SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
22.8.2017
Kungens Män - Dag & Natt
Oiseaux-Tempête - AL​-​'AN ! الآن (And your night is your shadow - a fairy​-​tale piece of land to make our dreams)
ZET - Comandante Beat
Can - The Singles
Steven Wilson - To the Bone
21.8.2017
Steven Wilson - To the Bone
20.8.2017
Bardo Pond - Peri / Game Five And A Half
Dante Roberto - The Circle
19.8.2017
N-1 - macht ihr mal, ich hab schon
Deer Park Ranger - Moderation
Christian Fiesel - Signal For Fire
Force Of Progress - Calculated Risk
18.8.2017
The Tangent - The Slow Rust Of Forgotten Machinery
Amplifier - Trippin' with Dr. Faustus
Sky Architect - Nomad
17.8.2017
Big Hogg - Gargoyles
Opus Avantra - Lyrics
Leprous - Malina
ARCHIV
STATISTIK
23785 Rezensionen zu 16254 Alben von 6315 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Novalis

Novalis

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1975
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: brain/repertoire
Durchschnittswertung: 8.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Detlef Job Gitarre
Lutz Rahn Keyboards
Hartwig Biereichel Schlagzeug
Heino Schünzel Bass, Gesang
Carlo Karges Gitarre, Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Sonnengeflecht 4:06
2. Wer Schmetterlinge lachen hört 9:16
3. Dronsz 4:53
4. Impressionen 8:55
5. Es färbte sich die Wiese grün 8:16
Gesamtlaufzeit35:26


Rezensionen


Von: Holger Grützner @ (Rezension 1 von 4)


Rückblende: Fernab der Metropolen, eingemauert in einen staatlichen Kokon aus lauter Selbstverständlichkeiten suchst du nach Auswegen aus der Eindimensionalität des Daseins. Schule-Lehre-Armee-Beruf-Ehe-Schrankwand-Kind-Scheidung-Tod.Mauerzeit.

Angeblich wurden alle wichtigen Fragen bereits wissenschaftlich erschöpfend beantwortet. Aber ein paar Stachel bleiben:

Renft werfen Fragen auf, scheitern und werden prompt unsterblich. Sind sie Spinner oder Heilige?

Biermann....ach, naja....

Puhdys haben Erfolg. Warum?

Karat. Muß man die auslachen, wegen Reggae Rita Star oder ernst nehmen wegen Albatros?

Und wenn du über die Mauer guckst? Dort soll's ja bekanntlich alles geben. Vor allem: Rockmusic - the elexcir of life! Aber warum keine guten deutschen Texte? Lindenberg alleine, das kann doch nicht alles sein!

(West-und Ostmedien sind sich unfreiwillig einig, dir Ton Steine Scherben ziemlich lange vorzuenthalten.)

Da plötzlich bricht ein Lichtstrahl durch den verhangenen Himmel:

„.... Wer mit sich selbst in Frieden lebt,

Der muß genauso sterben,

Und ist trotzdem lebendiger

Als alle seine Erben."

Thomas Gottschalks Sendung „Szene 77" (oder war's 78?) brachte ein Konzertfilmschnippselchen mit dem letzten Drittel des Novalisklassikers „Wer Schmetterlinge lachen hört" und eben diesen Zeilen.

Sehnsucht hatte einen neuen Namen: Novalisplatte.

Das schien endlich mal was bedeutungsschwangeres Deutschrockmäßiges aus dem Westen zu sein.

Die Erfüllung dieses Sehnens ließ auf sich warten und so mußte das (West-)Radio trösten. „Irgendwo irgendwann" und „Manchmal fällt der Regen" konnte man so noch erbeuten. Dann endlich doch einmal eine lang ersehnte Ansage im Treffpunkt für junge Leute auf NDR 2 : >>... Und zum Schluß nun „Wer Schmetterlinge lachen hört" von der Hamburger Gruppe Novalis.....<< Es folgte die Liveversion und die Sendezeit war genau da zuende, wo die Fernsehaufnahme anfing. Die letzte Strophe also fehlt.

Du versuchst mit geborgtem Zweitrecorder zusammenzustückeln, aber das Ergebnis klingt natürlich beschissen.

Die Sehnsucht wächst: Novalisplatte.

Sechs Jahre später, inzwischen hatte die Welt Kenntnis genommen von bitterbösen Fehlfarben- und Interzonetexten und Freund Rio war auch im Osten kein Unbekannter mehr, erfüllte sich die Sehnsucht, als sie schon fast keine mehr war und ganz anders als einst erträumt.

„Ey, du wollt'st doch immer mal was von Novalis hamm. Ich kenne da jemandn, der will zwee'e loswern." Nischt wie hin!

Die Platten in Augenschein genommen, gegen das Licht gehalten, nicht der kleinste Kratzer... Die eine, „Novalis" (1975), enthält „Wer Schmetterlinge..." und die andere, „Vielleicht bist du ein Clown?" (1978), bietet unter anderem „Manchmal fällt der Regen". Treffer!

