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Frank Zappa

You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.2 (The Helsinki Concert)

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988 (Aufnahme von 1974)
Besonderheiten/Stil: live; Zappaeskes
Label:
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Frank Zappa Gitarre, Vocals
Napoleon Murphy Brock Sax, Flöte, Vocals
George Duke Keyboards, Vocals
Ruth Underwood Percussion
Tom Fowler Bass
Chester Thompson Drums

Tracklist

Disc 1
1. Tush Tush Tush (A Token Of My Extreme) 2:48
2. Stinkfoot 4:18
3. Inca Roads 10:54
4. RDNZL 8:43
5. Village Of The Sun 4:33
6. Echidna's Arf (Of You) 3:30
7. Don't You Ever Wash That Thing? 4:56
8. Pygmy Twylyte 8:22
9. Room Service 6:22
10. The Idiot Bastard Son 2:39
11. Cheepnis 4:28
Gesamtlaufzeit61:33
Disc 2
1. Approximate 8:11
2. Dupree's Paradise 23:59
3. Stumaa (Finnish Tango) 3:51
4. T'Mershi Duween 1:31
5. The Dog Breath Variations 1:38
6. Uncle Meat 2:28
7. Building A Girl 1:00
8. Montana (Whipping Floss) 10:15
9. Big Swifty 2:16
Gesamtlaufzeit55:09


Rezensionen


Von: Udo Gerhards


In der sechsteiligen "You Can't Do That On Stage Anymore"-Reihe von Doppel-CDs versammelte Frank Zappa 1988 Live-Aufnahmen (im Gegenteil zu vielen seiner früheren Platten alle ohne nachträgliche Overdubs) aus allen Phasen seiner Karriere, von 1968 mit den ersten "Mothers Of Invention" bis hin zu seiner letzten Tour 1988. Normalerweise finden sich in den einzelnen Bänden Aufnahmen verschiedener Formationen, für Teil zwei jedoch entschied sich Zappa, sich auf eine bei Fans besonders beliebte Band zu konzentrieren: die sogenannte "Roxy"-Band, die den Kern vieler seiner Platten in den Jahre 1973-75 bildete, insbesondere des "Roxy & Elsewhere"-Albums.

Mit von der Partie sind George Duke, Chester Thompson, Ruth Underwood, Napoleon Murphy Brock und Tom Fowler. Für Zappas Verhältnisse ist dies eine fast kleine Band (im Vergleich zum "Roxy"-Album fehlen z.B. die Blechbläser, der zweite Schlagzeuger und der zweite Gitarrist), von daher ist der Sound insgesamt etwas schlanker als dort. Das Booklet gibt an, dass es sich um eine Aufnahme eines Konzertes vom 23.September 1974 in Helsinki handelt; Fan-Vergleiche mit verschiedenen Bootlegs legen jedoch nahe, dass hier verschiedene Konzerte rund um dieses Datum kombiniert werden. Im Endeffekt klingt das Ganze aber schon wie eine Show.

Eröffnet wird das Set von "Tush Tush Tush", dessen musikalisches Material auf "Joe's Garage" zu "A Token Of My Extreme" werden würde. Hier funktioniert die Nummer nur als Show-Opener mit Gesprächen der Band zu verschiedenen Erlebnissen. Weiter geht's mit "Stinkfoot", welches hier wie schon auf "Apostrophe'" wenig bemerkentswert ist und dankenwerterweise schnell vorbeizieht. Dann geht's aber endlich in die vollen: "Inca Roads" (Zappas Persiflage auf Anden-UFO-Landebahn-Theorien, ein Jahr später auf "One Size Fits All" veröffentlicht) mit seinen komplexen treibenden Linien ist auf die ganze Länge wahnsinnig unterhaltsam und demonstriert eindrucksvoll die instrumentalen Fähigkeiten der Band, insbesondere Ruth Underwoods Percussion-Künste, dazu Zappas geniales, fantastisch schlüssig entwickeltes, immer intensiver werdendes Gitarren-Solo und natürlich - ich muss es einfach zum wiederholten Male feststellen - Dukes traumhafte Improvisationskünste an E-Piano und Synthie. In eine ähnliche Kerbe (verspielte Linien, ausgedehnte Solo-Spots) schlägt "RDNZL" (später auf "Studio Tan" bzw. "Läther"), ebenso gut gelungen.

