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Crippled Black Phoenix

(Mankind) The Crafty Ape

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Blues; Folk; New Artrock; Postrock
Label: Cool Green Recordings
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Justin Greaves guitar, drums, bass, saw, ebow, electronics, percussion, megaphone, synth, hammond
Karl Demata acoustic guitar, guitar, baritone guitar, dobro, wah-mandolin
Christian Hellmann bass
Mark Furnewall organ, synth, rhodes
Joe Volk voice

Gastmusiker

Daisy Chapman piano, voice
Mark Ophidian synth, mellotron, samples, electronics, bells, vocoda
David Norman drums
Belinda Kordic voice
Paul Eros horns
Sally Wragg viola, violin
Paul Booker double bass

Tracklist

Disc 1
1. Nothing (We Are...)   (Chapter I (A Thread)) 1:25
2. The Heart Of Every Country 10:04
3. Get Down And Live With It 7:11
4. (In The Yonder Marsh) 4:11
5. A Letter Concerning Dogheads 6:24
6. The Brain / Poznan   (Chapter II (The Trap)) 7:37
7. Laying Traps 4:45
8. Born In A Hurricane 3:31
9. Release The Clowns 5:23
10. (What?) 1:36
Gesamtlaufzeit52:07
Disc 2
1. A Suggestion (Not A Very Nice One)   (Chapter III (The Blues Of Man)) 5:54
2. (Dig, Bury, Deny) 2:09
3. Operation Mincemeat 6:58
4. We'll Never Get Out Of This World Alive 4:13
5. Faced With Complete Failure, Utter Defiance Is The Only Response 14:50
Gesamtlaufzeit34:04


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 3)


"(Mankind) The Crafty Ape" ist nach offizieller Zählung bereits das fünfte Album des Projekts (von einer Band möchte ich eigentlich angesichts der doch relativ häufigen Besetzungswechsel nicht sprechen) Crippled Black Phoenix. Mir wurden Crippled Black Phoenix mit "200 Tons Of Bad Luck" und dem direkten Vorgänger des vorliegenden Albums "I, Vigilante" bekannt. Zwei Werke, denen ich tief gespalten gegenüber stehe, denn die Passagen, die mich über alle Maßen begeistern, und die Passagen, die mich eher gleichgültig lassen, sind dort nahezu gleich verteilt. Nun legt das Kollektiv um Cheffe Justin Greaves gleich ein Doppel-Album, welches noch dazu ein Konzeptalbum ist, vor. So weit, so abschreckend. Und so ist "(Mankind) The Crafty Ape" gleich das erste Monumental-Werk des noch relativ jungen Jahres 2012 (und vielleicht der legitime Nachfolger des gewaltigen Octopus des Vorjahres?).

Das Album ist nicht leicht in Worte zu fassen, und das sicherlich nicht, weil es so komplex ist. Es ist eher wahrhaft monumental, erhaben, größer als das Leben und von daher ein Stück weit ebenso überwältigend, wie auch eben schwer zu greifen. Komplexer, frickelige Strukturen und vertrackte Kompositionen sind ganz sicher nicht die Mission von Crippled Black Phoenix, die Briten setzen eher auf geerdete Rockmusik, die mit allerlei Soundgimmicks, Effekten, Samples und Verspieltheit aufgemotzt, ja auf aufgeblasen wird. Und spätestens an diesem Punkt muss man die Urväter dieser Disziplin erwähnen? Pink Floyd agierten mindestens auf ihren großen Werken in den 70er Jahren genauso und sind sicherlich eines, wenn nicht das große Vorbild für Justin Greaves und seine Mitstreiter.

