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Rick Wakeman

Return To The Centre Of The Earth

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1999
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: EMI Classics
Durchschnittswertung: 6.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Rick Wakeman keyboards
Fraser Thorneycroft-Smith guitar
Phil Williams bass guitar
Simon Hanson drums
Justin Hayward vocals
Ozzy Osbourne vocals
Katrina Leskanich vocals
Trevor Rabin vocals,guitar on Never is a long,long time
Bonnie Tyler vocals
Tony Mitchell vocals
London Symphony Orchestra
English Chamber Choir
David Snell orchestra conductor
Guy Protheroe choir conductor
Patrick Stewart narrator

Tracklist

Disc 1
1. A Vision 2:34
2. The Return Overture 2:40
3. Buried Alive 6:01
4. The Enigma 1:18
5. Is Anybody There 6:35
6. The Ravine 0:49
7. The Dance Of A Thousand Lights 5:41
8. The Shepherd 2:01
9. Mr. Slow 3:48
10. Bridge Of Time 1:12
11. Never Is A Long Long Time 5:19
12. Tales From The Lindenbrook 2:57
13. The Kill 5:23
14. Timeless History 1:10
15. Still Waters Run Deep 5:21
16. Time Within Time 2:40
17. Ride Of Your Life 6:01
18. Floating 2:00
19. Floodflames 2:00
20. The Volcano 2:10
21. The End Of The Return 5:23
Gesamtlaufzeit73:03


Rezensionen


Von: Udo Gerhards (Rezension 1 von 3)


Diese Platte sollte Rick Wakemans großes Comeback auf die Bühne der Rocksuperstars werden, aber gemanaged von der Klassik-Abteilung von EMI... Zu diesem Zwecke wurden halbwegs illustre musikalische Gäste wie Justin Hayward ("Moody Blues"), Ozzy Osbourne, Trevor Rabin ("Yes") oder Bonny Tyler engagiert, die Zusammenarbeit mit dem London Symphony Orchestra und dem English Chamber Choir arrangiert und Patrick Stewart aka "Captain Picard" als Erzähler arrangiert sowie ein Cover-Gemälde beim langjährigen Yes-Illustrator Roger Dean in Auftrag gegeben. Leider ist das Unternehmen in mehrfacher Hinsicht gescheitert.

Zum einen entfachte die Platte meines Wissens lange nicht den Wirbel, wie man es sich wohl erhofft hatte, was aber zum Teil an den in Sachen Rock-Marketing unerfahrenen EMI-Klassik-Managern gelegen haben mag, zum anderen ist sie meines Erachstens auch musikalisch kaum ein Highlight.

Das Hauptproblem der Platte hat Rick Wakeman in Interviews selbst formuliert, ohne es natürlich als solches zuzugeben: es ging ihm darum, seinen wahnsinnig erfolgreichen, aber auch vielgeschmähten Konzept-Album-Klassiker "Journey To The Center Of The Earth" mit heutigen Mitteln (Keyboard- und digitale Recording-Technologie, CD-Format) quasi neu zu erfinden. Und genau so ist das Album auch geworden: eine Platte, die mindesten 25 Jahre zu spät kommt, und die an einem häufig auftretendem Leiden krankt: daß das Sequel meist schlechter ist, als das Orginal.

Die Platte ist zweigeteilt: die ungeraden Tracks enthalten die durchaus gelungenen Erzählteile von Patrick Stewart mit untermalenden, naturgemäß eher ruhigen, dennoch teilweise recht stimmungsvoller Musik, die geraden sind die Songs, teils instrumental, teils mit Gesang der diversen Gäste. Leider sind diese Stücke ziemlich belanglos und einfallslos geraten. Die Songs sind recht schlicht gehalten: abgegriffene Rock-Phrasen, die man schon tausend mal gehört hat, kaum erinnerswerte, sondern eher platte Harmonien und Melodien. Leider reißt das Orchester diese Platitüden nicht raus. Es wird große Teile der Platte entweder dazu benutzt, bombastische Klangteppiche zu legen oder die Riffs mit der Begleitband zusammen runterzunudeln: kaum originell.

