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Caligula's Horse

Moments From Ephemeral City

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: New Artrock; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jim Grey Gesang
Zac Greensill Gitarre
Sam Vallen Gitarre, "Everything Else"
Dave Couper Bass, Gesang
Geoff Irish Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. The City Has No Empathy 6:10
2. Silence 7:13
3. Singularity 3:33
4. Alone In The World 11:04
5. Ephemera 3:19
6. Equally Flawed 6:09
7. Calliope's Son 5:09
Gesamtlaufzeit42:37


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Der römische Kaiser Caligula soll während seiner kurzen Herrschaft von 37 bis 41 n.Chr. sein Lieblingspferd Incitatus auf den Posten eines Konsuls erhoben haben. So erklärt sich zumindest der Name dieser vielversprechenden jungen australischen Band, deren letztjähriges Debütalbum "Moments From Ephemeral City" dieser Tage nun auch einen weitreichenden Vertrieb gefunden hat. Ganz so verrückt wie der monarchische Namenspatron ist die Musik von Caligula's Horse zwar nicht; eine derart interessante Anlage wie auf diesem Album schließt das aber natürlich nicht aus. Zunächst einmal bedient sich das Quintett wieder an verschiedenen Elementen aus dem durchaus so zu nennenden Mainstream der Progszene. Das Rückgrat der Songs besteht somit also aus gehärteten Progmetal-Riffs, durchwegs mehrstimmigem Alternative-Gesang, melancholischer Atmosphäre und Soundspielereien nach New-Artrock-Maßgabe, und ein paar Retrosounds (Mellotron und so) hat man auch noch eingestreut.

Nun könnte eine derartige Mischung entweder reichlich abgeschmackt oder aber konfus ausfallen, aber das tut sie dankenswerterweise nicht. Denn Caligula's Horse machen aus jeder dieser Komponenten das jeweils beste: Die Riffs sorgen an den richtigen Stellen für Druck, der Gesang kann stellenweise (beim ersten Einsatz in "Alone In The World" oder in der Mitte von "Equally Flawed") echte Ausrufezeichen setzen, die melancholischen Tupfer geben den Stücken erst die sie auszeichende Stimmung, und die Retro-Einsprengsel sorgen für zusätzliche Klangfarben, wie beispielsweise am Anfang von "Silence". Vor allem schafft es die Band, stringente und schlüssige Songs zu schreiben, die dennoch tiefgründig ausgefallen sind und deren Erarbeiten sich für den Hörer lohnen kann.

Gut illustrieren lässt sich dieser Eindruck an "Alone In The World". Dynamisches Progmetal-Riffing treibt den Song voran, für einige Gesangseinsätze gibt es auch mal völlig fließend übergeleitete Ruhepausen, und die instrumentale Soloarbeit verweigert sich trotz vorhandener Virtuosität dem von zig anderen Bands gepflegtem Gedudel weitestgehend, sondern verlegt sich stattdessen auf das Erzeugen von Stimmungen. In der Mitte gibt es einen ruhigen Klavierballaden-Part, der sich – und das ist hier das herausragende – bestens in die Struktur des Liedes einfügt. Anmerken möchte ich noch, dass mich die Gesangsmelodien zeitweise etwas an den angefolkten skandinavischen Individualisten-Prog von Vintersorg, Opeth oder Solefald ("Red For Fire") erinnert.

Das zweite Songhighlight des Albums ist dann "Equally Flawed", das von seinen schrägen Stimmungen lebt, die insbesondere vom interessant harmonisierten Gesang erzeugt werden. Auch die Begleitung zu diesem gestaltet sich eher frickelig und abgedreht, wirkt aber zu keinem Zeitpunkt effekthascherisch und aufgesetzt. Zudem gibt es immer wieder die schon erwähnten "nahtlosen" Ruhepausen, sodass sich insgesamt der Eindruck ergibt, es hier mit Progmetal für kauzige Teetrinker zu tun zu haben. Da fügen sich auch die über das Album verstreuten Instrumentals ("Singularity", "Calliope's Son" und bis auf vier Zeilen auch "Ephemera") gut ins Bild ein, auch wenn es hier aufgrund der Länge etwas konzentrierter zugeht. So ist "Singularity" ein eher am Progmetal orientiertes Stück, während "Ephemera" nach seinen vier Gesangszeilen an ruhigen New-Prog (Zutaten: Gitarre, Streicher, Soundscape) denken lässt. "Calliope's Son" geht wieder etwas mehr in Richtung frickeligen Progmetals, der aber auch patent und hörenswert daherkommt. Witzig finde ich, dass mich die Orchester-Samples am Anfang sehr an Walter Carlos' Beethoven-Bearbeitungen im Soundtrack von "A Clockwork Orange" denken lassen, allerdings bleibt das Episode.

Unterm Strich liegt also mit "Moments From Ephemeral City" erneut ein höchst interessantes Album einer Newcomerband vor. Herausragend finde ich die Verknüpfung dieser ruhigen Melancholie mit dem agilen und harten Riffing im Hintergrund und wie erwähnt die Tatsache, dass man beides in schöne Songs verpacken kann. Besser noch, die sieben Stücke des Albums sind in gut zu hörender Abfolge aufgestellt, womit sich das Werk in Gänze auch gut hören lässt. Der einzige Mangel, der mir pauschal einfallen würde, ist die Tatsache, dass die ersten beiden Stücke etwas träger als der Rest des Albums ausgefallen sind, sodass "Moments From Ephemeral City" erst mal buchstäblich in Gang kommen muss. Danach erwartet den Hörer allerdings ein äußerst bemerkenswertes Album. Man darf auf den weiteren Werdegang von Caligula's Horse gespannt sein.

Anspieltipp(s): Alone In The World, Equally Flawed
Vergleichbar mit: Opeth auf New-Artrock-Flirt
Veröffentlicht am: 19.3.2012
Letzte Änderung: 18.5.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Caligula's Horse

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 The Tide, The Thief & River's End 11.00 2
2015 Bloom 12.00 1
2017 In Contact 12.00 1

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