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Anathema

Weather Systems

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative
Label: K-Scope
Durchschnittswertung: 9.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Vincent Cavanagh vocals, keys, programming, backing vocals, guitars, bass synths
Daniel Cavanagh electric & acoustic guitars, keys, piano, bass, vocals
Lee Douglas vocals, backing vocals
Wetle Holta drums
John Douglas drums, synths, programming
Christer-André Cederberg bass, piano
Petter Carisen backing vocals
Jamie Cavanagh bass

Gastmusiker

Dave Stewart string arrangements

Tracklist

Disc 1
1. Untouchable Part 1 6:14
2. Untouchable Part 2 5:33
3. The Gathering Of The Clouds 3:27
4. Lightning Song 5:25
5. Sunlight 4:56
6. The Storm Before The Calm 9:24
7. The Beginning And The End 4:53
8. The Lost Child 7:03
9. Internal Landscapes 8:52
Gesamtlaufzeit55:47


Rezensionen


Von: Malte Krosse @ (Rezension 1 von 3)


Erstaunlich wie schnell inzwischen ein Album das Etikett „Konzeptalbum“ bekommt. Da braucht es nur einen Titel wie Weather Systems, Liebeslieder die vom Glück der erfüllten und dem Unglück der unerfüllten Liebe handeln und Motive von Licht und Kälte, um das Ganze auf das Wetter zurückzuführen. Thematisch schwere Kost? Nein, wohl eher thematisch gewöhnliche, langweilige Kost. Aber was rege ich mich denn auf? Ich habe doch bei anderen Anathema-Alben auch nicht auf die Texte geachtet und auch keine überzeugenden Texte gebraucht, um die Musik gut zu finden. Vielleicht hätte ich bei Weather Systems besser nicht auf die Texte achten sollen. Originelles Konzept hin oder her, kommen wir zum Eigentlichen, der Musik!

Weather Systems scheint mir zweigeteilt: die erste Hälfte bildet den melancholisch glücklicheren Teil (Track 1-5), wir nennen ihn mal „Sommer“ gemäß der hier vorliegenden Thematik; der zweite Teil (Track 6-9) lädt zu eher düsteren Stimmungen ein, nennen wir ihn den „Winter“.

Sommer: Viel zu sagen gibt es zu dem Teil eigentlich nicht. Die Songs funktionieren gemäß den Regeln der seichten Popmusik. Akustik-Gitarre oder Piano leiten gekonnt in die Gesangsmelodien, dynamisch wird nach und nach der Gefühlsausdruck untermalt bis letztendlich - wie hätte es auch anders kommen können - die Streicher einsetzen und dem Ganzen noch den nötigen Kitsch aufdrücken. Da kann The Gathering Of The Clouds, mit seinen vergleichsweise wirklich individuell eingesetzten Streichern, ersten dramatischen Anwandlungen und Spannungsbögen, als Höhepunkt dieser ersten Hälfte einstehen.

Winter: Hier fühlen sich Anathema offensichtlich wohler (kein Wunder bei ihrer musikalischen Vergangenheit). Sie machen zwar nichts, was man nicht erwartet hätte aber das, was sie machen, machen sie gut! Eröffnet wird der Winter mit kalten, anorganischen, elektronischen Beats, die die Melodie nach und nach in den Hintergrund rücken lassen bis mehr elektronische Störgeräusche als Melodielinien zu erkennen sind. Ein schöner musikalischer Einstieg in die Thematik! Der Rest ist geprägt von düsterer bis schöner Melancholie im typischen Anathema-Gewand: Pianoklänge, schöne Gesangsmelodien, ruhig und doch immer etwas treibend, stetig steigernd bis zur Gefühlshymne, auf der Kippe zwischen Kitsch und mitreißenden Gefühlslagen. Besonders The Beginning And The End ist als ein solches ein Stück zu empfehlen!

