in seichten Gewässern. Tiefe Empfindungen bleiben außen vor. Nothing Box ist schön, One Heart ist schön, Salvation Station ist schön, Dear Daddy ist schön...das ist schön gesungen, schön gespielt, schön arrangiert und noch schöner produziert...der Soundtrack zur Nachhausefahrt, nach einem anstrengenden Arbeitstag...hier wird potenziert, was Schön ist, wird noch schöner. Der Sonnenuntergang wirkt mit "To Someone" noch ergreifender. Aber Cor Cordium schafft keine Schönheit aus sich selbst heraus. Es bleibt beim Schwelgen in Erinnerungen, also bei Dingen, die schon einmal waren. Das ist eben auch das Problem von "Retro", es erinnert und schafft nur selten unerhört Neues. Im "Morse"-Zirkel sind es die Melodien, die trotz der alten Prog-Farben, ein eigenes Gesicht besitzen. Diese Melodien fehlen hier, und es plätschert schön vor sich hin (nur das Abschließende "She, a lonley tower, lässt zum ersten Mal aufhorchen).

Wie gesagt, wer sich am "klassischen" Prog noch nicht sattgehört hat, aber auch keine Höhepunkte sondern in erster Linie Schönklang erwartet, der ist hier richtig. Alle anderen, erinnern sich daran, für was Prog eigentlich steht: Fortschritt, neues Entdecken, die Seele weiten...da dies auch immer mit den eigenen Tiefen verbunden ist, ist Prog auch etwas für die Mutigen. Hierfür braucht es keinen Mut, allenfalls Sinn für Schönheit aber der ist menschliche Grundausstattung.

Anspieltipp(s): Ich würde ja sagen "She, a lonley Tower", aber da der Song nicht repräsentativ für das Album ist, jeder andere Song
Vergleichbar mit: Yes, Genesis, Flower Kings und sagte ich schon Yes?
Veröffentlicht am: 5.11.2011
Letzte Änderung: 5.11.2011
Wertung: 6/15
Schön, alleine reicht nicht.

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


Glass Hammer zelebrieren auf "Cor Cordium" wiederum ihren yessigen Retroprog, der sich im Opener "Nothing Box" in symphonischen Harmonien weidet und ganz darauf ausgerichtet ist, eine vergangene musikalische Ära wieder aufleben zu lassen. Die glockenhelle Stimme von Jon Davison schwebt voller Anmut über weit ausladenden Keyboardflächen. Die Gitarre agiert neben jubilierender Eindringlichkeit aber phasenweise auch recht rockig und versteht es dann, sich geschickt mit dynamischen Hammondeinsätzen zu paaren. Ohne jeden Zweifel herrscht schöngeistiger Wohlklang vor, der mit viel Herzblut und auch Eleganz vorgetragen wird. Schwelgerische Mellotronsequenzen und markante Synthiefanfaren lassen diesen gebührenden Einstieg in majestätischer Manier ausklingen.

Der Retroprog-Fan reibt sich schon in Erwartung auf einen schöngeistigen Ohrenschmaus die Hände, in voller Absicht die skeptischen Stimmen einmal mehr zu ignorieren und dem üppigen Bombastschmaus in kindlicher Begeisterung beizuwohnen. Hierzu passt wiederum vortrefflich, dass abermals von einem identitätslosen Yes-Klon-Album die Rede ist. Bravo, damit scheinen die Weichen in Richtung eines hervorragenden Retroalbums gestellt! Leider ist diese Vorfreude trügerisch.

Das Problem bei Alben von Bands wie Glass Hammer ist, dass sich die Kritiker regelmäßig im Vorwurf des konturlosen Plagiats verfangen, ohne dabei überhaupt auf die einzelnen Songs einzugehen. Im Fall des vorliegenden Glass Hammer-Albums ist von einer abermaligen symphonischen Reise in Richtung eines konturlosen Schönklangs die Rede. Danke für den Kauftipp! Leider wird aber zu keinem Zeitpunkt erwähnt, dass sich die Band auf ihrem neuen Output dem Fan doch spätestens mit dem Titel "Salvation Station" reichlich flügellahm und unentschlossen präsentiert. Der Versuch eines griffigen Retroprogsongs funktioniert hier allein in den durchaus ansprechenden Instrumentalsequenzen, wobei aber die doch banale Gesangsmelodie von einem schablonenhaften Light-Prog zeugt. Diese Grundtendenz setzt sich leider im Longtrack "Dear Daddy" fort und tendiert nicht in Richtung des erwarteten Schönklangs, sondern in kontrastarme Easy-Listening-Prog-Gefilde.

Im nachfolgenden Epos "To Someone" wird daraufhin der von Glass Hammer erwartete harmonieverliebt-schwelgerische Pomp mit hübschen Mellotronsequenzen geboten, wobei die später folgenden Gesangseinlagen in ihrer einschmeichelnden Art doch schon wieder nicht so recht dazu passen. Im Vergleich zu den vorangegangenen Alben wirkt der symphonische Retroprog auf "Cor Cordium" doch reichlich konstruiert und wenig homogen.

Anspieltipp(s): To Someone
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.12.2011
Letzte Änderung: 9.12.2011
Wertung: 7/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Nach bald 20 Jahren Bandgeschichte dürfen wir Folgendes konstatieren: den Innovationspreis der Branche werden Glass Hammer wohl nicht mehr gewinnen. Aber seien wir mal ehrlich: wer will das nach dem Rohrkrepierer Three Cheers For The Broken Hearted überhaupt noch.

Glass Hammer Musik zu beschreiben erspare ich mir. Das wurde auf früheren Alben zur Genüge getan. Was bringt "Cor Cordium" Neues?

In zwei Worten gesagt: nichts. Zumindest inhaltlich nicht. Das ist so "Glass Hammer as Glass Hammer can be". Was anders oder "neu" ist, ist die Ausarbeitung, die Form. Auf keinem Album zuvor fand ich den Glass Hammer-Stil so elaboriert wie hier, beinahe zur Vollendung gebracht. Besser als im Opener "Nothing Box" und in "To Someone" kann ich mir Glass Hammer, die Genesiyes spielen, kaum vorstellen.

Gäbe es Yes und Genesis nicht, dann wäre "Cor Cordium" ein Hammeralbum. So ist es objektiv gesehen "nur" ein gutes Retro-Prog-Album. Mir gefällts.

Anspieltipp(s): Nothing Box, To Someone
Vergleichbar mit: Yes, Genesis. Yes, really!
Veröffentlicht am: 20.1.2012
Letzte Änderung: 19.1.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glass Hammer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Journey of the Dunadan 5.00 2
1995 Perelandra 7.67 3
1997 Live And Revived 5.50 2
1998 On To Evermore - The Story Of Ariana And The Sculptor 8.33 3
2000 Chronometree 12.00 4
2001 The Middle Earth Album - 3
2002 Lex Rex 11.67 3
2004 Lex Live (DVD) 7.00 1
2004 Live at NEARfest 11.75 4
2004 Shadowlands 9.75 4
2005 The Inconsolable Secret 8.50 4
2006 Live At Belmont (DVD) 7.00 2
2007 The Compilations 1996 - 2004 10.50 2
2007 Culture of Ascent 8.80 5
2008 Live At The Tivoli (DVD) 8.00 1
2009 Three Cheers For The Broken Hearted 4.00 2
2010 IF 8.33 6
2012 Perilous 10.50 2
2014 Ode To Echo 11.00 2
2015 The Breaking Of The World 11.50 2
2015 Double Live 10.00 1
2016 Valkyrie 10.50 2
2017 Untold Tales 12.00 1

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