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Baroness

Red Album

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2007
Besonderheiten/Stil: Folk; HardRock; Independent / Alternative; Postrock
Label: Relapse Records
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

John Dyer Baizley Gesang, Gitarre
Brian Blickle Gitarre
Summer Welch Bass
Allan Blickle Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Rays On Pinion 7:35
2. The Birthing 5:03
3. Isak 4:22
4. Wailing Wintry Wind 5:44
5. Cockroach En Fleur 1:50
6. Wanderlust 4:29
7. Aleph 4:21
8. Teeth Of A Cogwheel 2:16
9. O'Appalachia 2:36
10. Grad 5:54
11. Untitled

1. - 11:01
2. Hidden Track 1:10

12:11
Gesamtlaufzeit56:21


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 2)


Das Baroness-Debüt "Red Album" ist mal wieder so ein typischer Fall von "Album vor dem Klassiker". Mit den ebenso typischen Charakteristiken: Der Sound ist da, ebenso Ansätze des Songwritings und jener Stimmung, die eben das Nachfolgewerk auszeichnen sollen. Und doch fehlt das gewisse Etwas, das den Reiz des Nachfolgers ausgemacht hat, sodass das Vorgängerwerk bei weitem den Kürzeren zieht.

Wie sehr das doch eben auf "Red Album" zutrifft. Die Mischung aus folkig-verspieltem Hardrock, Alternative und Postrock-Stimmung gibt es hier also schon, und damit natürlich auch die herzzerreißenden Harmonie-Gitarrenläufe à la Wishbone Ash, Thin Lizzy & Co. und ebenso auch den eher eindimensionalen Brüllgesang. Fehlen tut aber natürlich das alles verbindende Element aus "Blue Record", das dieses Album eben zu etwas ganz besonderem machte.

Jeder Song demonstriert dies auf eigene Weise: Im Opener "Rays Of Pinion" bietet man zwar interessante Harmoniearbeit und treibendes Tempo, verharrt aber teilweise einen Tick zu lang auf den prägnanten Gitarrenmotiven. Der Übergang zum folgenden "The Birthing" sieht einen gewissen Bruch, den es auf dem organischen "Blue Record" wohl nicht gegeben hätte; noch dazu versucht sich die Band in diesem Stück an einem Groove, der aber eher in Hektik als in Coolness resultiert. "Isak" beginnt und bleibt die ganze Zeit über skizzenhaft, postrockig und endet im Nichts. Eigenschaften, die das folgende "Wailing Wintry Wind" und später "Aleph" in sogar noch stärkerer Form aufweisen werden, zumal diese Stücke mehr oder weniger komplett instrumental sind. "Wanderlust" dagegen klingt ungewohnlich technisch und steril, ebenso das recht trockene "Grad".

Einzelne Passagen lassen natürlich schon die Genialität so mancher "Blue Record"-Komposition erahnen. Da wäre z.B. dieser gekonnt zugespitzte Part in "The Birthing" nach ca. 3:03, die teilenweise heulenden Gitarreneinsätze in "Isak", die recht intensive Atmosphäre von "Wailing Wintry Wind", das virtuose Country-Instrumental "Cockroach En Fleur", der interessante Rhythmus in "Teeth Of A Cogwheel" oder das scharf akzentierte Hauptriff von "O'Appalachia". Dennoch fehlt mir auf dem Album hier ein wenig der Zusammenhang, und, so merkwürdig das jetzt klingen mag, etwas mehr Gesang würde ich mir auch wünschen, trug dieser doch zu "Blue Record" seinerzeit ein bemerkenswertes hymnisches Element bei.

Vielleicht sollte ich aber gar nicht versuchen, "Red Album" hier irgendwie schlecht zu reden. Zwar ist das Album eher instrumental ausgelegt und zeigt dabei insbesondere recht viele Bezüge zum Postrock, steckt aber in diesem Genre eine ganze Menge Konkurrenz in die Tasche. Für Freunde melodischer und gut abgestimmter Gitarrenarbeit ist die Platte hier ebenfalls ein Fest. Gemessen an "Blue Record" allerdings zeigen sich die erwähnten Schwächen, die dem Album damit den Anschein einer besseren Vorspeise geben, mit den zugehörigen Konnotationen: Stellenweise fein, aber richtig satt wird man nicht davon.

Anspieltipp(s): O'Appalachia, Rays On Pinion, Teeth Of A Cogwheel
Vergleichbar mit: der Postrock-Version von Wishbone Ash
Veröffentlicht am: 19.4.2012
Letzte Änderung: 18.4.2012
Wertung: 10/15
Nah am Postrock und recht sympathisch, aber noch nicht ganz genial

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Von: Federico Chavez @ (Rezension 2 von 2)


Anders als für meinen Vorschreiber Gunnar ist für mich das blaue Album, also der Nachfolger der hier rezensierten Platte, ein typisch glattgebügeltes Album nach einem sehr starken Debüt. Aber dazu später mehr.

Ich habe die Band über dieses Album hier kennengelernt, das auch gleich mit dem Opener gezündet hat. Einen erfrischenden Mix aus Postrock, Hard Rock/Heavy Metal und ein bisschen Indierock, mit dem richtigen Gespür für Melodien und Härte, bieten Baroness auf ihrem Debüt. Das schon längst ausgelutschte Konzept des Postrocks (der Marke Mogwai & Co.) wird hier sehr gekonnt mit allerlei verschiedenen Zutaten angereichert und hält den Hörer bei der Stange. Schwermütiges und Melancholisches wird über Bord geworfen, der Bass groovt und die Gitarren legen lange und sehr melodiöse Läufe hin. Die Mischung rockt ungemein, das Tempo ist meistens schnell, endlose repetitive Passagen, wie man es aus dem Postrock kennt, werden meistens vermieden. Trotzdem wird gelegentlich auf die Bremse gedrückt und ruhigere, atmosphärische Parts eingeschoben, um den Spannungsbogen aufzuspannen oder, an den Anfang gestellt, die Stücke einzuleiten. Neben den oben genannten Genres hört man gelegentlich auch Stoner, Sludge oder Postcore heraus. Die letzteren beiden werden vor allem durch den Gesang geprägt, der hier in einer uninspirierten Brüllform vorkommt. Dieser ist aber recht zahm und selten, sodass man sich davon nicht abschrecken lassen sollte, falls man generell dieser Art von Ausdruck feindlich gesinnt ist.

Ich kann die Kritik meines Vorschreibers zum Teil verstehen, dass die Songs weniger Songstruktur haben als auf dem Blue Album, andererseits passt das zum starken Postrockanteil in der Musik. Die Stücke folgen eben nicht dem normalen Strophen-Refrain Format, sondern sind oft wie postrockige Instrumentalnummern aufgebaut und müssen dementsprechend nicht zwangsläufig in sich geschlossen sein und können auch ohne irgendwelche Hooklines auskommen. Auf dem Nachfolger ist der Postrock aus dem Repertoire verschwunden und die Struktur der Stücke um einiges songorientierter geworden, auch dem Gesang wurde viel mehr Platz eingeräumt. Dementsprechend kommt es vor allem drauf an, was die eigenen Vorlieben sind, ob man nun das rote oder das blaue Album als „Klassiker“ bezeichnen würde. Mir ist Rot lieber!

Anspieltipp(s): Rays On Pinion, Aleph
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.4.2012
Letzte Änderung: 28.4.2012
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Baroness

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Blue Record 10.50 2
2012 Yellow & Green 4.50 2

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