Danach folgt eine Reihe von Songs, die auch auf "Roxy & Elsewhere" zu finden sind ("Village Of The Sun", "Echidna's Arf Of You", "Don't You Ever Wash That Thing?", "Pygmy Twylyte", "Cheepnis"). Diese klingen hier aber nicht nur wegen der veränderten Besetzung etwas anders. "Village Of The Sun" wird wesentlich schneller absolviert und verliert so etwas von dem emotionalen Kraft der "Roxy"-Version und klingt wie eine Salon-Sound-Parodie. Die anderen Nummern sind zwar näher am "Roxy"-Tempo, aber immer noch ein Stück beschwingter, was bei diesen wahnwitzig komplexen, verspielten Nummern schon ziemlich erstaunlich ist. Insgesamt handelt es sich hierbei sicher um das Zappa-Material, das zu den Highlights der Prog-Fans gehört, die die verfrickelte Seite der Dinge lieben. Eingebettet in die "Roxy"-Songs sind "Room Service", eine rockige Nummer, in deren Mittelteil die Band bizarre Erlebnisse in einem offensichtlich deutschen Hotel nachstellt, sowie "Idiot Bastard Son", ein typische langsamer Zappa-Walzer, ursprünglich vom "Mothers"-Meilenstein "We're Only In It For The Money".

Die zweite CD beginnt mit "Approximate". Dies ist im Prinzip ein umheimliches Frickel-Thema (plus die unvermeidlichen Soli), das auf verschiedene Weisen absolviert wird: mit der Band, in Scat-Vocals und getanzt... Leider fehlt hier die visuelle Komponente, was vor allem den Tanz-Teil etwas leer erscheinen lässt. Danach das überlange "Dupree's Paradise" (später in einer Orchester-Version auf "The Perfect Stranger", auch auf "Make A Jazz Noise Here"), das wiederum nach 'humoristischen' Entertainer-Einlagen am Anfang vor allem aus verschiedenen Impros besteht (Bass, Schlagzeug). Für meinen Geschmack zieht sich die Nummer etwas zu lange hin.

Danach gewinnt die CD aber wieder deutlich an Fahrt: "Satumaa" ist eine nette Geste der Band, die einen Tango eines finnischen Komponisten durchaus gelungen für das Helsinki-Publikum einstudiert hat. "T'Mershi Duween" ist ein kurzes Instrumentaö im Stil der "Roxy"-Nummern, danach kommen Bearbeitungen zweier komplexer Stücke von "Uncle Meat": "The Dog Breath Variations" und "Uncle Meat" höchstselbst. "Building A Girl" ist eine Minute seltsamer Instrumentengeräusche, worauf das nächste absolute Hightlight folgt: "Montana" (ursprünglich auf "Overnite Sensation").

Bevor die Band mit dem Song beginnt, ruft jemand aus dem Publikum energisch 'Whipping Post', wünscht sich also bizarrer Weise diesen "Allman Brothers"-Song. Leider muss Zappa bekennen, das die Band "Whipping Post" nicht spielen kann, und so kommt doch "Montana". Allerdings macht Zappa die fehlenden - dort genialen - Arrangement-Details der Studio-Version dadurch wett, dass er im Text des Stückes möglichst oft die Worte "Whipping Post" sinnvoll unterzubringen versucht... Und natürlich gibt es wieder ein tolles Gitarren-Solo des Meisters. Abgeschlossen wird das Konzert durch eine kurze Version der "Waka/Jawaka"-Nummer "Big Swifty" inklusive Bandvorstellung.

