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Sigur Rós

Valtari

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Ambient; Postrock
Label: Parlophone
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jón Þór Birgisson
Orri Páll Dýrason
Georg Hólm
Kjartan Sveinsson

Tracklist

Disc 1
1. Ég anda 06:15
2. Ekki Múkk 07:44
3. Varúð 06:36
4. Rembihnútur 05:04
5. Dauðalogn 06:36
6. Varðeldur 06:07
7. Valtari 08:18
8. Fjögur píanó 07:50
Gesamtlaufzeit54:30


Rezensionen


Von: Federico Chavez @ (Rezension 1 von 3)


Sigur Rós sind zurück! Damit mein ich nicht, dass das letzte Album auch schon wieder vier Jahre her ist. (Was mir auch erst jetzt klar geworden ist, als ich nachgesehen habe). Nein, Sigur Rós sind in dem Sinne zurück, dass sie wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren und nicht schon wieder mit dem Mainstream flirten, wie sie es mit Takk und vor allem mit dem letzten Studioalbum Með suð í eyrum við spilum endalaust gemacht haben. Mich freut das sehr, hatte ich die Band für mich bereits als tot erklärt, nachdem mir einfach zu viel fröhliche Zirkusmusik auf den Alben nach dem großartigen ( ) zu finden war. Und auch live war es nicht mehr das gleiche. Früher herrschte immer eine unglaublich dichte Stimmung an den Konzerten, aus der man erst am Ende wieder aufgewacht war. An den Konzerten ab dem Album Takk konnte es nicht mehr dazu kommen, weil einen die „Zirkussongs“ immer wieder aus der Trance raus gerissen haben. Dazu noch Konfettikanonen, eine bunte und helle Lichtshow, Mitklatschanimationen – das alles hatte nichts mehr mit der einst so schönen und zugleich traurigen, zerbrechlichen atmosphärischen Musik der Isländer zu tun.

Nun aber kehren Sigur Rós wieder zu den alten Stärken zurück und veröffentlichen nach ihrem Debüt Von und der EP Ba Ba Ti Ki Di Do sogar eins der unzugänglichsten Alben in ihrer bisherigen Diskographie. Im Stile von Ágætis byrjun und ( ) praktizieren die Isländer wieder ihren unverkennbaren Postrock, mit den schwebenden Streicherklängen, dem perlenden Klavier und natürlich mit der wunderschönen Stimme Jónsis. Dazu werden dezent perkussive Elemente und Gitarrenklänge gemischt und auch auf Songstrukturen wird wieder weitestgehend verzichtet. Mir scheint es aber, in Valtari ist alles noch zeitlupenartiger und man geht noch mehr in Richtung Ambient Musik als bei den zwei genannten Alben. Die Höhepunkte sind rarer, die Crescendos länger und langsamer. Wenn man eine solche Musik nicht gewöhnt ist, braucht man ein bisschen Geduld und Zeit um sich auf die Klänge des Albums einzulassen. Dann aber nimmt einen die Musik in seinen Bann und gewinnt mit der Zeit eine unheimliche Kraft und Intensität, ohne laut oder brachial werden zu müssen. Dieser Bann lässt einem auch nicht mehr los, bis zum letzten Ton der Platte. Große Neuigkeiten oder Weiterentwicklungen des alten Sigur Rós Sounds sind aber nicht auszumachen, sondern man fühlt sich als alter Fan nach ein paar Minuten mental wieder zuhause im Sigur Rós'schen Island. Trotzdem ist der Charakter der Platte anders als bei Ágætis byrjun, wo gelegentlich auflockernde Zwischenspiele eingebaut wurden, oder bei ( ), welches anfangs fast nur mit Klavier und Stimme auskam und sich im Verlauf des Albums immer mehr dem typischen Spannungsaufbau des Postrocks verschrieb.

Damit ist auch klar, wer hier zuschlagen sollte. Alle die ab Takk nicht mehr wirklich mit den Studioalben der Band zufrieden waren und sich auch nicht daran stören, dass hier im Groben nichts Neues geboten wird, sollten Valtari nicht verpassen. Liebhaber der letzten zwei Alben werden am neusten Output wahrscheinlich weniger Freude haben, bzw. sollten, falls sie mit den alten Werken der Band nicht vertraut sind, zuerst zu Ágætis byrjun oder ( ) greifen.

Tolles Album, hätte ich nicht erwartet! Bleibt nur noch die Frage, wie die Konzerte werden.

Anspieltipp(s): Dauðalogn
Vergleichbar mit: Sigur Rós vor "Takk"
Veröffentlicht am: 25.6.2012
Letzte Änderung: 25.6.2012
Wertung: 11/15

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Von: Thomas Schüßler @ (Rezension 2 von 3)


Allerorten ist zu lesen, dass Sigur Ros mit ihre neuesten Album "Valtari" den gut gelaunten Stil des Vorgängers "Með suð í eyrum við spilum endalaust" hinter sich lassen und zu ihren Wurzeln zurückkehren, also in etwa da weitermachen, wo sie mit "()" aufgehört hatten. Oberflächlich betrachtet mag das so sein, schließlich gibt es nichts mehr zu hören, was auch nur annähernd so poppig ist wie gobbledigook auf dem Vorgänger (allenfalls Rembihnútur geht in diese Richtung). Allerdings hatte auch bereits der Vorgänger neben dieser heiteren Seite eine zweite, die wesentlich ruhiger und intimer war. Und genau das setzen Sigur Ros auf "Valtari" fort.