Elegische Gitarrenmotive, behäbige Soli, perlende Piano-Läufe, sanfte Keyboard-Tupfer, elektronisches Geflirre und moderat vertrackte Rhythmusarbeit verbinden sich zu majestätischen, bedächtig dahinschreitenden Klangkonstrukten. Stücke, die den Hörer viel eher mit ihrer stimmigen Atmosphäre, ihrer sympathischen Melancholie, ihren zwar traurigen, aber packenden Melodien in den Bann schlagen, als durch technische und kompositorische Vertracktheiten. Der Hörer wird weniger durch Wendungen überrascht, als schlicht einfach durch den Strom des Albums aufgesogen und mitgerissen (sofern er es zulässt). Gerade im ersten Kapitel - von dreien, in die das Album unterteilt ist - finden sich immer wieder Fragmente, die klar von den Übervätern Pink Floyd inspiriert sind. Das beginnt schon beim Opener, der sich unverhohlen an "In The Flesh" anlehnt, geht über Gilmoureske Gitarrenklänge weiter und mündet in stampfende "Run Like Hell"-Rhythmen und "One Of These Days"-Gedächtnis-Bässe. Aber hier wird - natürlich - nicht kopiert, sondern weiterentwickelt. Crippled Black Phoenix verbinden den Floyd'schen Artrock mit moderner Elektronik, anderer Rhythmik und einem ordentlich Schuss Postrock-Elegie. So entstehen die sozusagen die neuen Floyd des 21. Jahrhundert. Mit einer Vielzahl von Gastmusikern werden die Arrangements durch allerlei Instrumental-Beiträge farbig ausgearbeitet und erweitert. Wobei natürlich auch Greaves selbst ein ganzes Arsenal, teils exotischer, Instrumente mit ein bringt. Stammsänger Joe Volk - der die Band inzwischen allerdings verlassen hat - gibt den Songs mit seiner ruhigen, dunklen Intonation die richtige Stimme und wird kongenial durch Gastsängerinnen ergänzt.

Genug der Vergleiche, denn ungeachtet ihres sehr kreativen (und in Maßen gar humorvollen) Umgangs mit dem Floyd'schen Erbe machen sich Crippled Black Phoenix im zweiten Kapitel ihres Werks von diesen Einflüssen deutlich frei und tauchen tief in das Feld des Postrocks, den sie mit einer Art dementen Rock'n'Roll paaren, ein. Gitarrenwände, gewaltige, vor sich wabernde Klangmassen dominieren nun. Und zur Abrundung gibt es ein paar folkige Einsprengsel. Das dritte Kapitel nimmt komplett die etwas kürzere zweite CD ein. Hier wird es für den "Hardcore"-Progger sicherlich am anstrengendsten, denn Crippled Black Phoenix adaptieren die Welt des Blues für sich und laben sich an düster-melancholischen Tönen, manchmal gar im lupenreinen 12-Takt-Schema. Bis alles in dem fulminanten Schlusspunkt "Faced With Complete Failure, Utter Defiance Is The Only Response" mündet. Ein Songmonster, welches eine unsterbliche, todtraurige Melodie ausbreitet, die trotzdem noch einen Funken Hoffnung in sich trägt und so das Album erhaben-monumental zum Abschluss bringt.

"(Mankind) The Crafty Ape" behandelt nicht weniger als die Geschichte der Menschheit und wirft - bei einem Titel wie "Menschheit - Der listige / durchtriebene Affe" nicht anders zu erwarten - einen sehr pessimistischen Blick darauf. Die Musik verleiht diesem Ansatz die nötige Wucht, die nötige sakrale Monumentalität und auch die nötige Nachdenklichkeit, ohne in Hoffnungslosigkeit zu versinken. Nicht mehr und nicht weniger als ein großes Werk.

Anspieltipp(s): Was kann hier ein einzelner Song schon sagen? Aber vielleicht "The Brain / Poznan" als Appetit-Happen...
Vergleichbar mit: siehe Text, aber eigentlich ist es in seiner Fülle was eigenständiges...
Veröffentlicht am: 13.2.2012
Letzte Änderung: 17.11.2016
Wertung: 12/15
...nur das Blues-Finale verhindert höhere Weihen (immer mit der Prog-Brille draufgesehen)...