Natürlich ist die Aufnahme technisch gesehen einwandfrei, aber Keyboard-Sound-mäßig gibt es überhaupt nix erinnernswertes: die gleichen Minimoog-Soli wie von 25 Jahren und wenig mehr. Und wenn sich soundtechnische Innovation lediglich in einem Plastik-Schlagzeug wie in "Mr.Slow" äußert, mag ich gerne drauf verzichten. Überhaupt tritt Wakeman als Keyboarder kaum einmal halbwegs exponiert auf. Außerdem nervt mich der Chor ziemlich heftig: klassisch geschulte Stimmen, die eingesetzt werden wie ein normaler Rock-Backgroundchor. Das paßt einfach nicht und klingt prätentiös ohne echte Motivation. Und auch in der Lead-Funktion wirkt der Chor deplaziert. Und zu alle dem kommt, daß die zugrunde liegende Geschichte auch eine ziemlich direkte Variation des Orginals von Jules Verne darstellt. Echte Hightlight sind wirklich Mangelware: "Dance Of The Thousend Lights" mit seinen perlenden Piano- und Orchester-Arpeggios ist nett anzuhören, aber in seinem naiven romantischen Klassizismus kaum wirklich nahrhaft. Auch die Gastsänger bleiben blaß oder sogar (Justin Hayward auf "Still Waters Run Deep") amateurhaft, was sicher auch am schwachen Grundmaterial liegt.

Es tut mir ja leid, diese Platte so runterputzen zu müssen, in die Wakeman sicher viel Herzblut und Liebe gesteckt hat, von den gesundheitlichen Problemen, die er während ihrer Entstehung durchstehen mußte ganz zu schweigen, aber ich hatte ja noch nicht mal wie viele andere erwartet, daß sie das beste Ding seit geschnittenem Brot werden würde, und war doch ziemlich enttäuscht. Insgesamt bleibt mir zu sagen, daß kein Grund besteht, diese Platte zu kaufen, wenn man das Original schon hat, und wenn nicht, sollte man sich lieber an dieses halten.

Anspieltipp(s): The Dance Of A Thousend Lights
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.6.2002
Letzte Änderung: 6.6.2002
Wertung: 4/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 3)


Dieser laue Aufguss wäre wirklich nicht notwendig gewesen. Bei allem, was man am Original kritisieren kann, wirkte es doch wenigstens wie eine organische Einheit, Gesangsteile, erzählte Passagen und instrumentale Zwischenspiele passten zusammen. Hier dagegen: Stückwerk. Dies liegt vor allem an den banalen Songs, die neben den - recht gelungenen - gesprochenen Passagen wie Fremdkörper wirken. Tiefpunkte sind dabei das Gekrächze von Ozzy Osbourne und das unerträglich schmalzige Hayward-Gesäusel Still Waters Run Deep.

Wakemans Soli auf dem Minimoog klingen, wie Udo schon anmerkt, tatsächlich genau wie vor 25 Jahren. Da stellt sich doch die Frage: wenn schon Neuaufguss, warum nicht eine Neueinspielung des Originals mit den klangtechnischen Möglichkeiten von heute? Das wäre zwar auch nicht unbedingt etwas, worauf die Welt gewartet hätte, aber im Vergleich hierzu bestimmt die bessere Alternative.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 19.5.2006
Letzte Änderung: 19.5.2006
Wertung: 4/15

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Von: Henning Mangold @ (Rezension 3 von 3)


Wenn es etwas an den Babyblauen Seiten gibt, das ich so richtig liebe (und Ihr, liebe Leser, sicher auch??), dann ist es die uneingeschränkte Meinungsfreiheit. Die hat natürlich Konsequenzen – da kann es schon mal passieren, dass man an einem Abend eigentlich nur ein Bier trinken und ein paar neue Rezis lesen will, und schon fängt man an zu tippen, weil man etwas liest, das man nicht unkommentiert so stehen lassen will. Und dann schreibt man und schreibt man ... und trinkt sein Bier trotzdem voller Genuss ...;-)