Weather Systems ist unheimlich vorhersehbar, man wartet vergebens auf musikalische Überraschungen, alles kommt dem Hörer so entgegen, wie er es erwartet. Einerseits echt langweilig aber andererseits... Mal Hand aufs Herz, was erwarten wir denn von einer neuen Anathema-Platte? Die experimentelle Revolution in der Rockmusik? Oder einfach nur eine schöne Atmosphäre? Wohl eher Letzteres und in diesem Fall sind mir die Hände gebunden und ich muss zugeben, dass die Anathema-Atmosphäre, zumindest auf der zweiten Hälfte, wieder da ist. Kein ganz schlechtes Album aber im Vergleich zu früheren Werken auch nicht wirklich überzeugend.

Anspieltipp(s): The Gathering Of The Clouds, The Beginning And The End
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.7.2012
Letzte Änderung: 15.7.2012
Wertung: 7/15

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Von: Sebastian Hauck @ (Rezension 2 von 3)


Nachdem es zwischenzeitlich recht ruhig um die Band war, mausern sich Anathema zu wahren Arbeitstieren. Das letzte reguläre Album 'We're Here Because We're Here' ist gerade zwei Jahre alt, und zwischenzeitlich erschien ja auch noch die Compilation 'Falling Deeper' mit alten Songs im neuen Gewand. Bereits während der Arbeiten daran wurde parallel auch neues Material geschrieben. Ein Teil der Songs war schon zu Zeiten vom Vorgänger-Album entstanden; eine Reihe von Songs, die alle etwas mit Wettererscheinungen zu tun hatten. Damit stand schon früh der Titel des Albums fest, auch wenn die weiteren später dazugekommenen Songs nur bedingt etwas mit dem Titel zu tun haben.

Der Zweiteiler 'Untouchable' eröffnet die Platte, und man merkt schnell, dass die Band da weitermacht, wo sie mit dem 2010er Album aufgehört hatte. Die gezupfte Gitarre wird bald von verzerrten Klängen unterstützt, und zusammen mit der durchdringenden weichen Stimme von Vincent Cavanagh wird in immer wiederkehrender Akkordfolge ein dichter Klangteppich aufgebaut. Im zweiten Teil wird das gleiche Thema auf dem Klavier interpretiert, und Lee Douglas übernimmt weite Teile des Gesangs. Es ergibt sich wunderschöner melancholischer Sound mit ein wenig Hang zum Kitschigen.

In diesem Stil setzt sich das Album fort. 'The Gathering of the Clouds' beginnt mit weichen Streichern und ebenfalls schnell gezupfter Gitarre, und schließlich wieder der atmosphärische mehrstimmige Gesang. Diese Vielstimmigkeit, die auf den vorhergehenden Alben der Band nicht so sehr vertreten war, hat großen Anteil an der Magie dieses Albums. Auch die folgenden beiden Stücke 'Lightning Song' und 'Sunlight' setzen auf diese Atmosphäre. Danach folgt der zweite Höhepunkt des Albums nach dem eingängigen Opener. Das fast zehnminütige 'The Storm Before The Calm', der erklärte Lieblingssong von Vincent Cavanagh, überrascht durch Facettenreichtum, Dynamik und Stilwechsel, ohne dabei aus dem Rahmen zu fallen. Das folgende 'The Beginning And The End' ist der härteste Song des Albums, bevor es mit den letzten beiden Stücken wieder ruhiger, aber nicht weniger intensiv wird.

Emotional ansprechende Texte werden durch entsprechende Melodien und Arrangements perfekt inszeniert. Der vermehrte Einsatz von Sängerin Lee Douglas gibt den Songs einen Hauch von Schwerelosigkeit. Schnellere, verzerrte Passagen wirken dem Kitschfaktor entgegen und geben den Songs trotz der breiten Atmosphäre eine gewisse Härte, die live noch besser zur Geltung kommt als auf der Platte. Die Musik hat etwas von einer entrückten Schönheit, die fast schon unwirklich erscheint. Den Aussagen von Sänger Vincent Cavanagh in einem Interview stimme ich zu: Das Album ist längst kein so großer Entwicklungsschritt wie der von 'A Natural Disaster' zu 'We're Here Because We're Here', was sicherlich auch an dem deutlich kürzeren Zeitabstand liegt, und an der Tatsache, dass die Hälfte der Songs schon zu Zeiten des Vorgängeralbums entstanden waren. Der nächste Entwicklungssprung, so verspricht Vincent, wird wieder ein größerer werden. Nötig wäre es ja nicht, denn das Niveau, das die Band mittlerweile erreicht hat, könnte man gut halten, wenn man weiterhin Alben wie dieses produzieren würde. Aber das wird irgendwann langweilig, und ob man es immer schaffen würde, so hart an der Grenze zum Kitsch zu manövrieren, ohne abzudriften, bleibt fraglich. So genießen wir denn das aktuelle Werk und freuen uns dennoch auf kommende Veränderungen.