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 3)


CBP sind live eine Wucht. Wer sie mal auf der Bühne erlebt hat, wird das nicht so schnell vergessen. Und genau dieses Livefeeling transportieren sie auch auf diese Studioaufnahme. Hier wird nicht alles bis zum letzten Ton tot und glatt produziert, nein hier geht es auch mal einfacher und heftiger zu Werke. Ohne die Produktion zu überfrachten.

So geht es im ersten von 3 Teilen bereits krachend los und im Hintergrund hört man Glockengeläut und Kinderstimmen. Dann folgt mit THE HEART OF EVERY COUNTRY ein Song, der live fest im Programm ist. Man hört zu Beginn eine außergewöhnlich gute Gitarrenlinie, gefolgt von einem langsamen und bedrohlich klingenden Bass. Der ganze Song wirkt schwermütig, was bei CBP natürlich öfters der Fall ist. Diese Bedrohung weicht aber im folgenden GET DOWN AND LIVE WITH IT. Hier ist der Rhythmus schneller und die Drums spielen tranceartig wie bei einem afrikanischen Eingeborenenstamm.

Das instrumentale IN THE YONDER MARSH spaltet. Persönlich für mich ein Highlight, für Freunde von mir reine Verarsche. Die endlos langen Töne der Keyboards kreieren eine sehr eigenwillige und morbide Atmosphäre. Lässt man sich drauf ein ist der Effekt enorm. Besonders beim späteren Glockengeläut wird einem immer etwas wehmütig. Doch A LETTER CONCERNING DOGHEADS lässt den Hörer wieder aufwachen mit einer pompösen Drum und einem krachenden Bass. Hier setzen CBP wieder auf schwere und monumentale Klänge.

Höhepunkt des ersten Teils ist dessen Schlusssong THE BRAIN /POZNAN. Obwohl wir bisher schon einige wunderschöne Melodien genossen haben, toppt dieser Song mit seiner Melancholie alles bisher gehörte. Die Drums schleppen sich durch den Song, der Bass grollt tief, die Gitarre sorgt für helle Farbtupfer und die Gesangsstimme klingt meist wehleidig. Der Klang türmt sich auf, um dann unversehens in einen rhythmischen Teil zu gleiten.

Teil 2 beginnt heftig mit Gitarre und einem wieder sehr tief tönenden Bass. Joe Volk als Sänger klingt, als sei er eben dem Vorhof der Hölle entstiegen. Der Song treibt nach vorne mit tobenden Drums, so schnell war bisher nichts auf dem Album. CBP werden doch nicht zu einem überbordenden Klangmonster mutieren? LAYING TRAPS ist jedenfalls gemein und böse. Und auch BORN IN A HURRICANE geht heftig und hektisch weiter, die Drums knüppeln und die Gitarre mäandert. RELEASE THE CLOWNS macht auch keine Ausnahme. Schwere, treibende Drums, eine tief gestimmte Gitarre rifft, die Becken zischen, alles klingt dunkel und finster mit einem Schuss Größenwahn aus den Boxen. Mit dem sehr kurzen WHAT schließt der zweite Teil, sowie die erste CD ab. Dieser zweite Teil ist jedenfalls wie ein schweres Gewitter, das unvermittelt über den Hörer hereinbricht.

CD 2 oder Teil 3 beginnt mit A SUGGESTION (NOT A VERY NICE ONE). Hie erklingt jetzt Blues und zwar ein sehr schwerer, schwarzer Blues. Der Bass spielt schleppend, die Gitarre setzt nur kurze Akzente. Die Drum erklingt furztrocken und leicht vertrackt. DIG BURY DENY ist dann purer Stillstand. Doch die Gitarrenlinie drauf ist zum niederknien. Und OPERATION MINCEMEAT ist ebenfalls ein langsamer und eher ruhiger Song. Auch hier gibt es Anleihen im Blues, wenn auch nicht so offensichtlich wie beim ersten Song. Und mit WE'LL NEVER GET OUT OF THIS WORLD ALIVE geht es noch tiefer in die Abgründe des CBP Imperiums. Die Musik steht wieder mal fast still, ein Pianotupfer hält sie am Leben und im Hintergrund wabern undefinierbare Keyboardsounds.