Jedenfalls habe ich bis zum heutigen Abend gar nicht gewusst, dass dieses Wakeman-Album nicht gerade zu den heißgeliebten des Keyboard-Wizards gehört – ich habe es nämlich immer geliebt, sehe (und höre) zwar die angesprochenen Probleme, liebe es aber trotzdem. Und wenn mir nun schon mal der Ruf eines Kitsch-Hörers vorauseilt – nun gut, nun gerade:

Ich meine: wenn auf irgendeinem progrelevanten Album Justin Hayward mitwirkt, dann muss ein Schelm derjenige sein, der keinen Kitsch erwartet. Und wenn sich der Ricky noch mal in den Kern der Erde aufmacht, dann steht nun einmal eine Seniorenreise im 5000er Bus bevor und keine rebellische Aufbruchsstimmung. Aber das dürften Binsenweisheiten sein.

Was mich hier eher an der Tipp-Tastatur festnagelt, ist etwas anderes: Als dieses Album erschien, war vorher schon lange nichts mehr von Rick Wakeman erschienen, was einen vergleichbaren Unterhaltungswert hatte. Wenn ich in seiner Diskographie nur all diese Titel lese: da wird's religiös, da wird's meditativ, da wird Klavier geklimpert, bis der Orthopäde kommt – und nirgendwo kommt ein gewisser Kick (und sei's nur in vordergründigster Unterhaltung) so richtig rüber. Man hat das gehört, hat abgenickt – und schnell was anderes in den Player geschoben (wie Genesis mal sagten: "Put another record on").

Aber auf Rickys Rückkehr-Konzeptalbum ist das m.E. wirklich anders: da wird zwar hier und da hemmungslos gesülzt, aber da sind auch betörende Instrumentalnummern drauf, bei denen ich mich heute noch ergriffen am Schreibtischstuhl festhalten muss, um nicht wegzurollen, wenn ich sie höre ("Dance of a thousand lights" und "The Kill"). Ehrlich gesagt hat diese Musik mich sogar schon mal zu einer rasanten Szene für ein Theaterstück inspiriert, das ich an meiner Schule aufgeführt habe ("Das wird wohl auch entsprechend mau gewesen sein", höre ich jetzt schon die Spötter sagen:-)). Aber egozentrisch, wie ich nun mal bin, finde ich, Musik kann nicht völlig daneben liegen, wenn sie wenigstens irgendwen ernsthaft mitreißt (und sei dieser Irgendwer auch nur ich).

Natürlich hat Udo Recht, wenn er schreibt, das alles kam 25 Jahre zu spät. Ja, und? – Das geht mir selbst auch nicht anders, ich erlebe auch manches erst jetzt, was vor 25 Jahren fällig gewesen wäre. Ja, und? Bin ich deswegen ein Spätentwickler? (Unter uns: ich bin mit Sicherheit einer ;-)) – Aber Wakeman's Album kam m.E. nicht zu spät, es ist nämlich so zeitlos, dass es jederzeit hätte erscheinen können. Und wenn Wakeman mal wieder eine Idee für einen einfach nur melodischen Song hat, der sonst nicht viel enthält, dann soll ihn meinetwegen auch Justin Hayward singen – immer noch besser als einer, der nicht mal Schnulzen singen kann...;-).

Okay, dieses Album ist mit Sicherheit über-bombastisch und kitschig. Aber es ist genau die Art von Kitsch, die so weit über dem AOR steht, dass sie den Proggy genau in den Momenten begeistern kann, wenn ihm nur nach spannender Unterhaltung zumute ist. Freilich könnte er sich stattdessen auch im Kino einen Abenteuerfilm angucken: "Return to the centre of the Earth" ist genau dazu das musikalische Pendant, eine Art "Indiana Jones" für Proggies. Vielleicht sollten seine Verächter beim nächsten Hören mal Popcorn dazu genießen?:-). Und wenn das auch nicht hilft – irgendwie verstehe ich's sogar: wer z.B. gerade seine Liebe zu der Filmkunst von Ingmar Bergman entdeckt hat, wird sich auch kaum für James Bond begeistern können.

