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Discipline.

To Shatter All Accord

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Strung Out Records
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Matthew Parmenter vocals, keys, descants
Jon Preston Bouda guitar
Mathew Kennedy bass
Paul Dzendzel skins, percussion

Tracklist

Disc 1
1. Circuitry 6:16
2. When the Walls are Down 7:30
3. Dead City 5:15
4. When She Dreams She Dreams in Color 13:41
5. Rogue 24:05
Gesamtlaufzeit56:47


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


14 Jahre! 14 Jahre haben uns die Herren Parmenter, Bouda, Kennedy und Dzendzel warten lassen auf einen Nachfolger des Meisterwerks "Unfolded Like Staircase". Was die Musiker in dieser Zeit getrieben haben weiß man - bis auf das Soloschaffen von Band-Kopf Parmenter - nicht. In den letzten Jahren gab es immerhin einige seltene Liveauftritte der Formation auf Festivals, aber mit einem neuen Album hat vermutlich niemand mehr gerechnet.

Aber nun sind sie mit "To Shatter All Accord" plötzlich wieder da und es ist, als wären sie nie weg gewesen. Discipline. überzeugen mit all den Eigenschaften, die die Band in der Vergangenheit schon auszeichneten. Elegant konstruierte, durchweg eher längere, Songs gibt es zu hören, die mit moderaten Vertracktheiten, hinreißenden Gitarrensoli, kraftvoller, aber doch filigraner Rhythmusarbeit und geschmackvollen Tastenklängen aufwarten können. Es gibt vor allem klassische Klänge wie Piano, Mellotron und analoge Synthies, aber natürlich - wo es passt - auch orchestrale Flächen. Die Gitarre überzeugt mit einem sehr klaren Klang, fast wie eine zusätzliche Gesangslinie.

Die Stimmung ist düster und packend. Die Songs scheinen wie eine dunkle Masse langsam aus den Boxen zu kriechen und sich des Hörers zu bemächtigten. Dazu trägt natürlich auch der hoch emotionale Gesangsstil von Parmenter bei, dessen Stimme immer noch Schauer über den Rücken jagen kann. Bouda begeistert einmal mehr als einer der unbekanntesten Gitarren-Götter dieses Planeten. Neben Gesang und Tasten scheint Parmenter auch seine weiteren Instrumente wie Saxophon und Violine einzubringen, zumindest in "When She Dreams She Dreams In Color" ertönt ein hinreißendes melancholisches Violinensolo, welches so natürlich klingt, dass es wohl kaum synthetischen Ursprungs ist. Und auch wenn immer noch so ein gewissen Van der Graaf Generator-Gefühl mitschwingt, so haben Discipline. doch letztlich ihre ganz eigene Linie gefunden und ihre Musik klingt weder aufgesetzt modern, noch besonders retro, sondern im besten Sinne zeitlos.

Die beiden ersten Tracks kennt man bereits aus dem Live-Programm von Discipline.. Sie waren sogar schon beim Auftritt 1995 auf dem ProgDay zu hören. Die jetzigen Studiofassungen unterscheiden sich kaum von den Livefassungen, der Fan kennt diese Songs also im Prinzip, wobei "Circuitry" schon ungewöhnlich rau und hart für Discipline.-Verhältnisse ist. Mit "Dead City" folgt eine kleine Überraschung, denn der Song klingt von seinem Duktus und dem Instrumenteneinsatz her deutlich moderner als die bisherige Musik von Discipline. (der Elektro-Drums-Einsatz mag machen Fan gar erschrecken), eine interessante neue Klangfarbe.

Die beiden abschließenden Longtracks bieten allerdings dann wieder Discipline. pur. Mit großen Gesten entfalten sich wahre Hörfilme, in denen die Band sich immer wieder zu nahezu hymnisch-bombastischen Instrumentalausbrüchen sammelt, die dann wieder von intimen, ruhigen Momenten, vor allem getragen von Parmenters zerbrechlichem Gesang, konterkariert werden. Das ist wirklich erhaben und "Rogue" ist der würdige Nachfolger eines "Canto IV".

Discipline. sind wieder da und das Wiederhören bereitet große Freude. Vielleicht gelingt es der Band nun, etwas mehr Bekanntheit zu erlangen und vielleicht nicht wieder 14 Jahre für das nächste Album zu benötigen (Material wie die ebenfalls bisher nur als Liveversionen vorliegenden "Mickey Mouse Man" oder "Wrists" gäbe es ja noch).

Anspieltipp(s): gleich "Rogue"
Vergleichbar mit: Discipline. selbst und immer noch so ein bisschen VdGG
Veröffentlicht am: 15.11.2011
Letzte Änderung: 26.1.2014
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


An sich gehört Retro-Prog nicht mehr zu meinen favorisierten Stilarten. Zu groß ist die Anzahl kaum unterscheidbarer Werke, die noch dazu oft nicht mehr als weichgespülte Genesis (also sozusagen weichgespülten Weichspüler) servieren. Um so erfreulicher, wenn doch einmal ein Album aus der gesichtslosen Masse herausragt.

Discipline. (der Punkt gehört dazu) waren mir bisher nur dem Namen nach bekannt, ihr gerade erschienenes To Shatter All Accord - ihr erstes Studioalbum seit 14 Jahren - bietet nun Gelegenheit, tiefere Kenntnisse über diese Band zu erwerben. Und es lohnt sich! Das Vorgängeralbum soll ja sehr von Van der Graaf Generator beeinflusst gewesen sein; auch hier ist dieser Einfluss spürbar, wenn auch nicht übermäßig stark, die Musik ist trotz klaren Retro-Sounds recht eigenständig.