Anspieltipp(s): The Storm Before The Calm
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 18.7.2012
Letzte Änderung: 17.7.2012
Wertung: 13/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Nach dem für mich enttäuschenden Album We're here because we're here erschien knapp 2 Jahre später der Nachfolger. Anathema gehen ihren Weg konsequent weiter, von Gothic/Metal keine Spur mehr. Kein Blick zurück, nicht der geringste. Dafür viele Streicher und Gefühl. Durch den Einsatz von Lee Douglas als weiblicher Stimme wird die Musik lieblicher, garniert mit manchmal zu viel Pathos. Meine Frau sagt dazu „weiblicher Wohlfühlprog“. Andere würden dies kitschig nennen.

Bereits der Opener UNTOUCHABLE PART 1 & 2 zeigt das deutlich. Part 1 beginnt noch ruhig mit viel A-Gitarre, steigert dann langsam das Tempo. Part 2 ist dann aber so zerbrechlich wie ein Kristallglas durch die Stimme von Lee Douglas.

Streicher gibt es wie schon erwähnt jede Menge, doch im Vergleich zum Vorgängeralbum klingt der Sound nicht so zu gekleistert. Er wirkt offener, wie THE GATHERING OF CLOUDS mit seinem anfänglich schnellen Pianomotiv zeigt. Auch das folgende LIGHTING SONG wirkt luftig. Wieder leitet die A-Gitarre den Song ein, bevor im Mittelteil die E-Gitarre härter einsteigt.

SUNLIGHT ist zu bombastisch. Hier übertreiben sie es mit der melancholischen Schwere. Es folgt mit THE STORM BEFORE THE CALM ein fantastischer Song. Wurde interessanterweise nicht von Vincent Cavanagh sondern vom Drummer John Douglas geschrieben. Douglas ist wesentlich mehr im progressiven Rock, wechselt das Thema oft im Song, baut tolle Sounds auf die dann wieder zusammen brechen. Er ist experimenteller als der zu sehr auf Sicherheit bedachte Daniel Cavanagh. So besteht der Song aus 2 Teilen die hervorragend zusammen gefügt wurden, obwohl sie komplett gegensätzlich sind.

THE BEGINNING AND THE END fängt mit einem schönen Pianolauf an, kann die Spannung aber nicht halten und wirkt unnötig in die Länge gezogen. Ruhig und majestätisch erklingt THE LOST CHILD. Wunderschöner Song, wenn auch nahe am Kitsch.

Der Schlusssong INTERNAL LANDSCAPES ist pompös. Obwohl der Anfang mit dem Sprechtext der Nahtoderfahrung intensiv und spannend klingt verflacht der Song zusehends.

"Weather Systems" ist sicher besser als sein Vorgänger, aber auch nicht der Meilenstein im Prog als der manche Kritiker ihn hingestellt haben. Hörer die MelodicProg mögen werden gut bedient. Diese können ruhig 1 Punkt dazu rechnen. Anathema ist einen Tick zu sehr auf Sicherheit bedacht. Die Ecken und Kanten wurden arg rund geschliffen.

Anspieltipp(s): The storm before the calm
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.6.2016
Letzte Änderung: 14.4.2017
Wertung: 9/15
für die geschundene Seele

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anathema

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Silent Enigma 12.00 1
1996 Eternity 12.00 1
1998 Alternative 4 10.50 2
1999 Judgement 9.50 2
2001 A fine day to exit 12.50 2
2003 A natural disaster 9.00 3
2006 A moment in time (DVD) 10.00 2
2008 Hindsight 10.00 1
2010 We're here because we're here 8.67 3
2011 Falling Deeper 7.00 1
2013 Universal 10.00 1
2014 Distant Satellites 10.40 5
2017 The Optimist 7.67 3

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