Anspieltipp(s): "Dance of a thousand lights", "The kill"
Vergleichbar mit: Rick Wakeman (auf der ganz großen Leinwand)
Veröffentlicht am: 28.5.2006
Letzte Änderung: 10.9.2013
Wertung: 11/15
Für mich ist dieses Album geradezu der Inbegriff eines 11-Punkte-Albums (Aua, nein, doch nicht gleich schlagen?!!)

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Rick Wakeman

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1971 Piano Vibrations 1.00 2
1973 The Six Wives Of Henry VIII 11.33 3
1974 Journey To The Center Of The Earth 9.50 4
1975 Lisztomania 7.00 2
1975 The Myths and Legends of King Arthur and the Knights of the Round Table 5.75 5
1976 No Earthly Connection 10.33 3
1977 White Rock 10.00 1
1977 Criminal Record 9.00 2
1979 Rhapsodies 7.00 1
1981 The Burning 8.00 1
1981 1984 7.50 4
1982 Rock n' Roll Prophet - 1
1983 G'ole! 9.00 1
1983 Cost of living 6.00 1
1984 Crimes of Passion 5.00 1
1985 Live at Hammersmith 9.00 1
1985 Silent Nights 8.00 1
1986 Country airs (1986) 9.00 1
1987 The Family Album 5.00 1
1987 The Gospels 1.67 3
1988 Zodiaque 5.00 1
1988 Time Machine 3.00 1
1988 A Suite of Gods 5.00 1
1989 Black Knights at the Court of Ferdinand IV 9.00 1
1989 Sea Airs 6.00 1
1990 Night Airs 5.00 1
1990 In the beginning - 1
1991 2000 A.D. Into the Future 9.00 1
1991 Aspirant Sunrise 5.00 1
1991 Aspirant Sunset 4.00 1
1991 Aspirant Sunshadows 4.00 1
1991 Softsword (King John and The Magna Charter) 4.00 1
1991 The Classical Connection 4.00 1
1991 African Bach 6.00 1
1992 Country Airs (1992) 7.00 1
1993 Prayers 5.00 1
1993 The Classical Connection 2 7.00 1
1993 Heritage Suite 9.00 1
1993 Classic tracks 8.00 1
1995 In Concert 9.00 1
1995 The New Gospels 4.00 1
1995 The Seven Wonders of the World 8.00 1
1995 Visions - 1
1996 Orisons - 1
1996 The Word And Music - 1
1996 Greatest Hits 5.00 1
1996 Fields of green 8.00 1
1997 Tribute 3.00 1
1998 Themes 6.00 1
1999 The Art In Music Trilogy 3.00 1
1999 The Natural World Trilogy 2.00 1
2000 Christmas Variations - 1
2000 Preludes to a century 8.00 1
2000 Chronicles of Man 10.00 1
2001 Classical Variations 3.00 1
2001 Rick Wakeman. Classic Rock Legends (DVD) 5.00 1
2001 The legend - Live in concert 2000 (DVD) 8.00 1
2001 Journey to the Centre of the Earth. Collectors Edition. (DVD) 10.00 2
2002 Songs of Middle Earth 3.00 1
2002 The Missing Half 11.00 2
2002 The Oscar Concert 8.00 1
2002 The Real Lisztomania 7.50 3
2002 Almost Classical - 1
2002 Medium rare 4.00 1
2003 Out There 6.50 4
2004 Out There (DVD) 7.00 1
2006 Retro 9.00 2
2007 Video Vault 7.00 1
2007 Retro 2 9.00 1
2009 The Six Wives Of Henry VIII - Live At Hampton Court Palace 12.00 1
2012 In The Nick Of Time - Live In 2003 - 1
2012 Journey To The Centre Of The Earth (Studioaufnahme) 11.00 1
2016 The Myths and Legends of King Arthur and The Knights of the Round Table 13.00 1

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