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Galahad

Battle Scars

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Ambient; HardRock; Neoprog; New Artrock; sonstiges
Label: Avalon Records
Durchschnittswertung: 10/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Roy Keyworth Guitars
Stuart Nicholson Vocals
Spencer Luckman Drums
Dean Baker Keyboards
Neil Pepper Bass Guitar, Guitar, Keyboards

Tracklist

Disc 1
1. Battle Scars 7:04
2. Reach For The Sun 3:54
3. Singularity 7:32
4. Bitter And Twisted 6:58
5. Suspended Animation 4:05
6. Beyond The Barbed Wire 5:30
7. Seize The Day 8:34
8. Sleepers 2012 14:07
Gesamtlaufzeit57:44


Rezensionen


Von: Harald Schmidt @ (Rezension 1 von 3)


Galahad sind seit ihrem Album Sleepers von 1995 eine jener Prog-Bands, die konstant auf der Suche nach neuen Sounds sind und diese konsequent in ihren Klangkosmos integrieren, was auf Empires Never Last 2006 zum bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere führte. Auf Battle Scars setzen Galahad erstmals in ihrer Karriere den Weg des Vorgängeralbums recht ähnlich fort. Das liegt auch daran, dass erneut Karl Groom für eine äußerst präzise, klare und druckvolle Produktion gesorgt hat - das ist für den modernen Sound Galahads das Lebenselixier.

Eine Mischung aus gesampelten Orchesterparts, harten Gitarren, Trance-Elementen, Synthie-Bässen, Elektronikspielereien und Verfremdungen bestimmt das Album und unterstreicht einmal mehr Galahads Hang zu düsterer Atmosphäre und erhabenen Arrangements. Das Ganze ist so clean, dass es an manchen Stellen –insbesondere das Schlagzeug- etwas steril ausfällt. Rhythmisch fallen die Stücke eher geradlinig aus – man lebt weniger von filigranen Eskapaden als von großen, ausladenden Gesten und der Wucht des Gesamtklangs. In dieser sehr modernen, harten und voluminösen Form des Progs machen sie nun ihre frühen Neo-Prog-Tage vergessen, zumal man auf Keyboardsoli komplett verzichtet und Gitarrensoli auf ein Minimum reduziert sind. Gefühlt ist die Band damit an einem ähnlichen Entwicklungspunkt angekommen wie die Kollegen von Pallas, Pendragon oder Arena. Das belegt zum Abschluss des Albums eindrucksvoll das Remake des Titelstücks von „Sleepers“ – deutlich modernisiert und noch radikaler als die Originalversion. Damit ist es das schönste Stück des Albums, denn es vereint graziös die Vergangenheit und Gegenwart von Galahad.

Trotz der harten Gitarren hat man nie den Eindruck, dass ein Metal-Fan diesem Sound etwas abgewinnen könnte. Galahad haben nämlich schlicht und einfach keine Metal-Einstellung. Man ist nicht dreckig, sondern elegant, man flippt nicht aus, sondern ist kontrolliert ekstatisch und hat zudem ausreichend Tempowechsel und getragene Passagen in die Stücke integriert.

In Sachen Produktion und Arrangements sind die Jungs unglaublich clever geworden, doch so sehr sich ihr Klangcharakter seit den 90ern verändert hat, die Gesangslinien von Stuart Nicholson sind stets erkennbar und bleiben typisch Galahad. Das Album erscheint als schönes Digipack –mit einem ähnlich provokanten Cover wie 1995 „Sleepers“- aber auch als auf 300 Exemplare limitierte Vinyl-Version (mit CD als Dreingabe). Eine schicke Sache, auch wenn Galahads Sound viel besser zu den Digitalformaten passen mag als zum analogen Vinyl.

Gut für den Progressive Rock und die gesamte Szene, dass es mutige Bands wie Galahad gibt, die so kompromisslos und stimmig neue Klänge einbringen. Und wer –wie Galahad- modern sein möchte, muss damit leben, dass man nicht mehr retro oder neo ist und bewährte Zutaten im Schrank lassen muss. Galahad tun das mit Grazie und Glanz. Mutige Band, kraftvolles Album und im ursprünglichen Sinne Progressive Rock!

Anspieltipp(s): Battle Scars, Bitter And Twisted, Sleepers 2012
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.4.2012
Letzte Änderung: 18.4.2012
Wertung: 12/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 3)


Wo beginnen? Am Anfang oder am Ende?

Galahad sind eine grundsympathische Band. Die ersten Outputs orientierten sich sehr an Marillion, doch mit der Zeit haben die Jungs einen eigenständigen Weg innerhalb des neo-progressiven Subgenres beschritten. Allein der Sound der einen oder anderen Produktion (z.B. „Sleepers“) war dabei ein kleines Manko.

Mit „Year Zero“ ist man dann endgültig angekommen im eigenen Zuhause. Der Sound war modern, die „neue Härte“ hielt Einzug und man integrierte sogar (dezent) „Dance/Techno“-Elemente, die sich super in die Songs einfügten (und naja, weil sie so ein bisschen 90's sind auch schon wieder irgendwie verdammt retro klingen). Alte Trademarks wie Keyworths Gitarre und eine fette Portion Bombast sind dabei noch immer allgegenwärtig. Von Nicholsons hübschem Gesang mal ganz zu schweigen.

„Battle Scars“ schließt fast nahtlos an „Empires“ an. Schreibe ich etwas Falsches, wenn ich behaupte, dass die Songs des neuen Albums auch problemlos auf den Vorgänger gepasst hätten? Nein, das tue ich nicht. Hätten sie. Problemlos. Beim ersten Hören nervt jedoch noch der „Refrain“ des Titelstücks („Battle scars battle scars battle scars battle scars etc...) und im Anschluss daran geht’s dann gleich stakkatoartig weiter (nananananananananana...) - aber beim fünften mal erwischt man sich dann doch glatt selbst beim mit-nananaen. „Empires“ bleibt das sicherlich beste Galahadalbum, doch „Battle Scars“ ist ebenfalls rundum superb.