Zum Reinhören ist weder Zeit noch Gelegenheit - also bezahlen und ab dafür! Preis: Schlapper Hunderter für jede, also noch zwanzig Mark pro Stück gespart.

Zu Hause dann Beutekontrolle. Natürlich beginnt man chronologisch mit der älteren Platte.... Die Nadel senkt sich....nichts knistert....Vorfreuden- Glückshormonpegel auf 100....die ersten Klänge..... Die Glückshormone denken an Verabschiedung ...weitere Klänge.....ähem....naja, ein Instrumental eben....der Pegelstand sinkt ... noch mehr Klänge....pfff... hoffentlich wird's bald interessant ...dann irgendwann noch auf Seite1 die begehrten „Schmetterlinge" ...aber ...ähem ...wer singt denn da ....wie klingt denn das ....ziemlich amateurmäßig jedenfalls ....Glückshormone auf null .....2.Seite, selber Zustand....krautrockiges Gedudel unter hochgegriffenen Namen wie „Brucknerimpressionen" und irgendwann nocheinmal „Gesang" beim zweiten Orginal-Hardenberg-Novalistext „Da färbte sich die Wiese grün" und vermutlich auch mein Gesicht durch aufsteigende Gallensäfte.

Der Band fehlt hörbar Mühlböck. Der singt auf der Live-LP „Konzerte" die „...Schmetterlinge..." und um Längen besser!

Zwei schlecht gesungene Nummern instrumental auf LP-Länge gestreckt. Den Kauf dieser Platte habe ich zähneknirschend unter Reinfall abgebucht. Sorry, Jochen.

Die Anschißempfindung war so gewaltig, dass mir auch die andere, bessere LP „Vielleicht bist du ein clown?" nicht mehr recht behagte, schien mich doch schon dieser Plattentitel auszulachen.

Fazit: Auf dem nächstbesten Flohmarkt fand sich Gelegenheit, die Schlappe wenigstens finanziell wieder wett zu machen und beide für den selben Preis weiterzureichen.

(Juli 2001)

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.5.2002
Letzte Änderung: 31.5.2002
Wertung: 2/15

Zum Seitenanfang

Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 4)


Zuerst muss ich Holger loben, denn ich habe seine Kritik mit Spannung gelesen. Wenn man im Westen unserer Republik aufgewachsen ist, kann man sich gar nicht vorstellen, welche Opfer der Rockfan in der damaligen DDR aufbringen musste, um an eine heiss ersehnte Platte aus dem Westen heranzukommen. Für mich als "Wessie" ist es daher unvorstellbar, dass damals solche Platten auf dem Schwarzmarkt der DDR zu wahrlich horrenden Summen gehandelt wurden und diese Summen auch bezahlt wurden. Leider war im Fall von Holger nach diesen ganzen Opfern zwecks Beschaffung der Novalis-LP schon nach dem ersten Hördurchgang die Enttäuschung ziemlich groß, da die Platte keinesfalls seinen Geschmack getroffen hatte.

Für mich war der Weg zu diesem zweiten Novalis-Album denkbar einfach, denn ich begab mich schnurstracks in einen CD-Laden und blätterte DM 29,99 für die Wiederveröffentlichung durch Repertoire Records hin. Also ganz so wie es sich in der heutigen Konsumgesellschaft gehört und ohne irgendwelche Sentimentalitäten.

Während bei Holger die Vorfreude wie eine Seifenblase zerplatzt ist, so verhielt es sich bei mir gerade umgekehrt, denn ich verfiel schon nach dem ersten Hördurchgang in einen sentimentalen Zustand. Ohne jetzt noch länger um den heissen Brei zu reden, muss ich mitteilen, dass ich Holgers Kritik voll und ganz widersprechen muss.

Das zweite Album der Hamburger Band Novalis ist ein hervorragendes Album, das eine perfekte Mixtur aus teutonischem Krautrock und bester Symphonik der 70er Jahre bietet. Im Gegensatz zum noch englischsprachigen Debüt "Banished Bridge" bot man zum ersten Mal deutsche Texte. Der Gesang ist sehr zurückhaltend, passt aber gut zum symphonischen und lyrischen Charakter der Musik. Durch das ganze Album zieht sich eine wunderschöne melancholische Atmosphäre.

Der dynamische Opener "Sonnengeflecht" fällt hier noch ein wenig aus dem Rahmen. Nach diesem instrumentalen Titel leiten dann wehleidige Hammondklänge den Titel "Wer Schmetterlinge lachen hört" ein. Die Verwendung der deutschen Sprache ist hier als überaus gelungen zu bezeichnen. Der folgende Instrumentalteil ist sehr abwechslungsreich gehalten. Nach fast schon spacigen Einsprengseln treiben Gitarre und quirlige Hammond dieses Stück auch kurzzeitig in eine dynamischere Richtung.

