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Major Parkinson

Major Parkinson

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2008
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Independent / Alternative; Rock / Pop / Mainstream; Psychedelic; Punk
Label: Degaton Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

John Ivar Kollbotn Gesang
André Lund Gitarre
Alf Borge Gitarre
Eivind Gammersvik Bass
Lars Christian Bjørknes Synthesizer, Percussion, Gitarre
Jens Erik Aasmundseth Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Preludium 0:50
2. Bicycle! 4:24
3. Bazooka 3:01
4. Meat Me At The Disco 3:10
5. Silicon Hips 4:23
6. Casanova 2:46
7. It's A Job 4:09
8. Sanity Fair 4:03
9. Death In The Candystore 3:46
10. 197 3:06
11. I Am Erica 3:47
12. Awkward As A Drunk 5:32
13. Greatest Love 4:02
Gesamtlaufzeit46:59


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Es ist immer so ein Punkt, dass man Bands in den seltensten Fällen von Anfang an und gleich mit dem Debütalbum erlebt, sondern meist mit einem späteren (und nicht selten epochalen) Werk kennen lernt. Bei Major Parkinson ist das natürlich der Fall, sonst würde ich keine solche Einleitung schreiben. Der Nebeneffekt einer solchen Sache ist dann zwiespältig zu betrachten: Einerseits weiß man, was die Band noch alles leisten wird. Andererseits sieht man das Debütalbum dann wohl kaum für sich selbst, sondern stets im Vergleich zu seinem "großen Bruder".

Und da komme ich nun auch nicht umhin, "Major Parkinson" daran zu messen, wie sehr es an "Songs From A Solitary Home" ist. In jedem Fall ist aber festzustellen, dass die Norweger hier schon die wesentlichen Grundlagen ihres Stils entwickelt haben. Alsda wären also die Tendenz zum harten bis punkigen Rocksound, zu abgedrehtem Gesang, versponnenen Melodielinien in der Art von 50er- und 60er-Pop und dem zugehörigen Gitarrensound in der Art der Spotnicks, Shadows oder Ventures. Was Major Parkinson auf "Major Parkinson" aber noch nicht so sehr drauf haben, ist die Vielfalt an Einflüssen und der ganze Crossover, der "Songs From A Solitary Home" zu seinem überdrehten Wahnwitz verholfen hat. Von den Arrangements her inszeniert der Sechser seine Songs wesentlich mehr im traditionellen Rockgewand. Entsprechend leben die Stücke vor allem von Jon Ivar Kollbotns höchstgradig verrücktem Gesang, der auch hier mit Kinderlied-Geträller und Rock-Geshoute ("Silicon Hips"), schrägem Falsett ("Meat Me At The Disco", "Awkward As A Drunk"), rauchigem Blues-Flair ("Casanova") und System-Of-A-Down-artigen Kapriolen ("Sanity Fair", "It's A Job") aufwartet.

Allerdings agieren Major Parkinson schon hier über weite Strecken höchst einfallsreich, wie das Ska-artige "It's A Job", das rhythmisch vertrackte "197" oder der mit reichlich Bossa Nova aufgetankte Opener "Bicycle!" zeigen. Es ist lediglich der "Mangel" an ungewöhnlichen Sounds und Elementen, der hier den Unterschied macht. Beispiele hierfür sind "Sanity Fair", "Death In The Candystore" oder "Greatest Love", die ohne derartige Effekte in ihren simpleren Momenten auch von einer x-beliebigen Alternative-Band stammen könnten. Im Vergleich führt das auch dazu, dass gegen Ende des Albums die markanten Elemente etwas rar werden.

Unterm Strich ist das Songwriting aber auch ohne große Effekte durchgehend gelungen. Dass die Stücke einen derartigen Eindruck hinterlassen, ist dabei der Verdienst der markanten und doch komplizierten, weil recht verspielten Melodien, der wohlüberlegten Arrangements und des schon hier vorhandenen Gespürs dafür, wie man verhältnismäßig simple und poppige Ideen mit einer Menge hinreichend abgedrehtem Gesang zu einer verrückten Mischung aus Morbidität, schwarzem Humor und Eingängigkeit kombiniert. In diesem Sinne könnte man Major Parkinson hier gut und gerne in eine Tradition mit Arthur Browns legendärem "The Crazy World Of Arthur Brown"-Album oder Beatles-Nummern wie "Maxwell's Silver Hammer" oder "Old Brown Shoe" stellen, was auch mit Blick auf die angesprochenen melodischen Vorbilder Sinn ergibt.

Als Fazit ist "Major Parkinson" damit ein gelungenes Debütalbum, das natürlich noch ein wenig unter seinem grandiosen Nachfolger liegt, weil's da einfach noch mehr zur Sache ging. Anfreunden können sollte man sich hiermit aber in jedem Fall. Vielmehr kann man nämlich auch einfach den Spieß umdrehen und "Songs From A Solitary Home" als Steigerung dieses Albums begreifen, mit dem Major Parkinson damit ihr innovatives Terrain beschritten haben.

Anspieltipp(s): It's A Job, Bicycle!, Meat Me At The Disco
Vergleichbar mit: Devin Townsend und Serj Tankian bei den Leningrad Cowboys
Veröffentlicht am: 9.12.2011
Letzte Änderung: 25.12.2011
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Major Parkinson

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Songs From A Solitary Home 12.00 1
2014 Twilight Cinema 13.00 1
2017 Blackbox 12.50 2

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