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Glass Hammer

Perilous

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2012
Besonderheiten/Stil: RetroProg
Label: Arion / Sound Resources
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Fred Schendel keyboards, guitar, backing vocals
Steve Babb bass, keyboards, backing vocals
Kamran Alan Shikoh electric & classical & acoustic guitars
Jon Davison lead vocals

Gastmusiker

Rebecca James violin
Susan Hawkins-Whitacre viola
Rachel Beckmann cello
Randall Williams drums
Amber Fults lead vocals on "In That Lonely Place"
The McCallie School Choir vocals
The Chattanooga Girls Choir vocals
Latin Choir vocals
Carey Shinbaum recorders, oboe
Tim Wardle additional backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. The Sunset Gate 7:37
2. Beyond They Dwell 4:00
3. The Restless Ones 3:36
4. They Cast Their Spell 3:21
5. We Slept, We Dreamed 7:41
6. The Years Were Sped 2:57
7. Our Foe Revealed 6:27
8. Toward Home We Fled 6:47
9. As The Sun Dipped Low 1:32
10. The Wolf Gave Chase 1:59
11. We Fell At Last 1:56
12. In That Lonely Place 6:10
13. Where Sorrows Died and Came No More 6:34
Gesamtlaufzeit60:37


Rezensionen


Von: Thomas Kohlruß (Rezension 1 von 2)


„Perilous“... gefährlich, gefahrvoll, lebensgefährlich... wann wäre ein Glass Hammer-Werk je gefährlich gewesen? Außer vielleicht für den guten Geschmack, höre ich einige rufen. Na ja, auf jeden Fall sind Glass Hammer erstaunlich schnell nach „Cor Cordium“ wieder mit einem neuen Album zurück. „Perilous“ wird als Konzeptalbum an den Start gebracht und auch wenn keine durchgängige Geschichte erzählt wird, so hängen die Songs doch thematisch zusammen. Es dreht sich um den nahenden Tod, die Erfahrung der eigenen Sterblichkeit, Dinge, die man angesichts dessen noch erledigen möchte und Unangenehmes, mit dem man nicht umgehen kann oder möchte. So gewinnt der Titel „Perilous“ doch eher einen Sinn. Es handelt sich also durchaus um ein eher ernstes Album, welches noch dazu von persönlichen Erfahrungen von Steve Babb, der für die Texte verantwortlich ist, geprägt ist. Babb verlor während der Phase des Entstehens des Albums einen guten Freund und begleitete diesen intensiv in seinen letzten Tagen.

Glass Hammer nähern sich diesem düsteren Sujet so nahe, wie es ihnen eben möglich ist. Niemals werden die Amerikaner in der Lage sein, angemessen dunkle, düstere, bedrückende Musik zu komponieren und zu spielen. Dazu ist die Grundstimmung aller Glass Hammer-Musik immer zu fröhlich, zu wohlklangig, zu sanft. Aber der typische Glass Hammer-Klangcocktail wird diesmal doch filigraner, weniger schwülstig-kitschig, weniger übertrieben bombastisch dargeboten. Die Band entfaltet natürlich wieder symphonischen Retroprog, aber eben doch eleganter, schlanker als früher.

Sirrende, flirrende, wirbelige Tastenklänge verschmelzen mit jubilierender Gitarre und knackigen Basslinien. Das Schlagzeug legt ein solides, nicht übertrieben vertracktes, Fundament. Spannungsaufbauten, Melodiebögen, instrumentale Abfahrten, alles sitzt am rechten Fleck. Es klingt alles wieder mehr nach Glass Hammer „wie früher“, also vor der Yes-Werdung der Band. Natürlich schwingen immer noch alle 70er Jahre-Größen von ELP über Genesis, Kansas und natürlich auch Yes in der Musik mit, aber Fred Schendel und Steve Babb schreiben nicht mehr krampfhaft Yes-Musik, sondern eben Glass Hammer-Musik, die sich klar zu ihren Inspirationen bekennt. Das Jon Davison mehr nach Jon Anderson klingt als der selbst, dafür kann er ja nichts. Auf jeden Fall veredelt sein guter Gesang „Perilous“ noch zusätzlich. Gelegentlich wird sogar richtig gerockt, natürlich nur im Glass Hammer-Maßstab, das Streicher-Trio (auch hier die bewährten drei Damen von früher) darf seine Akzente setzen (z.B. beim schönen Intro) und auch die gelegentlichen Choreinsätze sind kleine Höhepunkte. Besonders schön auch das melancholisch-nachdenkliche „In That Lonely Place“ mit Gastsängerin Amber Fults, einem plötzlich etwas anders klingenden Davison, begleitet überwiegend von akustischer Gitarre, sanft schwellenden Keyboards und Piano.