Die bereits angedeuteten spacigen Elemente kommen dann im nachfolgenden instrumentalen Titel "Dronsz" noch mehr zum Tragen. In perfekter Symbiose mit symphonischen Elementen tendieren Novalis dabei leicht in die Richtung des symphonischen Krautrocks im Stil einer Band wie Wallenstein.

"Impressionen" ist dann eine sehr interessante Adaption der 5. Symphonie von Anton Bruckner. Eine fast schon magische Hammond und ein wahrlich pulsierender Bass treiben dieses Werk gekonnt nach vorne. Dazu gesellen sich flirrende Gitarrenklänge.

Mit "Es färbte sich die Wiese grün" bedienten die Hamburger sich erstmals eines Originaltextes des Namensgebers Novalis (Karl Friedrich von Hardenberg). Auch diese Umsetzung kann als überaus geglückt bezeichnet werden. Die Musik stammt hier genau wie im Fall des Openers "Sonnengeflecht" aus der Feder eines gewissen Carlo Karges, der nur auf der hier vorliegenden Platte zur Formation gehörte. In den 80er Jahren hatte er als Musiker bei Nena großen Erfolg. Ist aber schon ein weiter Weg von "Es färbte sich die Wiese grün" zu "99 Luftballons"...

Anspieltipp(s): Wer Schmetterlinge lachen hört, Dronsz, Es färbte sich die Wiese grün
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.6.2002
Letzte Änderung: 1.6.2002
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Hier bin ganz klar auf Horsts Seite: "Novalis" ist ein hervorragendes Album. Die neuen Musiker Detlef Job und Carlo Karges (schade, dass der gleich danach wieder ausgestiegen ist) bringen mehr Abwechslung in die Musik, Lutz Rahns Keyboardspiel ist vielfältiger als auf "Banished Bridge", und Heino Schünzel macht als Sänger eine viel bessere Figur als vorher Jürgen Wenzel. Sein Gesang ist vielleicht nicht spektakulär, passt aber gerade deswegen zu dieser Musik. Absolute Empfehlung!

Anspieltipp(s): Wer Schmetterlinge lachen hört, Es färbte sich die Wiese grün
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.7.2003
Letzte Änderung: 27.7.2003
Wertung: 12/15

Zum Seitenanfang

Von: Jochen Lohr @ (Rezension 4 von 4)


Irgendwie halte ich 2 Punkte für dieses Album für viel zu hart, 12 jedoch auch eindeutig für zu hoch bewertet. "Novalis" hat durchaus reichlich gute Momente, und zwar vor allem in den Instrumentalpassagen und -stücken. Die gesungenen Passagen können mich allerdings nicht vollends begeistern, und das nicht etwa, weil der Gesang so furchtbar wäre, nein, das haben sich Novalis für ihr drittes Album aufgehoben, sondern weil insbesondere "Wer Schmetterlinge lachen hört" die Melodie eine geradezu peinliche kindlich-naive Note annimmt. Glücklicherweise sind vor allem "Dronsz", das in der Form auch Pink Floyd nicht besser hinbekommen hätten, und das einserseits auch von Floyd, andererseits offenskundig klassisch inspirierte "Impressionen", anders geartet und als durchaus gelungen zu bezeichnen wie auch das zweite gesungene Stück, die Interpretation des Novalis Gedichtes "Es färbte sich die Wiese grün", das mit folkloristischem Gesang und teilweise jazzig gesprenkelten Soli in eine deutlich andere Richtung geht.

Als Fazit bleibt, dass vor allem auch durch die Hinzunahme der E-Gitarre eine noch stärkere Verwandtschaft zu Pink Floyd hörbar ist, als sie schon beim Vorgängeralbum "Banished Bridge" vorhanden war. Lediglich "Es färbte sich die Wiese grün" fällt da aus dem Rahmen. Insgesamt haben Novalis vom Vorgänger zu diesem Album einen Riesenschritt gemacht. Novalis gefällt mir von den Novalis- Alben, die ich besitze, eindeutig am besten. Wirklich gut ist es allerdings nicht.

Anspieltipp(s): Dronsz, Es färbte sich die Wiese grün
Vergleichbar mit: Pink Floyd
Veröffentlicht am: 4.8.2003
Letzte Änderung: 4.8.2003
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Novalis

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1973 Banished Bridge 9.00 4
1976 Sommerabend 8.75 4
1977 Brandung 8.50 2
1977 Konzerte 10.00 2
1978 Vielleicht bist du ein Clown? 12.00 1
1979 Flossenengel 11.00 2
1981 Augenblicke 9.50 2
1982 Neumond 4.00 1
1983 Sterntaucher 8.00 1
1984 Bumerang 5.00 1
1985 Nach uns die Flut 2.00 1
1993 Novalis lebt! 8.00 1
2009 Letztes Konzert 1984 6.00 1
2017 Schmetterlinge 13.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum