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Echolyn

echolyn (The Window Album)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: HardRock; Klassischer Prog; Neoprog; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ray Weston vocals, add. guitars
Brett Kull guitars, banjo, vocals
Paul Ramsey drums
Tom Hyatt bass
Christopher Buzby keyboards

Gastmusiker

Nina Beate violin
Kaveh Saidi violin
Lori Saidi viola
Rajli Bicolli cello
Mark Gallagher baritone saxophone
Jacqu Varsalona backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Island 16:37
2. Headright 2:59
3. Locust To Bethlehem 5:11
4. Some Memorial 11:54
Gesamtlaufzeit36:41
Disc 2
1. Past Gravity 7:11
2. When Sunday Spills 8:47
3. (Speaking In) Lampblack 10:45
4. The Cardinal And I 7:20
Gesamtlaufzeit34:03


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


Ein neues Echolyn Album, sieben Jahre nach The End Is Beautiful und gar 10 Jahre nach dem famosen Mei, das hier nicht als Maßstab herhalten soll, sondern eine Ausnahmeerscheinung schon allein aufgrund seines Konzeptcharakters hat.

Sieben Jahre für acht Songs, auf zwei CDs gepresst, was nicht wirklich Sinn macht, denn "echolyn", aufgrund des Covers und der Verwechslungsgefahr mit dem selbstbetitelten Debüt aus 1991 auch The Window Album genannt, -also dieses Album- bringt es zusammengerechnet auf etwas über 70 Minuten Spielzeit und die passen auch auf einen Silberling.

Der erste Eindruck geht tief. Ja, es sind Echolyn, aber etwas ist anders. Die Songs sind schwerer, melancholischer, fast schon traurig und depressiv an einigen Stellen. Schau ich mir dann das Booklet an, suche ich erst mal vergebens die Texte - die finde ich wenigstens auf der Website. Schau ich auf die Texte, so beschleicht mich das Gefühl von einer Art Konzeptcharakter. Fast alle Texte wirken nachdenklich und philosophisch schwer, verarbeiten offensichtlich Themen wie Gewalt und Depression. Da lohnt eine tiefere Auseinandersetzung sicherlich.

Ich komme nochmal auf die Musik zurück. Nach einigen Hördurchläufen entdeckt man diese spielerische Tiefe und Vielfalt, die Echolyn so gut wie kaum eine andere Band in offene Strukturen packen. Da sind etliche Streicherspuren, tiefgehendes Pianospiel, dennoch aber auch "Brett"-Gitarren (verzeiht mir dieses Wortspiel:)) und fantastische Beats. Nichts, was der Echolyn Fan nicht erwartet. Aber was besonders begeistert, das sind diese wahnsinnigen Harmonien im Gesang: Melodie, Gefühl, Tiefe, Emotionen! Das alles passend zur oben bereits erwähnten Schwere der Musik, unterstrichen auch durch eine Songauswahl, die überraschend wenige treibende Parts im oberen Tempobereich hat. Sogar Buzby beschränkt sich dieses Mal auf hörbare Frequenzen und unterlässt quietschige Keyboards. Je mehr ich das Album höre, um so mehr beeindruckt mich dieser Tiefgang und die Reife.

Der Opener Island kann dabei noch als "typischster" Echolyn Song gesehen werden. In Internet Foren wird er als Highlight gefeiert, mir erschließt er sich noch nicht ganz. Danach aber fasziniert mich das Album gänzlich. Egal ob Locust To Bethlehem oder Some Memorial, das geniale Past Gravity oder das abschließende The Cardinal and I sind einfach wunderbar. Krönung des melancholischen Overkills ist aber das elegische (Speaking In) Lampblack, bei dem sich die Band selbst übertrifft und schwermütige Stimmungen zelebriert, die ich zuletzt bei Sigur Ros' "()" gehört habe. Da hörst du ganz genau hin, wenn der Song dich gefangen nimmt.

Insgesamt ist echolyn (The Window Album) ein mächtiges Album und mittlerweile bin ich mir sicher, dass dieses Album dennoch gut zu jeder Gelegenheit laufen kann, Kontroversen hab ich auch noch nicht entdeckt - deshalb streiche ich mal meine vorherige Einschätzung und erhöhe auf 12 Punkte., das aber stimmungsabhängig sein wird, weshalb ich auch noch vor einer höheren Wertung zurückschrecke. Ich kann mir vorstellen, dass die Kontroversen sicherlich noch loslegen werden. Nachdenklich macht das Album allemal, die Texte regen dazu an, die Harmonien unterstreichen passend dazu. Echolyn sind Echolyn und dennoch sind sie hier anders. Und das liegt nicht allein an der Doppel CD, die es gar nicht gebraucht hätte.

Anspieltipp(s): Some Memorial, Past Gravity
Vergleichbar mit: Echolyn
Veröffentlicht am: 27.6.2012
Letzte Änderung: 29.7.2012
Wertung: 12/15

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Von: Thomas Kohlruß (Rezension 2 von 2)


Das mir ausgerechnet eine Rezension zu einem Album von Echolyn sehr schwer fallen würde, hätte ich nicht gedacht. Aber nun ist es soweit... seit Tagen ringe ich mit einem Text zu „Echolyn (2012)“ oder „Echolyn (The Window Album)“ oder wie immer das Album genannt werden will.

Sieben lange Jahre hat es gedauert, bis Echolyn nach ihrem Meisterwerk „The End Is Beautiful“ ein Nachfolge-Album vorlegen. Und wenn man sporadischen Berichten auf der Echolyn-Mailingliste und auf der Facebook-Seite der Band glauben darf, dann wurde wirklich auch die ganze Zeit über am neuen Werk gearbeitet und gefeilt. Letztlich ein Aufwand, der nun auch gehört werden kann.

Wie schon auf „The End Is Beautiful“ schaffen Echolyn den Spagat zwischen All-American-Rock-Music und Progressive Rock spielerisch leicht. Die Arrangements sind farbig und voller Details, die sich erst nach und nach offenbaren. Die Band spielt traumwandlerisch sicher zusammen (auch wenn das heute bei Studioaufnahmen ja so gar nicht mehr stattfindet, aber es klingt halt so). Brett Kulls Gitarrenarbeit ist schlicht fantastisch, aber auch die anderen Musiker geben ihr bestes. Immer wieder werden neue Klangfarben untergemischt und Chris Buzby fährt wieder ein großes Arsenal an Tastenklängen von klassischem Piano bis zu Sympho-Keys auf, die aber wiederum eher analog und erdig daherkommen.

Mit „Islands“ - vielleicht der Prog-Song des Jahres – und „The Cardinal and I“ stehen die typischsten Echolyn-Songs am Anfang und am Ende. Hier geht es auch mal offensichtlich vertrackter zur Sache, laufen Rhythmen gegeneinander und die Melodien sind etwas schräger. Ansonsten ist das Album eher ruhiger, verträumter und ziemlich melodienselig geraten. Singer-Songwriter-Progressive Rock, wenn es so etwas geben sollte. Insgesamt aber irgendwie schon typisch Echolyn, wenn man die Entwicklung der Band seit dem Comeback betrachtet.

Aber: Das ist eigentlich alles nicht so wichtig. Denn das Album wirkt vor allem auf einer emotionalen Ebene. Und da beginnen die Schwierigkeiten... wie will man sowas bewerten? Sollte man das überhaupt, denn jemand, der vielleicht nicht so auf der Gefühlsebene gepackt wird, wie ich, der hat vielleicht gar nichts von dem Album... Trotzdem bin ich mal hemmungslos subjektiv: Über „Echolyn (2012)“ schwebt eine Atmosphäre melancholischer Weisheit. Es wird ein leicht fatalistischer Blick auf eine wenig perfekte Welt geworfen. Nicht verzweifelt, aber doch ein bisschen resigniert und trotzdem irgendwie mit sich im Reinen. Die Musik macht traurig, nachdenklich und dann doch auch wieder irgendwie froh. Eine emotionalen Achterbahnfahrt, die sich vor allem im ungeheuer berührenden Gesang von Ray Weston ausdrückt. Es lohnt sich mal einen Blick auf die Texte zu werfen oder einfach genau hinzuhören. Da gibt es mal ein Sprachsample, welches gerüchteweise ein zufällig entstandener Mitschnitt eines Streits in der Nachbarschaft von Ray Weston ist. Hier wird völlig unvoyeuristisch ein alltägliches Drama als Grundlage eines nachdenklichen Songs eingebaut, faszinierend. Daher ist für mich dieses Album nicht weniger als ein Meisterwerk.

Ich kann nur jedem wünschen, einen ähnlichen Zugang zu diesem Werk zu finden. Muss aber nicht sein, selbst ohne eine emotionale Überhöhung bleibt ein Album voller spielfreudiger, außergewöhnlicher Rockmusik, das genossen werden darf. Wenn man so will verbinden hier Echolyn den coolen Rock von „The End Is Beautiful“ mit der naiven Schönheit ihres Debüts.

Ach ja: Die Zweiteilung erschließt sich mir auch nicht... ist mir aber auch wurscht.

Anspieltipp(s): Islands, Some Memorial, Past Gravity, The Cardinal and I
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.7.2012
Letzte Änderung: 27.7.2015
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Echolyn

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 Echolyn 13.00 1
1992 Suffocating The Bloom 12.00 2
1995 As The World 11.50 4
2000 Cowboy Poems Free 9.67 3
2002 Mei 11.14 7
2002 A Little Nonsense 12.00 2
2003 Jersey Tomato Vol.2 10.00 3
2004 Stars And Gardens (DVD) 12.33 3
2005 The End Is Beautiful 10.75 4
2015 I Heard You Listening 11.50 2

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