Ein herausragender Song ist das finale „Seize the Day“. Alles, was man 2012 von Galahad erwarten darf gibt’s hier geballt und stilistisch perfektioniert. Ein getragenes Intro, das jenem von Richelius Prayer nicht unähnlich ist, im Hintergrund hört man jedoch schon Sequenzer Kommendes ankündigen. Und dann beginnt der Song erst richtig und man wähnt sich dank der Technosounds für Augenblicke in einer urbanen Disco des Jahres 1994 oder (fast noch schöner) in einer mediterranen Strandbar mit dem obligatorischen Glas Wodka/Red Bull in der Hand. Aber keine Sorge, das alles passiert in einem waschechten Progressive Rock Stück. Und weil es genau das ist, setzt dann noch das große Spektakel ein und bombastische Keyboardwände geleiten den Hörer zurück zu Genesis und Gott weiß wem. Keine „Ibiza-Prog-Compilation 2012“ kommt diesen Sommer an dem Track vorbei! Neben „Termination“ mein Neuzeitfavorit der Band.

Ich schrieb, das finale „Seize the Day“, aber es kommt ja noch ein Bonustrack, mit dem ich diese Rezi ursprünglich beginnen wollte. Ich mach's kurz: 1993 gab's ein Live-Tape mit einem neuen Songs namens „Sleepers“, der einfach grandios war. 1995 kam dann die CD und irgendwie war das Stück dort zwar noch immer geil, aber nicht der Burner, der er hätte sein sollen. Das wurde nun mit der Neueinspielung richtig gestellt. Sehr nah am Original klingt „Sleepers“ nun fett, druckvoll und wahnsinnig proggy. Danke dafür.

Anspieltipp(s): Seize the Day
Vergleichbar mit: Man macht inzwischen sein eigenes Ding!
Veröffentlicht am: 29.5.2012
Letzte Änderung: 30.4.2014
Wertung: 9/15

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 3 von 3)


Genau, Gün: Danke an Galahad für die Neueinspielung von „Sleepers“ – ein Finale Furioso in einem ansonsten von mir nicht besonders gemochten Album. Und mit Wodka/Red Bull (als Metapher für eine Musikrichtung) habe ich es übrigens auch nicht so. Bereits vom Vorgänger "Empires Never Last" war ich streckenweise nicht angetan, denn die als modern und neo-alternativ gepriesenen krachenden Gitarren sind bei Galahad ebenso wenig meine Sache wie die immer wieder hiermit verknüpften elektronischen Elemente, die ich als eher störende Ablenkung vom Wesentlichen kritisiere.

Mit den genannten Charakteristika heben sich Galahad sicher von ihren britischen Schubladen – Mitbewohnern im NeoProg ab, aber mehr Härte und Modernität bedeuten nicht besseres Songwriting. Womit sie dann leider doch wieder in einer Schublade mit diversen anderen britischen Neoproggern landen. Die meisten Songs auf „Battle Scars“ sind einfach und vorhersehbar konzipiert und damit allenfalls Durchschnittsware. Wer die Elektronik – Spielereien in den Hintergrund schiebt, hört simple Techno – Keyboards, die zwischen Chartbefähigung und Anspruchslosigkeit schwanken. Und an Eigenständigem ist, mit Verlaub, auch nicht allzu viel zu vernehmen, selbst der positiv zu bewertende Track „Singularity“ könnte auch von anderen Genre“größen“ stammen.

In „Bitter and Twisted“ gibt es beim Bassspiel und in der aggressiven Ausrichtung deutliche Anleihen bei Riverside, bei „Beyond the Barbed Wire“ lässt IQ grüßen und auch Marillion – ähnliche Passagen kommen immer wieder mal vor. Galahad wirken bei dem Versuch, ihren Klangkosmos zu erweitern, seltsam bemüht, fast verkrampft. Was mir bei der Band viel besser gefällt, ist bei "Sleepers 2012" deutlich zu hören: gut gemachter, eher konventioneller NeoProg ohne neumodischen Schnickschnack, dafür mit ordentlich Atmosphäre, Spannung und Unterhaltungswert. Dieser Schlusstrack entschädigt für viele Banalitäten, er rockt, ist packend und angenehm melodisch ohne zuckersüß zu werden.

Gehört hat man das alles natürlich schon irgendwo. Aber dann ist mir immer noch lieber, ich habe es schon bei Galahad gehört, als bei den weiter oben genannten „Kumpels“.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.6.2012
Letzte Änderung: 6.6.2012
Wertung: 9/15
nur wegen Sleepers noch so eben

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Galahad

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Nothing Is Written 9.00 1
1993 In A Moment Of Complete Madness 11.00 1
1995 Sleepers 9.00 1
1997 Other Crimes And Misdemeanours II 4.00 1
1998 Following Ghosts 9.00 1
2001 Other crimes & misdemenaours III 6.00 1
2002 Year Zero 11.50 2
2006 Resonance - Live In Poland (DVD) 12.00 1
2007 Empires Never Last 12.50 2
2009 Sleepless in Phoenixville - RoSfest Live 2007 10.00 1
2012 Whitchurch 92/93 - Live Archives Vol 2 7.00 1
2012 Beyond The Realms Of Euphoria 13.00 1
2014 Seize the Day (EP) 9.00 1
2014 Mein Herz brennt (EP) 9.00 1
2015 When Worlds Collide 12.00 1
2017 Seas Of Change 12.00 1

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