Krachende, aggressive Gitarren und kräftige Orgeleinsätze stehen gleich im Mittelpunkt des ersten Songs, ergänzt von einer kraftvoll und dynamischen Rhythmussektion. Dazu kommt gelegentlich ein Saxofon, das hier maßgeblich für das VdGG-Feeling sorgt. Danach wird etwas ruhiger, aber erfreulicherweise nicht glatter, auch wenn die schwelgerischen Mellotron-Einsätze in When she dreams she dreams in color das Herz eines jeden Retro-Liebhabers aufgehen lassen. Die Songs sind immer noch voller Vertracktheiten, erfreuen durch die instrumentalen Leistungen der Beteiligten; analog klingende Tasten, variable Gitarren von filigran bis hart riffend, eine souverän agierende Rhythmussektion. Neben dem Saxofon sorgt gelegentlich eine Violine für zusätzliche Klangfarben.

Der Höhepunkt folgt dann zum Abschluss mit Rogue, bei dem allein schon die Laufzeitangabe jedem Fan das Wasser in den Ohren zusammenlaufen lässt. Zu recht, denn in diesem wahrhaft epischen Stück läuft die Band zur Hochform auf. Mitreißende Instrumentalpassagen von kantig-aggressiv bis erhaben-symphonisch (wieder wunderbare Mellotroneinsätze), herrliche Gitarrensoli, allmählicher Spannungsaufbau bis zum ruhigen Ausklang. In diesem Stück ist wieder ein stärkerer VdGG-Einfluss zu hören, gerade in den aggressiveren Passagen. Ein großartiger Abschluss eines herausragenden Retro-Albums.

Komplett "retro" ist das Album allerdings nicht; Dead City überrascht mit modernen, fast schon trippig klingenden elektronischen Sounds. Wenn diese Einflüsse auf einem kommenden Album (das hoffentlich nicht erst 2025 erscheint) ausgebaut würden, wäre das eine durchaus reizvolle Kombination.

Discipline. zeigen mit To Shatter All Accord, dass Retro-Prog sich nicht auf weichgespülte Aufgüsse alter Meister beschränken muss. Empfehlenswert!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.12.2011
Letzte Änderung: 5.12.2011
Wertung: 11/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Ich bin kein Fan von Van der Graaf Generator und King Crimson. Hab mich zu wenig mit diesen Bands befasst um Fan werden zu können. Wenn aber discipline. ähnlich klingen soll, dann wäre mir was entgangen. Hätte ich in der Jugend vermeiden können. Aber das Taschengeld war halt so klein, und dann gab es noch so viele andere Bands....

Da wird aber schon was dran sein an diesem Vergleich. Denn die Band hat den Namen eines King Crimson Albums übernommen.

Nun denn, der erste Song CIRCUITRY ist auf jeden Fall laut, heftig, chaotisch und macht sogleich hellhörig. Kein einfaches Hörfutter. Aber interessant mit dieser schrägen Gitarre und der außergewöhnlichen Stimme. Parmenter ist zwar im ersten Moment irritierend weil er oft ähnlich klingt wie Asaf Avidan (der mit diesem Song „One day/Reckoning Song“, war ein Hit im Radio), aber er verleiht den Songs etwas melodiöses. Seine Art zu Singen nimmt selbst den, zwar seltenen aber doch vorkommenden, härteren Passagen in den Songs die Schärfe. Die Musik bleibt in jedem Moment anspruchsvoll, ist durch die Stimme aber zugänglicher. Und von diesem herrlichen Mellotron in WHEN SHE DREAMS SHE DREAMS IN COLOR könnte ich einige Seiten hier vollschreiben. Dieser Song klingt übrigens ab Mittelteil nach Roxy Music in deren Anfangsphase.

Auch der Schlusstitel ROGUE, mit über 24 Minuten ein echter Longtrack, macht reichlich vom Mellotron Gebrauch. Klingt sehr, sehr Retro. Dazu eine treibende Rhythmusfraktion und eine Gitarre die ihre Soli souverän in diversen Stilen spielt. Von psychedelisch bis hart rockend. Es werden auch noch unzählige weitere Tasteninstrumente benutzt und alles klingt organisch und warm. Dieser lange Track bietet alles, was wir Proggies mögen. Man entdeckt bei jedem Hören wieder etwas Neues, es wird nie langweilig und am Schluss fragt man sich, wo die 24 Minuten geblieben sind.

„To shatter all accord“ steht für richtig gut gemachten Retroprog mit ein paar härteren Einlagen, einem ganzen Instrumentarium an analogen Tasten und schönen Melodien neben vertrackten Rhythmuswechseln. Für Freunde des wahren und anspruchsvollen Retroprog bietet discipline. eine ganze Menge.

Anspieltipp(s): eigentlich alles
Vergleichbar mit: siehe im Text
Veröffentlicht am: 27.11.2015
Letzte Änderung: 25.3.2017
Wertung: 12/15
Schade, dass discipline. so wenig Material veröffentlichen

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Discipline.

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Push & Profit 12.00 2
1997 Unfolded Like Staircase 11.00 2
1999 Live - Into The Dream 12.00 1
2005 live 1995 (DVD) 9.00 1
2010 Live Days 9.50 2
2014 This One's for England 11.00 1
2017 Captives of the Wine Dark Sea 10.50 2

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