Kollege Federico hat bei den Stilangaben zu diesem Album neben "Postrock" auch noch "Ambient" angegeben. Und das völlig zu recht. Fast möchte man sagen, mit Postrock hat das alles nicht mehr viel zu tun. Hier geht es eigentlich in erster Linie darum Stimmungen zu verbreiten. Besonders auffällig wird dies, wenn man bedenkt, dass es lediglich auf zwei Songs ein Schlagzeug zu hören gibt (Varúð und Rembihnútur), dies sind auch quasi die "traditionellsten" Songs. Stattdessen werden Klangteppiche aus Streichern und Keyboards gelegt, über denen Jonsi mit seinem ätherischen Gesang thront. Und bei den letzten drei Stücken gibt es sogar noch nicht mal mehr Gesang, das ist Ambient in Reinform.

Stattdessen scheinen Sigur Ros auf diesem Album sehr viel Arbeit in die Hintergrundgeräusche gesteckt zu haben. Das nimmt man beim normalen Hören eher unterschwellig wahr, dürfte aber unter dem Kopfhörer bei konzentriertem Zuhören erst richtig zur Geltung kommen.

Die Abkehr vom "Kirmes"-Stil des Vorgängers war sicherlich ein richtiger Schritt. Wer jetzt allerdings eine Großtat im Sinne von "()" erwartet, dürfte enttäuscht sein. Stattdessen legen Sigur Ros ein sehr unzugängliches und intimes, fast sprödes Album vor, das sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein dürfte und das es sich erst einmal zu erarbeiten gilt.

Anspieltipp(s): Varúð, Ekki Múkk
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.6.2012
Letzte Änderung: 30.6.2012
Wertung: 9/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 3 von 3)


Klanggebilde, Atmosphäre, Soundkollage, Meditation, Feen, Stille, Weite, Traurigkeit, Unendlichkeit, Magie, Freiheit, Melancholie, Sentimentalität, Stimmung, Märchen. Das sind alles Nomen, die einem beim Hören des sechsten Albums der Isländer von Sigur Rós spontan einfallen könnten. Ach lieber ein paar Adjektive? Bitteschön: traurig, grau, sphärisch, monoton, sanft, leise, mild, weich, zart, zerbrechlich. Oder doch lieber ein paar Verben? Auch kein Problem: vergehen, träumen, weinen, ruhen, liegen, genießen, aufgehen, wirken, fühlen und spüren.

„Valtari“ ist wahrlich kein einfaches Album geworden. Für viele wird bei den oben genannten Assoziationen noch das Wort „Langeweile“ fehlen, denn das Entstehen dieser Gefühlsregung kann nicht ganz ausgeschlossen werden, wenn man sich das erste Mal dieses Album zu Gemüte führt. „Back To The Roots“, zurück zu den ersten Alben werden sich die vier Musiker gedacht haben. Dieses Ziel wurde erreicht. Kompromisslos. Liederstrukturen, wie sie auf den beiden Vorgängern noch zu hören waren, wurden konsequent über Bord geworfen. „Ambient-Musik“ trifft das inhaltliche Label der Platte wahrlich treffend, denn um nichts anderes handelt es sich hier. Absolut zutreffend auf die letzten Titel, die ohne das gesprochene Wort auskommen, ziemlich nahe an dieser Kategorisierung bei den ersten fünf Nummern, bei denen Jón Þór „Jónsi“ Birgisson wieder seinen unnachahmlichen, an ein kleines Kind (oder eine Fee?) erinnernden Gesang zum Besten gibt.

Die Musik von Sigur Rós entfaltet auch dann immer ihre Stärken, wenn sie repetitiv und redundant wird, wenn ein Thema immer und immer wieder wiederholt wird, gesteigert wird, leicht, bis zum großen Finale variiert wird. Das hört man auf „Valtari“ in Vollendung lediglich im Lied „Varúð“. Ansonsten steht meist nur die Atmosphäre im Mittelpunkt der Lieder. Ohne Struktur, ohne festen Ablauf werden hier Töne angestimmt und es wird ihnen jede Menge Zeit eingeräumt anschließend zu wirken.

Fazit: Keine Lieder, die nach den herkömmlichen Strukturen in der Pop- beziehungsweise Rock-Musik funktionieren, gibt es auf „Valtari“ zu hören. Atmosphärische Musik, der man Aufmerksamkeit und Zeit einräumen muss, damit sie ihre Wirkung vollends entfalten kann. Das Ganze verläuft gefährlich nahe an der Grenze zwischen Langeweile und Entspannung, schlägt aber glücklicherweise doch ein bisschen mehr in die Richtung des träumerischen Genießens aus.

Anspieltipp(s): Varúð, Rembihnútur, Varðeldur
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.2.2013
Letzte Änderung: 2.2.2013
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Sigur Rós

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1997 Von 11.50 2
1999 Ágætis byrjun 12.67 3
2002 () 12.75 4
2003 untitled #1 (a.k.a. vaka) 9.00 1
2004 Ba Ba Ti Ki Di Do 13.00 1
2005 Takk 10.67 9
2007 Heima (DVD) 13.50 2
2008 Með suð í eyrum við spilum endalaust 9.50 2
2011 Inni 12.00 1
2013 Kveikur 8.50 2

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