Noisette
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Informationen
Allgemeine Angaben
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| Label: |
Cuneiform |
| Durchschnittswertung: |
11/15 (1 Rezension) |
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Besetzung
| Elton Dean |
Altsaxophon, Saxello |
| Lyn Dobson |
Sopransaxophon, Flöte, Gesang |
| Hugh Hopper |
Bass |
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| Mike Ratledge |
E-Piano, Orgel |
| Robert Wyatt |
Schlagzeug, Gesang |
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Tracklist
| Disc 1 |
| 1. |
Eamonn Andrews
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12:15
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| 2. |
Mousetrap
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5:24
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| 3. |
Noisette
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0:37
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| 4. |
Backwards
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4:48
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| 5. |
Mousetrap [Reprise]
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0:26
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| 6. |
Hibou, Anemone And Bear
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8:50
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| 7. |
Moon In June
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6:55
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| 8. |
12/8 Theme
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11:25
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| 9. |
Esther's Nose Job
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14:30
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| 10. |
We Did It Again
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7:15
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| Gesamtlaufzeit | 72:25 |
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Rezensionen

"The program for this evening is: we do a bit, then we stop for a bit, then we do a bit more." Auf typische Art begrüsst Schlagzeuger Robert Wyatt das Publikum zum "Soft Machine"-Konzert am 4.Januar 1970 in Croyden, jenem Konzert, bei dem grosse Teile von "Facelift" vom dritten Album ("Third") der Softs mitgeschnitten wurden. Hier präsentiert Cuneiform Records im dritten Teil ihrer "Soft Machine"-Reihe zum ersten mal die restlichen Aufnahmen dieses Konzertes.
Aber auch in anderer Hinsicht ist dieser Mitschnitt bemerkenswert: für die vorangegangene Tour hatte die Band sich um vier Bläser erweitert; Posaunist Nick Evans und Trompeter Mark Charig verliessen die Band aber Ende 1969, so dass nur noch die beiden Saxophonisten Elton Dean und Lyn Dobson den Bläsersatz bildeten, rund um den Kern Wyatt, Ratledge, Hopper. "Noisette" ist die erste offiziell erhältiche Aufnahme dieser Quintett-Version der Band. Die Klangqualität ist übrigens durchweg ordentlich, insbesondere für eine Live-Aufnahme aus dieser Zeit, von gelegentlichen, aber nicht wirklich störenden Verzerrungen bei den Bläsern abgesehen.
Das Konzert präsentiert die Band in einer Übergangsphase zwischen dem ersten, psychedelisch - songbasierten Abschnitt der Bandgeschichte ("Vol.1" - "Vol.2") und den darauffolgenden, stark jazz-beeinflussten Platten.
Von der ersten Phase stammen noch Teile des Repertoires, aber auch die mitreissende, kraftvolle (und laut Zeitgenossen: überaus laute) Performance: Hopper und Ratledge versetzen ihre Instrumente (Bass, Orgel) oft mit starker Fuzz-Verzerrung und erreichen so einen sägenden, agressiven Ton, aber auch Dobson und Dean blasen, was das Zeug hält. Diese Volldampf-Mentalität unterscheidet diese Aufnahme z.B. von der späteren "Virtually", die etwas gesitteter daherkommt. Dabei ist der oft sehr trötige Sax-Sound sicher nicht jedermanns Sache, ich finde, er passt einfach zur Verve der Musik.
Zur jazzigen Phase der Bandgeschichte weisen schon die ausgiebigen, teils minutenlangen Soli, in Orgel, Bläsern, Bass hin, auf die die neueren Stücke explizit zugeschnitten sind. Dass das Ganze nicht langatmig und eintönig gerät, liegt an zweierlei: erstens an dem Enthusiasmus und der wahnsinnigen Energie und Power, mit der die Band musiziert, zweitens an Wyatt grossartiger, virtuos-treibender Schlagzeugarbeit. Der Mann spielt kaum einen Takt wie vorangehenden, während die Solisten sich über ein/zwei sich wiederholenden Riffs die Seele aus dem Leib quietschen.
Ein weiterer Annäherungspunkt an die nächsten Platten ist das Fehlen der Vocals, die "Vol.1" und "Vol.2" so stark prägten: lediglich in "Hibou, Anemone and Bear" darf Wyatt ein bisschen singen, von gelegentlichen kurzen "Ad Lib"-Ausflügen abgesehen.
Eröffnet wird "Noisette" von "Eamonn Andrews", einer Nummer, die auf keinem der Studio-Alben zu finden ist, aber schon in die jazzigere Richtung weist. Während sie auf "Virtually" nur gut vier Minuten in Anspruch nimmt und dort eine Plattform für eine Vocal-Impro von Wyatt bildet, ist sie hier auf mehr als zwölf Minuten ausgedehnt, mit langen Improspots - z.B. für Hoppers Fuzz-Bass - über einem einzelnen Riff, das wie ein Mantra unablässig wiederholt wird. Danach die "Mousetrap"-"Noisette"-"Backwards"-"Mousetrap"-Suite, auch diese nicht auf einem Studioalbum vertreten, aber schon von "Soft Machines" "Peel Sessions"-CD bekannt. "Mousetrap" ist eine hektische Hopper-Nummer, "Noisette" nur ein kurzes ruhiges Zwischenstück. Auch "Backwards" bietet anfangs eine sanfte Atempause mit einem ausgedehnten Flötensolo von Dobson. Solche Stellen zeigen, was dieser in die Band einbrachte: das Flötentimbre ist eine schöne Abwechslung zum agressiven Sax-Sound, auch bei den - ähnlich wie bei Ian Anderson - vom Jazzflötisten Roland Kirk beeinflussten kratzigen, halbgesungenen Tönen.
Aber auch die zweistimmigen Sax-Arrangements in "Hibou, Anemone and Bear" vom zweiten Album sorgen für Abwechslung, die ein einzelner Bläser natürlich nicht bieten kann. Wyatts "Moon In June" ist hier, ganz im Gegensatz zur späteren Studioversion, auch voll-instrumental und besteht hauptsächlich aus dem treibenden Mittelteil. Danach Hoppers "12/8 Theme"; dieses war bisher unveröffentlicht. Dabei ist es eine gute, hektische Jazz-Nummer schon ganz im Stil von "Fourth", und macht von daher diese CD fast schon zu einer Pflichtanschaffung für "Soft Machine"-Fans. "Esther's Nose Job" ist eine energetische Live-Version von verschiedenen Stücken ("Pig", "Orange Skin Food" etc.) der gleichnamigen Suite von der zweiten LP-Seite des "Vol.2"-Albums, allerdings komplett ohne Wyatts Gesang. Die CD endet mit Kevin Ayers "We Did It Again", dessen eintönige Mantra-Monotonie hier aber aufgebrochen wird.
"Noisette" ist ein kraftvolles, mitreissendes Album einer besonderen Band. Sehr empfohlen, für "Soft Machine"-Fans ein Muss.
| Anspieltipp(s): |
12/8 Theme |
| Vergleichbar mit: |
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| Veröffentlicht am: |
3.6.2002 |
| Letzte Änderung: |
3.6.2002 |
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