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Squintaloo

Latantriga, latantriga!

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1998
Besonderheiten/Stil: Jazzrock / Fusion; Progmetal; RIO / Avant
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Klemens Klarhorst Bass
Heinrich Schiffers Gitarre
Daniel Eichholz Schlagzeug
Thomas Svensson Keyboard

Gastmusiker

Mauricio Menendez Vocals auf Inferno
Heinrich Schiffers Saxophon auf Inferno

Tracklist

Disc 1
1. Spaceexecution (+ der Weltraumenkel) 11.31
2. Unda Yemaya 5.26
3. Into the mighty, mighty Oakwoods 5.53
4. Inferno im Wagner - allegro contrarhythmico 5.04
5. Inferno im Wagner - andante al dente 5.33
6. Inferno im Wagner - presto molto furioso 5.38
7. Der strenge le Vaddi 2.55
8. Wallop Gallop 5.02
Gesamtlaufzeit47:02


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


"Latantriga, latantriga!" nennt sich das Debütwerk von Squintaloo aus Wolfsburg und schon alleine die Titel- und die Bandnamen-Auswahl zeugen von einer schräg ausgerichteten Kreativität, die sich glücklicherweise auch auf die Musik erstreckt.

Das Album überzeugt durch funkigen, verspielten Jazz-Rock, der mit regelmäßigen Avant-Prog- und Progmetal-Ausflügen aufgemischt wird, um so erst das beabsichtigte Gesamtbild zu ergeben. Die beispielsweise in "Spaceexecution (+ der Weltraumenkel)" eingestreuten "space comedy" Dialoge (hier in deutscher Sprache) erinnern mich an Daevid Allen und die frühen Gong. "Inferno im Wagner" (mit lebensechten "Field Recordings" aus einer Wolfsburger Stehbierkneipe versehen) bekommt durch den Gastsänger Mauricio Menendez und die von ihm verwendete Fantasiesprache einen rotzig-schrulligen Anstrich. Die in Teilen von Inferno vorgelegte Stilmischung, die Death-Metal-Punk, Jazz, Comedy und Canterbury vereinigt ist für mich das Highlight des Albums. Im CD-Heft findet man zu den meisten Stücken verschrobene Kurzgeschichten.

"Der strenge le Vaddi" kann wohl als eine bizarre Darstellung eines strengen Familienoberhaupts ausgelegt werden. Lustiges Horror-Hörspiel für Klavier und Stimme.

"Latantriga, latantriga!" bietet eine streckenweise recht abgedrehte, aus Fusion, Progmetal, Avantgarde und schrägem Witz bestehende Darbietung. Freunde von derartigen Klängen werden nicht enttäuscht sein!...falls sie die zur Zeit vergriffene CD irgendwo finden können...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.4.2012
Letzte Änderung: 1.5.2012
Wertung: 11/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Durch glückliche Umstände bin ich noch an eines der letzten Exemplare dieses wunderbaren Schätzchens gekommen. Ja, so muss man diese CD wohl nennen, denn so viel musikalischen und sprachlichen Witz habe ich selten auf einem Tonträger gefunden. Jedenfalls auf keinem Tonträger aus dem Bereich Progressive Rock.

Das Wolfsburger Quartett Squintaloo bietet auf seinem Debüt eine Art funkigen Jazzrock, nicht übermäßig komplex oder schräg, aber voller Dynamik und lockerer Verspieltheit, der häufig wie eine Kreuzung aus Kraan und Gong klingt. Dazu ist die Musik immer wieder mit Ausflügen in spacerockige, progmetallische oder auch mal gemäßigt avantgardistische Gefilde angereichert. Ein ziemlicher Stilmix also, der aber nicht gekünstelt und zusammengestückelt wirkt, sondern wohl durchdacht. Die meisten Stücke sind instrumental, lediglich im dreiteiligen Inferno im Wagner gibt es Gesang, der von einem Herrn mit spanisch klingendem Namen in einer Fantasiesprache vorgetragen wird, die gelegentlich etwas slawisch klingt, und dessen Stimme ebenso vielfältig ist wie die Musik.

Das Sahnehäubchen bilden dabei die zwischen, gelegentlich auch in den Stücken eingebauten Sprachsamples. Da erzählt eine ältere Dame von ihrem Mann aus "Latantriga", Opa im Garten spricht mit seinem Enkel, der gerade die Sterne im Sternbild der Kassiopeia kontrolliert, übers Mittagessen, oder man wird Zeuge einer wortreichen Auseinandersetzung in einer Kneipe. Höhepunkt in dieser Beziehung ist das bizarre Mini-Hörspiel vom strengen Vater, in dessen Familie noch echt deutsche Zucht und Ordnung herrschen. Grandios! Ich meine natürlich das Stück, nicht deutsche Zucht und Ordnung. Einfach zum kringeln, wie sich die bärbeißige Stimme immer mehr überschlägt.

Dass die vier Musiker bei allem Klamauk trotzdem virtuose Leistungen an ihren Instrumenten vollbringen, erhöht den Genuss noch mehr. Ein schönes Album, das hoffentlich irgendwann einmal wieder veröffentlicht wird!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.6.2012
Letzte Änderung: 16.6.2012
Wertung: 11/15

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