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Le Mur

In Tenebris

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: HardRock; Krautrock; Psychedelic
Label: Eigenproduktion, erhältlich über Webseite der Band
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Georgios Dosis
Matthias Gräf
Janine Ficklscherer

Tracklist

Disc 1
1. O.m.e.n. - the beginning 1.57
2. cage 11.30
3. - 2.43
4. one way ticket to space 8.06
5. die Nacht der Lemuren (Teil 3) 9.09
6. in tenebris 8.04
7. O.m.e.n. - riddle in the dark 6.46
Gesamtlaufzeit48:15


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Das "In Tenebris" genannte Debütwerk von Le Mur aus Bochum/Oberhausen wurde in Eigenproduktion Ende 2011 aufgenommen. Das Zusammenstellen der Stücke begann bereits 2010. Um die Sache auch in markttechnischer Hinsicht in traditionelle Wege zu leiten wartete man auf einen Veröffentlichungstermin seitens eines Labels, bis die CD endlich im September 2012 erscheinen konnte.

"O.m.e.n.- the beginning" ist ein durch elektronische Orgel und nach hinten gemischte Gesänge dominierter kurzer Ausflug in die Blütezeit des Krautrock. Wer jetzt aber in den nächsten Stücken gleich Vergleichbares erwartet, bekommt stattdessen mit "cage" klanglich rauen, aber musikalisch durchdachten und vielschichtigen psychedelischen Hardrock, dessen Einflüsse von den Traditionen der 70er bis zum Stoner- und Jam-Rock reichen. Der krautrockig eingefärbte, mit wortlosem Gesang versehene Track No.3 ist verwirrenderweise nicht auf dem Cover der Promo-Ausgabe vermerkt. (Nach Track No.2 geht es also dort mit Track No.4 weiter). Mit "One way ticket to space“ folgt also ein treibender Rocker mit psychedelischer Note, dessen Instrumentalteile das Tempo ein wenig drosseln. "die Nacht der Lemuren (Teil 3)" überrascht auf der ganzen Linie. Und zwar durch die Endzeitstimmung und die Melancholie zwischen Kraut- und Postrock, durch den deutschen Text sowie durch Saxsolos und die elektronisch-spacig-avantgardistischen Instrumentalpassagen im Mittelteil. Der salbungsvolle Gesang in lateinischer Sprache dient als ungewöhnliche Eröffnung des ansonsten nicht weiter auffallenden, durch Gitarrenriffs bestimmten Titelstückes. "O.m.e.n.-riddles in the dark" bietet eine nicht sehr oft gehörte Kombination aus Fuzzbass und von Saxophon gespielten Melodielinien.

Die Texte scheinen eine gewisse Frustration mit der eigenen Existenz widerzuspiegeln: man konstatiert: "...we are living in a cage...", wünscht sich "one way ticket to space..", oder fühlt sich verfolgt und ausgelacht.

Insgesamt halte ich "In Tenebris" für eine interessante Debütscheibe, der bisweilen noch etwas Sympathisch-Amateurhaftes (damit meine ich vor allem einige Schlagzeugfiguren) anhaftet. Aber das war bei vielen frühen Krautrock-Produktionen nicht anders, so wird die Sache womöglich noch ein Stück authentischer... Der Facettenreichtum zwischen Hardrock und krautrockigen, psychedelischen und avantgardistischen Exkursionen ist schon bemerkenswert und macht auf den weiteren Weg der Band neugierig.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.9.2012
Letzte Änderung: 9.9.2012
Wertung: 10/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


"Silentia Nova", das Zweitwerk der Bielefelder Le Mur, hatte mir Anfang dieses Jahres weniger zugesagt, wenn auch die Spielfreude des Trios und sein Drang zu Innovationen und einem eher eigenen Stil durchaus gutzuheißen waren. Ob da eine gewisse Boshaftigkeit darin liegt, dass ausgerechnet ich nun mit der jüngst (?) erschienenen Vinyl-Neuauflage des Debütalbums "In Tenebris" bemustert wurde? Nun, diese Unterstellung muss vorab in aller Deutlichkeit zurückgewiesen werden. Grund ist nämlich, dass Le Mur noch 2012 zwar nicht sehr viel, aber doch merklich anders ausgerichtet waren als auf dem eher kammermusikalisch arrangierten Nachfolger aus dem Folgejahr.

