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Inner Ear Brigade

Rainbro

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Canterbury; Jazzrock / Fusion; RetroProg; RIO / Avant; sonstiges
Label: AltrOck Productions
Durchschnittswertung: 12/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Melody Ferris Vocals
Ivor Holloway Sax, Clarinet
Pat Moran Bass (Tracks 1-9)
Nick Peck Mammond B-3 Organ, Clavinet, E-Piano, Minimoog, Mellotron, Piano, Arp String Ensemble (Tracks 1-9)
Doug Port Drums (Tracks 1-9)
David Shaff Trumpet (Tracks 1-9)
Ryder Shelly Vibraphone (Tracks 1-9)
David Slusser Slussomatic, Electronics (Tracks 1-9)
Andrew Vernon Keyboards, Farfisa Organ (Tracks 1-9)
Bill Wolter Guitars, Keyboards, Electronics
Shayna Dunkelman Vibes, Crotales (Track 10)
Jordan Glenn Drums (Track 10)
Curtis McKinney Bass (Track 10)
Charith Premawardhana Viola (Track 10)
Max Stoffregen Piano, Synth (Track 10)

Tracklist

Disc 1
1. Knee 5:05
2. Oom Pah 5:09
3. Missing the train 3:41
4. Rainbro 5:02
5. Too good to be true 4:11
6. Somnambulist subversion 4:34
7. Nut job 3:12
8. Forgotten planet 6:00
9. Dirty spoons 5:12
10. 25 miles to freedom 10:30
Gesamtlaufzeit52:36


Rezensionen


Von: Achim Breiling @ (Rezension 1 von 2)


Im Gegensatz zu ihren Labelkollegen Cucamonga (siehe "Alter Huevo") ist die Inner Ear Brigade im weltweiten Netz sehr präsent. Allzu viele biographische Informationen sind dort aber trotzdem nicht zu finden. Die Band um den Gitarristen Bill Wolter kommt offenbar aus San Francisco bzw. Oakland. Eine erste EP wurde 2005 veröffentlicht ("Belly Brain") und nicht allzu lange davor scheint sich die Gruppe auch formiert zu haben. Im Frühjahr 2012 erschien jedenfalls mit "Rainbro" das Volllängendebüt der Band auf dem Mailänder AltrOck-Label. Entstanden sind die Aufnahmen 2009 und 2010.

Eine ganze Ladung von Bands und Musikern führt die Formation auf einer ihrer Internetpräsenzen als Einflussgeber auf: "Magma, Soft Machine, Tortoise, Sunra, Zombie, Don Cabalerro, Raymond Scott, John Coltrane, Ornette Colemen, Frank Zappa, King Crimson, Deerhoof, Flat Earth Society, Konono No.1, Prince, Pfunk, Steve Reich, Max Roach, Charles Mingus, Monk, Nels Cline, Anthony Braxton, Esquivel, Martin Denny, Ruins, Space Ships, Lounge music, Gummo Soundtrack, SF Sound". Das ist eine ganze Menge (und es passt auch nicht alles - Magma?), doch kann man da schon eine gewisse Linie herauslesen, die sich auch auf "Rainbro" wieder findet: Jazzrock, zappaeske Schrägheit, Canterburyartiges, Postrock, komplexere Instrumentaleinlagen, Bläserjazz und etwas Retroprog bzw. Westcoastpsychedelik.

In der Aufzählung fehlen allerdings Bands wie Thinking Plague, 5UU's, French TV oder Utotem. "Rainbro" bietet nämlich im Grunde einen schon klassisch zu nennenden US-RIO-Prog, wie er so ähnlich auch bei den eben genannten Gruppen seit dem Ende der 80er Jahre zu finden ist. Gerade an Thinking Plague erinnert mich diese Musik, was aber wohl vornehmlich am recht dominanten, sehr verwandten, etwas schräg-emotionslosen Gesang von Melody Ferris liegt. Ansonsten machen Inner Ear Brigade ihr ganz eigenes, ausgesprochen interessantes und gelungenes Ding.

Canterburyprog, Zappa, Jazzrock, RIOartiges, Retroprog und etwas Westcoastpsychedelik also. Sehr elegant und rund gleitet die Musik aus den Boxen, sehr jazzig alles in allem, von Blasinstrumenten und dem Gesang bestimmt, aber auch von flotten E-Pianolinien, einer druckvollen E-Gitarre und allerlei weiteren Tastenklängen. Nicht selten kommt ein Mellotron zum Einsatz, ergänzt um retroprogressive Synthesizerlinien, Keyboard-Streicherflächen und Retrogeorgel. Dazu blubbern, zischen und wabern immer mal wieder seltsame Elektroniksounds durchs Klangbild, was gewisse Spacerockassoziationen weckt. Das abschließende "25 miles to freedom" wurde offenbar von einer etwas älteren Besetzung der Band schon 2009 eingespielt. Hier fehlt die Elektronik und die Tasten sind reduziert. Dafür ist eine Bratsche zu hören, was der Musik leichte Kammerprogatmosphäre verleiht.

"Rainbro" ist ein rundum gelungenes, ausgesprochen abwechslungsreiches und perfekt produziertes Album mit einem sehr eigene, retroangehauchten US-Avantprog mit Canterburyeinschlag, den sich Liebhaber der etwas schrägeren Klänge, insbesondere der weiter oben erwähnten US-RIO-Gruppen nicht entgehen lassen sollten!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.2.2012
Letzte Änderung: 26.2.2012
Wertung: 12/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Jetzt geht's ab! Mit für Prog-Verhältnisse geradezu verboten hohem Gute-Laune-Faktor purzeln von der ersten Sekunde an flott-fröhliche Klänge aus den Boxen, bei denen außer dem seltsamen elektronischen Blubbern zunächst eigentlich alles ziemlich normal klingt, inklusive eines sehr eingängigen Rhythmus. Ist das jetzt RIO für die Tanzfläche? Sozusagen DIO (Disco in Opposition)?

Erst nach und nach bemerkt man die die kleinen Schrägheiten und Vertracktheiten, die allerdings auch im Laufe der CD immer weiter zunehmen. Aber auch dann ist die Musik von einer seltsamen Eingängigkeit, gleitet problemlos ins Ohr, um erst dort ihre kleinen Widerhaken auszufahren. Da wechseln "funky" Bläsersätze mit hektisch verzwirbelten Läufen der Gitarre, auf schräge Saxofoneinlagen folgt ein beruhigender Mellotronteppich, und immer wieder das kuriose elektronische Geblubber. Ganz krass wird das bei Forgotten Planet, wo sich avantgardistische, fast freejazzige Passagen mit flott-melodischen Parts wechseln.

Dazu kommt noch der zurückhaltende, unspektakuläre, und doch wunderbare Gesang von Melody Ferris, die tatsächlich an RIO-Chanteuse Deborah Perry erinnert. Oft leicht angeschrägt, ist das quasi das Sahnehäubchen auf der Musik.

Mit der Innerohrbrigade hat mir das AltrOck-Label wieder einmal eine wunderbare Neuentdeckung beschert. Jazziger Avantprog mit hohem Gute-Laune-Faktor. Herrlich! Ob die wohl mal über den großen Teich kommen?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.3.2012
Letzte Änderung: 6.3.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Inner Ear Brigade

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2017 Dromology 12.50 2

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