Glass Hammer sind auch auf „Perilous“ einen Tick zu sehr im Wohlklang verhaftet, alles könnte etwas druckvoller daherkommen, aber wer den inzwischen klassischen Glass Hammer-Sound schätzt, der wird von „Perilous“ überzeugt sein, vielleicht sich sogar ein bisschen verlieben. Das beste Glass Hammer-Werk mindestens seit „Culture of Ascent“ - ich würde glatt von „Lex Rex II“ sprechen - und überhaupt ein schönes Album des symphonischen, eleganten, edlen Retroprogs.

Anspieltipp(s): Fred Schendel empfiehlt: Im Zusammenhang hören!
Vergleichbar mit: Glass Hammer "Lex Rex", "Shadowlands"
Veröffentlicht am: 10.11.2012
Letzte Änderung: 10.11.2012
Wertung: 11/15

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 2)


Glass Hammers "Perilous" ist ein schönes Beispiel dafür, inwiefern der sprichwörtliche Ton die Musik macht. Denn einerseits beginnt das Album als verhaltenes Retroprogwerk, in dem scheinbar die kompositorische Substanz von Yes mit den eher schlichten und unterkühlten Sounds der Neoprogschule dargeboten werden soll. "Perilous" geht somit eine ganze Menge von jenem polyphonen Pomp und Überschwang ab, der letztes Jahr noch das famose Wobbler-Werk "Rites at Dawn" auszeichnete. In dieser Hinsicht klingt das Material zwar gefällig, aber doch tendenziell auch recht simpel, leichtgängig und unspektakulär, zumal die gesamte Stimmung eher ruhig geraten ist.

Fast möchte man das hier für langweilig halten, aber dann: Auf einmal stellt der Hörer fest, dass "Perilous" ein in sich geschlossenes Gesamtwerk bildet, bei dem Themen vorgestellt und zu gegebener Zeit wieder aufgegriffen werden. So wird das eröffnende Thema von "The Sunset Gate" immer wieder eingebracht, beispielsweise als Quasi-Refrain in "The Restless Ones" oder zu Beginn von "We Slept, We Dreamt". Und kurioserweise nehme ich, sobald dieser Umstand geschluckt ist, "Perilous" ganz anders wahr. Vermutlich weil somit deutlich wird, dass die Truppe um Fred Schendel doch wesentlich mehr Arbeit in das Album gesteckt hat, als es das anfangs etwas dünne Klangbild deutlich gemacht hat.

Und dabei ist es ja auch nicht so, dass jedes Stück für sich genommen die eingangs geschilderten Mängel aufweisen würde. Im Gegenteil, stellenweise wird es sogar richtig stimmig, wie beispielsweise mit der Choralpassage am Ende von "We Slept, We Dreamt". Als Ganzes gelungen sind auch das recht bewegte "Our Foe Revealed", ebenso das ziemlich klassische Instrumental "The Wolf Gave Chase" sowie die schöne Ballade "In That Lonely Place". Vielmehr fällt nun auch auf, dass auch das gesamte Album in sich ziemlich konsistent ist und keines der dreizehn Stücke einen nennenswerten Ausfall nach unten bedeutet.

Damit lässt sich schließen, dass "Perilous" insgesamt ein schön anhörbares Konzeptwerk ist, das erfrischenderweise auch mal wieder in musikalischer Hinsicht geschlossen ist. Punktabzüge gibt es aber nachwievor für das insgesamt - trotz aller Qualitäten des Albums als Ganzes - immern noch recht simple Klanggewand. In dieser Hinsicht müssen Glass Hammer noch so einiges aufholen, um den zitierten Wobbler Konkurrenz zu machen. Zwar scheint, wie ich den Berichten der Kollegen entnehmen kann, hier mittlerweile ein recht eigener Stil gefunden worden zu sein, aber man sollte ja immer mal offen für Neues sein.

Anspieltipp(s): We Slept, We Dreamt; Our Foe Revealed
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.12.2012
Letzte Änderung: 21.12.2012
Wertung: 10/15
So ein Pünktchen Abzug für das lockere Soundgewand, ansonsten ist alles im grünen Bereich.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Glass Hammer

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1993 Journey of the Dunadan 5.00 2
1995 Perelandra 7.67 3
1997 Live And Revived 5.50 2
1998 On To Evermore - The Story Of Ariana And The Sculptor 8.33 3
2000 Chronometree 12.00 4
2001 The Middle Earth Album - 3
2002 Lex Rex 11.67 3
2004 Lex Live (DVD) 7.00 1
2004 Live at NEARfest 11.75 4
2004 Shadowlands 9.75 4
2005 The Inconsolable Secret 8.50 4
2006 Live At Belmont (DVD) 7.00 2
2007 The Compilations 1996 - 2004 10.50 2
2007 Culture of Ascent 8.80 5
2008 Live At The Tivoli (DVD) 8.00 1
2009 Three Cheers For The Broken Hearted 4.00 2
2010 IF 8.33 6
2011 Cor Cordium 7.67 3
2014 Ode To Echo 11.00 2
2015 The Breaking Of The World 11.50 2
2015 Double Live 10.00 1
2016 Valkyrie 10.50 2
2017 Untold Tales 12.00 1

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