Zum Schluss dann noch ein Longtrack von fast 15 Minuten. Gemächlicher Beginn mit langgezogenen Noten, dann aber plötzlich ein Riffgewitter mit süchtig machenden Akkorden. FACED WITH COMPLETE FAILURE ist ein Klangmonster mit zum Teil dröhnenden elektronischen Sounds, dann aber wieder mit komplett ruhigen Passagen. Kann fesseln, dauert aber etwas zu lang.

„Mankind, the crafty ape“ ist durchaus gelungen. Mir gefallen zwar die eher blueslastigen Songs auf CD 2 nicht so gut wie diejenigen der ersten CD, aber ich bin auch kein Bluesfreund. Die beiden ersten Teile sind jeweils Klasse, ob jetzt der erste Teil mit den etwas schleppenderen Songs oder der zweite mit den heftigeren. Kommt halt auf die jeweilige Stimmung an. Überzeugen können sie beide.

Anspieltipp(s): The Brain/Poznan
Vergleichbar mit: erinnert mich oft an Fields of the Nephilim oder Killing Joke
Veröffentlicht am: 31.3.2016
Letzte Änderung: 31.3.2016
Wertung: 12/15
für Freunde von schwerem und düsterem Prog

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 3 von 3)


Es gab auch bei der diesjährigen Night of the Prog wieder ein paar erwartbare Höhepunkte, ein paar echte Überraschungen (Second Relation, A Kew's Tag, oder die unglaublichen Ashby) – und es gab ein paar Bands, die die Progfreunde, sagen wir, eher zum Spazierengehen animierten. Das kann man auch schön auf dem Loreleyfelsen. Oder, wenn man eine größere Runde drehen will, wandert man hinüber zu Spitznack und Felsenkanzel, beide schöner und weitaus naturbelassener.

Zu diesen Bands gehören regelmäßig RPWL, Galahad, Gazpacho und andere mit G-. Dieses Jahre gehörte auch Crippled Black Phoenix dazu. Zu meiner Überraschung! Denn neben Amplifier, Oceansize und Riverside sind es vor allem Crippled Black Phoenix, von denen ich immer wieder höre, wie wichtig sie für den Prog sind. Und viele Fans saßen auch mit geschlossenen Augen da, und genossen das Konzert in vollen Zügen. Dazwischen aber saßen nicht wenige kopfschüttelnd, die das Ganze irgendwie nicht begriffen. Oder nur allzu gut begriffen, und deshalb nicht begriffen, was es mit Progressive Rock zu tun haben soll, wenn ganze Viertelstunden lang drei Akkorde wiederholt werden. Jedenfalls war das die Kritik, die ich am häufigsten aufschnappte. Hatten wir nicht mal gelernt, dass Progressive Rock eine Musik ist, die über das in der Rockmusik Übliche hinausgeht, rhythmisch, harmonisch, strukturell, stilistisch, die eigentlich inkompatible Elemente miteinander kombiniert, intertextuelle Bezüge zu anderen Musiken herstellt, und sich zunächst und vor allem vom Repetitiven der Popmusik abwendet? Vom Repetitiven abwendet? Das Gegenteil geschah hier: repetitiver ging's gar nicht. Und so standen manche auf und zogen einen Spaziergang vor.

Es hieß dann, das liege am Tageslicht, da habe die Musik einfach nicht die Chance, so richtig Atmosphäre aufzubauen. Aber mal ehrlich: Was ist eine Musik wert, wenn sie Dunkelheit braucht, um richtig zu wirken? Wenn sie einen nicht ganz von allein aus dem Alltag herausreißen kann?