Trotz der Längen in der ersten Hälfte der zweiten CD macht es einfach nur Spass, diesen fantastischen Musikern und dem Vollblut-Entertainer Zappa live zuzuhören, deshalb kann ich diese CD zusammen mit "One Size Fits All" und "Roxy & Elsewhere" nur herzlich empfehlen, insbesondere allen Proggern, die mal in den Zappa-Kosmos reinschnuppern wollen. Übrigens hat Zappa später "Whipping Post" in sein Live-Repertoire aufgenommen (siehe auch "Them Or Us"), um jederzeit gewappnet zu sein, falls es wieder einmal gewünscht werden sollte...

Anspieltipp(s): Inca Roads, Montana
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 9.6.2002
Letzte Änderung: 9.6.2002
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frank Zappa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1966 Freak out! 7.00 1
1967 Absolutely Free 13.00 1
1968 Lumpy Gravy 12.00 1
1968 We're only in it for the money 12.50 2
1968 Cruising with Ruben & the Jets 6.00 1
1969 Uncle Meat 13.00 1
1969 Hot Rats 11.00 1
1970 Chunga's Revenge 8.00 1
1970 Weasels Ripped My Flesh 11.00 1
1970 Burnt Weeny Sandwich 10.00 1
1971 Fillmore East, June 1971 9.00 1
1971 200 Motels 11.00 1
1972 Just Another Band From L. A. 10.00 1
1972 The Grand Wazoo 12.00 1
1972 Waka/Jawaka 9.00 1
1973 Overnite Sensation 9.00 1
1974 Apostrophe' 9.00 1
1974 Roxy & Elsewhere 11.50 2
1975 Bongo Fury 9.00 1
1975 One Size Fits All 12.00 1
1976 Zoot Allures 7.00 1
1978 Zappa In New York 13.00 1
1978 Studio Tan 12.00 1
1979 Joe's Garage 11.00 1
1979 Sleep Dirt 10.00 1
1979 Sheik Yerbouti 12.50 2
1979 Orchestral Favorites 11.00 1
1981 You Are What You Is 10.00 1
1981 Shut Up 'N Play Yer Guitar 9.00 1
1981 Tinseltown Rebellion 6.50 2
1982 Ship arriving too late to save a drowning witch 9.50 2
1983 The Man From Utopia 10.00 1
1984 Them or us 11.00 1
1984 Thing-Fish - 1
1984 Francesco Zappa 1.00 1
1984 Boulez Conducts Zappa: The Perfect Stranger 13.00 1
1986 Jazz from Hell 12.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.1 10.00 1
1988 Guitar 9.00 1
1989 Broadway The Hard Way 10.00 1
1991 The Best Band You Never Heard In Your Life 7.00 1
1991 Make A Jazz Noise Here 11.00 1
1992 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.6 10.00 1
1993 The Yellow Shark 13.00 1
1994 Civilization Phaze III 13.00 1
1995 Does humor belong in music? 11.00 1
1995 London Symphony Orchestra, Vol. I & II 13.00 1
1995 Strictly Commercial - 1
1996 Läther 14.00 2
1996 The Lost Episodes 10.00 1
1999 Son of Cheep Thrills 11.00 1
1999 Everything Is Healing Nicely 13.00 1
2003 Ensemble Modern Play Frank Zappa - Greggery Peccary & Other Persuasions 11.50 2
2003 Does Humor Belong in Music? (DVD) 7.00 1
2004 Baby Snakes (DVD) 11.00 1
2005 The Dub-Room Special (DVD) 11.00 1
2006 Trance-Fusion 9.00 1
2006 Imaginary Diseases 9.00 1
2007 Classic Albums: Apostrophe ('), Over-Nite Sensation (DVD) 10.00 1

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