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Grails

Deep Politics

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: instrumental; Krautrock; Postrock; Psychedelic; Worldmusic / Ethno
Label: Temporary Residence Ltd.
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Emil Amos Schlagzeug, Gitarre, Klavier, Synthesizer, Lap Steel
Alex John Hall Gitarre, Mellotron, Moog, Samples
William Slater Bass, Synthesizer, Klavier
Zak Riles Gitarre (6)

Gastmusiker

Timb Harris Streichinstrumente

Tracklist

Disc 1
1. Future Primitive 5:31
2. All the Colors of the Dark 4:07
3. Corridors of Power 3:54
4. Deep Politics 5:37
5. Daughters of Bilitis 3:25
6. Almost Grew My Hair 8:02
7. I Led Three Lives 8:48
8. Deep Snow 7:21
Gesamtlaufzeit46:45


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Drei Jahre hat es gedauert, bis ein neues Werk der aus Oregon stammenden Formation Grails erschien. Nach eigenen Angaben wurde die Band hierzu von "’70s Italian film scores and obscure occult/fringe library music" inspiriert. Nun kann ich mir unter "fringe library music" eher wenig vorstellen, aber "'70s Italian film scores" trifft es gut. Speziell die Musik zu diversen Italowestern kommt mir hier immer wieder in den Sinn (auch wenn diese mehr aus den 60ern stammen).

Deep Politics setzt die Reise in psychedelische Klangwelten fort, bringt aber noch eine Reihe anderer Stilelemente ein, die es zum bisher vielseitigsten Werk der Band machen. Im Zentrum des wie immer komplett instrumentalen Albums stehen vielfältigste Gitarrensounds, meist wild psychedelisierend, manchmal mit krautrockigem Einschlag, oft aber auch seufzend wie im Soundtrack zu einem Westernfilm. Tatsächlich gibt es hier vieles, das an entsprechende Filmmusik erinnert, Bilder weiter Prärie- oder Wüstenlandschaften evoziert (All the Colors of the Dark z.B.), manchmal gar etwas nach Morricone klingt. Gelegentlich wird es auch ein bisschen jazzig, etwa wenn in Daughters of Bilitis das E-Piano perlt. Die Musik kann aber auch heftig rocken (I Led Three Lives).

Unterstützt wird die Band von Gaststreicher Timb Harris, den man u.a. von Secret Chiefs 3 kennt, einer Band, die ebenfalls sich hin und wieder Morriconesk zeigt. Harris unterlegt die Musik einerseits mit schwelgerischen, aber gänzlich unkitschigen Streicherarrangements, die die Soundtrack-artige Komponente noch verstärken (etwa im Titelstück), bringt aber hin und wieder auch einen indischen oder orientalischen Anflug in die Musik.

Auch wenn die Musik nicht übermäßig komplex ist, sind die Stücke doch abwechslungsreich, farbig arrangiert, leben durch ihre vielfältigen Stimmungen. "Ohrenkino" im wahrsten Sinn des Wortes. Mit Deep Politics ist dem Quartett (oder dem Trio, Zak Riles ist nur noch auf einem Stück dabei) aus Oregon eindeutig sein bisher bestes und abwechslungsreichstes Album gelungen. Psychedelisches, Weltmusikalisches, Westernmusik und Jazziges vereinen sich zu einem homogenen Ganzen. Nur Postrock gibt es hier kaum noch. Aber das macht nichts, Postrock-Bands gibt es ja genug. Starkes Teil!

Anspieltipp(s): All the Colors of the Dark
Vergleichbar mit: hm... vielleicht einer Mischung aus Secret Chiefs 3 und Friends of Dean Martinez?
Veröffentlicht am: 3.3.2012
Letzte Änderung: 1.3.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Grails

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 The Burden of Hope 10.00 1
2004 Redlight 10.00 1
2007 Burning Off Impurities 10.00 1
2008 Take Refuge in Clean Living 10.00 1
2017 Chalice Hymnal 11.00 1

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