Ich höre "(Mankind) The Crafty Ape", während ich schreibe, der Mensch, ein intelligenter Affe. Daran, an diesem Menschenbild, ist so ziemlich alles falsch, dennoch spukt es als eine Art simplifizierter Darwinismus selbst durch unsere postgenetischen Köpfe noch. Dabei geht es hier gar nicht einmal besonders anspruchsvoll zu. Um den unvergessenen Thomas Kohlruß zu zitieren: "Das Album ist nicht leicht in Worte zu fassen, und das sicherlich nicht, weil es so komplex ist. Es ist eher wahrhaft monumental, erhaben, größer als das Leben und von daher ein Stück weit ebenso überwältigend, wie auch eben schwer zu greifen." Ich finde das nicht, aber ich ahne, was Thomas damit meinte: Die Produktion ist derart wuchtig, dass man sich vor lauter Sound kaum auf die Musik konzentrieren kann. Tut man das dann aber doch, mit einiger Mühe, bemerkt man mit Thomas: "Komplexe, frickelige Strukturen und vertrackte Kompositionen sind ganz sicher nicht die Mission von Crippled Black Phoenix, die Briten setzen eher auf geerdete Rockmusik, die mit allerlei Soundgimmicks, Effekten, Samples und Verspieltheit aufgemotzt, ja auf aufgeblasen wird."

Ganz genau. Aufgemotzt und aufgeblasen. Die Musik ist fast durchgehend vollkommen simpel gestrickt: 4/4-Takte, 08/15-Harmonik, simple Melodien. Die musikalische Substanz steht in – teils krassem – Gegensatz zu den Klanggebirgen, die hier Schicht für Schicht aufgetürmt werden. Ich bin wahrlich der Falsche, wenn es darum geht, Pink Floyd gegen Vorwürfe in Schutz zu nehmen, sie seien nicht mehr gewesen als eine aufgeblasene Bluesband (denn für viele ihrer Songs stimmt das), aber ein bisschen muss ich diesem Vergleich doch entgegentreten. Was bei Pink Floyd inhaltlich motivierte Klangwucht war, integriert in eine wohlüberlegte Dynamik, ist hier einfach pausenlose, auf Monumentalität getrimmte Klangmasse. Ein Song wummert wie der andere. Totproduziert sagt Marc, das trifft es. Was bei Pink Floyd Experiment war, jedenfalls bis "Animals" und in eingeschränktem Maße noch auf "The Final Cut", ist hier einfach klangliche Buttercreme: Wir ham's ja, also drauf damit. Pink Floyd gingen das Risiko ein, zu scheitern (mal "Atom Heart Mother" gehört?) – CBP gehen hier keinerlei Risiko ein, null. Das Album klingt von der ersten bis zur letzten Sekunde vollkommen zielgruppenorientiert.

"Der listige/durchtriebene Affe" hat Thomas den Titel übersetzt. Ja, auch das kann "crafty" bedeuten. Das Album ist schon irgendwie raffiniert, insofern als man die Musik vor lauter Sound nicht mehr hören kann. Mit ein wenig Anstrengung geht's dann aber doch – und es bleibt erstaunlich wenig Staunenswertes übrig. Worin vermutlich der Grund liegt, warum so viele beim CBP-Auftritt spazierengegangen sind. Oder lag es vielleicht daran, dass nach CBP Mike Portnoy's Shattered Fortress dran war, und die Leute wussten, dass sie bei dem, was ihnen da bevorstand, dringend mal Luft schnappen mussten?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.9.2017
Letzte Änderung: 2.10.2017
Wertung: 7/15
Kein Prog, und auch nicht besonders gut. Wer mal hören will, wie sowas klingt, wenn es richtig gut gemacht ist, der sollte "The Death Defying Unicorn" von Motorpsycho und Ståle Storløkken antesten. Das ist musikalisch um Welten besser.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Crippled Black Phoenix

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 200 tons of bad luck 11.00 1
2010 I, Vigilante 10.50 2
2012 No Sadness Or Farewell 11.00 1
2013 Live Poznan 12.00 1
2014 White Light Generator 11.00 1
2015 New Dark Age 9.00 1
2016 Bronze 9.00 2

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