Führen wir dieses "nämlich" also etwas weiter aus: Als Kernstück von "In Tenebris" lässt sich recht schnell "Cage" ausmachen. Ein Black-Sabbath-artiges Hauptriff wird zu Anfang vorgestellt, was diese Nummer erst mal in Doom-Nähe rückt, anschließend allerdings rücken Le Mur angesichts der Variation und Verarbeitung dieses Riffs erst in die Nähe des Spacerock und dann im langen Mittelteil in Richtung Krautrock. Letzteres lässt sich allerdings auch als Verweis auf "Nantucket Sleighride" von Mountain deuten, das ja live auch gerne mal auf halbe Stunden Dauer ausgwalzt wurde, ohne dabei zu langweilen. Bemerkenswert ist jedenfalls, dass Le Mur hier durchgehend Druck machen und ihnen die Schwere dieser Musik bestens zu Gesicht steht.

Nun ja, der grundsätzliche Stil des gesamten Albums ist damit zwar nicht umrissen, aber immerhin zeigt sich, dass Le Mur auf ihrem Debüt weitaus lockerer agieren und auch nicht davor scheuen, es mal lauter werden zu lassen. In einem solchen Rahmen fallen auch die ganzen sonstigen skurrilen Exkurse, die in den übrigen Songs gepflegt werden, umso positiver auf. Da wäre beispielsweise "Ghost Track I", das wie Yes' "Revealing Science Of God" beginnt, sich danach aber als eine Mischung aus "Get Back" (Beatles) und "Morgenspaziergang" (Kraftwerk) präsentiert, oder "One Way Ticket To Space", das von einem Space-Kraut-Stück mit Anklängen an Acid Mothers Temple ("IAO Chant From The Cosmic Inferno") zu einem fröhlichen Rock-Ausbruch mit dem "Paranoid"-Riff und Dave-Brock-Gesang mutiert.

Auch ein schönes Paar liegt mit "Die Nacht der Lemuren, Teil III" und dem folgenden Titeltrack vor: In ersterem versteht man den herrlich skurrilen Text ("Die Straßen sind voll von Kreaturen vom Mond, ich glaube, sie haben mich verfolgt") endlich mal, die Musik offenbart eine in späteren Ausprägungen dieses Stückes weniger zu spürende Melancholie, und das Noise-Ende ist ebenfalls formidabel. Letzteres dagegen beginnt als Wiederaufnahme des "Die Nacht der Lemuren"-Themas samt folgender Dekonstruktion des selbigen in treibendem Tempo, ehe ein Sphärenpart in lateinischer Sprache das Geschehen jäh unterbricht. Und dass abschließend "O.M.E.N. - Riddles In The Dark" an seinem Ende direkt das Nachfolgealbum anschließt, ist auch ein schönes Detail.

Paradoxerweise lässt sich hiermit also festhalten, dass "In Tenebris" unterm Strich weitaus besser ist als sein eigener Nachfolger. Le Mur rocken mehr und klingen damit ungleich natürlicher, mutiger und kräftiger als sie selbst ungefähr ein Jahr später. Einzige kleinere Mängel sind wohl die ab und an etwas dünn und klapprig klingenden Sologitarren und ein paar etwas zermürbende ruhigere Parts, ansonsten ist "In Tenebris" eben in der Tat ein Album, das sich gewaschen hat. Angesichts dieser Wiederveröffentlichung in schwarzem oder weißen Vinyl sollte diese Qualität Grund genug sein, hier mal genauer hinzuhören.

Anspieltipp(s): Cage, One Way Ticket To Space, In Tenebris
Vergleichbar mit: Hawkwind, Rotor, Ozric Tentacles, Zeitloop
Veröffentlicht am: 3.10.2014
Letzte Änderung: 3.10.2014
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Le Mur

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Silentia Nova 8.50 2
2018 exorta 11.00 1

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